Flugverspätung
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Die Pleite von Thomas Cook war dramatisch für betroffene Urlauber. Ansonsten verläuft das Jahr für Fluggäste aber bisher besser als das Chaos-Jahr 2018. Laut Flightright sind im Sommer 2019 nur etwa halb so viele Flüge ausgefallen wie im Vorjahr, auch waren weniger Flieger verspätet.

Wer dennoch von einer Flugverspätung oder Annullierung betroffen ist, hat Rechte nach der Europäischen Fluggastrechteverordnung: vom Ersatz der Ticketkosten über Verpflegung bis hin zur Entschädigung. Auch bei Flügen im Rahmen einer Pauschalreise haben Sie Anspruch nach der EU-Verordnung.

1. Anspruch prüfen und Airline anschreiben

Machen Sie Ihre Rechte zunächst direkt gegenüber der Fluggesellschaft geltend. Nutzen Sie dazu gerne unser Tool, das Ihnen sagt, was Ihnen zusteht, und die entsprechende Musterschreiben ausgibt. Auch auf der Website des Zentrums für Europäischen Verbraucherschutz (EVZ) findet sich eine gute Hilfe zur Selbsthilfe. Für sechs Situationen hält das EVZ Musterbriefe bereit. Ebenfalls hilfreich ist die App „Flugärger“ der Verbraucherzentrale NRW.

2. Schlichtungsstelle einschalten

Wenn die Airline nicht zahlt oder zwei Monate ohne Reaktion auf Ihr Schreiben verstrichen sind, sollten Sie sich an die Schlichtungsstelle für öffentlichen Personenverkehr SÖP wenden. Das Verfahren ist für Sie kostenlos. Die Schlichtungsstelle unterstützt Sie bei der Durchsetzung Ihrer Rechte. Geschäftsreisende können das Angebot jedoch in aller Regel nicht nutzen.

Flugzeug
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3. Kommerzielle Anbieter

Wer keine Lust hat, sich selbst mit der Fluggesellschaft herumzustreiten, kann einen kommerziellen Anbieter beauftragen – sogenannte Fluggasthelfer. Das, was früher ein Anwalt gemacht hat, erledigen heute Software und Algorithmen. Doch die Branche ist unübersichtlich. Zu allem Überfluss haben die Anbieter auch noch ähnliche Namen: EUflight, EUclaim, Claim Flights, Flightright, Fairplane und andere Wortschöpfungen. Wir haben uns daher die einzelnen Unternehmen genauer für Sie angeschaut.

4. Das sind die besten Fluggasthelfer

Es gibt zwei unterschiedliche Modelle: die Sofortentschädiger und die Inkasso-Dienstleister. Die einen zahlen sofort, wenn sie Ihren Fall übernehmen. Ob die Airline am Ende zahlt, sich auf schlechtes Wetter beruft oder pleitegeht, kann Ihnen egal sein. Das ist das Risiko des Sofortentschädigers. Sie haben Ihr Geld dann schon in der Tasche – abzüglich der relativ hohen Gebühr von rund 40 Prozent. Unter den Sofortentschädigern empfehlen wir EUflight*. Sie können sich auch an Compensation2go* wenden.

Und dann gibt es eine große Anzahl von Inkasso-Dienstleistern, bei denen Sie erst dann Ihr Geld bekommen, wenn die Fluggesellschaft gezahlt hat. Das kann mehrere Monate dauern – bei einem Gerichtsverfahren sogar Jahre. Aber Sie bekommen für das Warten in der Regel bis zu 10 Prozentpunkte mehr an Entschädigung zurück als bei der Sofortentschädigung. In unserer Untersuchung hat uns der Anbieter flug-verspaetet.de* am meisten überzeugt. Aber auch bei den Fluggastportalen SOS Flugverspätung*, EUclaim* oder Claim Flights sind Sie in guten Händen.

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Britta Beate Schön
Autor

Stand:

Britta Beate Schön ist bei Finanztip für sämtliche Rechtsthemen zuständig. Die promovierte Juristin und Rechtsanwältin war als Leiterin der Rechtsabteilung bei Finanzdienstleistern wie der Telis Finanz AG und der Interhyp tätig. Vorher lehrte und forschte sie in Japan als DAAD-Junior-Professorin für deutsches und Europarecht. Ihr Studium absolvierte sie in Münster, Genf, Regensburg und Leipzig.

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