Kostenloses Girokonto

So bekommen Sie das günstigste Girokonto

30. Juli 2018
Das Wichtigste in Kürze
  • Beim Girokonto können diverse Kosten zusammenkommen: Kon­to­füh­rungs­ge­bühren, Jahresgebühren für die Kreditkarte, Abhebegebühren und Fremd­wäh­rungs­ge­bühren.
  • Insbesondere Direktbanken bieten kostenlose Konten zu guten Konditionen an.
  • Aber sogar dort sollten Sie aufpassen: Viele Banken bewerben ihr Angebot als kostenlos, es entstehen aber Kosten um die Kontoführung herum.
  • Achten Sie bei der Suche nach dem richtigen Konto auch auf das Automaten-Netzwerk und die Finanzkraft der Bank.
  • Beim Online-Banking sollten Sie unbedingt auf die Sicherheit achten: Ein guter Virenschutz und eine sichere Internetverbindung sind das A und O.
So gehen Sie vor
  • Mit unserem Gi­ro­kon­to­rech­ner können Sie das für sich passende Girokonto finden. Wir zeigen die Kon­to­füh­rungs­ge­bühren und rechnen anhand eines Beispielkunden aus, was das Konto tatsächlich kostet.

Zum Girorechner

  • Falls die ausgewählte Bank Ihnen kein Girokonto eröffnen will, kontrollieren Sie Ihre Schufa-Bewertung. Auch ein Basiskonto kann ein Ausweg sein.
  • Wir empfehlen Ihnen die Girokonten der Comdirect und der Norisbank, falls kein Geld auf dem Konto eingeht. Sofern Sie regelmäßige Geldeingänge haben, empfehlen wir Ihnen ebenso das DKB-Cash Girokonto und das Kombi-Konto von Santander.

Finanztip-Girokontorechner

Ohne Girokonto läuft in Deutschland so gut wie nichts. Der Arbeitgeber überweist das Gehalt auf das Girokonto, wichtige Zahlungen wie die Miete oder Versicherungsbeiträge gehen davon ab. Kein Wunder also, dass viele Verbraucher nach einem kostenlosen Girokonto suchen.

Allerdings wird es zunehmend schwieriger, solche Konten zu finden. Denn die Banken reagieren auf die Niedrigzinsphase, indem sie Kon­to­füh­rungs­ge­bühren einführen oder erhöhen. Auch für andere Leistungen steigen die Preise, zum Beispiel für die Girocard (früher: EC-Karte), beleghafte Überweisungen oder gar für jede Kon­to­be­we­gung.

Doch es gibt weiterhin Banken, die kostenlose Girokonten anbieten. Die Kosten, die neben der Kontoführung anfallen, sind bei diesen Anbietern relativ gering. Wer ein passendes Girokonto sucht, findet es über den Finanztip-Girokontorechner:

Ihr Monatlicher Geldeingang

Finanztip-Kommentar: Zum monatlichen Geldeingang gehören zum Beispiel Gehalt, Rente und Bafög. Der Geldeingang kann die Kontogebühren beeinflussen.

Brauchen Sie eine Kreditkarte?

Finanztip-Kommentar: Bei einigen Konten ist die Kreditkarte immer dabei, bei anderen buchen Sie die Karte auf Wunsch dazu.

Wo möchten Sie kostenlos abheben?
Brauchen Sie eine Filiale?

Finanztip weist im Rechner nicht nur die Kon­to­füh­rungs­ge­bühren aus. Anhand eines Beispielkunden berechnen wir die Gesamtkosten. Zudem zeigen wir Ihnen an, wo Sie kostenlos Geld abheben können oder aber, ob das Konto teurer wird, falls der Geldeingang zu niedrig ist.

Wie viel kostet das Girokonto?

Kosten für ein Girokonto entstehen vor allem an diesen Punkten:

  1. Jahresgebühr - Das ist die Grundgebühr, die Sie für das Girokonto bezahlen. Einige Banken verzichten komplett auf diese sogenannte Kon­to­füh­rungs­ge­bühr; andere senken sie, falls regelmäßig Geld auf dem Girokonto eingeht. Manche Banken sind dabei mit einem beliebigen Geldeingang zufrieden, andere fordern konkret einen Gehaltseingang.
  2. Kosten für eine Kreditkarte - Viele Banken bieten zusätzlich eine Kreditkarte an, durch die Kosten entstehen können.
  3. Kosten für eine Girocard (früher: EC-Karte) -Einige Banken verlangen Jahresgebühren für die Girocard. Das ist insbesondere bei Filialbanken der Fall.
  4. Gebühren für eine Zweit-/Partnerkarte - Banken können Gebühren erheben, falls Sie eine Zweitkarte für Ihren Lebenspartner oder ein anderes Familienmitglied beantragen. Das gilt für Girocards und für Kreditkarten.
  5. Kosten für Überweisungen - Wenn Sie Geld überweisen, können Kosten entstehen, vor allem, falls es sich um Überweisungen auf Papier handelt. Manche Banken verlangen auch weitere Gebühren für Überweisungen in einer fremden Währung.
  6. Kosten beim Bezahlen -Auch beim Bezahlen oder Abheben in fremder Währung können Kosten entstehen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie die Girocard oder die Kreditkarte nutzen.
  7. Sollzinsen- Diese fallen an, falls Sie Ihr Konto überziehen. Dispozinsen berechnet die Bank, wenn Sie Ihr Konto innerhalb des von der Bank gewährten Rahmens überziehen. Wenn Sie Ihr Konto darüber hinaus überziehen, werden Über­zie­hungs­zin­sen fällig, die bei einigen Banken deutlich höher sind. Die Dispozinsen unterscheiden sich von Bank zu Bank deutlich. So beträgt der Zins durchschnittlich 9,91 Prozent, kann aber auch bei rund 14 Prozent liegen („Finanztest“, Ausgabe 9/2016). Wir haben 15 Banken mit niedrigen Dispozinssätzen aufgelistet.

Eigentlich sollten Verbraucher den Dispo möglichst selten nutzen. Doch manchmal lässt sich das nicht vermeiden. Wer öfter ins Minus rutscht, sollte bei der Kontowahl neben den weiteren Konditionen deshalb auch auf den Dispozins achten.

Der von den Banken angegebene Dispozins ist der nominale Zinssatz und berücksichtigt nicht ein, dass die Kunden ihre Disposchulden nicht immer begleichen. Der effektive Zinssatz fällt dadurch höher aus.

Die fünf Banken mit den niedrigsten Dispozinsen im Vergleich

BankHöhe des Dispokreditsnominaler Dispozinseffektiver Dispozins
Skatbankabhängig vom Gehaltseingang0 %0 %
Skatbankabhängig vom Gehaltseingang4,17 %4,24 %
Augsburger Aktienbankabhängig von Bonität4,8 %4,89 %
Fidor Bankabhängig vom Gehaltseingang5,99 %6,13 %
Bank für Kirche und Diakonie¹abhängig vom Gehaltseingang6,42 %6,58 %

¹ nimmt nur Privatkunden mit christlichen Werten
Quellen: Zeitschrift „Finanztest“ (Ausgabe 8/2017), Internetseiten der Banken, Finanztip-Berechnung (Stand: 1. Juni 2017)  

Wenn Sie ein neues Bankkonto eröffnen wollen, sollten Sie nicht nur auf diese Kosten schauen, sondern auch die Preis- und Leistungsverzeichnisse der Banken lesen. Denn manche Banken verlangen ungewöhnliche Gebühren, zum Beispiel für den Versand der mTAN beim Online-Banking oder bei jeder Kon­to­be­we­gung.

Haben Sie Banken mit niedrigeren Zinsen gefunden? Dann schreiben Sie mir. Ich freue mich über Ihr Feedback und überprüfe gerne die angegeben Konditionen.
Schreiben Sie mir!

Bei Direktbanken 100 Euro und mehr pro Jahr sparen

Es gibt viele Banken, die kostenlose Girokonten mit einem relativ niedrigen Dispozinssatz anbieten. Die besten dieser Angebote stammen meist von Direktbanken, die die Kontoführung vollständig über das Internet abwickeln und keine Filialen unterhalten müssen. Alle Beratung erfolgt telefonisch.

Bei vielen Angeboten erhalten Sie zusätzlich eine kostenlose Kreditkarte, die Sie jedoch nicht nutzen müssen. Sie haben damit allerdings den Vorteil, auch im Ausland kostengünstig bezahlen und Geld abheben zu können. Falls die Bank weder dem Automaten-Netzwerk Cashpool noch der Cash Group angeschlossen oder eine Sparkasse oder Volksbank ist, können Sie mit der Kreditkarte auch in Deutschland kostenlos abheben. Das spart nicht nur Gebühren, sondern macht Sie zudem flexibel beim Geldabheben.

Das ist gut so, denn Sie zahlen in manchen Fällen recht hohe Gebühren, falls Sie bei einem fremden Automaten Geld mit der Girocard abheben.

Beispiele für Kosten bei Fremdabhebungen

BankAbhebegebühren für Fremdkunden
Hamburger Sparkasse4,75 €
Raiffeisenbank München-Süd3,95 €
Sparda Bank Ostbayern3,60 €
Santander Bank3,75 €

Quelle: Websites der Anbieter (Stand April 2018)

Die Kosten bestimmt der Automatenbetreiber, sie werden vor dem Abheben angezeigt – manchmal jedoch recht spät im Prozess. Sie können den Vorgang abbrechen und einen anderen Automaten suchen. Es ist also komfortabler, mit der Kreditkarte überall Geld abzuheben, falls das kostenlos möglich ist. Diese Gebühren bestimmt die Bank in ihrem Preis- und Leistungsverzeichnis.

Die Girokonten der Filialbanken sind insgesamt meist teurer als die Angebote bei Direktbanken. Im August 2016 haben wir günstige Online-Konten mit Filialkonten verglichen. Unser Musterkunde gab für das Girokonto bei der Filialbank bis zu 200 Euro mehr aus als bei Direktbanken. Wenn Sie nicht auf die Bankfiliale und deren Service verzichten wollen, können Sie sparen, indem Sie das Kontomodell wechseln oder zumindest Online-Banking betreiben.

Kostenlos ist nicht gleich kostenlos

Viele Banken bewerben ihr Girokonto als kostenlos. Doch tatsächlich können, wie oben gezeigt, um die Kon­to­füh­rungs­ge­bühr herum jede Menge Kosten anfallen – zum Beispiel für die Kreditkarte, bei Aus­lands­über­wei­sung­en oder bei Zahlungen in Fremdwährung (mehr dazu im nebenstehendem Video). Das ist nicht immer rechtens. So urteilte das Landesgericht Düsseldorf, dass eine Bank das Girokonto nicht als kostenlos bewerben darf, falls sie für die Girocard eine Gebühr verlangt (Az. 38 O 68/16). Das Urteil betrifft eine Sparda-Bank und ist noch nicht rechtskräftig. Manche Banken behandeln ihre Kunden unterschiedlich: Kunden mit genügend Geldeingang müssen nichts für die Kontoführung bezahlen; ist der regelmäßige Geldeingang aber zu niedrig, fallen Gebühren an.

 

Durch diese unterschiedlichen Kosten ist es schwierig, Girokonten miteinander zu vergleichen. Mit dem Finanztip-Girokontorechner vereinfachen wir das: Wir vergleichen die Konten anhand ihrer beispielhaften Gesamtkosten, nicht nur an den Kon­to­füh­rungs­ge­bühren.

Was ist beim Girokonto noch zu beachten?

Ihre Girocard verwendet das Maestro- oder V-Pay-Bezahlsystem

Maestro und V-Pay sind Bezahlsysteme der Anbieter Mastercard (Maestro) und Visa (V-Pay). Bankkarten verwenden meist eines dieser Systeme. Innerhalb Europas akzeptieren sowohl Bankautomaten als auch Händler beide Bezahlsysteme. Weltweit ist hingegen nur Maestro verbreitet. V-Pay-Karten werden zwar inzwischen auch außerhalb Europas angenommen, das hängt jedoch von Ihrer Bank sowie den Händlern und Geldautomaten ab.

Bei einigen Anbietern erhalten Sie zusätzlich zur Girocard eine kostenlose Kreditkarte, mit der Sie dann weltweit bezahlen und Geld abheben können. Der Nachteil hebt sich bei diesen Girokonten also auf.

Zusätzlich funktionieren die meisten Bankkarten in Deutschland über das nationale Bezahlsystem Girocard, umgangssprachlich immer noch als das Zahlen mit EC-Karte bekannt – die meisten Händler nehmen entsprechende Karten an. Außerdem können Sie so an den meisten Automaten Geld abheben; die Kosten dafür bestimmt der Geldautomaten-Betreiber.

Aufgrund der europäischen Verordnung zu Interbanken-Entgelten können Sie zukünftig theoretisch an der Kasse entscheiden, ob Sie mit der Girocard-Funktion der Karte bezahlen wollen oder mit V-Pay beziehungsweise Maestro. Die Wahl ist allerdings nur für die Händler wichtig: Denn sie entrichten je nach System unterschiedliche Gebühren für das Bezahlen. Die Händler werden also in der Regel den für sie günstigsten Weg auswählen.

Wo Sie Geld abheben können

Die Sparkassen und Volksbanken besitzen ein großes Automatennetzwerk. Kunden können also vielerorts in den Filialen kostenlos mit der Girocard Geld abheben. Die Privatbanken lösen diese Frage über die Automatennetzwerke Cash Group und Cashpool.

Bei Banken ohne Automatennetzwerk greifen Kunden am besten zur Kreditkarte. Mastercard und Visa machen keine Angaben dazu, an wie vielen Automaten ihre Karten akzeptiert werden. Bei den meisten Automaten dürfte es keine Probleme geben.

Geldautomaten-Verbünde

AnbieterGeldautomatenMitglieder
Sparkassen-Netzetwa 25.700Sparkassen
Bankcard-Servicenetzetwa 18.700Volksbanken, Raiffeisenbanken
Cash-Groupetwa 9.000 (+ Kassen von 1.300 Tankstellen)Unicredit Bank, Commerzbank, Deutsche Bank, Postbank, Tochterunternehmen der genannten Banken
Cashpooletwa 3.200Bankhaus Hafner, Bank Schilling, Bank für Sozialwirtschaft, Bankhaus Bauer, Bankhaus C. L. Seeliger, Bankhaus Mayer, Bankhaus Gebr. Martin, Bankhaus J. Faisst, Privatbank Sperrer, Bankhaus Max Flessa, BBBank, Donner & Reuschel, Degussa Bank, Fürstlich Castell'sche Bank, Gabler-Saliter Bank, Berenberg, Merkur Bank, National-Bank, Pax-Bank, Santander Consumer Bank, Santander Bank, Sparda-Banken, Steyler Ethik Bank, Südwestbank, Targobank, Wüstenrot Direct

Quelle: Websites der Anbieter (Stand: April 2018)  

Parken Sie freie Mittel nicht auf Ihrem Girokonto, sondern auf einem Tagesgeldkonto

Einige wenige Anbieter werben noch mit einer Verzinsung des Girokontos. Das sollte jedoch kein Aspekt bei der Kontosuche sein. Denn der Zins liegt deutlich unter der Verzinsung, die Sie bei Tagesgeld-Angeboten mit der gleichen Flexibilität erhalten. Wir empfehlen daher, nur so viel Geld auf dem Bankkonto zu lassen, wie Sie für den regelmäßigen Zahlungsverkehr benötigen, und Reserven auf einem Tagesgeldkonto anzulegen. Dabei sollten Sie auf ein gut verzinstes Tagesgeldkonto bei einer sicheren Bank setzen.

Falls Ihr Konto-Anbieter kein gutes Tagesgeld im Programm hat, vergleichen Sie am besten über unseren Rechner die Zinsen der Tagesgeldkonten, die den Finanztip-Stabilitätskriterien entsprechen. 

Zum Tagesgeldrechner

Achten Sie auf die Finanzkraft der Bank

Falls Sie nur kleinere Summen auf dem Girokonto parken, ist der Verlust bei einem Zahlungsausfall der Bank begrenzt. Trotzdem schadet ein Blick auf das Rating der Bank nicht. Es gibt Auskunft über die Finanzkraft des Geldhauses. Zudem sollte die Bank Mitglied in einem europäischen Einlagensicherungsfonds sein. Dadurch sind die Einlagen bis zu einem Betrag von 100.000 Euro gesetzlich garantiert.

Lassen Sie sich nicht durch Zusatzleistungen ködern

Viele Anbieter bieten Zusatzleistungen wie kleine Prämien für das Bezahlen mit Karte oder eine Gutschrift, falls Sie das Konto auch als Gehaltskonto nutzen. Gegen solche Prämien ist nichts einzuwenden. Wir bewerten die Angebote jedoch in erster Linie nach den regulären Kosten und empfehlen lediglich dann ein Angebot mit Zusatzleistungen, wenn auch die übrigen Konditionen stimmen.

Computer absichern

Wer seine Bankgeschäfte online erledigt, sollte unbedingt einige Punkte zur Sicherheit beachten. Das gilt nicht nur für das gewählte TAN-Verfahren, sondern auch für den Computer. Wie Sie sich bei Bankgeschäften im Internet vor Hackern schützen, lesen Sie in unserem Ratgeber Sicheres Online-Banking.

Die Girokonto-Empfehlungen von Finanztip

Falls Sie bereit sind, Ihr Konto zu wechseln, empfehlen wir Ihnen Girokonten der Comdirectund der Norisbank. Denn mit diesen Konten erledigen Sie nicht nur Ihre Bankgeschäfte schnell und kostengünstig – sie sind vielmehr uneingeschränkt kostenlos bei der Kontoführung: Sie können weltweit kostenlos Geld abheben, und der Dispozins ist vergleichsweise niedrig. Geht Geld auf Ihrem Konto ein, gesellen sich die DKB und Santander zu den Empfehlungen. 

Comdirect

Ein großer Nachteil der meisten Girokonten bei Direktbanken ist, dass Kunden Bargeld nur über Umwege einzahlen können. Sie müssen meist auf Fremdbanken ausweichen, um etwas zu Gunsten ihres Online-Kontos einzuzahlen. Dabei fallen je nach Bank unterschiedlich hohe Gebühren an.

Einen Ausweg bietet in solchen Fällen das Girokonto der Comdirect. Bei diesem Konto der Commerzbank-Online-Tochter können die Kunden dreimal im Jahr Geld kostenlos an Einzahl-Automaten oder an den Schaltern von Commerzbank-Filialen einzahlen. Jede weitere Einzahlung kostet 1,90 Euro. Dort können sie auch größere Mengen Bargeld abholen, wenn sie das mindestens zwei Tage vorher angemeldet haben.

Beim Bezahlen mit der Girocard oder der Kreditkarte außerhalb Deutschlands fallen Fremd­wäh­rungs­ge­bühren an. Kunden können kostenlos Geld abheben, müssen dabei jedoch zwischen Girocard und Kreditkarte wechseln. Es gilt dabei folgende Regel: In Ländern mit Euro als Währung zücken die Kunden die Girocard, außerhalb der Eurozone die Kreditkarte.

Comdirect-Kunden erhalten eine Visa-Kreditkarte und eine V-Pay-Girocard. Der größte Unterschied zwischen Comdirect und den weiteren Girokonto-Empfehlungen ist, dass sie in Deutschland nur an den gut 9.000 Automaten der Cash-Group und nicht an so gut wie allen rund 56.000 Automaten kostenlos abheben können. Der Dispokredit liegt bei 6,5 Prozent nominal pro Jahr.

Norisbank

Zum kostenlosen Girokonto der Norisbank erhalten Sie sowohl eine Maestro-Girocard als auch eine Kreditkarte von Mastercard. Wie bei der Comdirect müssen Sie zwischen Girocard in Deutschland (Cash Group) und Kreditkarte im Ausland wechseln, um überall kostenlos Geld abzuheben. Beim Bezahlen in einer anderen Währung als Euro fallen bei beiden Karten Gebühren an. Mit 10,85 Prozent ist der Dispozins relativ hoch. 

Besonderheit bei diesem Online-Konto: Sie können Ihre Kontoauszüge an den Terminals der Deutschen Bank kostenlos ausdrucken, falls nötig. Zudem können Sie bei den Geldautomaten der Deutschen Bank Geld einzahlen.

Deutsche Kreditbank (DKB)

Beim kostenlosen Girokonto DKB-Cash der zur Bayerischen Landesbank gehörenden Deutschen Kreditbank (DKB) erhalten die Kunden eine V-Pay-Girocard zusammen mit einer Visa-Kreditkarte. Die DKB verlangt Dispozinsen in Höhe von nominal 6,9 Prozent im Jahr (effektiv 7,08 Prozent). Für das Überziehen über den Dispokredit hinaus bezahlen Kunden denselben Prozentsatz.

Wir empfehlen, stets auf die Visa-Karte zurückzugreifen und die Girocard nur zu benutzen, sofern Kreditkarten nicht akzeptiert werden. Da die DKB keinem Automatenverbund angehört, ist das Abheben mit der Girocard nämlich an fast allen Automaten kostenpflichtig. Die Bank betreibt sehr wenige eigene Automaten in ihren Niederlassungen. Mit der Visa-Karte hingegen kostet Geldabheben am Automaten weltweit nichts extra – es sei denn, die Automatenbetreiber verlangen eine Gebühr. Ungewöhnlich an dem Konto: Kunden können nur Beträge von mehr als 50 Euro mit der Kreditkarte abheben. Es fällt keine Gebühr bei Zahlungen in einer fremden Währung an.

Falls die Karten abhandenkommen, haften die Kunden nicht wie bei anderen Banken üblich mit bis zu 50 Euro vom Zeitpunkt des Verlustes bis zum Sperren der Karten (Kartenkasko). Das übernimmt die DKB. Außerdem unterstützt die Bank ihre Kunden kostenlos mit einer Notfallkarte und Notfallbargeld, sollte die Karte verloren gegangen sein. Das Geld wird vom Girokonto abgebucht.

Verbraucher können das Bankkonto ein Jahr lang testen. Danach teilt die Bank die Kunden auf: Gehen im Durchschnitt 700 Euro im Monat auf das Girokonto ein, bleiben die Konditionen bestehen. Ist es weniger Geld, verschlechtern sich die Konditionen etwas. So verlangt die Bank dann vermutlich einen etwas höheren Dispozins, und beim Bezahlen und Abheben außerhalb der Eurozone fällt die Fremd­wäh­rungs­ge­bühr an. Außerdem gibt es kein kostenloses Notfallpaket und kein Kartenkasko ohne Selbstbeteiligung.

Die Bank will eigenen Angaben zufolge jedoch keine Kon­to­füh­rungs­ge­bühr für das Konto oder jährliche Kosten für die Kreditkarte erheben. Sofern Sie davon ausgehen, dass auf Ihr Konto immer weniger als 700 Euro eingehen werden, sollten Sie gut abwägen, ob die Bank dann noch die passende ist.

Santander Consumer Bank

Bei der Santander Consumer Bank erhalten Sie ein kostenloses Girokonto samt V-Pay-Girocard und Kreditkarte von Visa. Für die Kreditkarte muss regelmäßig Geld auf dem Konto eingehen, eine Höhe hat die Bank dabei nicht festgelegt.

Mit der Girocard können Sie an Cashpool-Automaten kostenlos Geld abheben. Empfehlenswerter für das Abheben ist die Kreditkarte, mit ihr erhalten Sie weltweit kostenlos Geld am Automaten. Im Ausland verlangen einige Automatenbetreiber Gebühren, die zahlt die Santander Consumer Bank Ihnen aber auf Antrag zurück. Auch das Bezahlen in einer fremden Währung ist kostenlos.

Bei der Kreditkarte handelt es sich um eine Revolving-Karte. Das bedeutet: Sie können Ihre Schulden in Raten zurückzahlen (Teilzahlungs-Option). Dies ist aufgrund des hohen Zinssatzes jedoch sehr teuer. Unser Rat: Zahlen Sie auch bei einer Revolving-Karte besser immer den gesamten Betrag auf einmal ab. Bei der Santander Consumer Bank müssen Sie dabei selber den Betrag kontrollieren und überweisen; andere Banken buchen ihn automatisch ab.

Die Bank staffelt den Dispozinssatz abhängig davon, wie weit Sie ins Minus rutschen. Sie verlangt dabei Zinsen zwischen 8,05 und 11,3 Prozent.

Andere Optionen beim Girokonto

Wer bei unserem Gi­ro­kon­to­rech­ner nicht fündig wird, kann das passende Girokonto auch auf andere Weise finden:

  1. Regionale Anbieter beachten - Der Finanztip-Girokonto-Rechner zeigt bundesweit verfügbare Girokonten an. Es kann jedoch sein, dass in Ihrem Umkreis eine regionale Bank ähnlich günstige Konditionen anbietet.

  2. Basiskonto - Wer kein normales Girokonto bekommt, hat Anrecht auf ein Basiskonto. Diese Art von Konto muss mit den grundlegenden Funktionen eines Girokontos ausgestattet sein – Lastschriften einrichten, Geld überweisen, mit Karte zahlen sowie Geld einzahlen und abheben. Die Banken können den Kunden zudem einen Dispo gewähren.
  3. Neue Anbieter - Falls Sie sich für die Entwicklungen in der Finanzwelt interessieren und bereit sind, diese bei Ihren alltäglichen Geldgeschäften auszuprobieren, sind auch die neuen Unternehmen in der Finanzbranche (Fintechs) und deren Nachahmer eine Option für das Girokonto. N26 beispielsweise bietet ein reines Smartphone-Girokonto an, die Sparkassen imitieren dies mit Yomo. Doch diese Innovationen haben ihren Preis und ihre Risiken: So startete N26 komplett kostenlos, schränkte dies aber immer stärker ein. Der Anbieter Avuba versuchte mehrmals, in den Markt einzusteigen, meldete aber Ende November 2016 Insolvenz an.

Der Girokontowechsel ist einfacher geworden

Viele Bankkunden scheuen den Girokontowechsel bislang, obwohl er in jüngster Zeit einfacher geworden ist. Etliche Geldinstitute bieten freiwillig einen kostenlosen, digitalen Umzugsservice an. Oft arbeiten sie dabei mit sogenannten Fintech-Unternehmen zusammen, also neuen Finanzdienstleistern, die sich von Banken unterscheiden. Sie tragen Namen wie Fino Digital, Finreach oder Kontowechsel24. Die Kunden müssen zwar immer noch selber das neue Girokonto eröffnen, der Wechsel soll mit den Fintechs jedoch in wenigen Minuten erledigt sein. Dabei gehen die Unternehmen die Zahlungseingänge und -ausgänge durch und informieren Lastschriftenempfänger und andere Zahlungspartner.

Seit dem 18. September 2016 müssen die Banken den Kunden beim Wechsel helfen (Zahlungskontengesetz). Sie übertragen die Trans­ak­ti­ons­da­ten der letzten 13 Monate. Die neue Bank richtet die Daueraufträge ein und informiert die Zahlungspartner bei Lastschriften und Überweisungen über die neuen Kontodetails. Halten die Banken sich nicht an Fristen oder machen sie bei der Übertragung der Daten Fehler, haften sie für verspätete Zahlungen.

Falls noch Geld auf dem altem Konto liegt, darf die vorherige Bank nichts für die Überweisung auf das neue Konto verlangen. Das entschied das Thüringer Oberlandesgericht (Urteil vom 8. Januar 2015, Az. 1 U 541/14).

Für einen möglichst problemlosen Wechsel empfehlen wir, das neue Konto einige Wochen parallel zum alten zu führen.

30. Juli 2018


* Was der Stern bedeutet:

Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, ihre Finanzen selber zu machen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).

Bei Finanztip handhaben wir Affiliate Links aber anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.

Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.