Niemand ist vor Arbeitsunfällen gefeit.
Niemand ist vor Arbeitsunfällen gefeit. Bild: vitranc / iStock.com

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung schützt, wenn Sie in Ihrem Beruf nicht mehr arbeiten können. Doch die beste Versicherung hilft wenig, wenn das Geld im Ernstfall nicht ausreicht. Denn auch bei einer Berufsunfähigkeitsrente gilt: Brutto ist nicht gleich netto.

Die Steuer ist in der Regel kein Problem. Grundsätzlich müssen Sie bei einer privaten Berufsunfähigkeitsrente nur den sogenannten Ertragsanteil versteuern und der liegt häufig unter dem steuerfreien Grundfreibetrag. Die Höhe des Ertragsanteils richtet sich danach, wie viele Jahre Ihr Versicherungsvertrag noch läuft. Wer mit 42 Jahren berufsunfähig wird und einen Vertrag bis zum Alter von 67 Jahren hat, muss beispielsweise 26 Prozent der Rente versteuern. Nur, wenn Sie eine sehr hohe Rente vereinbart haben, sehr jung berufsunfähig werden oder zusätzliche steuerpflichtige Einkünfte haben, kann es passieren, dass Sie auf die BU-Rente Steuern zahlen müssen.

Um Sozialversicherungsbeiträge kommt dagegen niemand herum: Auch wenn Sie nicht mehr arbeiten, müssen Sie sich kranken- und pflegeversichern. Sind Sie privat versichert, müssen Sie Ihre kompletten Beiträge selbst zahlen. Sind Sie gesetzlich versichert, gibt es zwei Möglichkeiten: Sofern Sie nur die Berufsunfähigkeitsrente bekommen, müssen Sie sich freiwillig versichern. Dann zahlen Sie auf die Rente 14 Prozent Krankenkassenbeitrag plus den Zusatzbeitrag Ihrer jeweiligen Kasse (im Durchschnitt 0,9 Prozent). Hinzu kommen noch 3,05 Prozent für die Pflegeversicherung (3,3 Prozent für Kinderlose). Von 1.500 Euro versicherter Rente bleiben so am Ende nur 1.231 Euro übrig.

Beziehen Sie aber eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente, sind Sie bessergestellt: Sie können unter bestimmten Voraussetzungen in die Krankenversicherung der Rentner wechseln und zahlen dann nur auf die Erwerbsminderungsrente Beiträge, nicht aber auf Ihre privat finanzierte BU-Rente. Zudem übernimmt die Rentenkasse die Hälfte des Krankenkassenbeitrags.

Falls Sie jetzt denken, dass Ihre Berufsunfähigkeitsrente nicht ausreicht: Viele Verträge enthalten eine Nachversicherungsgarantie, mit der Sie zu bestimmten Anlässen die Rente erhöhen können – ohne erneute Gesundheitsprüfung.

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Julia Rieder
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Julia Rieder kümmert sich als Redakteurin um Versicherungsthemen. Während ihres Volontariats bei Finanztip sammelte sie Hörfunk-Erfahrung beim Inforadio. Vorher war sie in den Redaktionen von Frontal 21, der Berliner Zeitung und dem Online-Magazin politik-digital tätig. Ihr Studium der Politikwissenschaft hat Julia an der Freien Universität Berlin mit einem Master abgeschlossen.

21 Kommentare

  1. Guten Morgen , Ein freund von mir hat im Jahr 2016 die Mitteilung bekommen, das er eine Berufsunfähigkeitsrente bis auf weiteres erhält inklusive einer Nachzahlung für die zurückliegende Zeit (ca. 50.000) für den Zeitraum 2005 bis 20016) . Das Finanzamt verlangt nunmehr auf diese gesamte Nachzahlung Steuern . Geht das o einfach ? Die Leistung ist doch zweckgebunden . Der junge Mann ist definitiv krank und musste sich durch in der zurückliegenden Zeit bei Freunden und Familienangehörigen Geld leihen , damit er überhaupt über die Runden kommen konnte . Wie ist die Gesetzeslage bei Nachzahlungen . Die monatliche Leistung beträgt ca. 530,- €

  2. Ich habe gegen meine BU-Versicherung prozessieren müssen und dieses Jahr die Rente ab 2016 rückwirkend in einer Summe bekommen.
    Wie wird das versteuert?
    Die Rente läuft jetzt monatlich, noch bis Anfang 2025.

  3. Meine private Lebensversicherung incl. BU hat mir folgendes angeboten: 1. 11500 Euro im Quartal und Rest Auszahlung 96000 Euro in 26 Jahren oder 2. 8100 Euro im Quartal und in 4 Jahren 96000 Euro. Was ist für mich besser? Beiträge muss ich nicht mehr zahlen

  4. Hallo,
    Von 2019 Berufunfähigkeits
    versicherung
    50.000 Euro Einmalig Zahlung und 6500 Euro davon wurde besteuert
    Ich werde die Steuererklärung für 2019 ausfüllen, ich habe 6700 Euro, Ausgänge meine Frage ist;
    Kann ich eine Rückerstattung bekommen?

    Freundliche Grüße

  5. Hallo
    Ich bekomme seit 2009 Unfallrente in höhe 585€ wegen Arbeitsunfall auf unbestimmte zeit.
    Muss ich davon Steuer Zahlen .
    Ich habe 30% Behinderung aber ich arbeite Vollzeit.
    Würde mich freuen wenn jemand mir 100% sicheres Antwort geben kann.
    Dieser Unfallrente bezieht keine Versicherung das heißt bin damit nicht versichert
    Dank im voraus

  6. Meine Frage bezieht sich auf das Hinzuverdienen während der BU-Zahlung. Bei einem Vertrag ohne abstrakte Verweisung, darf man etwas dazu verdienen. Meistens bis 80%, wenn der alte & neue Job sich unterscheiden.
    Was wäre, wenn man einen Vollzeit-Job versichert hat, dort BU wird und in einem anderen Job in Teilzeit auf 80% des alten Lohns kommt?

    Geltzen die 80% auf das was am Ende bei herauskommt, gilt der Stundenlohn oder gelten die Grenzen dann anteilig?
    Vielen Dank

    1. Die ähnliche Frage stellt sich bei mir auch.
      Allerdings würde ich nur 17 statt 50 Stunden arbeiten und der Verdienst liegt zwischen 30 und 40% des früheren.

  7. Hallo Zusamen,
    Ich hätte da eine Frage zur privaten BU Rente. Ich erhalte seit 2019 eine BU Rente und der Ertragsanteil liegt bei mir bei 16%. Das heißt für mich also, dass von meiner monatlichen BU Rentenzahlung, 16% an das Finanzamt abgeführt wird. Nun meine Frage, komme zu diesen 16% noch andere zusätzliche Abgaben hinzu, oder kann ich davon ausgehen, dass der Rest für mich übrig bleibt.
    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

  8. Hallo , seit März 2019 bin ich (37) durch einen Bandscheibenvorfall Berufsunfähig bis Dezember 2019 krank geschrieben gewesen. Seit dem Arbeitslos, meine private Risikolebensversicherung hatte auch eine BU rente inkl. von etwa 760 € die zusätzlich zum ALG 1 bekomme da die BU ersteinmal bis ende 2020 anerkannt wurde! Jetzt will ich eine Umschulung beginnen und solang diese läuft Zahlt die BU weiter! Nun meine Frage…. Während der Umschulung bekomme ich Übergangsgeld von meinem Rententräger, muss ich jetzt auch die private BU-rente versteuern , auch die, die ich während der Krankschreibung bekommen habe ?

  9. Ich bekomme seit 1 Jahr BU-Rente einer privaten Versicherung welche über meinen ehemaligen Arbeitgeber mit dem Lohn abgerechnet wurde. (Betrag ging vom Bruttolohn ab und wurde gefördert).
    Bis heute bin ich noch gesetzlich versichert und bezahlt freigestellt (Aufhebungsvertrag), ich zahle den normalen Arbeitnehmeranteil der Krankenversicherung von meinem Arbeitslohn welchen ich noch weitergezahlt bekomme.(ca.7,5%)
    Allerdings wird von meiner BU-Rente nochmals der volle Krankenversicherungsanteil von ca.15% direkt an die Krankenkasse abgeführt.
    Ist das so rechtens?
    Danke für die Beantwortung meiner Frage, ich finde zu diesen speziellen Fall keine Infos im Netz.

    1. Ja das ist es. Das liegt daran, dass es sich hierbei um einen sogenannten „Schicht II“ Vertrag handelt (betriebliche Altersvorsorge und Riester fallen darunter). Es gab während der Anspar- bzw. Beitragsphase einen Steuervorteil, dafür fallen dann später auch Sozialabgaben (hier in Form der Krankenkasse an).

  10. Ich habe eine Nachzahlung bekommen diesen Monat da meine BU(Z) rückwirkend bis 2015 anerkannt wurde. Da weiß ich jetzt auch nicht was ich mit dem geliebtem Finanzamt zu machen habe.

    1. zu versteuern sind Einnahmen in dem Jahr, in denen du das Geld bekommst. Wenn du 2020 Gelder bekommst – auch wenn sie sich auf 2019 beziehen – dann versteuerst du sie 2020

      Die Frage sollte dahingehend ergänzt werden: wie sieht das mit der Verjährung aus? Wenn sich die Rente auf 2015 rückwirkend bezieht .. immer noch in 2020 steuerpflichtig? Gilt wirklich nur der Eingang der Gelder?

  11. Hallo Herr Weis
    Ich habe genau das gleiche Problem wie Sie. Meine Anwältin sagte mir, es muss versteuert werden. Nach meinen Recherchen, ist dem aber scheinbar nicht so. An mehreren Stellen habe ich zu dem Thema erfahren, dass einmalige Kapitalabfindungen/Zahlungen aus einer NICHT geförderten Berufsunfähigkeitsversicherung in der Regel Steuerfrei sind. So wie bei Ihnen, durch einen Vergleich mit der Versicherung vereinbarten Summe. Nach Paragraph 22 des EStG enthält eine Einmalzahlung keine Ertragsanteile und fällt nicht unter die im EStG aufgeführten Einkunftsarten. Es lohnt sich definitiv noch mehr Informationen dazu einzuholen.
    Ich werde mich auch zusätzlich noch bei einem Fachanwalt für Steuerrecht erkundigen.
    Viele Grüße und viel Glück!

  12. Ich bin seit 2015 Berufsunfähig und war, weil die Versicherung nicht zahlen wollte, vor Gericht.
    Nach langem Hin-und-her endete das Verfahren mit einem Vergleich.
    Jetzt mein Problem:
    Keiner kann mir sagen, wie dieser Betrag genau versteuert wird!?
    Selbst die Steuerberater sind sich nicht sicher. Auf Anfragen, direkt beim Finanzamt, bekam kich auch keine genaue Antwort.
    Bei BUZ, die monatlich, regulär ausgezahlt werden ist alles klar. (Ertragsanteilregelung)
    Aber bei meinem Fall streiten sich die Geister!
    Hat jemand Erfahrung hiermit und kann mir helfen?

  13. sehr gut ist sich eine pflege berater zu holen weil wenn mdk kommmt ist er dabei wenn sie eine brauchen dann kenne eine gute MARKUS OPEL WENN SIE BRAUCHEN SEINE NUMER SCHIKEN SIE MIHR E MILE DAS KANN INEN GEBEN

  14. Das ist eine super gute Seite. Trotzdem Habe ich noch einige Fragen zu den Pflegegraden. Wie werden die Pflegegrade eigentlich ermittelt? Was sind die Voraussetzungen für einen Pflegegrad und wer stellt diese fest? Im Krankenhaus sind ehrenamtliche Personen dafür beauftragt, um die Hinweise der Mediziner, des Patienten schriftlich fest zu halten. Diese Gesundheitsunterstützenden Hinweise erhält dann die Krankenkasse und die Pflegekasse. Richtig? Zu Hause hat der Patient oder die Person, nur die Möglichkeit die Diagnosen der Ärzte sich zu merken, oder anhand seiner Schmerzen sich Hilfe zu organisieren. Das sind Personen, die freiwillig aus Mitleid helfen, für ein Dankeschön vom Patienten. So, wenn keine Familienangehörigen mehr zur Verfügung stehen. Hierbei können Helfer der Seniorengruppe behilflich sein, in dem Sie den MDK von der Kranken- und Pflegekasse zu dem alleinstehenden Senior bitten. Hier muss unbedingt darauf geachtet werden, dass der Hausarzt und auch einige Fachärzte zu der Einschätzung Pflegegrad ja/nein hinzu gezogen werden müssen. Der MDK erhält nur die Ausbildung einer Pflegefachkraft, die schon kaum über die Eigenheiten eines Pflegegrades einer Seniorin das Wissen erworben hat. Sie pflegt, doch über die Physischen und Psychischen Befindlichkeiten ist nur der Mediziner Aussagefähig. Die Person des MDK scheut sich daher behandelnde Mediziner in ihr Gutachten mit einzubeziehen. Sind noch einige Hilfen zugegen, gelten diese sofort als die Pflegepersonen. Hier entstehen oftmals nicht wahrheitsgetreue, gemäß der Krankheit entsprechende, Einschätzung, was der Patient noch kann ,und bei welchen Dingen er Unterstützung braucht. Das müssten die Krankenkassen unbedingt mit berücksichtigen. Das 1.sind die behandelnden Ärzte und dann die Nebeneinschätzungen, gehen, reden, usw. Das sind eigene Erfahrungen, die auch ein Widerspruch nicht korrekt auswerten konnte.

    1. Hallo René, ich habe Ihre Frage mit unserem Steuer-Experten besprochen und kann Ihnen Folgendes sagen: Kirchensteuer fällt an, wenn das steuerpflichtige Einkommen den Grundfreibetrag übersteigt. Für den Solidaritätszuschlag gibt es ebenfalls einen Freibetrag. Wie hoch der ist, hängt u.a. von der Steuerklasse ab. Grundsätzlich passiert es aber eher selten, dass man alleine mit dem Ertragsanteil der BU-Rente (ohne zusätzliche steuerpflichtige Einkünfte) die Freibeträge überschreitet. Detaillierte Infos zu den Freibeträgen finden Sie in unseren Ratgebern zu Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag.

  15. Hallo Jan, das Problem haben Sie richtig erkannt. Unter den fehlenden Einzahlungen im Falle der Berufsunfähigkeit leidet auch die Altersrente. Idealerweise sollte die versicherte Rente im Berufsunfähigkeitsvertrag deshalb so hoch sein, dass etwas übrig bleibt, um fürs Alter vorzusorgen. Das Geld können Sie dann in eine private Altersvorsorge investieren oder freiwillig in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen (mehr dazu in unserem entsprechenden Ratgeber: https://www.finanztip.de/gesetzliche-rentenversicherung/freiwillige-rentenversicherung/)

  16. Hallo, vielen Dank für den Artikel, der ist wie immer sehr hilfreich. Was ich mich noch frage, ist, wie es mit Beiträgen für die gesetzliche Rentenversicherung aussieht? Die BU läuft ja nur bis 67 und für die Zeit danach benötige ich auch eine Rente. Kann/muss ich bei Berufsunfähigkeit etwas in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen? Oder muss ich bei Berufsunfähigkeit vollständig privat vorsorgen?

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