Black Friday
Schnäppchenjäger schlagen zu: Szene in einem Kaufhaus in Sao Paolo von 2018. Bild: Cris Faga, ZUMA Wire, dpa

Vor ein paar Jahren kannte den „Black Friday“ in Deutschland noch niemand, inzwischen kommt man kaum noch daran vorbei – weder im Netz noch im Laden. Und mit Singles Day, Cyberweek, Black Friday und Cyber Monday verschwimmt der November schon fast zu einem andauernden Vorweihnachts-Kaufrausch.

Damit Du nicht in eine Szene wie die oben im Bild gerätst, hier unsere zehn Tipps für das Shopping-Event:

 

1. Diese Produkte sind günstiger

Zum Black Friday machen in der Regel alle großen Online-Shops Sonderangebote, etwa Amazon, Otto, Ebay, Media Markt, Saturn, Zalando, Cyberport oder notebooksbilliger.de. Mit Details rücken die Shops im Vorfeld nur zögerlich raus.

Regelmäßige Stichproben des Vergleichsportals Idealo zum Black Friday zeigen: Fast drei Viertel der Produkte waren günstiger, im Schnitt um 4 Prozent (2021). Besonders groß war die Ersparnis bei Spielkonsolen, Fernsehern, Kopfhörern aber auch Staubsaugern.

Wohlgemerkt: Im Vergleich zum echten Preis in den Wochen davor, nicht im Vergleich zur utopischen UVP (der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers). Dadurch erklärt sich auch der Unterschied zu den Werbeaussagen mancher Händler („bis zu 70 Prozent“).

 

2. Die richtige Strategie festlegen

Berüchtigt sind die Blitzangebote, die Amazon im Fünf-Minuten-Takt veröffentlicht – von Zahnbürstenköpfen bis Fernseher. Auch andere Händler setzen auf kurzzeitige Angebote, um den Druck auf uns Kunden zu erhöhen. Das Kalkül: Es fehlt die Muße, sich zu überlegen, ob man das Zeug wirklich braucht, ob es überhaupt etwas taugt – und wie die Preise bei der Konkurrenz sind.

Bereite Dich daher vor: Was willst Du eigentlich kaufen (und was kannst Du Dir leisten)? Was eignet sich wirklich als Weihnachtsgeschenk? Mit solch einer Liste im Kopf bist Du gewappnet gegen unnötige Impulskäufe.

Tipp: Bleib flexibel und schau auch nach baugleichen oder ähnlichen Produkten. Wenn Du zu sehr auf ein spezielles Modell festgelegt bist, sinkt die Chance auf ein Schnäppchen.

 

3. Vergleichen hilft gegen den Rausch

Rabatte vernebeln unser Gehirn: Bei der Schnäppchenjagd wird Dopamin ausgeschüttet, das Glücksgefühle erzeugt. Das kann viele von uns regelrecht berauschen. Ein Preisvergleich, etwa auf Idealo, billiger.de oder Geizhals, wirkt wie eine kalte Dusche. Hilfreich ist dabei auch die Preiskurve der vergangenen Wochen. Die Kurve ist aber mit Vorsicht zu genießen: Manche Ausreißer nach unten entstehen durch falsche Preise bei unseriösen oder schlampigen Händlern.

 

4. Auch der stationäre Handel zieht mit

Ketten wie Saturn oder Cyberport präsentieren die meisten Sonderangebote schon länger in ihren Filialen. Inzwischen zieht der traditionelle Einzelhandel ebenfalls mit, wie wir in den vergangenen Jahren feststellen konnten: Nicht nur Kaufhäuser, sondern auch viele Fachgeschäfte. Manche geben einfach 10 oder 15 Prozent auf alles. Das kann sich lohnen. Schau ruhig mal bei Deinem Lieblingshändler vorbei.

 

5. Vorsicht vor unseriösen Händlern

Auch im Online-Handel gibt es unseriöse Verkäufer, die vom Black Friday profitieren wollen. Meide unbekannte Shops. Und wähle im Zweifel eine Zahlung per Paypal, Kreditkarte oder Lastschrift. Damit hast Du den besten Schutz und kannst das Geld unter Umständen wieder zurückholen. Klingt ein Angebot zu gut, um wahr zu sein, bleibe lieber skeptisch. Übereilte Schnäppchenjäger sind ein gefundenes Fressen für Fake-Shops und Betrüger.

 

6. Schnäppchen kommen und gehen und kommen wieder

Der Black Friday ist nicht der einzige Tag, an dem die Händler mit Sonderaktionen locken. Mit etwas Glück und gutem Timing kannst Du ähnlich gute Schnäppchen das ganze Jahr über finden. Eben nur nicht so geballt, wie in den Schnäppchenwochen im November. Bei vielen Preisportalen kannst Du Dir dafür einen Preiswecker stellen, der Dich informiert, sobald Dein Wunschhandy oder Dein Lieblingsspiel besonders günstig zu haben ist.

 

7. Lieferzeit und Versandkosten im Auge behalten

Während Du im Laden das Produkt schon in der Hand hältst, kann es Dir im Onlineshop passieren, dass der Anbieter es nicht vorrätig hat. Dann kann bei einigen Händlern die Lieferzeit absurd lang sein. Wäre doch zu schade, wenn das Geschenk nicht rechtzeitig unterm Weihnachtsbaum liegt.

Achte auch auf die Versandkosten, damit das Schnäppchen wirklich günstig ankommt.

8. Rückgabefristen für Weihnachten prüfen

Wenn Du im Eifer des Gefechts mal etwas Falsches bestellst, kannst Du es immer noch zurückgeben. Beim Online-Shopping hast Du ein vierzehntägiges Widerrufsrecht. Einige Händler sind sogar so kulant und nehmen die Ware bis zu 30 Tage nach Kauf zurück. Manche Händler dehnen das Rückgaberecht für den Black Friday sogar bis Ende Januar aus.

Ein verlängertes Rückgaberecht ist vor allem für Weihnachtsgeschenke wichtig. Dann kann es der oder die Beschenkte noch umtauschen lassen. Die gesetzliche Frist ist bis Heiligabend nämlich abgelaufen.

Der stationäre Handel ist gesetzlich nicht zur Rücknahme verpflichtet, tut es aber oft doch. Und wenn nicht offiziell, dann manchmal trotzdem, wenn Du vorher freundlich fragst.

9. Eine Rückgabe kann Portokosten nach sich ziehen

Für eine Retoure muss der Online-Händler Dir nicht nur den Kaufpreis erstatten, sondern auch die Versandkosten. Den Rückversand muss allerdings der Käufer bezahlen. Viele Online-Marktplätze wie Media Markt, Zalando, Douglas und zum Teil auch Amazon übernehmen freiwillig die Kosten des Rückversands für ihre Kunden.

Manchmal kannst Du eine Bestellung auch noch stornieren, wenn Du Dich rechtzeitig umentscheidest. Das geht zum Beispiel bei Amazon oder Ebay. Einen gesetzlichen Anspruch gibt es nicht.

 

10. Diese Produkte lohnen nicht

Auch wenn manche Shops mit bis zu 70 Prozent Nachlass werben, lohnt sich am Black Friday nicht jeder Kauf. Insbesondere den Kauf von Winterkleidung solltest Du besser noch etwas aufschieben, falls möglich. Günstiger sind die Klamotten eher im Winterschlussverkauf nach den Feiertagen.

 

Übrigens: Woher der „Black Friday“ kommt

Der Black Friday ist aus Amerika nach Deutschland rübergeschwappt. Es handelt sich um den Tag nach dem Thanksgiving-Fest (vergleichbar mit dem deutschen Erntedank), in den USA das wichtigste Familienfest und traditionell der Auftakt für das dortige Weihnachtsgeschäft. Vor allem Amazon verankerte diesen Verkaufstag in Deutschland, um den hiesigen Einzelhandel anzugreifen. Inzwischen sind alle auf den Zug aufgesprungen.

Weil in Deutschland am Black Friday anders als in den USA niemand frei hat, hat sich das Event auf die umliegenden Tage ausgeweitet. Das heißt dann Cyberweek (vorher) und Cybermonday (danach).

Finanztip-Redaktion
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6 Kommentare

  1. Immer wieder tauchen an Black-Friday-Angebotstagen solche Produkte auf, die mit den häufig deutlich höherpreisigen Angeboten nichts außer dem Logo zu tun haben. Manches scheint explizit für Niedrigpreisangebote produziert worden zu sein, z.B. das günstige Marken-Messer- oder Topf-Set, produziert in China, mit Logos wie Zwilling, WMF, Silit o.ä. Da lohnt es sich, zweimal hinzuschauen!

  2. Ihre Finanzinformationen sind sehr nützlich, informativ und interessant. Es ist wichtig, dass Sie die Unterrichtung der Verbraucher in den Vordergrund stellen. Dafür danke ich Ihnen. Dass Sie im Abschlussfalle auch eine Provision erhalten, kommt dann wohl allen Beteiligten zugute, dem Verkäufer, dem Vermittler und natürlich vor allem dem Kunden. Ich lese Ihre Mitteilungen gerne und wenn ein gutes Angebot dabei ist, das ich ohnehin beabsichtigte zu kaufen, dann umso besser.

  3. Guten Tag,
    beitragen möchte ich noch, dass eine Vielzahl von Direktvertreibern die Preise Wochen vorher anheben, um dann im Vergleich der Preise zur Vorwoche o.ä. nicht negativ aufzufallen.
    Je nach Produkt ist es sinnvoll, die Preise über einen längeren Zeitraum im Auge zu behalten.
    Danke

    Jens Klinger

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