Was bisher geschah: Jana, Lena, Sofie und Linus haben sich auf ein Experiment eingelassen – und kräftig gespart. Jetzt fehlt nur noch Strom und Gas. Die große Frage: Wieviel konnten Sie insgesamt sparen?

 

Die Ergebnislisten unserer Strom- und Gas-Vergleichsrechner enthalten Werbelinks zu Tarifen bei Check24 und Verivox. Alle Empfehlungen erfolgen redaktionell unabhängig und erfüllen unsere strengen Finanztip-Kriterien.


Ein letztes Mal treffen wir uns in der WG-Küche: Es gibt wieder Wasser und Merci-Schokolade. Heute steht der große Abschluss unseres Spar-Experiments an. Drei Verträge und eine Kündigung sind noch offen.

Größter Brocken sind die neuen Verträge für Strom und Gas: Jana, die Hauptmieterin, hat die alten Verträge zum Ende der Mindestlaufzeit im Sommer gekündigt. Nun hat sie mit den Finanztip-Rechnern nach einem neuen Tarif ohne Bonus geschaut, damit der dann mehrere Jahre günstig bleibt. Erster Eindruck bei Strom und Gas: Lauter Firmen, die sie nicht kennt. Auf den vorderen Plätzen jeweils Maingau-Energie. Und bei Strom ein junges Start-up namens 4hundred.

„Ich würde lieber einen Versorger wählen, der schon länger am Markt ist“, sagt Jana. Gerade erst ging mit der BEV ein Stromanbieter pleite. Was ist, wenn dem Start-up die Luft ausgeht? „Stromausfall“, scherzt Linus.

So schlimm käme es zum Glück nicht. Die Stromversorgung ist garantiert, unabhängig vom Anbieter. Ärgerlich wäre es aber, wenn man bei den monatlichen Abschlägen nicht aufpasst und mehr im Voraus zahlt als nötig. Auf die Weise haben einige Kunden bei der BEV-Pleite Geld verloren.

Da ist indirekt RWE beteiligt

Also Maingau? Ein kurzer Check beim Bund der Energieverbraucher ergibt: An Maingau ist indirekt RWE beteiligt. „Maingau ist raus“, urteilt Jana. Denn dessen Rolle beim Kohleausstieg sieht sie sehr kritisch. Am Ende entscheiden sich die vier für den Energie-Discounter Montana. Der ist kaum teurer und schon länger am Markt. Er bietet günstig Ökostrom an – und gehört auch beim Gas zu den preiswerten Anbietern. „Es ist angenehm“, sagt Jana, „beide Verträge bei einem Anbieter zu haben“.

Ersparnis gegenüber den alten Bonus-Verträgen: 251 Euro beim Strom und 149 Euro beim Gas.

Die Studeninnen schnibbeln Gemüse, kochen und unterhalten sich dabei
Die WG kocht zusammen Bild: Piero Chiussi

„Kann man da was machen?“

Eine Filiale ist ja eigentlich was Schönes. Nicht aber eine Beratung, die jedes Mal anders verläuft. Als Sofie nun das dritte Mal zu ihrer Sparkasse ging, um jetzt die Kreditkarte tatsächlich zu kündigen, hieß es wieder: Dann werde die ganze Jahresgebühr von 78 Euro fällig.

Beim letzten Besuch hatte es noch geheißen, wenn sie die Jahresgebühr für die goldene Kreditkarte erneut zahle, sie dann aber nur noch zwei Monate nutzen wolle, könne sie selbstverständlich das Geld für die ungenutzten Monate zurückerhalten. Als Sofie sich beschwert, fragt die Beraterin, ob die andere Beraterin ihr gesagt habe, dass sich da was machen ließe?

Am Ende hat Sofie das Geld zurückbekommen. Sie ist sichtlich froh die Sache hinter sich zu haben. „Da zweifelt man manchmal an sich, ob man alles richtig verstanden hat.“

Außerdem fehlt noch Sofies Handyvertrag: Der läuft noch bis Oktober, weshalb sie ihn jetzt erst zum Schluss unsere Experiments kündigen will. Der Ersatz ist schon ausgesucht: Ein gleichwertiger Vertrag mit Winsim für 7,99 Euro im Monat. Macht im Vergleich zu ihrem alten O2-Vertrag 12 Euro Ersparnis im Monat oder 144 Euro im Jahr.

Die große Abrechnung zum Schluss

Die vier haben am Ende nicht jeden Vertrag optimiert, aber sehr wohl alle großen Themen angepackt. Mehr als die nackte Ersparnis freut die vier, da sind sie ganz Studenten, das neue Wissen. Mehr als ein Dutzend Mal haben wir in der WG zusammengesessen, über Freistellungsaufträge geredet und überteuerte Kreditkarten, zwingend notwendige Versicherungen, über Mietrecht und am Ende über Aktien. „Das war richtig gut, diese Anregungen zu haben“, sagt zum Beispiel Sofie. „Jetzt kann ich bei Aktien endlich mitreden.“ Und nur „weil die halbe Welt bei O2 zu sein scheint, heißt das nicht, dass das gut ist“.

1. Aufschlag: Wie viel kann eine WG sparen?
2. „Nur 7,99 Euro für einen Handytarif?“
3. „Was ist, wenn die Waschmaschine ausläuft?“
4. „Dürfen wir etwa nicht untervermieten?“
5. „Was bitte ist ein Freistellungsauftrag?“
6. Stromvertrag: „Unbedingt den Bonus retten“
7. „Meine Mutter hatte den Vertrag ganz vergessen“
8. Etwas mehr gejobbt – prompt sind Steuer und Abgaben fällig
9. Netflix stottert – wenn vom schnellen Internet nichts ankommt
10. „Wenn ich schon ‚Aktien‘ höre, ist bei mir Schicht im Schacht“
11. Kassensturz zum Monatsende: „Ich war überrascht“
12. Das Ergebnis: 981 Euro und „immer Spielraum für Verhandlungen“

Linus freut sich vor allem über den Steuertipp mit dem Verlustvortrag. „Das sind Themen, über die man nie nachgedacht hat.“ Spannend war für die vier auch, dass man nicht akzeptieren muss, was einem so vorgesetzt wird. „Da gibt es immer noch Spielraum für Verhandlungen“, ist Jana klargeworden.

Am Ende sind 981 Euro zusammengekommen, eine ordentliche Summe. Den Löwenanteil von 400 Euro machten die Verträge für Strom und Gas aus. Und Finanztip legt, wie versprochen, dasselbe noch mal oben drauf. „Das ist ja auch nicht schlecht“, sagt Jana und lächelt.

Die finale Jahresersparnis der WG: 981 Euro

Matthias Urbach
Autor

Stand:

Als stellvertretender Chefredakteur ist Matthias Urbach für den Newsletter, Kooperationen und die redaktionellen Sonderprojekte von Finanztip verantwortlich. Als Diplomphysiker und Absolvent der Henri-Nannen-Schule kombiniert er analytisches und redaktionelles Know-how. Zuvor war er unter anderem als Verlagsdirektor beim SpringerNature-Wissenschaftsverlag und als Leiter von taz.de tätig.

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