So­zial­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge & Beitragsbemessungsgrenzen 2021 und 2022

Aktuelle Beitragsbemessungs- und Versicherungspflichtgrenze

Dr. Britta Beate Schön
Finanztip-Expertin für Recht
13. September 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Jeden Monat zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in die gesetzliche Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung. Wieviel, das kommt auf Dein Bruttogehalt an.
  • Dein Arbeitgeber zahlt die eine Hälfte der Beiträge, Du die andere Hälfte.
  • So­zial­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge werden nur bis zu einer Höchstgrenze von Deinem Gehalt abgezogen. Das ist die Beitragsbemessungsgrenze.
  • Im Jahr 2021 liegt diese Grenze für die gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung bei 7.100 Euro (West) und 6.700 Euro (Ost) im Monat, für die gesetzliche Kran­ken­ver­si­che­rung liegt sie bei 4.837,50 Euro.
So gehst Du vor
  • Auf Deiner Lohnabrechnung steht, wie viel Du im Monat jeweils in die gesetzliche Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung zahlst.
  • Liegt Dein Verdienst über der Versicherungspflichtgrenze, kannst Du wählen, ob Du bei Deiner gesetzlichen Kran­ken­kas­se bleibst oder in die private Kran­ken­ver­si­che­rung wechselst.

Jeder Arbeitnehmer zahlt von seinem Bruttogehalt Beiträge an die gesetzliche Sozialversicherung. Dazu gehören die Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie die gesetzliche Pflege-, Unfall- und Kran­ken­ver­si­che­rung. Die Beiträge werden prozentual vom Bruttoeinkommen berechnet. Der Arbeitgeber trägt je nach Versicherung etwa die Hälfte. Für die gesetzliche Unfallversicherung zahlt er allein.

Wie hoch sind die So­zial­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge?

Der Gesetzgeber legt die Beiträge zu den Sozialversicherungen hinsichtlich Höhe und Bemessungsgrundlagen fest. Sie richten sich nach dem Einkommen aller Versicherten und werden regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst.

Beitragssätze in der Sozialversicherung in 2021

Art der VersicherungBeitragssatzArbeitgeberanteilArbeitnehmeranteil
gesetzliche Ren­ten­ver­si­che­rung118,6 %9,3 %9,3 %
Arbeitslosen-versicherung

2,4 %

1,20 %

1,20 %

gesetzliche Kranken-versicherung14,6 %

7,3 % plus durchschnittlich
0,65 % (2021)

7,3 % plus durchschnittlich
0,65 % (2021)

Pfle­ge­ver­si­che­rung3,05 %1,525 %

1,525 % (Arbeitnehmer
mit Kind) oder

1,775 % (Arbeitnehmer
ohne Kind)

1 Laut Ren­ten­ver­si­che­rungsbericht 2019 bleibt der Beitragssatz bis zum Jahr 2024 stabil bei 18,6 Prozent.
Quelle: Bundesarbeitsministerium (Stand: 1. Januar 2021)

Jede Kran­ken­kas­se legt die Höhe des Zusatzbeitrags selbst fest. Du hast die Möglichkeit, Deine Kasse alle 18 Monate zu wechseln. Falls Deine Kran­ken­ver­si­che­rung gerade den Zusatzbeitrag erhöht hat, steht Dir auch ein Son­der­kün­di­gungs­recht zu.

Wie hoch ist die Beitragsbemessungsgrenze?

Die So­zial­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge werden nur bis zu einer bestimmten Einkommensgrenze erhoben. Für den Teil des Gehalts, der über der sogenannten Beitragsbemessungsgrenze liegt, fallen keine weiteren Sozialabgaben an.

Bei welchem Betrag diese Grenze liegt, richtet sich immer nach der Lohnentwicklung im Vorjahr; die Bundesregierung legt den Betrag jedes Jahr neu fest. Wenn das durchschnittliche Einkommen steigt, steigt auch die Grenze, ab der Du keine weiteren Sozialabgaben zahlen musst.

Gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung

JahrBeitragsbemessungsgrenze
20221West: 7.050 €/Monat (= 84.600 €/Jahr)
Ost: 6.750 €/Monat (81.000 €/Jahr)
2021West: 7.100 €/Monat (= 85.200 €/Jahr)
Ost: 6.700 €/Monat (= 80.400 €/Jahr)
2020West: 6.900 €/Monat (= 82.800 €/Jahr)
Ost: 6.450 €/Monat (= 77.400 €/Jahr)

1 Die Rechengrößen 2022 entsprechen dem Referentenentwurf vom 6. September 2021. Die Bundesregierung muss den Entwurf noch beschließen und der Bundesrat muss zustimmen, bevor die Verordnung im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wird.
Quelle: Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnungen 2020 und 2021

Gesetzliche Kran­ken­ver­si­che­rung

JahrBeitragsbemessungsgrenze
2022Ost + West: 4.837,50 €/Monat (= 58.050 €/Jahr)
2021Ost + West: 4.837,50 €/Monat (= 58.050 €/Jahr)
2020Ost + West: 4.687,50 €/Monat (= 56.250 €/Jahr)

1 Die Rechengrößen 2022 entsprechen dem Referentenentwurf  vom 6. September 2021.
Quelle: Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnungen 2020 und 2021

Wie hoch ist die Versicherungspflicht- oder Jahresarbeitsentgeltgrenze?

Ab einem bestimmten Einkommen hast Du die Möglichkeit, von der gesetzlichen Kran­ken­ver­si­che­rung (GKV) zu einer privaten Versicherung (PKV) zu wechseln.

Die sogenannte Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG), auch Versicherungspflichtgrenze genannt, richtet sich ebenfalls nach dem Lohnniveau des Vorjahres und ändert sich jedes Jahr (§ 6 Abs. 6 SGB V). Für Menschen, die bereits vor dem Jahr 2003 privat krankenversichert waren, entspricht die JAEG der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze. Wenn Dein jährliches Bruttoeinkommen als Arbeitnehmer unter diesen Beträgen liegt, bist Du automatisch in der gesetzlichen Kran­ken­kas­se pflichtversichert.

Versicherungspflichtgrenze Kranken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung

JahrJahresarbeitsentgeltgrenze
202215.362,50 €/Monat (=64.350 €/Jahr)
20215.362,50 €/Monat (=64.350 €/Jahr)
20205.212,50 €/Monat (= 62.550 €/Jahr)

1 Die Rechengrößen 2022 entsprechen dem Referentenentwurf  vom 6. September 2021
Quelle: Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnungen 2020 und 2021

Versicherungspflichtgrenze für PKV-Mitglieder vor 2003

JahrJahresarbeitsentgeltgrenze
202214.837,50 €/Monat (= 58.050 €/Jahr)
20214.837,50 €/Monat (= 58.050 €/Jahr)
20204.687,50 €/Monat (= 56.250 €/Jahr)

1 Die Rechengrößen 2022 entsprechen dem Referentenentwurf  vom 6. September 2021
Quelle: Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnungen 2020 sowie 2021

Auch wenn Du mit Deinem Gehalt oberhalb dieser Einkommensgrenzen liegst, ist ein Wechsel von der gesetzlichen in die private Kran­ken­ver­si­che­rung oft nicht ratsam. Anhand unseres Ratgebers zum Wechsel in die PKV kannst Du prüfen, ob eine private Kran­ken­ver­si­che­rung für Dich langfristig sinnvoll sein kann.

Falls Du Dich als Arbeitnehmer privat krankenversichert hast und jetzt unter die Jahresarbeitsentgeltgrenze gerutscht bist, kannst Du wieder zurück zur gesetzlichen Kasse wechseln.

Mehr zum Wechsel in die private Kran­ken­ver­si­che­rung

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