Altkleider fotografieren
Bild: ijeab, iStock.com

Der alte Kühlschrank soll raus, die Kinderbücher werden nicht mehr gebraucht und die Kommode nimmt nur noch Platz weg: Alte Sachen können Sie im Internet über Kleinanzeigenportale verkaufen, doch ein gutes Geschäft zu machen, ist dabei nicht garantiert. Mit ein paar Tricks können Sie den Verkaufserfolg bei Ebay Kleinanzeigen, Kleiderkreisel und Co. verbessern.

1. Anzeige auffindbar machen

Versetzen Sie sich in die Lage des Käufers. Was gibt er in die Suchfunktion ein? Diese Schlüsselwörter sollten Sie in den Titel Ihrer Anzeige schreiben. Ebay Kleinanzeigen geht bei der Suche nur nach dem Titel. Bei anderen Portalen wie Quoka können und sollten Sie zusätzliche Schlagwörter angeben. Wenn Sie Platz haben, können Sie ausführlicher werden: „WG-Zimmer zu vermieten“ ist schon gut, noch besser ist „Sonniges WG-Zimmer in Neukölln zu vermieten“. Zudem sollte dem Artikel die richtige Kategorie zugewiesen sein. Ganz wichtig: Machen Sie bloß keine Rechtschreibfehler. Eine „Handpuppe von Steif“ bringt Ihnen nicht so viel ein wie eine „von Steiff“.

2. Gute Fotos nutzen

Menschen gehen optischen Reizen nach: Bilder springen uns beim Runterscrollen als erstes ins Auge. Aufmerksamkeit erzeugen Sie durch Kontrast und Schärfe. Was Sie verkaufen, sollte im Mittelpunkt des Fotos stehen und sich gut vom Hintergrund abheben. Technik können Sie auf einem Tisch fotografieren. Auf Quoka werden viele zu verkaufende Pferde im Grünen abgelichtet. Bei Kleiderkreisel werden einige Kleidungsstücke am Körper fotografiert. Was finden Sie ansprechend? Machen Sie nach, was Ihnen gefällt. Bieten Sie möglichst viele Ansichten des Artikels aus verschiedenen Perspektiven an.

Packet vorbereiten
Bild: mixetto, iStock.com

3. Information und Vertrauen schaffen

Möchten Sie ein ehrliches Geschäft machen, zeigen Sie das. Die Anzeige wirkt seriöser, wenn Sie ordentlich formuliert ist, Absätze hat und keine Tippfehler. Geben Sie Ihren Namen und eine Telefonnummer an. Bieten Sie an, für Nachfragen erreichbar zu sein. Hat ein Kaufinteressent nicht das Gefühl, ausreichend informiert zu sein, wird er zögern. Informieren Sie daher umfassend über das Produkt. Bei Kühlschränken und anderer Elektronik können Sie auf der Herstellerwebsite eine Kurzbeschreibung mit allen relevanten Angaben finden. Bei Möbeln und Kleidung kann der Hinweis „abzugeben aus einem tierfreien Nichtraucherhaushalt“ verkaufsfördernd sein – vorausgesetzt natürlich, es stimmt.

4. Sicherheit für Sie und den Käufer

Auf den gängigen Kleinanzeigenportalen gibt es keinen Käuferschutz. Daher ist es am sichersten, sich zu treffen oder die Ware abholen zulassen. Sollten Sie doch etwas versenden: Schützen Sie sich vor Betrug und schicken Sie nie ein Paket ab, ohne vorher die Bezahlung erhalten zu haben. Um Ihren Kunden Sicherheit zu geben, können Sie Paypal als Zahlungsmethode vorschlagen. Paypal erstattet geprellten Kunden ihre Kosten. Das funktioniert aber nur, wenn der Käufer die Funktion für „Waren und Dienstleistungen“ nutzt. Keinen Käuferschutz gibt es, wenn er Geld senden an „Freunde und Familie“ auswählt.

5. Der richtige Preis

Ihr Wunschpreis wird vermutlich über dem Marktwert liegen. Dafür gibt es psychologische Gründe: Wir neigen dazu, Verluste vermeiden zu wollen. Und dazu, Dingen, die wir besitzen, mehr Wert beizumessen, als Dingen, die wir nicht besitzen. Wenn Sie verkaufen wollen, lösen Sie sich also von Ihren Vorstellungen und orientieren Sie sich an anderen Angeboten. Für hohe Preise braucht es etwas Geduld und Glück. Fragen Sie sich, was wichtiger ist: Den alten Schrank schnell loszuwerden oder einen guten Preis zu erzielen.

Zum Kleinanzeigen-Geschäft gehört auch das Feilschen. Wenn Sie einen Preis als verhandelbar angeben, sollte Ihr erster Preisvorschlag auf jeden Fall höher sein, als was sie mindestens erzielen möchten.

6. Den richtigen Zeitpunkt abpassen

Am Wochenende kaufen wir besonders gerne ein. Das gilt auch fürs Online-Shopping. Passen Sie daher den richtigen Zeitpunkt für Ihre Anzeige ab. Wenn die Anzeige am Freitagabend eingestellt wird, steht sie am Wochenende weiter oben in den Suchergebnissen.

7. Gewährleistung ausschließen

Wer etwas verkauft, muss grundsätzlich zwei Jahre für Mängel haften – das gilt selbst bei gebrauchten Waren. Als Privatverkäufer können Sie diese Gewährleistung allerdings ausschließen.

Dafür müssen Sie den Käufer vor Vertragsabschluss ausdrücklich darauf hinweisen – am besten in der Beschreibung des Artikels

Unsere Rechtsexperten empfehlen folgende Formulierung für die Anzeige: „Die Ware wird unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung verkauft.“

Verwenden Sie einen Gewährleistungsausschluss mehrfach, weil Sie häufiger Gebrauchtes über Ebay Kleinanzeigen verkaufen, dann handelt es sich um eine sogenannte Allgemeine Geschäftsbedingung (AGB), auch wenn Sie als privater Verkäufer auftreten. AGBs unterliegen einer strengen Kontrolle, um Käufer vor Fallen im Kleingedruckten zu schützen – das gilt auch für den Ausschluss der Gewährleistung.

Diese Formulierung ist zulässig: „Die Ware wird unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung verkauft. Der Ausschluss gilt nicht für Schadensersatzansprüche aus grob fahrlässiger bzw. vorsätzlicher Verletzung von Pflichten des Verkäufers sowie für jede Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit.“

Unabhängig von der Gewährleistung: Wenn der Käufer eine Ware erhält, die nicht so gut ist, wie er bis zum Kauf annehmen konnte, müssen Sie sie zurücknehmen. Sobald Sie Garantien wie „ohne Kratzer“ und „funktioniert noch hundert Jahre“ aussprechen, ist der Gewährleistungsausschluss für diese Aspekte hinfällig. Sie sollten auch über Makel der Ware aufklären, die für den Käufer nicht erkennbar sind.

 

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2 Kommentare

  1. Zum Ausschluss der Gewährleistung: Es liegt auch eine AGB vor, wenn die Klausel durch einen Dritten für eine Vielzahl von Verträgen vorformuliert ist. Wenn also Finanztip hier eine Klausel vorschlägt, die Leser für ihre Verträge verwenden sollen, erfüllt diese die Voraussetzungen für eine AGB und die AGB-Kontrolle ist eröffnet. Das bedeutet, dass die erste Klausel unwirksam ist. Die zweite dürfte jedoch korrekt sein.

  2. Guten Tag,

    meine persönliche Erfahrung ist, das ebay Kleinanzeigen deutlich an Relevanz verloren hat, seit dem so massiv Werbung eingebaut wurde. Es lohnt kaum noch, sich die Mühe zu machen einen hochwertigen Artikel einzustellen, wenn darunter 3 und mehr Anzeigen für billigsten Schrott der selben Kategorie angezeigt werden.

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