Fahrradfahrer in Berlin
Fahrradfahrer am Alexanderplatz in Berlin, Foto: andrei md, Getty Images

In Corona-Zeiten haben viele Deutsche das Fahrrad wieder für sich entdeckt. Während die Fahrgastzahlen im Nahverkehr und die Pkw-Neuzulassungen eingebrochen sind, haben Fahrradhändler alle Hände voll zu tun. Die automatischen Zählstellen in Städten wie Berlin zeigen einen Anstieg des Radverkehrs um ein Viertel im Vergleich zum Vorjahr. Die Vorteile liegen auf der Hand: Geringe Ansteckungsgefahr, etwas Bewegung, keine Staus oder Parkplatzsuche – und finanziell ist selbst ein E-Bike für mehr als 2.000 Euro attraktiver als der Geldfresser Auto.

Wir haben die besten Tipps für Neuaufsteiger und alte Hasen zusammengestellt:

 

Kaufen, mieten oder Dienstrad?

Für ein einfaches Fahrrad sollten Sie um die 500 Euro einplanen und es im Fachhandel kaufen. Räder von Super- und Baumärkten schneiden in Tests oft katastrophal ab. Manche Fahrradhändler machen die ersten Inspektionen kostenlos oder vergünstigt. Da sich auf den ersten Kilometern immer mal was lockern kann, sollten Sie das wahrnehmen.

Wollen Sie erstmal ausprobieren, ob regelmäßiges Radfahren etwas für Sie ist, können Sie in vielen Städten auch ein Rad mieten. So verlangt etwa der Anbieter Swapfiets für sein Fahrrad mit 7 Gängen (und auffälligem blauen Vorderreifen) 19 Euro im Monat; Studenten zahlen 17 Euro. Reparaturen und Diebstahlversicherung sind inklusive.

Träumen Sie von einem E-Bike, Lasten- oder Rennrad für mehrere Tausend Euro? Wenn Ihr Arbeitgeber mitspielt, können Sie es als Dienstrad günstiger bekommen. Das funktioniert in der Regel so: Ihre Firma least das Rad für drei Jahre und erlaubt Ihnen, es auch in Ihrer Freizeit zu fahren. In den meisten Fällen gibt Ihr Arbeitgeber einen gewissen Betrag dazu, den Rest der Leasingraten finanzieren Sie durch eine Gehaltsumwandlung.

Im Ratgeber Dienstfahrrad haben wir ein Beispiel berechnet für ein 2.500 Euro teures E-Bike: Dieses Dienstrad würde Sie unterm Strich nur 31 Euro im Monat kosten. Meist können Sie nach Ablauf des Leasingvertrags das Dienstrad günstig abkaufen.

 

Wie Sie Langfinger aufhalten

Die Zahl der Fahrraddiebstähle ist seit Jahren rückläufig. Dennoch werden immer noch rund 270.000 Räder im Jahr geklaut. Damit Ihnen das nicht passiert, sollten Sie mindestens ein hochwertiges Schloss kaufen, besser zwei.

Am sichersten sind starre Bügel- und dicke Kettenschlösser. Die beliebten Faltschlösser sind tendenziell etwas leichter zu knacken. Dünne Kabelschlösser gelten in Fachkreisen als „Geschenkband“ für Diebe.

 

Richtig versichert auf dem Rad

Bei Diebstahl hilft auch eine gute Hausratversicherung: Die springt standardmäßig allerdings nur ein, wenn das Rad Ihnen zu Hause gestohlen wird, zum Beispiel aus dem Keller. Wollen Sie, dass Ihr Fahrrad auch unterwegs versichert ist, können Sie bei vielen Hausratversicherungen eine Zusatzklausel dafür abschließen. Fragen Sie nach, ob der Neu- oder Gebrauchtwert ersetzt wird, und achten Sie auf eine ausreichend hohe Deckungssumme. Eine passende Hausratversicherung finden Sie auf dem Vergleichsportal Mr-Money*.

Eine Vollkaskoversicherung fürs Rad gibt es auch – sie lohnt sich allerdings nur in wenigen Fällen.

Wichtig: Jeder sollte eine private Haftpflichtversicherung haben. Auch mit dem Fahrrad können Unfallschäden in die Millionen gehen. Gute Haftpflicht-Tarife sind aus unserer Sicht „Einfach Besser Plus“ von der Haftpflichtkasse*, „Prestige“ von der Bayerischen* und „Klassik-Garant Exklusiv“ von der VHV.

 

ADFC, ACV und VCD schicken Pannenhelfer

Auch für Fahrradfahrer gibt es „Gelbe Engel“. Allerdings kommen die nicht vom ADAC. Wer nur in seiner näheren Umgebung radelt und bei einer Panne notfalls auch nach Hause oder zur Fahrradwerkstatt schieben könnte, braucht so etwas nicht unbedingt. Aber für Radreisende oder Pendler über größere Distanzen kann Pannenhilfe fürs Rad einiges an Zeit und Nerven sparen.

Beispiel: Sie wollen Ihr Fahrrad aufschließen, das Schloss klemmt und der Schlüssel bricht ab. In dem Fall rücken die Pannenhelfer mit Schutzbrille und Flex an, um Ihr Rad zu befreien.

Es braucht sich auch niemand zu schämen, wenn er bei einem platten Reifen den Schlauch nicht selbst wechseln kann oder will. Auch in dem Fall kommt Pannenhilfe wie gerufen.

Sind Sie Mitglied beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) oder auch beim Automobil-Club Verkehr (ACV), dann besitzen Sie bereits einen Fahrradschutzbrief. Er ist in der Mitgliedschaft enthalten (ADFC: Singles 56 Euro im Jahr, Familien 68 Euro; ACV: Singles 59 Euro, Familien: 69 Euro). Beim Verkehrsclub Deutschland (VCD) kostet der Fahrradschutzbrief 9 Euro Aufpreis auf die Mitgliedschaft (Singles 60 Euro, Familien 75 Euro).

Tipp: Hinter den Fahrradschutzbriefen der Mobilitäts-Clubs steckt meist die Roland Schutzbrief Versicherung, die wiederum die Pannenhelferflotte von Assistance Partner („Silberne Engel“) losschickt. Den Schutzbrief gibt es auch einzeln: Singles zahlen dann knapp 20 Euro im Jahr, Familien sind für rund 30 Euro abgesichert.

Gute Fahrt!

Daniel Pöhler
Autor

Stand:

Daniel Pöhler ist Co-Pilot im Newsletter-Team und gelegentlich als Mobilitäts-Experte von Finanztip unterwegs. Daniel hat Betriebswirtschaft studiert und bei einem Fachmagazin für Telekommunikation volontiert. Seine ausgeprägte Leidenschaft für gute Sprache hat ihm einen weiteren Job bei Finanztip eingebracht: den des stellvertretenden Textchefs.

1 Kommentar

  1. Wirklich toller Beitrag, ich selber habe auch die Möglichkeit genutzt über meinen Arbeitgeber ein Dienstrad in anspruch zu nehmen. Ich bin sehr froh von dem Auto aufs Fahrrad umgestiegen zu sein, so hält man sich fit.

    Gute Tipps

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