Wertpapierhandel

Das sollten Sie über den Börsenhandel wissen

Das Wichtigste in Kürze

  • Sie können Aktien, ETFs und andere Wertpapiere an Börsen oder direkt bei Banken und Wertpapierhäusern kaufen und verkaufen.
  • Einen leichten Einstieg in den Aktienhandel bietet der Direkthandel. Der Orderprozess ist einfach, die Kosten transparent.
  • Der Börsenhandel kommt für Anleger infrage, die Wert auf ein reguliertes Umfeld legen und bestimmte Orderoptionen nutzen wollen.
  • Weil der Börsenhandel zusätzliche Gebühren auslöst, ist der günstigste Handelsplatz oft nicht so leicht auszumachen.
  • Beim Börsenhandel riskieren Anleger, dass Orders in mehreren Teilen ausgeführt werden und dadurch zusätzliche Gebühren anfallen.

So gehen Sie vor

  • Handeln Sie Aktien in einem kostengünstigen Depot. Wir empfehlen vor allem das von Flatex und der Onvista Bank.
  • Prüfen Sie in der Übersicht des Brokers, wie sehr Direkthandels- und Börsenkurse auseinanderliegen.
  • Handeln Sie über einen Direkthändler, sofern die Kurse nicht stark von Börsenkursen abweichen und Sie gängige Aktien oder Fonds sofort kaufen oder verkaufen wollen.
  • Handeln Sie über Xetra oder Regionalbörsen, sofern Sie spezielle Kauf- oder Verkaufsoptionen nutzen und dabei keine Preisüberraschungen erleben wollen.
  • Handeln Sie nur während der Öffnungszeiten der Referenzbörse Xetra, zwischen 9 und 17:30 Uhr.
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Wer zum ersten Mal oder nur hin und wieder über eine Onlinebank Wertpapiere kauft, der fürchtet oft, beim Bestellprozess etwas falsch zu machen oder Geld zu verlieren. Tatsächlich gibt es eine Reihe von Dingen, die bei der Order von Aktien oder (Index-)Fonds eine Rolle spielen, zum Beispiel: Welches ist der beste Handelsplatz? Welcher Kurs ist akzeptabel? Welche Gebühren ist der Anleger bereit zu zahlen? Sollte der Auftrag mit zusätzlichen Kaufanweisungen versehen werden, zum Beispiel einem Limit?

Einen leichten Einstieg in den Aktienhandel bietet der Direkthandel. Dort handeln Anleger nicht über eine Börse, sondern mit einer Bank oder einem Wertpapierhaus, das Aktien und Fonds an- und verkauft. Der Orderprozess ist einfach – Anleger kommen ohne großes Fachvokabular aus. Die Kostenstruktur ist transparent: In der Regel wissen Kunden vorher, was sie eine Order genau kostet. In unserem Ratgeber Aktien kaufen zeigen wir Ihnen für die von uns empfohlenen Wertpapierdepots, wie Sie vorgehen müssen.

Den Börsenhandel sollten sich dagegen diejenigen Anleger genauer anschauen, die Wert auf ein reguliertes Umfeld legen und bestimmte Orderoptionen nutzen wollen. In diesem Ratgeber erklären wir, wie sich der Börsenhandel konzeptionell vom Direkthandel unterscheidet, welche Kosten Anleger beachten müssen, und welche Optionen Anleger beim Wertpapierhandel einstellen können.

Der Unterschied zwischen Börsen- und Direkthandel

Es gibt mehrere Handelsplätze, an denen Sie Aktien, Anleihen oder Fondsanteile erwerben können. Ihr Online-Broker liefert in der Regel eine Auswahl. Gängig sind das vollautomatische Handelssystem Xetra der Deutschen Börse, die Regionalbörsen in Frankfurt am Main, München, Düsseldorf, Berlin-Bremen, Hamburg-Hannover und Stuttgart sowie eine große Zahl von Wertpapierhäusern und Banken, die im Direkthandel tätig sind. Bekannte Direkthändler sind Tradegate und Lang & Schwarz. Darüber hinaus bietet zum Beispiel auch die Commerzbank und Baader Bank Direkthandel an.

Der Börsenhandel

Börsen sind öffentlich-rechtliche Institutionen, die eine staatliche Zulassung brauchen. Der Handel wird von Aufsichtsbehörden überwacht. Das sind die Wirtschafts- oder Finanzministerien der Bundesländer. Sie sollen dafür sorgen, dass alles mit rechten Dingen zugeht und es zu keinen Preismanipulationen kommt.

Der mit Abstand größte Handelsplatz ist die Börse in Frankfurt. Über ihr elektronisches Handelssystem Xetra wickeln vor allem Großanleger wie Versicherungen und Fondsgesellschaften ihre Wertpapiergeschäfte ab. Das System führt computergesteuert Käufer und Verkäufer zusammen, deren Preisvorstellungen übereinstimmen. Auf diese Weise werden fortlaufend die Kurse für ein Wertpapier ermittelt. Wie auf anderen funktionierenden Märkten bilden sich die Preise an der Börse über Angebot und Nachfrage. Übersteigt die Nachfrage für eine Aktie das Angebot, klettert der Preis nach oben.

In Frankfurt gibt es darüber hinaus noch einen von Menschen betreuten Handel. Er wird auch Parketthandel genannt. Dort führen sogenannte Spezialisten Käufer und Verkäufer zusammen. Sie sind die „market maker“, also „Marktmacher“. Mangelt es an übereinstimmenden Kauf- und Verkaufsaufträgen, treten die Spezialisten selbst als Käufer oder Verkäufer auf, damit es zu einem Abschluss kommt.

Der Direkthandel

Der Direkthandel ist nicht so streng überwacht wie der Handel an den Börsen. Käufer und Verkäufer werden nicht auf einem neutralen Marktplatz zusammengeführt. Stattdessen handelt der Anleger direkt mit einer Bank oder einem Wertpapierhandelshaus. Der Handelspartner stellt sowohl An- als auch Verkaufspreise – so wie eine Wechselstube, die Währungen tauscht. Die Differenz ist der Verdienst des Wertpapierhauses – beziehungsweise aus der Anleger-Perspektive ein Teil der Kosten, die beim Wertpapierkauf anfallen.

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Ein genauer Preisvergleich ist nicht so leicht

Allerdings ist der günstigste Handelspartner nicht ohne Weiteres auszumachen. Das liegt daran, dass neben dem reinen Kauf- oder Verkaufskurs auch diverse Gebühren anfallen, die Broker häufig nicht extra ausweisen. Daneben sind die Kurse an manchen Handelsplätzen nur zeitverzögert verfügbar, was den direkten Kursvergleich erschwert.

Um ein Gefühl für den Komplettpreis einer Order zu bekommen, sollten Anleger aber die wichtigsten Preiskomponenten kennen.

An- und Verkaufskurse - Jeder Handelsplatz gibt in der Regel an, zu welchem Preis Anleger ein bestimmtes Wertpapier kaufen können (Ankaufskurs oder Briefkurs) oder verkaufen können (Verkaufskurs, Geldkurs). Die Differenz wird „Spread“ genannt, also Spanne. Je geringer die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs ist, umso effizienter wird das Wertpapier am jeweiligen Börsenplatz gehandelt. Manche Broker listen An- und Verkaufskurse für alle Handelsplätze untereinander auf – ein Vorteil. Denn so können Anleger recht schnell überschauen, ob der Direkthändler im Vergleich zum Börsenhandel vernünftige Preise bietet. Oft zeigen die Broker An- und Verkaufskurse von Xetra und den Regionalbörsen allerdings nur zeitverzögert um 15 Minuten oder mehr an. Wer dann Direkthandels- mit Börsenkursen vergleicht, gelangt zu einer groben Einschätzung darüber, ob Direkthandelspreise fair sind.

Orderkosten - Ihre Onlinebank oder Ihr Broker, bei dem Sie ein Wertpapierdepot unterhalten, verlangt in der Regel Geld dafür, eine Order durchzuführen. Zum Teil deckt die Bank damit die Kosten, die ihr selbst bei der Börsentransaktion entstehen. Der Rest ist Gewinn. Die Orderpreise berechnen Banken nach unterschiedlichen Modellen. Flatex und die Onvista Bank verlangen für die empfohlenen Depots einen Festpreis je Order. Andere Banken, wie etwa die Targobank oder Maxblue machen die Kosten an der Ordergröße fest. Aus Kundensicht haben Pauschalpreise den Vorteil, dass sie besser zu überblicken sind.

Börsenplatznutzung - Für die Nutzung einer Börse stellen die allermeisten Onlinebanken ihren Kunden eine Pauschale pro Auftrag in Rechnung (Börsengebühr, Börsenplatzentgelt). Die Höhe ist bei den einzelnen Anbietern unterschiedlich und variiert von Handelsplatz zu Handelsplatz. Die ING-Diba beispielsweise berechnet ihren Kunden pro Order auf der Handelsplattform Xetra 1,75 Euro, an den Regionalbörsen werden 2,50 Euro fällig. Flatex reicht dagegen die (variablen) Kosten an die Kunden weiter, die die Börse in Rechnung stellt. Wie viel das genau ist, müssen Kunden selbst berechnen. Nur wenige Broker weisen die Gebühren vor Kauf in der Ordermaske aus.

Courtage - Die Regionalbörsen verlangen eine „Courtage“ beziehungsweise ein „Börsenentgelt“ für ihre Spezialisten, die den Handel betreuen. Beides wird in der Regel in Prozent der Anlagesumme berechnet. Die Frankfurter Börse verlangt für Aktienorders im Wert von bis zu 5.000 Euro 2,52 Euro. Größere Aufträge werden mit 0,0504 Prozent der Handelssumme abgerechnet. In München sind es 0,08 Prozent. Dort müssten Sie also 4 Euro bei einer Anlagesumme von 5.000 Euro bezahlen. Die Höhe der Courtage unterscheidet sich außerdem in der Regel nach Wertpapier-Typ. Broker weisen die Courtage nie direkt aus, sondern verlinken immer auf das Regelwerk der Börse, oft unter dem Begriff „fremde Kosten“. Wer wissen will, wie viel Courtage am Ende tatsächlich anfällt, muss also selbst rechnen.

Ordermaske und Gebühren bei der Targobank

Quelle: Targobank (Stand: 16. Juni 2016)

So stark fallen Gebühren ins Gewicht

Folgende Tabelle zeigt, wie sich unterschiedliche Ordergebühren auf den Gesamtpreis der Order auswirken können. Im Beispiel kaufen wir an unterschiedlichen Handelsplätzen zu Echtzeit-Preisen 250 Anteile des Comstage-ETF auf den MSCI World, einmal über ein Festpreisdepot (Flatex) und einmal über ein Depotmodell mit variablen Gebühren (Maxblue oder Targobank).

So viel kosten 250 Anteile eines MSCI-World-ETFs an verschiedenen Handelsplätzen

    Lang&Schwarz   Xetra   Stuttgart
Kaufpreis pro Stück   40,479 €   40,48 €   40,48 €
Kaufpreis 250 Stück   10.120 €   10.120 €   10.120 €
             
Festpreismodell (Beispiel Flatex)            
Orderkosten der Bank   5,90 €   5 €   5 €
Börsenplatznutzung   0 €   0 €   0 €
Courtage   0 €   2,13 €   12,88 €
Gesamtpreis der Order   10.126 €   10.127 €   10.138 €
             
Variables Preismodell (Beispiel Targobank)            
Orderkosten der Bank   25,30 €   25,30 €   25,30 €
Börsenplatznutzung   0 €   2 €   3,50 €
Courtage   0 €   0,60 €   10,12 €
Gesamtpreis der Order   10.145 €   10.148 €   10.159 €

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 22. Juli 2016)

Tipp

Kaufen Sie nicht für zu kleine Beträge

Die Kosten für einen Wertpapierkauf sollten immer in einem vernünftigen Verhältnis zur investierten Summe stehen. Kosten in Höhe von mehr als 1 Prozent gelten als unwirtschaftlich. Summieren sich die Kosten beispielsweise auf 20 Euro, sollten Sie wenigstens für 2.000 Euro Wertpapiere kaufen. Im Direkthandel zahlen Sie oft weniger. Welche Bank für welche Anlegertypen am preiswertesten ist und welche die Kosten gut ausweist, lesen Sie in unserem Ratgeber zu Wertpapierdepots.

Das bietet der Börsenhandel

Anleger, denen es beim Wertpapierkauf um den günstigsten Preis geht, sollten – wie beschrieben – Direkthandels- und Börsenkurse in der Übersicht des Brokers vergleichen. Weichen die Kurse kaum ab, sind Sie wegen der geringeren Gebühren im Direkthandel günstiger unterwegs. Sie vermeiden auch, dass Ihre Order in mehreren Teilen ausgeführt werden kann. Das geschieht an der Börse leider öfter – mit dem Ergebnis, dass Sie unter Umständen mehrfach Gebühren zahlen müssen.

Das Bild zeigt die Übersicht über Handelsplätze beim Broker Onvista Bank.

Einfacher Preisvergleich bei der Onvista Bank

Quelle: Onvista Bank (Stand: 16. Juni 2016)

Börsenhandel steht für regulierte Preise

Der Börsenhandel hat hingegen den Vorteil, dass nur dort der Handel reguliert ist und sich alle Kurse stets nach Angebot und Nachfrage bilden. Im Direkthandel gehen Anleger vor allem außerhalb der Börsenöffnungszeiten von Xetra das Risiko ein, zu überhöhten Preisen zu kaufen oder zu Dumpingpreisen zu verkaufen. Denn dann fehlt der Vergleichsmaßstab der größten Inlands-Referenzbörse. Auf Xetra wird zwischen 9 und 17.30 Uhr gehandelt. Deutlich nachteilige Preise im Direkthandel kann es auch dann geben, wenn es an der Börse hektisch zugeht.

Es gibt aber noch einen anderen Grund, den etwas teureren Börsenhandel zu wählen: Falls Anleger nicht sofort kaufen wollen, sondern erst ab einen bestimmten Kurs („Limit-Kauf“), oder falls Anleger eine Aktie automatisch verkaufen wollen, sobald der Kurs unter eine bestimmte Grenze fällt („Limit-Verkauf“). Immer wenn also unklar ist, wann genau eine jetzt aufgegebene Order in der Zukunft tatsächlich ausgeführt wird, bietet sich der Börsenhandel an.

Anleger können solche Limitpreise zwar auch im Direkthandel setzen. Das ist aber riskant. Denn Limitpreise könnten ja ausgerechnet in Momenten greifen, zu denen es an der Börse etwas bewegter zugeht oder außerhalb der normalen Handelszeiten. Dann weiß der Anleger nie, ob der Direkthändler den Deal im entscheidenden Moment tatsächlich eingeht. Und wenn er das tut, bleibt unsicher, ob dann der Preis tatsächlich ein guter war. Schließlich kann er mit der Ausführung so lange warten, bis er selbst an der Börse einen besseren Preis bekommt.

Die wichtigsten Orderzusätze

Grundsätzlich können Sie im Börsenhandel zwischen folgenden Orderzusätzen wählen

Billigst - Dieser Zusatz ist bei Onlinebanken meistens bei einem Kaufauftrag voreingestellt. Billigst bedeutet, dass Ihre Kauforder sofort zum nächstmöglichen Preis ausgeführt wird. Bei einem Verkaufsauftrag heißt der entsprechende Zusatz „bestens“. Das kann aber teuer (und nicht billigst oder bestens) werden – nämlich dann, wenn die Aktie in kurzer Zeit stark im Preis schwankt. Solche unlimitierten Aufträge sollten Sie daher im Börsenhandel eher vermeiden. Es ist sicherer, ein Limit zu setzen.

Limit - Sie können angeben, zu welchem Preis Sie höchstens kaufen und wenigstens verkaufen wollen. Zu höheren beziehungsweise niedrigeren Kursen werden solche Aufträge nicht ausgeführt. Mit einem Limit können Sie sich vor Preisüberraschungen schützen.

Wenn Sie zum Beispiel eine Aktie zum aktuellen Marktpreis kaufen wollen, setzen Sie das Limit einfach auf den zuletzt auf Xetra oder in Frankfurt festgestellten Kurs. Die Wahrscheinlichkeit ist dann relativ hoch, dass Ihr Auftrag ausgeführt wird. Steigt der Kurs aber gerade stark an, während Sie Ihre Order aufgeben, kommen Sie zunächst nicht zum Zug, weil Ihr Limit unter dem aktuellen Marktpreis liegt.

Wer sportlichen Ehrgeiz beim Wertpapierkauf entwickelt, kann natürlich sein Limit unter den aktuellen Preis setzen und darauf hoffen, dass die Kurse bis dorthin nachgeben. Läuft der Kurs aber in die andere Richtung, gehen Sie leer aus.

Es gibt noch eine ganze Reihe speziellerer Limit-Arten: Etwa ein Stop-Loss oder ein Stop-Buy-Limit. Hier verkaufen Anleger entweder, wenn die Aktie im Portfolio unter einen gewissen Kurs fällt, um weitere potenzielle Verluste zu vermeiden. Oder sie kaufen in dem Moment, in dem eine Aktie einen bestimmten Kurs erreicht – in der Hoffnung, dass sie ab dann noch weiter steigt. Das sogenannte Trailing-Stop-Limit funktioniert wie ein Stop-Loss, nur, dass sich das Limit nach oben anpasst, sollte der Kurs steigen. Anleger würden dann fixieren, dass sie die Aktie spätestens dann verkaufen wollen, wenn sie beispielsweise 5 Euro unter den neuen Kurs fällt. Solche Zusätze sind für vor allem für Investoren interessant, die häufig handeln und bestimmte Anlagestrategien verfolgen.

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Handeln Sie am besten nachmittags

Falls Sie es einrichten können, machen Sie Ihre Börsengeschäfte zwischen 15 und 17 Uhr. Denn um 15 Uhr Ortszeit in Deutschland öffnen die Börsen in New York. Das sind die globalen Referenzbörsen, an denen sich Anleger rund um den Globus orientieren. Fallen bei der Handelseröffnung in den USA die Kurse, drückt das meistens auch hierzulande auf die Preise – und umgekehrt.

Tipp

Dass die amerikanischen Börsen geöffnet haben, ist besonders beim Kauf von US-Aktien und internationalen Aktienfonds wichtig. Ein Indexfonds auf den Weltaktienmarkt beispielsweise enthält derzeit rund 57 Prozent amerikanische Aktien. 

Beutelschneiderei mit Teilausführungen

Es kann vorkommen, dass es bei Kaufaufträgen zu sogenannten Teilausführungen kommt. Besonders bei limitierten Kaufaufträgen auf der Handelsplattform Xetra besteht die Gefahr, dass sie nicht auf einen Schlag, sondern in mehreren Teilen ausgeführt werden. Das ist dann möglich, wenn keine Verkaufsaufträge vorliegen, die in Preis und Menge mit der Kauforder übereinstimmen. Für solche Teilausführungen kassieren manche Banken jedes Mal eine Order-Provision und zusätzlich noch Börsenplatzkosten. Beträgt der Preis pro Order beispielsweise 10 Euro und die Handelsplatzkosten 1,50 Euro, dann werden 34,50 Euro fällig, falls Ihr Auftrag an der Börse in drei Teilausführungen aufgespalten wurde.

Das ist ärgerlich, lässt sich aber vermeiden. Es gibt Onlinebanken, die für Teilausführungen am selben Tag nichts extra kassieren. Dazu zählen etwa Comdirect und ING-Diba. Erkundigen Sie sich also zunächst, wie Ihre Depotbank mit Teilausführungen umgeht.

Anders als viele Anleger glauben, gibt es keine Order-Zusätze auf Xetra, mit denen sich Teilausführungen verhindern lassen. Das gilt auch für folgende Zusätze:

Fill or kill (FOK) - Diese Anweisung besagt, dass eine Order entweder sofort und vollständig oder gar nicht ausgeführt werden soll. Ist das nicht möglich, wird der Auftrag gelöscht. Sofort und vollständig schließt aber keine Teilausführungen aus, auch wenn es danach klingt. Vollständig kann auch in mehreren Teilen bedeuten.

Immediate or cancel (IOC) - Eine Order, die mit dem IOC-Zusatz versehen ist, wird sofort und vollständig oder nur zum Teil ausgeführt. Offen gebliebene Stückzahlen werden gelöscht. Auch bei dieser Auftragsart sind Teilausführungen möglich.

Tipp

Wenn Ihre Bank für Teilausführungen Order-Provisionen kassiert und Sie das Institut nicht wechseln oder bei einem günstigeren Onlinebroker ein Depot einrichten wollen, sollten Sie Wertpapierkäufe auf Xetra vermeiden.

Der betreute Handel an den Regionalbörsen versucht, im Privatkunden-Geschäft nach Möglichkeit ohne Teilausführungen auszukommen. Die Börse München garantiert Privatanlegern für ausgewählte Aktiensegmente, dass ihre Aufträge vollständig ausgeführt werden, solange deren Wert 5.000 Euro nicht übersteigt. An der Börse Stuttgart liegt diese Marke bei 10.000 Euro. Allerdings gilt die Garantie für Vollausführungen nicht mehr, sobald zu viele kleine Kaufaufträge für dasselbe Wertpapier gleichzeitig vorliegen. In der Praxis macht sich diese Einschränkung aber kaum bemerkbar, wie die Zahlen zu Order-Ausführungen zeigen.

Folgende Tabelle stellt die wichtigsten Unterschiede von Direkthandel, Handel über Xetra und Börsenhandel noch einmal zusammen:

Der Wertpapierhandel im Überblick

    Vorteile   Nachteile
Direkthandel   geringe Kosten, keine Teilausführungen   Gefahr hoher Verkaufs- und niedriger Ankaufspreise
Xetra   hohes Handelsvolumen sorgt für faire Preise, niedrige Kosten   Teilausführungen sind häufig und können teuer werden
Regionalbörsen   betreuter Handel, Pflicht zu marktgerechten Preise auch bei un- und falsch limitierten Orders   höhere Kosten als im Direkthandel und auf Xetra

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 21. Juli 2016)

Der Geschäftsabschluss

Jede Wertpapier-Order muss mit einen finalen Mausklick bestätigt werden, so wie bei jedem anderen Online-Geschäft auch. Haben Sie einen Börsenauftrag bestätigt, lässt sich das Rad in der Regel nicht mehr zurückdrehen. Denn Sie erhalten oft schon nach wenigen Sekunden die Bestätigung, dass Ihr Auftrag ausgeführt wurde, wenn Sie Fondsanteile oder Aktien kaufen, die Anleger häufig handeln. Welchen Preis Sie bezahlt haben, sehen Sie in der Buchung in Ihrem Depot. Die Kosten Ihrer Transaktion listet die Bank in einer gesonderten Abrechnung auf.

Günstige Onlinedepots

Finanztip hat für verschiedene Anlegertypen untersucht, über welche Onlineanbieter sie besonders günstig Wertpapiere handeln können. Mehr dazu lesen Sie in unserem Wertpapierdepot-Test. Wir empfehlen Flatex und Onvista Bank. Zusammen mit der Targobank sind diese Depots auch die benutzerfreundlichsten.

Flatex
Konto und Depotführung über BIW Bank

  • niedrige Gebühren: Festpreis von 5,90 Euro pro Order bei Auftragserteilung über außerbörslichen Direkthandel
  • alle gängigen Wertpapiere handelbar: Aktien, ETFs, Anleihen, Zertifikate, Fonds und Optionsscheine
  • Empfehlung für alle Orderbeträge
  • Gebühr für ausländische Dividenden: 5 Euro pro Zahlung

Onvista Bank
Festpreis-Depot

  • niedrige Gebühren: Festpreis von 6,50 Euro pro Order bei Auftragserteilung über außerbörslichen Direkthandel oder Tradegate Exchange
  • alle gängigen Wertpapiere handelbar: Aktien, ETFs, Anleihen, Zertifikate, Fonds und Optionsscheine
  • Empfehlung für alle Orderbeträge
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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Markus Neumann

ehemaliger Finanztip-Redakteur (bis Oktober 2015)

Markus Neumann schrieb für Finanztip über alle Aspekte der Geldanlage. Der erfahrene Finanzjournalist verfasste bereits zahlreiche Publikationen zum Thema Geldanlage, die im Berliner Fuchsbriefe-Verlag und bei der Stiftung Warentest erschienen sind. Neumann volontierte beim Heinrich Bauer Verlag in Hamburg. Im Anschluss arbeitete er viele Jahre als Redakteur und Reporter.

Sara Zinnecker

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.