Wenn Du nun eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Dein Kind abschließt, solltest Du auf die wichtigsten Punkte bei einer BU für Schüler achten.
Wie sicherst Du die Tätigkeit als Schüler ab?
Wähle einen Tarif, bei dem neben der Berufsunfähigkeit auch die Schulunfähigkeit Deines Kindes abgesichert ist. Die Bedingungen sollten ausdrücklich regeln, dass eine Schulunfähigkeit daran bemessen wird, ob Dein Kind weiterhin am regulären Schulunterricht teilnehmen kann.
Ist eine Versicherung gegen Schulunfähigkeit sinnvoll?
Die Finger lassen solltest Du allerdings von speziellen Schulunfähigkeitsversicherungen. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen Kinder in der Regel ab einem Alter von zehn Jahren. Schulunfähigkeitsversicherungen kannst Du schon für Dein Kind abschließen, wenn es in der Grundschule ist.
Eine solche Versicherung kann zwar meist zu einem späteren Zeitpunkt in eine echte BU umgewandelt werden. Die Versicherungsbedingungen für die spätere BU sind aber in der Regel unklar. Diese sind jedoch wichtig, wenn Dein Kind im Laufe seines Lebens eine BU-Rente benötigt.
Außerdem schränken manche Anbieter die Versicherungsbedingungen für die spätere BU ein, wenn das Kind in den letzten zwölf Monaten vor Abschluss der BU mindestens zwei Wochen durchgehend krankgeschrieben war. Das halten wir bei Finanztip für keine verbraucherfreundliche Regelung.
Was bringt eine Grundfähigkeitsversicherung für Dein Kind?
Damit sicherst Du Dein Kind dagegen ab, dass es nicht mehr sprechen, sehen, gehen oder seine Hände benutzen kann. Viele Versicherungen versprechen, dass Du die Grundfähigkeitsversicherung ab einem Alter von zehn Jahren in eine BU verwandeln kannst. Das klingt zwar gut. Das Problem ist, dass Du dann schon jahrelang für ein geringes Risiko bezahlt hast:
214.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland unter 18 Jahren gelten als schwerbehindert, sagt das Statistische Bundesamt, also nur drei Prozent der Schwerbehinderten insgesamt.
Es ist also unwahrscheinlich, dass Dein Kind mit vier oder sieben Jahren ein Bein verliert. Genau für diesen Fall zahlst Du mit einer Grundfähigkeitsversicherung nach Finanztip-Recherche allerdings 30 bis 40 Euro monatlich, und das jahrelang. Überlege Dir gut, ob Du dieses Risiko absichern möchtest.
Für wen lohnt sich eine Kinderinvaliditätsversicherung?
Wer Kleinkinder oder Grundschüler gegen Unfälle und Krankheiten absichern möchte, sollte besser über eine Kinderinvaliditätsversicherung nachdenken. Die schützt besser als eine Schulunfähigkeitsversicherung.
Schließlich zahlt diese nur, wenn Dein Kind nicht mehr am Unterricht teilnehmen kann. Die Invaliditätsversicherung dagegen zahlt eine Rente bei unfall- oder krankheitsbedingter Schwerbehinderung. Ob das Kind dennoch die Schule besuchen kann, ist hingegen irrelevant.
Aber: Die Kinderinvaliditätsversicherung ist kein Muss. Bevor Du das Geld in diese Versicherung steckst, solltest Du sichergehen, dass Du alle anderen wichtigen Versicherungen für Dich und Deine Kinder abgeschlossen hast. Dazu gehören unter anderem: eine Haftpflichtversicherung, eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Dich selbst und unter Umständen eine Risikolebensversicherung.
Was bedeutet die Nachversicherungsgarantie?
Mit einer Nachversicherungsgarantie im Vertrag kann Dein Kind zu gewissen Anlässen die Rente erhöhen. Achte darauf, dass Dein Kind die BU-Rente großzügig erhöhen kann.
Das Problem: Die BU-Renten für Kinder sind am Anfang meist auf 1.000 Euro begrenzt. Im Laufe seines Lebens wird Dein Kind aber eine höhere BU-Rente benötigen. Fängt es an zu arbeiten, verdient mehr Gehalt oder heiratet, erhöht sich der Bedarf. Im besten Fall kann Dein Kind die BU-Rente zum Berufsstart auf 80 Prozent seines Nettogehalts anheben.
Außerdem sollte die Nachversicherung ohne Gesundheitsprüfung und Risikoprüfung möglich sein. Das bedeutet, dass der Versicherer weder die Gesundheit noch den Beruf oder anderweitige gefährliche Hobbys erneut erfragt. Bedenken solltest Du allerdings, dass durch eine Erhöhung der BU-Rente auch der Beitrag deutlich steigt.
Was bedeutet eine abstrakte Verweisung?
Manche Versicherer verweisen Schulkinder auf eine andere Schulform, wenn sie schulunfähig werden. Das heißt, der Versicherer könnte feststellen, dass ein Gymnasiast noch auf die Realschule gehen kann. Zahlungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung erhält Dein Kind dann nicht. Auf eine solche abstrakte Verweisung sollte der Versicherer verzichten.
Diese Regelung wäre auch für das spätere Berufsleben Deines Kindes sehr nachteilig. Im Falle einer festgestellten Berufsunfähigkeit könnte der Versicherer Dein Kind auf einen anderen Beruf verweisen, den es noch ausüben kann. Eine solche Vertragsklausel solltest Du daher unbedingt vermeiden.
Was ist die Anzeigepflicht nach dem Berufsstart?
Das bedeutet, dass Dein Kind melden muss, wenn es nach der Schule einen Beruf erlernt oder ausübt. Darauf sollte der Versicherer unbedingt verzichten: Denn ohne Pflicht bleiben die Beiträge niedrig, auch wenn sich Dein Kind für einen risikoreichen Beruf entscheidet. Außerdem sollte der Versicherer die Beiträge nicht erhöhen, wenn Dein Kind zu einer anderen Schulform wechselt, beispielsweise vom Gymnasium zur Realschule.
Wie bekommst Du einen Preisnachlass für Dein Kind?
Wechselt Dein Kind auf eine höhere Schulform, beispielsweise von der Hauptschule zur Realschule, kannst Du einen Preisnachlass bekommen. Außerdem sollte der Vertrag die Regelung enthalten, dass Dein Kind später geringere Beiträge zahlen muss, wenn es in einen risikoärmeren Beruf wechselt. Ob der Versicherer einen Preisnachlass für den neuen Job gewährt, kann Dein Kind später beim Versicherungsmakler oder direkt beim Versicherer erfragen.
Weitere wichtige Informationen findest Du in unserem Ratgeber zur Berufsunfähigkeitsversicherung.