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Entry Standard: Gut für Profis

Seit Ende Oktober gibt es an der Frankfurter Wertpapierbörse mit dem Entry Standard ein neues, wenig reguliertes Segment im Freiverkehr. Es soll speziell kleineren und mittleren Unternehmen die Kapitalaufnahme erleichtern und erfüllt damit eine wichtige volkswirtschaftliche Funktion. Privatanlegern ist eine Investition im Entry Standard aber allenfalls als Beimischung zu empfehlen, erläutert das Deutsche Aktieninstitut. Grund hierfür ist neben den potenziell stärkeren Kursschwankungen bei Nebenwerten auch der im Vergleich zu den Börsensegmenten Amtlicher und Geregelter Markt niedrigere gesetzliche Anlegerschutz.

Im Entry Standard gibt es weder Ad-hoc-Publizität noch Quartalsberichte oder die Meldung von Beteiligungsschwellen durch Großaktionäre. Insbesondere ist aber die Notierungsaufnahme ohne Wertpapierprospekt möglich. Wenn sich die Unternehmen beim Börsengang nicht zu einem prospektpflichtigen öffentlichen Angebot entschließen, fehlt den Anlegern eine wichtige Entscheidungsgrundlage.

Gleichwohl wird auch im Entry Standard der Handel gesetzlich überwacht, und es besteht im Vergleich zum "normalen“ Freiverkehr mehr Transparenz. So müssen Unternehmen im Internet in ihrem Tätigkeitsbereich eingetretene Tatsachen veröffentlichen, wenn diese den Börsenpreis beeinflussen könnten. Auch ein Unternehmensportrait und ein Unternehmenskalender sind zu veröffentlichen.

Bei der Beschaffung und Auswertung von Informationen ist aber Eigeninitiative notwendig, zumal Researchberichte für kleinere Werte selten sind. Insgesamt ist der Entry Standard damit eher etwas für Profis, für die er auch geschaffen wurde. Für Anleger, die zusätzliche Risiken einzugehen bereit sind, kann sich ein kleines Engagement aber durchaus lohnen.


Börsenratgeber 11/2005
Deutsches Aktieninstitut Rubrik "Pressedienst"  bei  Finanztip.de  Keine Haftung
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