Nach Trennung und Scheidung

Unterhalt an den Ex-Partner als Sonderausgaben absetzen

Das Wichtigste in Kürze

  • Unterhaltsleistungen an Ihren Ex-Partner können Sie als Sonderausgaben von der Steuer absetzen.
  • Sie können bis zu 13.805 Euro im Jahr geltend machen. Hinzu kommen noch eventuelle Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung Ihres Ex-Partners.
  • In Gegenzug muss Ihr(e) Ex die Einnahmen als sonstige Einkünfte versteuern.
  • Deshalb funktioniert ein Sonderausgabenabzug nur, wenn Ihr Ex-Partner zustimmt. Weigert sie oder er sich, sollten Sie versuchen, Ihre Aufwendungen als außergewöhnliche Belastungen geltend zu machen.
  • Die Regelungen gelten für Ehepaare, die dauerhaft getrennt leben oder geschieden sind, und für eingetragene Lebenspartnerschaften, die beendet werden oder wurden.
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Jede dritte Ehe in Deutschland wird geschieden. Wer anschließend Unterhalt an den Ex-Partner zahlen muss, kann immerhin mit einem Trostpflaster vom Fiskus rechnen: Sie können die Kosten als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Allerdings muss Ihr(e) Ex Ihnen diesen Vorteil gönnen und sich dazu bereit erklären, im Gegenzug den Unterhalt zu versteuern. Sollten Sie sich darauf nicht einigen können, bleibt Ihnen als zweite – wenn auch steuerlich unattraktivere – Möglichkeit noch der Ansatz Ihrer Unterhaltsleistungen als außergewöhnliche Belastung.

Was Sie absetzen können

Zahlen Sie Unterhalt an einen früheren Partner aus einer Ehe oder einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, können Sie die Aufwendungen als Sonderausgaben geltend machen – und zwar bis zu 13.805 Euro im Jahr. Hinzu kommen Beiträge, die Sie eventuell für die Kranken- oder Pflegeversicherung Ihres Ex-Partners gezahlt haben.

Die gesetzliche Regelung finden Sie in § 10 Nr. 1 EStG.

Der Sonderausgabenabzug ist bereits im Trennungsjahr möglich. Sie müssen also nicht warten, bis die Scheidung durch ist, um Ihren Steuervorteil zu nutzen.

Tipp

Hierhin in der Steuererklärung

Unterhaltsleistungen an den geschiedenen Ehegatten, Lebenspartner einer aufgehobenen Lebenspartnerschaft oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten/Lebenspartner tragen Sie auf Seite 2 des Mantelbogens in den Zeilen 40 und 41 ein.

Einigung mit dem Ex-Partner nötig

Damit Sie die Ausgaben für den Unterhalt geltend machen können, müssen Sie und Ihr Ex-Partner die Anlage U zur Einkommensteuererklärung nicht nur ausfüllen, sondern auch gemeinsam unterschreiben. Damit stimmt der Empfänger der Zahlungen gleichzeitig zu, die Summe als sonstige Einnahmen zu versteuern: Er muss sie in der Anlage SO aufführen. Die Zustimmung Ihres Ex-Partners gilt mit der Unterschrift unter Ihrer Anlage U als erteilt, und zwar jeweils für ein Steuerjahr. Dieses Realsplitting kann im Laufe des Jahres nicht widerrufen werden.

Weigert sich Ihr(e) Ex zu unterschreiben, können Sie die Zustimmung vor Gericht einklagen. Sinnvoller ist es aber, alles zu tun, um die Unterschrift freiwillig zu bekommen. Dazu könnten Sie zum Beispiel anbieten, ihn an Ihrem Steuervorteil durch den Sonderausgabenabzug zu beteiligen. Selbst in diesem Fall kann sich das lohnen – weil sich Ihre Steuerprogression und damit Ihre Steuerlast voraussichtlich erheblich mindern werden.

Steuer-Spartipp zu Immobilien

Sollte Ihr Ex-Partner mietfrei eine Wohnung nutzen, die Ihnen gehört, können Sie darüber hinaus den Mietwert als Sonderausgaben absetzen. Gehört die Immobilie Ihnen beiden, können Sie die verbrauchsabhängigen Kosten für den Miteigentumsanteil Ihres Ex-Partners ansetzen, wenn Sie sie aufgrund der Trennungsvereinbarung mitgetragen haben.

Möglicherweise zahlt Ihr Ex-Partner Ihnen auch Miete, die aber geringer ist als die, die Sie regulär erzielen könnten. Dann können Sie diesen Verlust mit anderen Einkünften verrechnen. Das geht sogar, wenn die Mietzahlungen mit dem von Ihnen zu leistenden Barunterhalt verrechnet werden. Sie können auch dann vom Sonderausgabenabzug profitieren, wenn Sie Ihrem Ex-Partner die Wohnung aufgrund der Trennungsvereinbarung unentgeltlich überlassen und sich dadurch der zu zahlende Barunterhalt verringert. Allerdings erkennt das Finanzamt in diesem Fall das Mietverhältnis nicht an. Verluste sind dann nicht mit anderen Einkünften verrechenbar.

Zweite Wahl: Außergewöhnliche Belastungen

Ohne die Unterschrift Ihres Ex-Partners auf der Anlage U können Sie Ihre Unterhaltsleistungen in der Steuererklärung für 2014 bis zu 8.354  Euro (für 2013 bis zu 8.130 Euro) alternativ als außergewöhnliche Belastungen ansetzen. Ihr Steuervorteil vermindert sich hierbei allerdings um den Betrag, um den die eigenen Einkünfte und Bezüge der unterstützten Person 624 Euro im Jahr übersteigen.

Falls Sie nicht nur für den Unterhalt des Ex-Partners aufkommen, sondern zusätzlich weitere Kosten übernommen haben (zum Beispiel bei Krankheit), können Sie diese neben dem Höchstbetrag für Unterhaltsaufwendungen als allgemeine außergewöhnliche Belastungen geltend machen. Ihre Steuerlast verringert sich bei dieser Variante allerdings nur, wenn Ihre Zahlungen Ihre sogenannte zumutbare Belastung übersteigen. In diesem Fall tragen Sie die Summe im Mantelbogen der Steuererklärung für 2014 in den Zeilen 67 bis 70 ein. Dagegen kommt es beim Höchstbetrag für Unterhaltsleistungen von 8.354 Euro nicht auf Ihre persönliche zumutbare Belastungsgrenze an.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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