Bauleistungsversicherung

Den Rohbau vor Schäden schützen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Bauleistungsversicherung bietet Schutz bei unvorhersehbaren Schäden am Bau.
  • Dazu zählen Schäden aufgrund von Unwetter, Vandalismus, Konstruktions- oder Materialfehlern.
  • Auch den Diebstahl von bereits fest eingebautem Material können Bauherren versichern.
  • Die Versicherung ist deshalb eine gute Ergänzung zur Bauherrenhaftpflicht.
  • Schäden durch Brand, Blitzschlag oder Explosion schließt die Police jedoch aus. Dafür ist der Abschluss einer separaten Feuerrohbauversicherung nötig.

So gehen Sie vor

  • Um Ihr Bauvorhaben optimal abzusichern, sollten Sie die Versicherung vor Baubeginn abschließen.
  • Ermitteln Sie die Kosten des Bauvorhabens: Die Höhe des Versicherungsbeitrags hängt von der konkreten Bausumme ab.
  • Vergleichen Sie verschiedene Angebote, um eine günstige Bauleistungsversicherung zu finden.
  • Achten Sie bei der Auswahl nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die mitversicherten Leistungen, etwa Kostenerstattung bei Diebstahl oder für Aufräumarbeiten.
  • Melden Sie dem Versicherer, wenn sich die Baukosten erhöhen oder der Bau länger dauert.

Die eigenen vier Wände zu errichten, erfordert viel Zeit und Geld. Umso wichtiger ist es, das Projekt Eigenheim gegen Risiken abzusichern. Denn beim Hausbau kann auch viel schiefgehen: Ein Unwetter reißt das Mauerwerk ein oder Randalierer beschädigen mutwillig den Rohbau. Vorfälle wie diese sind nicht nur teuer, sie verlängern auch die Bauzeit oder bringen das Bauvorhaben gleich ganz zum Erliegen.  

Eine Bauleistungsversicherung schützt Bauherren in so einer Situation vor finanziellen Rückschlägen. Die Police ist daher eine sinnvolle Ergänzung zur Bauherrenhaftpflicht, die einspringt, wenn auf der Baustelle Sachen Dritter beschädigt oder Menschen verletzt werden.

Versicherung vor Baubeginn abschließen

Die Bauleistungs- oder auch Bauwesenversicherung schließen Sie am besten ab, bevor Sie mit dem Bauvorhaben beginnen. Nur dann sind alle Bauleistungen, Baustoffe und Bauteile versichert, die für den Um-, Neu- oder Ausbau nötig sind. Der Versicherungsschutz gilt für unvorhersehbare Schäden am Bau etwa durch Unwetter oder Vandalismus, die Police zahlt aber auch bei Konstruktions- oder Materialfehlern. Auch sogenannte Elementarschäden wie eine Unterspülung des Rohbaus durch Hochwasser sind versichert. Witterungsschäden – etwa durch Frost – deckt die Versicherung dagegen nicht ab.  

Zusätzlich können Sie den Versicherungsschutz auf Diebstahl ausweiten. Allerdings ist auch dann nur fest verbautes Material versichert: Lassen die Diebe frei herumliegende Baustoffe oder Werkzeug mitgehen, kommt die Versicherung nicht für den Schaden auf. Auch Schäden durch Brand, Blitzschlag oder Explosion sind nicht durch die Bauleistungsversicherung abgedeckt. Um die Baustelle gegen solche Risiken abzusichern, benötigen Sie zusätzlich eine Feuerrohbauversicherung. Einige Versicherer bieten auch an, die Bauleistungsversicherung gegen Aufpreis um den Brandschutz zu erweitern.  

Wichtig: Wird der Bau nicht fertig, weil eines der Bauunternehmen insolvent geht, zahlt die Versicherung nicht. Vor einer Pleite schützt die Bauleistungsversicherung also nicht.

Die passende Police fürs Bauvorhaben finden

Der Versicherungsbeitrag hängt davon ab, wie teuer das Bauvorhaben ist. Zur Bausumme zählen alle Kosten, die beim Bau entstehen – vom ersten Spatenstich bis zur Fertigstellung. Auch Ihre geplanten Eigenleistungen müssen Sie berücksichtigen, wenn Sie die Bausumme ermitteln. Nicht dazu zählen der Grundstückpreis und Erschließungskosten für die Stromversorgung oder den Anschluss an die Kanalisation.  

Bei einer Bausumme von 250.000 Euro ist eine günstige Bauleistungsversicherung schon für einen Einmalbeitrag von rund 300 Euro zu haben. Allerdings ist bei den meisten Anbietern ein Selbstbehalt zwischen 250 und 1.000 Euro üblich. Es ist sinnvoll, nur einen Selbstbehalt zu wählen, den Sie im Schadensfall problemlos bezahlen können, ohne die Finanzierung des Bauvorhabens zu gefährden.  

Bei der Wahl der passenden Versicherung sollten Sie nicht nur auf den Preis achten, sondern auch auf die versicherten Leistungen. So sollte die Police in jedem Fall auch Kosten abdecken, die durch die Suche nach der Schadensursache entstehen oder durch zusätzliche Aufräumarbeiten. Auch Schäden am Grund und Boden – etwa durch weggespültes Erdreich – sollten in gewissem Umfang mitversichert sein. Bessere Policen versichern solche Schäden bis zu einer Höhe von 20.000 Euro.

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Gestiegene Baukosten beim Versicherer angeben

Ein Hausbau wird oft teurer als anfänglich gedacht. Erhöht sich die Bausumme nachträglich, müssen Sie das dem Versicherer umgehend mitteilen. Möglicherweise steigt dadurch der Versicherungsbeitrag. Ist der Schadensfall bereits eingetreten, ist es für eine Nachmeldung allerdings zu spät, und der Versicherer kann seine Leistungen kürzen. Nach dem Ende aller Bauarbeiten rechnet der Versicherer die Gesamtkosten durch. Ist das Bauvorhaben trotz Berichtigungen immer noch teurer als geplant, müssen Sie am Ende der Laufzeit Beiträge nachzahlen. Fällt der Bau dagegen günstiger aus, bekommen Sie Geld zurück.  

Die Versicherung läuft höchstens zwei Jahre. Sie endet schon vor Ablauf dieser Zwei-Jahres-Frist, sobald das Haus bezugsfertig ist und von der Baubehörde abgenommen wurde oder sechs Werktage nach Beginn der Nutzung. Maßgeblich ist der früheste Zeitpunkt. Als Bauherr müssen Sie dem Versicherer diesen Termin mitteilen. Sollte das Bauvorhaben länger als zwei Jahre dauern, müssen Sie eine Verlängerung der Police beantragen, damit der Versicherungsschutz bestehen bleibt. Das ist in der Regel gegen einen einmaligen Zuschlag zum Versicherungsbeitrag möglich.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Peter Neitzsch

freier Finanztip-Mitarbeiter

Als freier Autor arbeitet Peter Neitzsch im Versicherungsressort von Finanztip. Der freiberufliche Journalist schreibt vorwiegend über Wirtschafts- und Verbraucherthemen. Vor der Selbstständigkeit leitete er das Wirtschaftsressort von stern.de. In Dresden und Paris studierte Peter Neitzsch Sozialwissenschaften und absolvierte danach die Berliner Journalisten-Schule. Im Anschluss arbeitete er unter anderem am Newsdesk der Frankfurter Rundschau und von tagesschau.de.

Eric Brandmayer

Redakteur bei Finanztip (bis Januar 2017)

Eric Brandmayer hat bei Finanztip volontiert. Er kümmerte sich als Redakteur im Versicherungsteam vor allem um die Themen Hausrat und Haftpflicht. Während seines Bachelors in Journalismus und Public Relations arbeitete er als Werksstudent beim Deutschen Olympischen Sportbund in der Pressestelle. Praktische Erfahrungen sammelte er zuvor in verschiedenen Redaktionen, in der Versicherungsbranche sowie als Autor.