Handwerker-Arbeiten verzögern sich

  • Zuletzt aktualisiert: 13. Dezember 2012

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Was tun, wenn der Handwerker am vereinbarten Termin die Arbeiten beginnt und dann aber mehrere Tage wegbleibt, obwohl er die Arbeiten fortsetzen sollte? Der Auftraggeber kann den Auftrag kündigen (§ 649 BGB) oder vom Vertrag nach angemessener Fristsetzung zurücktreten. Der Handwerker kann formal in Verzug gesetzt werden, damit der Kunde ggf. einen Anspruch auf Ersatz des Verzögerungsschadens begründet. Der Kunde hat so einen Anspruch auf Schadensersatz für materielle Schäden, die er durch die Verzögerung der Arbeiten erlitten hat. Der Handwerker gerät auch ohne Mahnung in Verzug, wenn mit ihm ein genauer Termin für die Durchführung der Arbeiten vereinbart worden ist. In diesem Fall kann der Auftraggeber ggf. auch ohne Fristsetzung vom Vertrag zurücktreten (vgl. hierzu § 323 Abs. 2 Nr. 2 BGB).

Angemessene Frist setzen

Um den Vertrag "kostengünstig" zu beenden, sollte dem Handwerker eine angemessene Frist - möglichst schriftlich per Fax oder Einschreiben - für die Erledigung der Arbeiten gesetzt werden. Kommt er der Aufforderung innerhalb der angemessenen Frist nicht nach, kann man vom Vertrag kostengünstig zurücktreten. Hinweis: Beachten Sie den Unterschied zwischen einer jederzeit möglichen Kündigung des Werkvertrages und dem Recht auf Rücktritt vom Vertrag wegen nicht beseitigter Mängel bzw. der Nichtfortsetzung der Arbeiten.

Bei einer Kündigung des Vertrages durch den Besteller sieht § 649 BGB vor, dass auf die noch nicht erbrachten Leistungen dem Unternehmer eine Vergütung in Höhe von 5 Prozent zusteht. Hinweis: Nach dieser Rechtsvorschrift kann der Besteller den Werkvertrag jederzeit ohne Angabe eines Grundes bis zur Vollendung des Werkes kündigen. Wenn hingegen der Werkunternehmer seine Arbeiten nach Ablauf der angemessenen Frist nicht fortsetzt, kann der Besteller vom Vertrag ohne die "Kündigungs- Zusatzvergütung" zurücktreten.

Verzögerungsschaden

Der Anspruch auf Schadensersatz (Verzögerungsschaden) setzt voraus, dass durch die Nichtfortführung der Arbeiten dem Auftraggeber ein materieller Schaden entstanden ist. Dazu können auch die Mehrkosten bei der Fortführung der Arbeiten durch einen anderen Handwerker zählen. Die beiden Rechte "Rücktritt vom Vertrag" und ggf. "Anspruch auf Schadensersatz" stehen nebeneinander. Der Auftraggeber hat die Frist aber "angemessen" zu setzen und so nachzuweisen, dass der Handwerker die Leistungsverzögerung verschuldet hat.

Erst nach Fristablauf oder bei ausdrücklicher Weigerung des Handwerkers, die Arbeiten fortzuführen, kann ein anderer Handwerker mit den Arbeiten beauftragt werden. Beauftragt der Besteller dagegen sofort einen anderen Handwerker mit der Weiterführung, kann der erste Handwerker die Kostenübernahme zu Recht ablehnen.

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Hermann-Josef Tenhagen

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