Black Friday
Bild: Cris Faga, ZUMA Wire, dpa

Wir haben unseren Artikel über den Black Friday im November 2019 umfassend überarbeitet und für dieses Jahr aktuell gemacht. Von Daniel Pöhler und Anja Ciechowski.

Vor ein paar Jahren kannte den „Black Friday“ in Deutschland noch niemand, inzwischen kommt man kaum noch daran vorbei – weder im Netz noch im Laden. Allein jeder dritte Online-Shopper will sich in die Rabattschlacht stürzen. Das erwartet der Handelsverband HDE.

Der Schwarze Freitag findet in genau einer Woche statt, aber schon jetzt geben einige Händler Preisnachlässe. Richtig los geht es dann am kommenden Montag mit der „Cyber Week“, die am Black Friday, dem 29. November, ihren Höhepunkt findet und am Montag drauf endet („Cyber Monday“).

Damit Sie nicht in eine Szene wie die oben im Bild geraten (vergangenes Jahr in Sao Paolo), hier unsere 9 Tipps für das Shopping-Event:

1. Diese Produkte sind günstiger

Zum Black Friday werden alle großen Online-Shops Sonderangebote machen, etwa Amazon, Otto, Ebay, Media Markt, Saturn, Zalando, Cyberport oder notebooksbilliger.de. Mit Details wollten die Shops auf unsere Nachfrage nicht so richtig rausrücken. Otto verriet immerhin, dass vor allem „Multimedia“ reduziert werden solle.

Eine Stichprobe des Vergleichsportals Idealo am Black Friday 2018 zeigt: Fast drei Viertel der Produkte waren günstiger, im Schnitt um 6 Prozent. Besonders groß war die Ersparnis bei Spielkonsolen und Zubehör (bis zu 19 Prozent), Kopfhörern (13 Prozent) sowie Staubsaugern (10 Prozent).

Auch für Smartphones, Lautsprecher und Fernseher waren im Schnitt Rabatte um die 8 Prozent drin. Wohlgemerkt: Im Vergleich zum echten Preis in den Wochen davor, nicht im Vergleich zur utopischen UVP (der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers). Dadurch erklärt sich auch der Unterschied zu den Werbeaussagen mancher Händler („bis zu 70 Prozent“).

2. Die richtige Strategie festlegen

Berüchtigt sind die Blitzangebote, die Amazon im Fünf-Minuten-Takt veröffentlicht – von Zahnbürstenköpfen bis Fernseher. Auch andere Händler setzen auf kurzzeitige Angebote, um den Druck auf uns Kunden zu erhöhen. Das Kalkül: Es fehlt die Muße, sich zu überlegen, ob man das Zeug wirklich braucht und wie die Preise bei der Konkurrenz sind.

Bereiten Sie sich daher vor: Was wollen Sie eigentlich kaufen (und was können Sie sich leisten)? Was eignet sich wirklich als Weihnachtsgeschenk? Mit solch einer Liste im Kopf sind Sie gewappnet gegen unnötige Impulskäufe.

Tipp: Schauen Sie auch nach baugleichen oder ähnlichen Produkten. Wenn Sie zu sehr auf ein spezielles Modell festgelegt sind, sinkt die Chance auf ein Schnäppchen.

3. Vergleichen hilft gegen den Rausch

Rabatte vernebeln unser Gehirn: Bei der Schnäppchenjagd wird Dopamin ausgeschüttet, das Glücksgefühle erzeugt. Das kann viele von uns regelrecht berauschen. Ein Preisvergleich, etwa auf Idealo, billiger.de oder Geizhals, wirkt wie eine kalte Dusche. Hilfreich ist dabei auch die Preiskurve der vergangenen Wochen. Die Kurve ist aber mit Vorsicht zu genießen: Manche Ausreißer nach unten entstehen durch falsche Preise bei unseriösen oder schlampigen Händlern.

Sie können sich auch einen Preiswecker stellen und sich ansonsten aus dem Trubel heraushalten. Allerdings müssen Sie damit rechnen, dass der nicht jedes Angebot mitkriegt.

4. Auch der stationäre Handel zieht mit

Ketten wie Saturn oder Cyberport präsentieren die meisten Sonderangebote schon länger in ihren Filialen. Inzwischen zieht der traditionelle Einzelhandel ebenfalls mit, wie wir in den vergangenen Jahren feststellen konnten: Nicht nur Kaufhäuser, sondern auch viele Fachgeschäfte. Manche geben einfach 10 oder 15 Prozent auf alles. Das kann sich lohnen. Schauen Sie doch einfach mal bei Ihrem Lieblingshändler vorbei.

5. Lieferzeit und Versandkosten im Auge behalten

Während Sie im Laden das Produkt schon in der Hand halten, kann es Ihnen im Onlineshop passieren, dass der Anbieter es nicht vorrätig hat. Dann kann bei einigen Händlern die Lieferzeit absurd lang sein. Wäre doch zu schade, wenn das Geschenk nicht rechtzeitig unterm Weihnachtsbaum liegt.

Achten Sie auch auf die Versandkosten, damit das Schnäppchen wirklich günstig ankommt.

6. Rückgabefristen für Weihnachten prüfen

Wenn Sie im Eifer des Gefechts mal etwas Falsches bestellen, können Sie es immer noch zurückgeben. Beim Online-Shopping haben Sie ein vierzehntägiges Widerrufsrecht. Einige Händler sind sogar so kulant und nehmen die Ware bis zu 30 Tage nach Kauf zurück. Otto hat angekündigt, das Rückgaberecht für den Black Friday sogar bis Ende Januar auszudehnen.

Ein verlängertes Rückgaberecht ist vor allem für Weihnachtsgeschenke wichtig. Dann kann der oder die Beschenkte noch umtauschen lassen. Die gesetzliche Frist ist bis Heiligabend nämlich abgelaufen.

Der stationäre Handel ist gesetzlich nicht zur Rücknahme verpflichtet, tut es aber oft doch. Und wenn nicht offiziell, dann manchmal trotzdem, wenn Sie vorher freundlich fragen.

7. Eine Rückgabe kann Portokosten nach sich ziehen

Für eine Retoure muss der Online-Händler Ihnen nicht nur den Kaufpreis erstatten, sondern auch die Versandkosten. Den Rückversand muss allerdings der Käufer bezahlen. Viele Online-Marktplätze wie Media Markt, Zalando, Douglas und zum Teil auch Amazon übernehmen freiwillig die Kosten des Rückversands für ihre Kunden.

Manchmal können Sie auch eine Bestellung noch stornieren, wenn Sie sich rechtzeitig umentscheiden. Das geht zum Beispiel bei Amazon oder Ebay. Einen gesetzlichen Anspruch gibt es nicht.

8. Diese Produkte lohnen nicht

Auch wenn manche Shops mit bis zu 70 Prozent Nachlass werben, lohnt sich am Black Friday nicht jeder Kauf. Insbesondere den Kauf von Winterkleidung sollten Sie besser noch etwas aufschieben, falls möglich. Günstiger sind die Klamotten eher im Winterschlussverkauf nach den Feiertagen.

9. Vorsicht vor unseriösen Händlern

Auch im Online-Handel gibt es unseriöse Verkäufer, die vom Black Friday profitieren wollen. Meiden Sie unbekannte Shops. Und wählen Sie im Zweifel eine Zahlung per Paypal, Kreditkarte oder Lastschrift. Damit haben Sie den besten Schutz und können das Geld unter Umständen wieder zurückholen.

Übrigens: Woher der „Black Friday“ kommt

Der Black Friday ist aus Amerika nach Deutschland rübergeschwappt. Es handelt sich um den Tag nach dem Thanksgiving-Fest (vergleichbar mit dem deutschen Erntedank), in den USA das wichtigste Familienfest und traditionell der Auftakt für das dortige Weihnachtsgeschäft. Vor allem Amazon verankerte diesen Verkaufstag in Deutschland, um den hiesigen Einzelhandel anzugreifen. Inzwischen sind alle auf den Zug aufgesprungen.

Weil in Deutschland am Black Friday anders als in den USA niemand frei hat, hat sich das Event auf die umliegenden Tage ausgeweitet.

Finanztip-Redaktion
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2 Kommentare

  1. Guten Tag,
    beitragen möchte ich noch, dass eine Vielzahl von Direktvertreibern die Preise Wochen vorher anheben, um dann im Vergleich der Preise zur Vorwoche o.ä. nicht negativ aufzufallen.
    Je nach Produkt ist es sinnvoll, die Preise über einen längeren Zeitraum im Auge zu behalten.
    Danke

    Jens Klinger

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