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Seit einiger Zeit gibt es nun auch Reverse-Bonus-Zertifikate. Wie der Name schon sagt, kehren diese die Voraussetzungen von Bonus-Zertifikaten um. Der Anleger setzt also auf fallende Kurse. Handelt es sich beispielsweise um ein DAX-Zertifikat, so erhält der Anleger einen Bonus, wenn der DAX über die ganze Laufzeit des Zertifikats hinweg eine bestimmte Schwelle nicht erreicht. Die Laufzeit dieser Zertifikate beträgt in der Regel zwei bis drei Jahre, und die Bonusrendite wird zwischen zehn und 30 Prozent angegeben.
Wenn die Schwelle also z.B. bei 8.300 DAX-Punkten liegt und der festgesetzte Ausgangswert bei 6.000 DAX-Punkten, wird bei einem Bonus von 122,5% bei allen DAX-Ständen zwischen 4.650 und 8.299 Punkten am Ende der Laufzeit die Bonusrendite von 22,5% fällig. Notiert der DAX am Ende der Laufzeit unterhalb dieses Bonuslevels, profitiert man sogar von diesem weiteren Kursrückgang.
Übersteigt der DAX allerdings die Schwelle von 8.300 Punkten innerhalb der Laufzeit nur ein einziges Mal, dann erlischt das Recht auf die Bonuszahlung. Der Wert des Zertifikats verhält sich stattdessen in umgekehrter Abhängigkeit zum Basiswert. D.h., er fällt bzw. steigt um jenen Prozentsatz, den der Index zulegt bzw. fällt. Würde der DAX sich auf 12.000 Punkte verdoppeln, erlitte der Anleger also einen Totalverlust.
Mit Reverse-Bonus-Zertifikaten hat sich die Zertifikate-Familie um eine interessante Alternative erweitert, deren Anlagebedingungen allerdings nicht leicht zu verstehen sind. Der Anleger sollte die Bedingungen sowie den zugehörigen Prospekt deshalb vor seiner Entscheidung besonders intensiv studieren. Auch für die Anlage in Reverse-Bonus-Zertifikaten gilt natürlich die alte Grundregel, dass niemals das gesamte Vermögen in ein einziges Instrument investiert werden darf, sondern dass eine breite Streuung anzustreben ist.
Börsenratgeber 10/2006
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