Arbeitnehmersparzulage

Geschenktes Geld durch Zuschuss vom Staat vermehren

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit der Arbeitnehmersparzulage fördert der Staat vermögenswirksame Leistungen (VL). VL zahlt der Arbeitgeber seinen Angestellten freiwillig.
  • Je nach Verwendung und Höhe der eingezahlten Beträge können Sie zwischen 43 Euro und 246 Euro Förderung pro Jahr bekommen.
  • Zahlt Ihr Arbeitgeber Ihnen nicht die VL-Höchstleistung von 40 Euro im Monat, empfehlen wir Ihnen, zusätzlich Geld aus der eigenen Tasche einzuzahlen. Dann haben Sie Anspruch auf die Höchstprämie bei der Arbeitnehmersparzulage.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema VL-Sparen immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Ein neues Auto oder ein schöner Urlaub in warmen Gefilden: Viele Bundesbürger mit kleinem Einkommen können sich solche Wünsche oft nicht auf Anhieb leisten. Und das Gehalt reicht auch nicht immer, um jeden Monat genug zurückzulegen und solche Ausgaben in den kommenden Jahren zu stemmen. Doch es gibt einen Lichtblick: Mit der Arbeitnehmersparzulage auf vermögenswirksame Leistungen (VL) fördert der Staat Arbeitnehmer und Beamte mit geringerem Einkommen, die sich damit ein paar Extras finanzieren können.

Tipp

VL aufstocken

Zahlt Ihr Chef nicht den Höchstbetrag von 40 Euro im Monat, empfehlen wir, eigenes Geld in vermögenswirksame Leistungen zu investieren. So kommen Sie dennoch in den Genuss der vollen staatlichen Förderung, wenn Sie unterhalb der Einkommensgrenzen bleiben.

Vermögenswirksame Leistungen zahlt ein Arbeitgeber seinen Angestellten freiwillig; es besteht kein gesetzlicher Anspruch darauf. Die Arbeitnehmer, die VL erhalten, bekommen bis zu 40 Euro monatlich geschenkt. Und wer weniger als 20.000 Euro zu versteuerndes Einkommen hat, hat zusätzlich Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage.

Die Prämie vom Staat gibt es je nach Verwendungszweck in zwei unterschiedlichen Höhen: VL-Sparpläne für Aktienfonds werden mit 20 Prozent bezuschusst, VL-Bausparverträge mit 9 Prozent.

20 Prozent Zulage bei Aktienfonds

Wenn Sie Ihre vermögenswirksamen Leistungen in Sparpläne für Aktienfonds anlegen, fördert der Staat das mit 20 Prozent – allerdings nur bis zu einem eingezahlten Höchstbetrag von 400 Euro für Singles und 800 Euro für Ehepartner pro Jahr. Die höchste Prämie vom Staat beträgt also 80 Euro beziehungsweise 160 Euro. Das zu versteuernde Einkommen darf bei Singles 20.000 Euro und bei Ehepartnern 40.000 Euro nicht übersteigen.

Arbeitnehmersparzulage bei Aktienfonds

  Single Verheiratet
Einkommensgrenze 20.000 € 40.000 €
höchste geförderte Sparzulage 400 € 800 €
geförderte Sparleistung 20 % 20 %
höchste Spareinlage 80 € 160 €

Quelle: Fünftes Gesetz zur Förderung der Vermögensbildung der Arbeitnehmer (17. November 2015)

Beim Bausparen gelten andere Grenzen

Als (angehender) Häuslebauer können Sie das Geschenk vom Chef auch in einen Bausparvertrag oder in die Tilgung von Baukrediten stecken. Das subventioniert der Staat ebenfalls – allerdings nur mit 9 Prozent. Die geförderten Höchstbeiträge liegen mit 470 Euro für Alleinstehende und 940 für Ehepaare etwas über denen der Aktienfonds. Die staatliche Prämie beträgt demnach 43 Euro beziehungsweise 86 Euro pro Jahr. Die Grenze für das zu versteuernde Einkommen ist dagegen mit 17.900 bei Singles und 35.800 bei Ehepaaren niedriger als bei Aktienfonds.

Arbeitnehmersparzulage beim Bausparen

  Single Verheiratet (zwei Arbeitnehmer)
Einkommensgrenze 17.900 € 35.800 €
höchste geförderte Sparzulage 470 € 940 €
geförderte Sparleistung 9 % 9 %
höchste Spareinlage 43 € 86 €

Quelle: Fünftes Gesetz zur Förderung der Vermögensbildung der Arbeitnehmer (17. November 2015)

Doppelte Förderung beanspruchen

Die Arbeitnehmersparzulage können Sie für zwei Verträge nebeneinander beanspruchen. Dafür brauchen Sie zwei Verträge, in die der Chef das Geld für Sie investiert. Teilen Sie ihm mit, dass er in beide Verträge einzahlen soll, ansonsten bekommen Sie nicht die volle Förderung. So können Sie als Single jährlich insgesamt 123 Euro staatliche Prämie erhalten, als Ehepaar sogar 246 Euro.

Tipp

Zu versteuerndes Einkommen

Vereinfacht spricht man vom zu versteuernden Einkommen, wenn von den Einnahmen Werbungskosten beziehungsweise Betriebs- und Sonderausgaben, Vorsorgeaufwendungen, Kinder- sowie sonstige Freibeträge abgezogen werden. Das zu versteuernde Einkommen kann also deutlich niedriger sein als das Bruttoeinkommen.

Sieben Jahre sind Pflicht

Die Mindestlaufzeit für einen VL-Vertrag beträgt sieben Jahre. Nur dann gibt es auch die Prämie. Die Einkommensgrenze muss nicht in jedem Jahr eingehalten werden. Wenn Sie in einem Jahr mehr verdienen, entfällt die Arbeitnehmersparzulage allerdings für diese zwölf Monate. Im nächsten Jahr können Sie sie dann wieder erhalten.

Der Staat schreibt die Förderung Ihrem Anlage- oder Bausparvertrag erst nach der siebenjährigen Sperrfrist gut. Vorher wird nur die Höhe festgesetzt.

Die Förderung beantragen Sie mit der Einkommensteuererklärung. Dazu reicht ein Häkchen. Zusätzlich müssen Sie die „Bescheinigung zu VL“ beilegen. Wenn Sie es in einem Jahr oder zu Beginn des Vertrages vergessen haben, ist das nicht schlimm: Sie können die Prämie rückwirkend für vier Jahre beantragen.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Eric Brandmayer

Redakteur bei Finanztip (bis Januar 2017)

Eric Brandmayer hat bei Finanztip volontiert. Er kümmerte sich als Redakteur im Versicherungsteam vor allem um die Themen Hausrat und Haftpflicht. Während seines Bachelors in Journalismus und Public Relations arbeitete er als Werksstudent beim Deutschen Olympischen Sportbund in der Pressestelle. Praktische Erfahrungen sammelte er zuvor in verschiedenen Redaktionen, in der Versicherungsbranche sowie als Autor.