So­zial­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge & Bei­trags­be­messungs­grenzen 2021 und 2022

Aktuelle Beitragsbemessungs- und Ver­sicherungs­pflicht­grenze

Dr. Britta Beate Schön
Finanztip-Expertin für Recht
27. Oktober 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Jeden Monat zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in die gesetzliche Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung. Wieviel, das kommt auf Dein Bruttogehalt an.
  • Dein Arbeitgeber zahlt die eine Hälfte der Beiträge, Du die andere Hälfte.
  • So­zial­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge werden nur bis zu einer Höchstgrenze von Deinem Gehalt abgezogen. Das ist die Bei­trags­be­messungs­grenze.
  • Im Jahr 2022 liegt diese Grenze für die gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung bei 7.050 Euro in den alten Bundesländern (2021: 7.100 Euro) und 6.750 Euro (Ost) im Monat (2021: 6.700 Euro); für die gesetzliche Kran­ken­ver­si­che­rung liegt sie unverändert bei 4.837,50 Euro.
So gehst Du vor
  • Auf Deiner Lohnabrechnung steht, wie viel Du im Monat jeweils in die gesetzliche Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung zahlst.
  • Liegt Dein Verdienst über der Ver­sicherungs­pflicht­grenze, kannst Du wählen, ob Du bei Deiner gesetzlichen Kran­ken­kas­se bleibst oder in die private Kran­ken­ver­si­che­rung wechselst.

Jeder Arbeitnehmer zahlt von seinem Bruttogehalt Beiträge an die gesetzliche Sozialversicherung. Dazu gehören die Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie die gesetzliche Pflege-, Unfall- und Kran­ken­ver­si­che­rung. Die Beiträge werden prozentual vom Bruttoeinkommen berechnet. Der Arbeitgeber trägt je nach Versicherung etwa die Hälfte. Für die gesetzliche Unfall­ver­sicherung zahlt er allein.

Wie hoch sind die So­zial­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge?

Der Gesetzgeber legt die Beiträge zu den Sozialversicherungen hinsichtlich Höhe und Bemessungsgrundlagen fest. Sie richten sich nach dem Einkommen aller Versicherten und werden regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst.

Beitragssätze in der Sozialversicherung in 2021 und 2022

Art der VersicherungBeitragssatzArbeitgeberanteilArbeitnehmeranteil
gesetzliche Ren­ten­ver­si­che­rung118,6 %9,3 %9,3 %
Arbeitslosen-versicherung

2,4 %

1,20 %

1,20 %

gesetzliche Kranken-versicherung14,6 %

7,3 % plus durchschnittlich
0,65 %2

7,3 % plus durchschnittlich
0,65 %

Pfle­ge­ver­si­che­rung3,05 %1,525 %

1,525 % (Arbeitnehmer
mit Kind) oder

1,775 % (Arbeitnehmer
ohne Kind, 2021)
1,875 % (Arbeitnehmer ohne Kind, 2022)

1 Laut Ren­ten­ver­si­che­rungsbericht 2019 bleibt der Beitragssatz bis zum Jahr 2024 stabil bei 18,6 Prozent.
2 Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz in der GKV für 2022 ist gesetzlich festgelegt und beträgt 1,3 Prozent (§ 221a Abs. 3 SGB V).
Quelle: Bundesarbeitsministerium (Stand: 1. Januar 2021)

Jede Kran­ken­kas­se legt die Höhe des Zusatzbeitrags grundsätzlich selbst fest. Für das Jahr 2022 wird der Zusatzbeitrag gesetzlich festgelegt und durch Zuschüsse stabilisiert, damit er weiter bei durchschnittlich 1,3 Prozent bleibt. Du hast die Möglichkeit, Deine Kasse alle 18 Monate zu wechseln. Falls Deine Kran­ken­ver­si­che­rung gerade den Zusatzbeitrag erhöht hat, steht Dir auch ein Son­der­kün­di­gungs­recht zu.

Wie hoch ist die Bei­trags­be­messungs­grenze?

Die So­zial­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge werden nur bis zu einer bestimmten Einkommensgrenze erhoben. Für den Teil des Gehalts, der über der sogenannten Bei­trags­be­messungs­grenze liegt, fallen keine weiteren Sozialabgaben an.

Bei welchem Betrag diese Grenze liegt, richtet sich immer nach der Lohnentwicklung im Vorjahr; die Bundesregierung legt den Betrag jedes Jahr neu fest. Wenn das durchschnittliche Einkommen steigt, steigt auch die Grenze, ab der Du keine weiteren Sozialabgaben zahlen musst.

Gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung

JahrBei­trags­be­messungs­grenze
20221West: 7.050 €/Monat (= 84.600 €/Jahr)
Ost: 6.750 €/Monat (81.000 €/Jahr)
2021West: 7.100 €/Monat (= 85.200 €/Jahr)
Ost: 6.700 €/Monat (= 80.400 €/Jahr)
2020West: 6.900 €/Monat (= 82.800 €/Jahr)
Ost: 6.450 €/Monat (= 77.400 €/Jahr)

1 Die Rechengrößen 2022 entsprechen dem Beschluss der Bundesregierung vom 20. Oktober 2021. Der Bundesrat muss noch zustimmen, bevor die Verordnung im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wird.
Quelle: Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnungen 2020 und 2021

Gesetzliche Kran­ken­ver­si­che­rung

JahrBei­trags­be­messungs­grenze
20221Ost + West: 4.837,50 €/Monat (= 58.050 €/Jahr)
2021Ost + West: 4.837,50 €/Monat (= 58.050 €/Jahr)
2020Ost + West: 4.687,50 €/Monat (= 56.250 €/Jahr)

1 Die Rechengrößen 2022 entsprechen dem Beschluss der Bundesregierung vom 20. Oktober 2021. Der Bundesrat muss noch zustimmen, bevor die Verordnung im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wird.
Quelle: Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnungen 2020 und 2021

Wie hoch ist die Versicherungspflicht- oder Jahres­arbeits­entgelt­grenze?

Ab einem bestimmten Einkommen hast Du die Möglichkeit, von der gesetzlichen Kran­ken­ver­si­che­rung (GKV) zu einer privaten Versicherung (PKV) zu wechseln.

Die sogenannte Jahres­arbeits­entgelt­grenze (JAEG), auch Ver­sicherungs­pflicht­grenze genannt, richtet sich ebenfalls nach dem Lohnniveau des Vorjahres und ändert sich jedes Jahr (§ 6 Abs. 6 SGB V). Für Menschen, die bereits vor dem Jahr 2003 privat krankenversichert waren, entspricht die JAEG der jeweiligen Bei­trags­be­messungs­grenze. Wenn Dein jährliches Bruttoeinkommen als Arbeitnehmer unter diesen Beträgen liegt, bist Du automatisch in der gesetzlichen Kran­ken­kas­se pflichtversichert.

Ver­sicherungs­pflicht­grenze Kranken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung

JahrJahres­arbeits­entgelt­grenze
202215.362,50 €/Monat (=64.350 €/Jahr)
20215.362,50 €/Monat (=64.350 €/Jahr)
20205.212,50 €/Monat (= 62.550 €/Jahr)

1 Die Rechengrößen 2022 entsprechen dem Beschluss der Bundesregierung vom 20. Oktober 2021. Der Bundesrat muss noch zustimmen, bevor die Verordnung im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wird.
Quelle: Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnungen 2020 und 2021

Ver­sicherungs­pflicht­grenze für PKV-Mitglieder vor 2003

JahrJahres­arbeits­entgelt­grenze
202214.837,50 €/Monat (= 58.050 €/Jahr)
20214.837,50 €/Monat (= 58.050 €/Jahr)
20204.687,50 €/Monat (= 56.250 €/Jahr)

1 Die Rechengrößen 2022 entsprechen dem Beschluss der Bundesregierung vom 20. Oktober 2021. Der Bundesrat muss noch zustimmen, bevor die Verordnung im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wird.
Quelle: Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnungen 2020 sowie 2021

Auch wenn Du mit Deinem Gehalt oberhalb dieser Einkommensgrenzen liegst, ist ein Wechsel von der gesetzlichen in die private Kran­ken­ver­si­che­rung oft nicht ratsam. Anhand unseres Ratgebers zum Wechsel in die PKV kannst Du prüfen, ob eine private Kran­ken­ver­si­che­rung für Dich langfristig sinnvoll sein kann.

Falls Du Dich als Arbeitnehmer privat krankenversichert hast und jetzt unter die Jahres­arbeits­entgelt­grenze gerutscht bist, kannst Du wieder zurück zur gesetzlichen Kasse wechseln.

Mehr zum Wechsel in die private Kran­ken­ver­si­che­rung

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