Leere Innenstadt
Bild: IMAGO / future image

Die dritte Corona-Welle hat begonnen. Bereits die erste hat viele finanziell hart getroffen: Jeder achte Befragte erklärte im Oktober 2020, seine Ersparnisse bereits „weitgehend aufgebraucht“ zu haben. So das Ergebnis der Untersuchung „Private Überschuldung in Deutschland“ im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung. Jeder Dritte gab an, dass sich seine finanzielle Lage verschlechtert hat. Die Pandemie-Folgen belasten der Studie zufolge besonders Menschen mit niedrigen Einkommen, vor allem Solo-Selbständige, geringfügig Beschäftigte und Auszubildende. Und Frauen mehr als Männer.

Falls Du nicht mehr in der Lage bist, laufende Kosten zu decken oder schon Deine Ersparnisse aufbrauchst, gibt es staatliche Hilfen für Selbständige. Kommen diese nicht infrage, kannst Du Grundsicherung beantragen (umgangssprachlich Hartz IV). Dafür gilt derzeit noch ein vereinfachtes Verfahren, mit hohen Freibeträgen für Dein Vermögen und mit voller Kostenübernahme für Wohnen und Heizung. Die Regelung wurde vor einer Woche vom Bundestag bis Ende des Jahres verlängert.

Wenn das Deine Probleme nicht löst, solltest Du eine Schuldnerberatung in Anspruch nehmen. Das ist bei vielen Sozialverbänden wie Caritas oder Arbeiterwohlfahrt unverbindlich und kostenlos möglich. Der Service wird inzwischen häufiger auch für Selbständige angeboten.

Leider warten Betroffene oft viel zu lang, bis sie sich beraten lassen. Dabei sind die, die sich beraten lassen, der oben genannten Studie zufolge, ganz überwiegend zufrieden mit dieser Hilfe. Übrigens: Selbst wenn Du drückend überschuldet bist, gibt es die Möglichkeit, einen Antrag auf Privatinsolvenz zu stellen und innerhalb von drei Jahren schuldenfrei zu sein.

 

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Matthias Urbach
Autor

Stand:

Matthias Urbach war von 2014 bis 2022 stellvertretender Chefredakteur von Finanztip. Als Diplomphysiker und Absolvent der Henri-Nannen-Schule kombiniert er analytisches und redaktionelles Know-how. Zuvor war er unter anderem als Verlagsdirektor beim SpringerNature-Wissenschaftsverlag und als Leiter von taz.de tätig.

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