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Immer wieder wird die Forderung erhoben, die Aktionäre sollten durch eine höhere Dividende stärker an den Erträgen der Aktiengesellschaften beteiligt werden. Dahinter steht der Gedanke, nur die Dividende komme dem Aktionär zugute. Dies ist aber falsch, denn die Summe aus Aktienkurs und Dividende bleibt mehr oder weniger gleich. Am Tag nach der Dividendenausschüttung sinkt der Börsenkurs nämlich tendenziell um den Ausschüttungsbetrag, erläutert das Deutsche Aktieninstitut. Eine höhere Dividende bedeutet deshalb auch einen höheren Dividendenabschlag vom Kurs. Für das Gesamtvermögen des Aktionärs ist es daher mehr oder weniger unerheblich, ob das Unternehmen eine hohe Dividende ausschüttet oder den Gewinn thesauriert.
Für den Aktionär ist vor allem wichtig, dass eine Aktiengesellschaft einen hohen Gewinn erzielt. Wieviel davon sinnvollerweise ausgeschüttet oder thesauriert wird, hängt davon ab, ob das Unternehmen die Mittel für Investitionen benötigt oder nicht. Eine zu hohe Dividende kann für das Unternehmen also sogar schädlich sein – und das schadet langfristig auch dem Aktionär.
Wenn börsennotierte Unternehmen ihre Dividende ausschütten, weckt dies regelmäßig breites Interesse. Dividenden sind ein wichtiger Teil der gesamten Aktienrendite. Bei niedrigen Zinsen oder bei Sonderauschüttungen kann die Dividendenrendite sogar die Rendite festverzinslicher Wertpapiere übersteigen. Die wichtige Kennzahl Dividendenrendite entspricht der aktuellen bzw. erwarteten Dividende je Aktie, geteilt durch den aktuellen Börsenkurs der Aktie.
Aktien allein nach der erwarteten Dividende auszuwählen, ist jedoch nicht zu empfehlen. Zur Ausschüttung treten Kurssteigerungen als zweiter Teil der Aktienrendite hinzu. Das Einbehalten von Gewinnen kann z.B. dann sinnvoll sein, wenn das Unternehmen hierüber sein künftiges Wachstum vorantreiben will. Daher können hohe Ausschüttungsquoten das künftige Kurspotential einer Aktie beeinträchtigen.
Wegen dieses Spannungsverhältnisses sind börsennotierte Aktiengesellschaften an einer ausgewogene Ausschüttungspolitik interessiert. Unternehmen mit etablierten Geschäftsmodellen sind dividendenfreudiger als Unternehmen, die Kapital für Unternehmenswachstum brauchen.
Es kommt auf die persönliche Lage des Anlegers an, ob er Dividenden oder Kurssteigerungen bevorzugt, erklärt das Deutsche Aktieninstitut: Für Anleger mit hohen Kapitaleinkünften sind steuerliche Aspekte relevant. Kursgewinne müssen nach Ablauf der einjährigen Haltedauer nicht versteuert werden. Die Dividende unterliegt hingegen zur Hälfte der Einkommensteuer, sofern der Sparerfreibetrag (ab 2007 750 Euro; vorher 1.370 Euro) ausgeschöpft ist.
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