Waisenrente

Kinder erhalten Rente verstorbener Eltenteile

Das Wichtigste in Kürze

  • Versterben ein oder beide Elternteile, haben ihre Kinder Anspruch auf eine Waisenrente.
  • Kinder bekommen die Rente, bis sie 18 Jahre alt sind. Wer eine Ausbildung oder ein Studium macht, erhält das Geld bis 27 Jahre.
  • Das verstorbene Elternteil muss mindestens fünf Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben, damit die Kinder die Waisenrente beantragen können. Auch Kinder von Beamten bekommen die Rente.
  • Die Rente beträgt bei Halbwaisen 10 Prozent und bei Vollwaisen 20 Prozent vom Rentenanspruch des Verstorbenen.
  • Das Geld ist für den Unterhalt der Kinder bestimmt. Sie können also nicht frei darüber verfügen, solange sie unter 18 sind.
  • Die Waisenrente muss beim jeweiligen Rententräger beantragt werden. Das kann zum Beispiel die Renten- oder Unfallversicherung sein.
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Stirbt ein Elternteil von minderjährigen Kindern, ist viel Trauerarbeit zu leisten. Doch sollte sich der lebende Elternteil auch um die finanzielle Zukunft des Kindes kümmern. Dazu gehört auch die Halb- beziehungsweise Vollwaisenrente als Hinterbliebenenrente. Geregelt ist sie im Sozialgesetzbuch.

Anspruch auf Waisenrente für die Kinder

Die Kinder eines verstorbenen Versicherten haben als Halb- oder Vollwaise Anspruch auf eine Waisenrente, wenn der verstorbene Elternteil die allgemeine Wartezeit erfüllt hat. Es macht keinen Unterschied, ob es sich um eheliche, angenommene oder nichteheliche Kinder handelt. Allerdings haben nichteheliche Kinder gegenüber dem Vater nur Anspruch auf Waisenrente, wenn er der leibliche Vater war. Als Kinder werden auch Stief- und Pflegekinder sowie Enkel und Geschwister gezählt, die im Haushalt des Verstorbenen lebten.

So hoch ist die Waisenrente

Halbwaisen haben Anspruch auf 10 Prozent der Versichertenrente des Verstorbenen. Sind beide Eltern gestorben, verdoppelt sich der Betrag zur Vollwaisenrente auf 20 Prozent. Allerdings werden hier nicht 20 Prozent auf beide Renten der Eltern gezahlt, sondern nur auf den höheren Betrag. Ein Zuschlag gibt es für jeden Monat, den das verstorbene Elternteil in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat (§ 78 SGB VI). Kinder erhalten die Rente nur, wenn der Elternteil mindestens fünf Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat. Versterben die Eltern, bevor sie 63 Jahre alt sind, erhalten die Waisen einen Abschlag auf die Rente. Allerdings bekommen minderjährige Kinder die Rente nicht direkt ausgezahlt, sondern der Erziehungsberechtigte. Auch Hinterbliebene von Beamten haben Anspruch auf die Rente, auch wenn die Eltern nicht in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben. Die Rente können Hinterbliebene unter anderem bei der Rentenversicherung, Unfallversicherung oder dem Versorgungsamt beantragen.

Tipp

Rente versteuern

Waisenrenten müssen grundsätzlich versteuert werden. Diese werden in der Anlage R eingetragen.

Ausnahmen zur Wartezeit

Es gibt auch Fälle, in denen die Wartezeit nicht eingehalten werden muss, zum Beispiel bei einem tödlichen Arbeitsunfall. Um die Rente ausbezahlt zu bekommen, reicht es, wenn der Verstorbene einen Monatsbeitrag in die Rentenversicherung eingezahlt hat.

Stirbt ein Elternteil sehr jung, gilt eine besondere Regelung. Kinder von Versicherten, die innerhalb von sechs Jahren nach dem Ende ihrer Ausbildung gestorben sind und die in den letzten zwei Jahren vor dem Tod mindestens ein Jahr sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben, haben auch Anspruch auf die Rente. Auf die allgemeine Wartezeit rechnet der Staat folgende Zeiten an:

  • Beitragszeiten (Pflicht- und freiwillige Beiträge),
  • Kindererziehungszeiten,
  • Zeiten aus dem Versorgungsausgleich und dem Rentensplitting unter Ehegatten,
  • Zeiten geringfügiger Beschäftigung mit Beitragszahlung des Arbeitnehmers (Minijobs).

Die Rentenzahlung an die Kinder beginnt mit dem Tod des Verstorbenen, sofern er selbst keine Rente bezogen hat. War der Verstorbene bereits Rentner, dann erfolgt die Zahlung der Rente mit Ablauf des Sterbemonats.

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Dauer der Waisenrente

Waisenrente erhalten Kinder bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Solange sie nicht volljährig sind, werden eigene Einkünfte nicht auf die Waisenrente angerechnet. Volljährige Kinder bekommen längstens bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres die Waisenrente, (Paragraph 48, SGB VI), wenn einer der folgenden Punkte erfüllt sind:

  • Das Kind befindet sich in der Schul- oder Berufsausbildung,
  • im Studium,
  • es leistet ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr ab,
  • es hat eine Behinderung und überschreitet bestimmte Einkommensgrenzen nicht.

Volljährige Empfänger der Waisenrente müssen dem Rentenversicherungsträger entsprechende Nachweise vorlegen und gegebenenfalls auch Einkommensänderungen anzeigen. Seit Juli 2015 wird das Einkommen nicht mehr auf die Waisenrente aufgerechnet.

Ab dem 1. Januar 2017 müssen sich Waisen nicht mehr an den Kosten der Kranken- und Pflegeversicherung beteiligen. Die Verbesserung gilt bis zum 25 Lebensjahr für diejenigen, die noch zur Schule gehen oder studieren. Die neue Regelung betrifft Waisen, die bisher in der Krankenversicherung allein deshalb versicherungspflichtig waren, weil sie eine Waisenrente bekommen haben. Wer Waisenrente bekommt und schon arbeitet oder in der Berufsausbildung ist, muss auch weiterhin aus seiner Waisenrente Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung einschließlich Zusatzbeitrag zahlen.

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Julia Rieder
von Finanztip,
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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Eric Brandmayer

Redakteur bei Finanztip (bis Januar 2017)

Eric Brandmayer hat bei Finanztip volontiert. Er kümmerte sich als Redakteur im Versicherungsteam vor allem um die Themen Hausrat und Haftpflicht. Während seines Bachelors in Journalismus und Public Relations arbeitete er als Werksstudent beim Deutschen Olympischen Sportbund in der Pressestelle. Praktische Erfahrungen sammelte er zuvor in verschiedenen Redaktionen, in der Versicherungsbranche sowie als Autor.