Studentin mit Mundschutz
Bild: kzenon / GettyImages

[Erste Version vom 14. August, zuletzt aktualisiert am 2. September.]

Über sechs Millionen Arbeitnehmer mussten im April und Mai in Kurzarbeit, viele Selbstständige haben massive Umsatzeinbrüche. Wenn auch Deine Eltern betroffen sind und langfristig weniger verdienen, hast Du gute Chancen auf ein höheres Bafög. Oder Du bekommst die Förderung deshalb überhaupt erst. Wer ein Anrecht auf Bafög hat, sollte die Hilfe unbedingt beantragen, denn die Hälfte ist geschenkt.

Bis zu 861 Euro gibt es pro Monat. Wie viel Du tatsächlich bekommst, ist abhängig vom Einkommen Deiner Eltern. Normalerweise wird dazu das vorletzte Kalenderjahr betrachtet – wenn Du zum Wintersemester 2019/20 Bafög beantragt hast also 2017. Verdienen Deine Eltern nun aufgrund von Kurzarbeit, Jobverlust oder Umsatzeinbrüchen weniger als 2017, musst Du aktiv eine „Aktualisierung“ beantragen. Dafür gibt es ein Formular. Die höhere Förderung bekommst Du erst ab dem Monat, in dem Du den Antrag stellst. [Korrektur: Die höhere Förderung bekommst Du rückwirkend ab Beginn des Bewilligungszeitraums.]

Wichtig: Für die Aktualisierung müssen Deine Eltern ihr voraussichtliches Einkommen für dieses Jahr schätzen. Der Antrag lohnt sich nur, wenn sie im aktuellen Bewilligungszeitraum insgesamt weniger verdienen als im vorletzten Kalenderjahr – hast Du zum Wintersemester 2019/20 Bafög beantragt also von Oktober 2019 bis September 2020 weniger als 2017. Verdienen Deine Eltern am Ende nämlich doch mehr, fordert das Amt einen Teil des Geldes von Dir zurück. Das geschieht, wenn alle Steuerunterlagen für 2020 vorliegen. Sprich das Vorgehen deshalb am besten genau mit dem Bafög-Amt durch.

Wenn das Einkommen Deiner Eltern bislang zu hoch war für Bafög, lohnt sich vielleicht jetzt erstmals ein Antrag. Auch bei Neuanträgen kann das aktuelle Einkommen der Eltern berücksichtigt werden. Außerdem wurden die Freibeträge für Eltern im August um weitere 3 Prozent erhöht, nach 7 Prozent plus im Vorjahr. Am besten klärst Du mit Deinem Studierendenwerk, welche Unterlagen Du einreichen musst. Alle Infos rund um den Bafög-Antrag findest Du in unserem Ratgeber.

 

Unsere Ratgeber zur Corona-Krise:

ArbeitsschutzWas im Job jetzt wichtig ist
Verfallene Flugtickets Wie Du zu Deinem Geld kommst
Maskenpflicht
So geht‘s
SelbstständigWie Du die Krise überbrückst
ETFs, Gold & Anleihen Was die Krise für Deine Finanzen bedeutet

Nicolas Heronymus
Autor

Stand:

Nicolas Heronymus durchläuft als Volontär gerade sämtliche Stationen in der Redaktion. Schon vor Finanztip sammelte er erste Erfahrungen in der Finanz- und Versicherungswelt: während eines Gap-Years bei der Allianz und als Werkstudent bei der Generali. Er hat Politikwissenschaft in Lüneburg, Berlin und Rom studiert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Was der Stern bedeutet:

Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, ihre Finanzen selber zu machen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate-Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).

Bei Finanztip handhaben wir Affiliate-Links aber anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.

Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.