IGeL
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Wenn es um die Gesundheit geht, will niemand knauserig sein und zahlt auch mal Extras aus der eigenen Tasche. Aber welche Behandlungen sind wirklich sinnvoll – und wo fängt die Abzocke an?

Ärzte bieten kostenpflichtige Zusatzleistungen vor allem Patienten mit höherem Einkommen an. Das ergab eine aktuelle Studie der AOK. Die Preise dieser „individuellen Gesundheitsleistungen“ (IGeL), die die Kassen nicht zahlen, schwanken zwischen wenigen bis hin zu Hunderten Euro. Besonders häufig bieten Augenärzte und Gynäkologen solche Behandlungen an. Verkaufsschlager sind Ultraschall- und Blutuntersuchungen sowie Messungen des Augeninnendrucks.

Für viele IGeL konnte bislang kein Nutzen nachgewiesen werden – einige könnten sogar schädlich sein. So überwiegen bei der beliebten Augeninnendruckmessung zur Glaukom-Früherkennung die schädlichen Nebenwirkungen womöglich den Nutzen. „Tendenziell negativ“ sieht diese Leistung der „IGeL-Monitor“ der Krankenkassen. Die Website enthält weitere Einschätzungen zu Leistungen von Akupunktur bis Zahnreinigung. Darunter sind auch Leistungen, die als sinnvoll eingestuft werden. Bevor Sie einer IGeL zustimmen, geben Sie sie am besten dort ein.

Sind Sie überzeugt vom Sinn der Leistung, kann es sich lohnen, die Kasse zu wechseln. Denn manche Kassen zahlen bestimmte IGeL-Leistungen wie zum Beispiel die Zahnreinigung eben doch.

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Daniel Pöhler
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Stand:

Daniel Pöhler war bis Ende 2020 Co-Pilot im Newsletter-Team und gelegentlich als Mobilitäts-Experte von Finanztip unterwegs. Daniel hat Betriebswirtschaft studiert und bei einem Fachmagazin für Telekommunikation volontiert. Seine ausgeprägte Leidenschaft für gute Sprache hatte ihm einen weiteren Job bei Finanztip eingebracht: den des stellvertretenden Textchefs.

1 Kommentar

  1. Ja, wo fängt die Abzocke an? Wer meint diese Leistungen zu brauchen, muss sie halt bezahlen. Manche Ärzte machen das sehr geschickt und es wird schwierig abzulehnen. Z.B. beim Augeninnendruck messen, wird man gar nicht mehr gefragt. Es wird selbstverständlich gemacht.
    Aber mich ärgert noch was ganz anderes. Neulich habe ich telefonisch um die Übersendung eines Rezepts gebeten. Das wurde mir abgelehnt, weil ich keine Briefmarke in der Praxis hinterlegt hatte. Nachdem ich glaubwürdig versichert hatte, die 70ct beim nächsten Besuch mitzubringen, hat man mir dann das Rezept per Post geschickt. Neulich habe ich einen Befund mitgebracht, weil ich hoffte, dass das dem Arzt weiterhelfen könnte. Ich dachte, der Befund wird eingescant und alles ist ok. Nein, der Befund wurde kopiert und ich mußte pro Seite 50ct bezahlen. Diese Unart greift immer mehr um sich. Die Ärzte sind wahrscheinlich kurz vor dem Verarmen. Dabei sind Briefmarken, Briefumschläge, Papier, technische Geräte usw. Betriebsausgaben, die steuerlich abgesetzt werden können. Und die Ärzte kommen sich offensichtlich nicht komisch vor, extra noch einmal vom Patienten abzukassieren. Ich finde diese Geldgier schlimm. Oder liege ich mit meiner Meinung falsch?

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