Riester-Rente
Bild: Reiner Zensen / IMAGO

Über unser Altersvorsorge-System und vor allem über die Riester-Rente wird wieder heftig diskutiert. Während die meisten Versicherer und Banken lieber nur ein wenig reformieren würden, verlangt eine Gruppe Verbraucherschützer sogar, die Riester-Rente abzuschaffen.

Das Argument beider Seiten ist dasselbe: Die anhaltende Niedrigzinsphase macht viele Riester-Produkte für Sparer unrentabel, weil die Kosten der Verträge so hoch sind. Ein nicht unbeträchtlicher Teil der staatlichen Zulagen wird dadurch aufgefressen. Dabei wollte der Staat vor allem die Bürger fördern.

Die Konsequenz: Immer weniger Verbraucher schließen Riester-Verträge ab. Und jeder fünfte Vertrag liegt brach, es wird kein Geld mehr eingezahlt. Manche kündigen sogar – und verlieren viel Geld.

Als Reaktion auf die Niedrigzinsen senkt die Bundesregierung ab 2022 den Zinssatz, den Versicherer höchstens garantieren dürfen auf 0,25 Prozent. Doch bei diesem Zinssatz können die Versicherer kaum noch Gebühren für ihr Riester-Produkt verlangen und gleichzeitig das Riester-Garantieversprechen einhalten.

Trotzdem kann sich ein Riester-Vertrag für Dich lohnen – und zwar in zwei Fällen: als Mutter oder Vater mit geringem Einkommen, weil Du von einer hohen Kinderzulage profitierst. Und als Gutverdienerin, die die Steuererstattung spürbar nutzt.

Besonders einen alten Vertrag mit hohem Garantiezins solltest Du nicht vorschnell kündigen. Wenn Du nicht mehr einzahlen möchtest, stelle ihn lieber beitragsfrei. Warte ab, was die nächste Bundesregierung macht. Aber selbst wenn Riester abgeschafft würde, kann Deinem alten Vertrag nichts passieren. Wahrscheinlich könntest Du sogar in ein neues System wechseln.

Martin Klotz
Autor

Stand:

Martin Klotz ist bei Finanztip für die Themenbereiche Altersvorsorge und Einkommenssicherung verantwortlich. Schon in seiner Zeit als selbstständiger Finanzplaner schaute er den Versicherern genau auf die Finger und kennt die Stolperfallen von Verträgen. Neben Wirtschaftsthemen brennt Martin vor allem für Sport. In diesem Ressort startete er 2007 auch seine Laufbahn im Radio, parallel zum Studium der Wirtschaftswissenschaften und Journalistik.

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