kokoroyuki / iStock / Getty Images Plus via Getty Images

Wer einen Menschen zuhause pflegt, braucht hin und wieder eine Auszeit. In so einem Fall kannst Du bei der Pflegeversicherung verschiedene Leistungen nutzen, um sie Dir zu verschaffen:

Möglichkeit 1: Die Verhinderungspflege

Die Pflegekasse kann Dir eine Vertretung bezahlen. Das kann ein Familienmitglied oder eine Bekannte sein, aber auch ein professioneller Pflegedienst. Dafür gibt´s unterschiedlich viel Geld, je nachdem, wer einspringt:

Bei Bekannten oder einem Pflegedienst zahlt die Pflegekasse maximal 1.612€ im Jahr. Bei Verwandten bis zweiten Grades beträgt die Erstattung maximal das 1,5-Fache des Monatsbetrags des Pflegegeldes für den jeweiligen Pflegegrad. Die genauen Beträge findest Du in unserem Ratgeber. Zusätzlich kannst Du auch noch bis zu 806€ aus dem Budget für Kurzzeitpflege nutzen, wenn das noch nicht aufgebraucht ist.

Die Pflegekasse zahlt die Verhinderungspflege erst ab Pflegegrad 2 und höchstens für 42 Tage pro Jahr. Die Tage musst Du nicht am Stück nehmen, sondern kannst sie über das Jahr verteilen oder stundenweise nutzen.

Möglichkeit 2: Die Kurzzeitpflege

Mit der Kurzzeitpflege kannst Du schwierige Situationen überbrücken, z. B. wenn Du krank wirst und Dich deshalb länger nicht kümmern kannst. Dabei wird der Pflegebedürftige bis zu 56 Tage in einer stationären Pflegeeinrichtung untergebracht. Insgesamt zahlt die Pflegekasse für eine Kurzzeitpflege bei Pflegegrad 2 bis 5 maximal 1.774€ im Jahr. Hier kannst Du aber die Budgets von Kurzzeit- und Verhinderungspflege kombinieren, falls letzteres noch nicht aufgebraucht ist, und kommst so auf bis zu 3.386€ für die Kurzzeitpflege.

Möglichkeit 3: Tages- oder Nachtpflege

Bei dieser Option wohnen Pflegebedürftige zuhause, werden aber entweder tagsüber in einer Pflegeeinrichtung betreut oder nachts. Auf diese teilstationäre Pflege haben Menschen mit Pflegegrad 2 bis 5 Anspruch, wenn sie zur Ergänzung oder  Stärkung der häuslichen Pflege erforderlich ist. Die Kosten werden von der Pflegekasse abhängig vom Pflegegrad übernommen: Von 689€ im Monat bei Pflegegrad 2 bis zu 1.995€ bei Pflegegrad 5.

Unser Tipp: Wende Dich an eine kostenfreie Pflegeberatung. Die Berater können Dir helfen, passende Betreuungsangebote zu finden und die Leistungen der Pflegeversicherung sinnvoll zu kombinieren. Alle Details zu Kosten und den genannten Möglichkeiten findest Du auch in unserem Ratgeber.

Avatar
Autor

Stand:

Veronika Schmalzried entwickelt bei Finanztip die Inhalte für unsere App. Hierfür bereitet die Content-Managerin unsere Themen so auf, dass diese möglichst viele Menschen erreichen – dabei hat sie auch stets unsere Social-Media-Kanäle und den Newsletter im Blick. Veronika hat an der LMU München Kommunikationswissenschaft und Medienkulturforschung studiert. Erste berufliche Erfahrungen sammelte sie als Redakteurin beim BR sowie in der Unternehmenskommunikation bei Siemens.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Was der Stern bedeutet:

Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, ihre Finanzen selber zu machen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate-Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).

Bei Finanztip handhaben wir Affiliate-Links aber anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.

Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.