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Bild: Sebastian Kahnert / dpa-Zentralbild/dpa

Seit Jahren berechnen viele Sparkassen und einige andere Banken zu wenig Zinsen in alten Prämiensparverträgen. Eine Menge Kunden setzen sich zur Wehr, andere aber wissen gar nicht, dass sie eigentlich Anspruch auf mehr Zinsen hätten. Die Bankenaufsicht Bafin will nun, dass die Sparkassen ihre Kunden von sich aus informieren.

Mit welcher Klausel wurden die Zinsen angepasst? Und wie viel Geld ist dadurch verloren gegangen? Das müssen bislang diejenigen Kunden mühsam aufdröseln, die sich wehren. Es geht dabei um Prämiensparverträge, die die Geldhäuser zwischen 1990 und 2010 hunderttausendfach verkauft haben.

Nach langen fruchtlosen Debatten mit den Banken plant die Bankenaufsicht nun eine „Allgemeinverfügung“, um die Banken zur Information ihrer Kunden zu zwingen. Denn deren Rechenmethode hat der Bundesgerichtshof (BGH) bereits in mehreren Urteilen für ungültig erklärt. Bis zum heutigen Freitag können sich die Banken noch zur Bafin-Forderung äußern. Die zeigen sich aber bisher uneinsichtig.

Die Bafin will auch, dass die Banken den Zins direkt neu berechnen – spätestens nach einem abschließenden Urteil des BGH. Dort sind mittlerweile Musterfeststellungsklagen der Verbraucherzentralen gegen drei Sparkassen gelandet.

Was solltest Du tun, wenn Du einen Prämiensparvertrag hast? Falls der aktuell noch läuft, ist keine Eile geboten. Allerdings kündigen Sparkassen ältere Verträge. Ist Dir das 2018 passiert, hast Du noch bis Ende 2021 Zeit, Dich zu wehren. Ansonsten verjährt der Fall. Die Klarstellung des BGH kannst Du also abwarten. Wir halten Dich auf dem Laufenden.

 

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Hendrik Buhrs
Autor

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Redakteur im Team Bank und Versicherung. Vor seiner Zeit bei Finanztip berichtete er für die Radioprogramme des Hessischen, später des Westdeutschen Rundfunks über Wirtschafts- und Verbraucherthemen. Hendrik hat in Münster und Exeter VWL studiert. Erste berufliche Erfahrungen sammelte er bei Radio Q und im Lokalfunk Recklinghausen. Gespartes Geld investiert er gern in Reisen.

1 Kommentar

  1. Die Sparkassen nutzen die teilweise Naivität und Bequemlichkeit ihrer Kunden schamlos aus.
    Wird tatsächlich langsam Zeit, dass die BaFin sich in der Sache durchsetzt, im Sinne der Verbraucher.

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