Haus am See

Die EZB wird ihre Politik des supergünstigen Geldes fortsetzen. Niemand sollte aber allein deswegen eine Immobilie kaufen. Denn die Frage, ob eine Immobilie eine gute Geldanlage ist, entscheidet sich erstens an den Mieterträgen, die man mit der Immobilie erwirtschaft kann und zweitens an dem Preis, den man beim Verkauf der Immobilie erzielen kann.

Weder für hinreichend hohe Mietpreise noch für hohe Verkaufspreise gibt es aktuell eine Garantie.

Wer also heute eine Immobilie als Geldanlage kaufen will, sollte genau auf die Wiederverkäuflichkeit und die Höhe des Preises achten. 4000 Euro Kaufpreis pro Quadratmeter bei Mietpreisen von unter 15 Euro pro Quadratmeter rentieren sich nicht. Solche Käufe sind ökonomisch rein spekulativ.

Ganz unabhängig davon ist die Frage, ob man die Traumwohnung heute billiger finanzieren kann. Das mag so sein. Aber erstens darf das nicht dazu führen, dass die Kredite überborden, man muss sie immer noch zurückzahlen. Außerdem sollte man die Traumwohnung als Traum, meinethalben als „Haus am See“ des Peter Fox deklarieren, aber nicht als Geldanlage.

Das spürt übrigens gerade die Generation der Eltern der heutigen Immobilieninvestoren. Sie merken, dass sie für ihr Haus im Grünen – in den siebziger Jahren gebaut – bei weitem nicht die Preise erzielen, die sie sich vom Haus als Geldanlage erhofft hatten.

Hermann-Josef Tenhagen
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Als Chefredakteur verantwortet Hermann-Josef Tenhagen alle Inhalte und die grundsätzliche Ausrichtung von Finanztip. Er war 15 Jahre Chefredakteur bei der Zeitschrift Finanztest (Stiftung Warentest). Davor war er unter anderem Nachrichtenchef der Badischen Zeitung und stellvertretender Chefredakteur bei der taz. Er studierte Politik, Volkswirtschaft, Pädagogik und Literaturwissenschaften.

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