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Jeder kluge Kaufmann und auch jeder intelligente Geldanleger weiß, dass der Gewinn im günstigen Einkauf und im teuren Verkauf liegt. Ihr entgegengesetztes Anlageverhalten kommt die Privatanleger teuer zu stehen, haben Wissenschaftler der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen berechnet. Im Vergleich zu ihrem tatsächlichen Anlageverhalten hätten die Privatanleger im Zeitraum seit 1989 eine um ca. 1,2 Prozent höhere jährliche Durchschnittsrendite erzielen können, wenn sie nicht nach Kurssteigerungen teuer gekauft und nach Kursrückgängen billig verkauft, sondern den Aktienanteil im Depot konstant gehalten hätten.
1,2 Prozentpunkte Renditenachteil pro Jahr klingt nicht besonders aufregend, doch der Zinseszinseffekt wirkt sich im Laufe der Jahre erheblich aus. So werden aus 10.000 Euro bei einer durchschnittlichen Rendite von acht Prozent nach 30 Jahren über 100.000 Euro. Bei dem zyklischen Anlageverhalten erzielt der Anleger jedoch nur ein Endvermögen von knapp 72.000 Euro. Das bedeutet ein um 28 Prozent niedrigeres Endvermögen.
Das Deutsche Aktieninstitut empfiehlt deshalb den Anlegern, sich bei großer Euphorie nicht zu überteuerten Käufen und nach Kursrückgängen nicht zu Panikverkäufen hinreißen zu lassen. Eine Anlagepolitik mit ruhiger Hand zahlt sich auf Dauer mehr aus, als kurzfristigen Kursentwicklungen hinterherzulaufen.
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