Kellnerin
Bild: RossHelen / GettyImages

Auch Minijobber haben ein Recht auf Urlaub. Doch nicht immer wird der selbstverständlich gewährt. So ging es einem Finanztip-Leser, dem sein Chef einreden wollte, nur wer regelmäßig jede Woche arbeitet, habe einen Urlaubsanspruch. Der Leser wandte sich an uns.

Er arbeitet als Aushilfe an zwei Samstagen im Monat jeweils sechs Stunden. Auch wenn viele vielleicht denken, dass man ja in so einem Fall gar keinen Urlaub brauche, sieht das Arbeitsrecht das anders. Wie alle anderen Angestellten auch haben alle Minijobber Anspruch auf Urlaub.

Die Urlaubstage leiten sich direkt aus der Arbeitszeit ab. Und zwar im selben Verhältnis, wie es bei Vollzeitkräften mindestens vorgeschrieben ist: also 24 Werktage Urlaub im Jahr bei einer Sechs-Tage-Woche, wenn nicht mehr vereinbart ist (üblich sind 30 Tage).

Wird nur an ein paar Tagen im Monat gearbeitet, dann bietet es sich an, die Arbeitszeit aufs Jahr hochzurechnen. Dabei ist wichtig zu beachten, ob eine Fünf-Tage-Woche gilt (gleich 260 Arbeitstage im Jahr) oder eine Sechs-Tage-Woche (312 Arbeitstage). Bei unserem Leser traf Letzteres zu.

Die Rechnung geht dann wie folgt: Nehmen wir an, unser Leser hat bereits 26 Samstage gearbeitet, dann ergibt sich ein Urlaubsanspruch von 24 mal 26 geteilt durch 312. Das wären zwei Tage. Also muss er an zwei Samstagen nicht zur Arbeit kommen – und erhält trotzdem Lohn. Der wird berechnet aus dem Durchschnittslohn der 13 Wochen vor dem Urlaub. Mit dem Urlaubsrechner der Minijobzentrale kannst Du Deinen Urlaubsanspruch berechnen.

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Britta Beate Schön
Autor

Stand:

Britta Beate Schön ist bei Finanztip für sämtliche Rechtsthemen zuständig. Die promovierte Juristin und Rechtsanwältin war als Leiterin der Rechtsabteilung bei Finanzdienstleistern wie der Telis Finanz AG und der Interhyp tätig. Vorher lehrte und forschte sie in Japan als DAAD-Junior-Professorin für deutsches und Europarecht. Ihr Studium absolvierte sie in Münster, Genf, Regensburg und Leipzig.

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