Kosten der Unterkunft für Studenten als Werbungskosten

  • Zuletzt aktualisiert: 13. Dezember 2012
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Studenten können nach dem BFH-Urteil vom 19.09.2012 - VI R 78/10 die Kosten für ihre Unterkunft (z.B. Kosten für Zimmer oder kleine Wohnung) am Studienort als Werbungskosten in der Steuererklärung geltend machen. Die danach zulässige steuerliche Absetzbarkosten der Kosten bei der Einkommensteuer ist allerdings an bestimmte Voraussetzungen geknüpft.

Nach der geltenden Rechtsprechung (vgl. das beim BFH anhängige Verfahren mit dem Aktenzeichen VI R 8/12) muss es sich für den Studenten bereits um eine zweite Berufsausbildung handeln.

Selbstverständlich darf der Studienort auch nicht den Lebensmittelpunkt des Studenten darstellen. Anderseits brauchen die engen Voraussetzungen einer doppelten Haushaltsführung nicht erfüllt sein.

Beispiel: Die Wohnfläche in der Wohnung am Studienort braucht nicht auf 60 Quadratmeter beschränkt sein. Die Kosten der Unterkunft wirken sich aber nur dann steuermindernd aus, wenn es sich dabei um notwendige Mehraufwendungen handelt (Feststellung des Lebensmittelpunktes).

Diese Voraussetzungen kommen in den Leitsätzen des Urteils auch klar zum Ausdruck:

1. Kosten der Unterkunft eines Studenten am Studienort können als vorab entstandene Werbungskosten nach § 9 Abs. 1 Satz 1 EStG in Abzug gebracht werden, wenn der Studienort nicht der Lebensmittelpunkt des Steuerpflichtigen ist.
2. § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 EStG kommt schon deshalb nicht zur Anwendung, weil eine Hochschule kein Beschäftigungsort im Sinne der Vorschrift ist.
3. Ein Student, der seinen Lebensmittelpunkt an den Studienort verlagert hat, ist regelmäßig nicht auswärts untergebracht i.S. des § 10 Abs. 1 Nr. 7 Satz 3 EStG.

Auszug aus der Urteilsbegründung zum Lebensmittelpunkt: Kosten der Unterkunft sind jedoch nur dann durch die Bildungsmaßnahme und damit beruflich veranlasst, wenn es sich dabei um notwendige Mehraufwendungen handelt. Das ist nur dann der Fall, wenn der Ort der Bildungsmaßnahme, hier der Studienort, nicht der Lebensmittelpunkt des Steuerpflichtigen ist und die Unterkunft dort zur Wohnung am Ort des Lebensmittelpunkts hinzukommt.

Eine doppelte Haushaltsführung würde voraussetzen, dass der Arbeitnehmer außerhalb des Ortes, an dem er einen eigenen Hausstand unterhält, beschäftigt ist und auch wohnt. Das ist typischerweise dann der Fall, wenn sich der Arbeitnehmer am Ort einer Arbeitsstätte i.S. des § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG eine Unterkunft nimmt. Unter regelmäßiger Arbeitsstätte i.S. von § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG versteht der BFH nach neuerer Rechtsprechung nur eine ortsfeste dauerhafte betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers und damit regelmäßig den Betrieb des Arbeitgebers. Eine arbeitgeberfremde Bildungseinrichtung, wie eine Universität, ist nicht als regelmäßige Arbeitsstätte anzusehen. Sucht ein Steuerpflichtiger, wie im Streitfall, eine solche Einrichtung auf, kommt § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 EStG ebenso wenig wie bei der Auswärtstätigkeit eines Arbeitnehmers in Betracht.

Weiterhin strittig ist, ob derartige Kosten auch im Rahmen eines Erststudiums als Werbungskosten absetzbar sind. Bis zur Entscheidung durch den BFH können betroffene Personen die Kosten in der Steuererklärung geltend machen und Einspruch gegen den ablehnenden Steuerbescheid einlegen und das Ruhen des Verfahrens mit Verweis auf das Aktenzeichen VI R 8/12 beantragen. Bei einer negativen Entscheidung sind ggf. Zinsen für die Aussetzung der Vollziehung zu zahlen.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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