Diesel-Abgasskandal
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[Dieser Beitrag wird regelmäßig aktualisiert – hier die neueste Entwicklung mit dem neuen Plan der Großen Koalition vom Dieselgipfel. Erste Fassung vom August 2017]

Vor allem VW und Daimler hängen tief drin im Abgasskandal: Rund 2,5 Millionen Volkswagen-Modelle in Deutschland sind betroffen und seit Juni 2018 nun auch eine knappe Viertelmillion Mercedes-Modelle. Im Folgenden die wichtigsten Fragen und Antworten (FAQs) zum Diesel-Abgasskandal. Was hat die Große Koalition für Betroffene von Fahrverboten beschlossen? Welche Marken sind betroffen? Wer zahlt eine Umweltprämie? Wie kann ich mein Auto zurückgeben? Und kann ich mich einer Musterklage anschließen?

Fahrverbote und Wertverlust:

Was hat die Große Koalition für von Fahrverboten bedrohte Diesel-Fahrer beschlossen?

Wo gibt es Fahrverbote?

In welchen weiteren Städten drohen Fahrverbote?

Sind Fahrverbote überhaupt durchsetzbar?

Welche Autos wären von Fahrverboten betroffen?

Was ist eine Blaue Plakette?

Muss ich mit einem Wertverlust rechnen?

 

Umtauschprämie und Umweltprämie:

Wie hoch ist die neue Umtauschprämie der Autohersteller?

Wie hoch ist die alte Umweltprämie – und wer bietet sie noch an?

Soll ich eine Umweltprämie in Anspruch nehmen?

Werden die Prämien mit anderen Rabatten verrechnet?

 

Betroffene Modelle:

Ist mein Auto vom Diesel-Abgasskandal betroffen?

Welche Audi-, VW- und sonstigen Volkswagen-Modelle sind betroffen?

Welche Porsche-Modelle sind betroffen?

Welche BMW-Diesel sind betroffen?

Welche Mercedes-Diesel sind betroffen?

 

Ihr Recht:

Wie kann ich mich rechtlich wehren?

Bis wann muss ich klagen?

Wie kann ich mich einer Musterklage anschließen?

Was kostet mich eine Klage?

Muss ich etwas zahlen, wenn ich mein Auto zurückgebe?

 

Nachrüstung und Software-Update:

Wann kommen die freiwilligen Software-Updates?

Soll ich das Software-Update aufspielen lassen?

Was passiert beim Software-Update?

Wie sähe eine wirksame Nachrüstung aus?

Werden die alten Euro-4- und Euro-5-Diesel nachgerüstet?

Wie finde ich heraus, welche Schadstoffklasse mein Diesel hat?

Was haben die „Diesel-Gipfel“ 2017 beschlossen?

 

Stickoxide, Grenzwerte und die Gesundheit:

Warum sind die Diesel-Autos überhaupt ein Problem?

Wie viel Stickoxide stößt mein Diesel aus?

 

 

Fahrverbote und Wertverlust:

 

Was hat die Große Koalition für von Fahrverboten bedrohte Diesel-Fahrer beschlossen?

Die Große Koalition hat am sich 2. Oktober 2018 endlich auf ein gemeinsames Vorgehen im Diesel-Skandal geeinigt: Mit Umtauschprämien und Nachrüstungen von SCR-Katalysatoren will sie dafür sorgen, dass möglichst wenige Diesel-Fahrer durch Fahrverbote eingeschränkt werden. Doch im Detail ist das neue „Konzept für saubere Luft“ noch zu vage, um Ihnen als Diesel-Besitzer eine klare Empfehlungen geben zu können. Vor allem fehlt es uns von Finanztip noch an belastbaren Zusagen der Autoindustrie zur Nachrüstung, um die Angebote zu beurteilen.

Für wen gelten die Beschlüsse?
Das Konzept richtet sich im Kern an Diesel-Besitzer, die in den 14 am stärksten belasteten Städten oder im direkten Umkreis davon wohnen – oder in diesen 14 Städten arbeiten. Die Bundesregierung hat sich offengehalten, weitere Städte in diese Regel aufzunehmen – und zwar falls dort größere Zonen mit einem Fahrverbot belegt werden.

In diesen besonders betroffenen Städten sollen Diesel-Besitzer künftig zwei Möglichkeiten haben, um Fahrverboten zu entgehen: Umtauschprämien oder Nachrüstung.

Umtauschprämien von um die 5.000 Euro
Bei Variante 1 sollen die Autohersteller „attraktive Umstiegsprämien“ anbieten, die auch den „besonderen Wertverlust“ von alten Dieseln berücksichtigen sollen. Dies haben mehrere Autohersteller bereits zugesagt, darunter VW, Daimler, BMW und Renault. Im Unterschied zu den früheren „Umweltprämien“ sollen Verbraucher nicht zwingend einen Neuwagen kaufen müssen, sondern auch Gebrauchte kaufen können, zum Beispiel Jahreswagen.

Wie schon bei den früheren Prämien müssen Sie aber darauf achten, dass oft andere Rabatte damit verrechnet werden, wodurch der Vorteil unter Umständen nicht so groß ist, wie er zunächst aussieht. Die Umstiegsprämie soll es für Euro-1- bis Euro-5-Diesel geben – bisher ist von Summen um die 5.000 Euro die Rede.

Nachrüstungen mit SCR-Systemen
In Variante 2 sollen Besitzer von Euro-5-Dieseln diese mit einem „SCR-System“ nachrüsten können. Das sollen die Autohersteller finanzieren – doch außer VW hat dazu noch kein Konzern Zusagen gemacht. BMW und Opel haben das sogar kategorisch ausgeschlossen. VW wiederum will dem Vernehmen nach nur 80 Prozent der Kosten übernehmen und verlangt, dass auch andere Hersteller nachrüsten. Das zweite Problem der Nachrüstung: Die Behörden müssen diese Nachrüstungen erst noch technisch zulassen. Das wird noch eine Weile brauchen. Nach Finanztip-Informationen ist mit einer konkreten Entscheidung nicht vor Jahreswechsel zu rechnen. Die konkrete Nachrüstung könnte sich daher bis Mitte kommenden Jahres hinziehen.

Zuschüsse für Handwerker und kommunale Fahrzeuge
Unabhängig davon will die Bundesregierung ab 2019 an mehr als 60 Städte Zuschüsse geben, um Nachrüstungen mit SCR-Systemen zu fördern: Zunächst geht es um schwere Fahrzeuge der Kommunen wie Müllwagen oder Busse. Dasselbe ist für Handwerker- und Lieferfahrzeuge zwischen 2,8 und 7,5 Tonnen geplant. Der Einbau soll zu 80 Prozent vom Bund gefördert werden. Allein diese Maßnahme genüge laut Bundesregierung, um Fahrverbote in allen Städten mit 40 bis 50 µg/m3 (Mikrogramm pro Kubikmeter) Stickoxidbelastung in der Luft zu vermeiden.

Die 14 von der Koalition ausgewählten Städte
Bei den 14 Städten mit besonders hoher Stickoxid-Belastung (mehr als 50 µg/m3), wo es Umtauschprämien und Nachrüstungen für private Diesel-Fahrzeuge geben soll, handelt es sich um: München, Stuttgart, Köln, Reutlingen, Düren, Hamburg, Limburg an der Lahn, Düsseldorf, Kiel, Heilbronn, Backnang, Darmstadt, Bochum und Ludwigsburg. Es gibt aber 11 Städte mit ähnlich hoher Belastung und insgesamt 64 Städte und Gemeinden, in denen die Grenzwerte nach wie vor überschritten werden. Der DUH klagte Anfang Oktober 2018 bereits gegen 28 Städte und Gemeinden – und bereitet weitere Klagen vor. Wo überall sonst noch Fahrverbote drohen, lesen Sie hier.

Neuer Grenzwert für Fahrverbote
Außerdem will die Große Koalition einen Grenzwert für Fahrverbote einführen. So sollen alle Fahrzeuge, die im tatsächlichen Betrieb weniger als 270 Milligramm Stickoxid pro Kilometer ausstoßen, von Fahrverboten ausgenommen sein. Auch Euro-5-Fahrzeuge, die diesen Grenzwert zum Beispiel schon durch ein Software-Update einhalten können. Das entspricht einem Laborwert von etwa 180 Milligramm. Im Schnitt stoßen Euro-5-Diesel aber das Fünffache aus, nämlich 900 Milligramm.

 

Wo gibt es Fahrverbote?

Lange war offen, ob Städte und Kommunen auf eigene Faust Fahrverbote verhängen dürfen. Aufgekommen war die Frage, weil in vielen Städten und Gemeinden seit Jahren die erlaubten Grenzwerte für das giftige Stickstoffdioxid (Stickoxid) deutlich überschritten werden. Doch weil bislang ein Bundesgesetz fehlt, das Fahrverbote für Dieselfahrzeuge regelt, war die vorherrschende Rechtsauffassung in den Städten und Gemeinden, dass keine Fahrverbote verhängt werden dürfen.

Am 27. Februar 2018 urteilte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, dass solche Fahrverbote sehr wohl möglich sind. Zwar schließt das Bundesrecht die angedachten Fahrverbote für Diesel eigentlich aus. Doch „wenn ein Verkehrsverbot für Diesel-Kraftfahrzeuge sich als die einzig geeignete Maßnahme erweist, den Zeitraum einer Nichteinhaltung der Stickoxid-Grenzwerte so kurz wie möglich zu halten“, dann schlägt das EU-Recht das Bundesrecht.

Allerdings müsse der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben. Das heißt, die Maßnahmen müssen in zumutbaren Schritten erfolgen. Und es muss besondere Ausnahmen geben, zum Beispiel für Fahrzeuge von Behinderten und Handwerkern.

Konkret bezogen sich die Leipziger Richter auf Düsseldorf und Stuttgart. Praktisch gilt das Urteil aber auch für die anderen 17 Städte, gegen die die Deutsche Umwelthilfe (DUH) auf Maßnahmen für saubere Luft klagte.

Konkret heißt das für Stuttgart:
Dort hatte das Verwaltungsgericht Ende Juli geurteilt: Fahrverbote in Umweltzonen sind bislang die einzige mögliche Maßnahme, die Luft ab 2018 ausreichend zu entlasten. Das Bundesverwaltungsgericht stimmt der Einschätzung zu, verlangt aber aus Gründen der Verhältnismäßigkeit, in mehreren Schritten vorzugehen. Schritt 1: Nur Fahrzeuge bis Euro 4 dürfen in bestimmten Zonen nicht mehr fahren. Schritt 2: Frühestens ab September 2019 fallen auch Euro-5-Diesel unter das Verbot. Außerdem müssen Ausnahmen gemacht werden für Anwohner und Handwerker. Die Landesregierung setzt das Urteil inzwischen um: Ab 1. Januar tritt ein großflächiges Fahrverbot für Diesel bis Euro 4 in der Innenstadt in Kraft.

Konkret heißt das für Düsseldorf:
Hier sind die Vorbereitungen der Stadt nicht so weit fortgeschritten wie in Stuttgart. Deshalb muss die Stadt zunächst prüfen, wie wirksam Fahrverbote dort sein könnten.

Hamburg hat Fahrverbote eingeführt:
Bereits am Tag des Urteils kündigten die Umweltsenatoren zweier Millionen-Städte Fahrverbote auf einzelnen Straßenabschnitten an, nämlich Hamburg und Berlin. In Hamburg geht es konkret um rund 600 Meter der Max-Brauer-Allee (Sperrung für alle Diesel unterhalb der Euro-6-Norm) sowie um einen 1,7 Kilometer langen Abschnitt der Stresemannstraße in Altona-Nord (Sperrung für LKW unterhalb der Euro-6-Norm). Seit Juni ist es in Kraft.

Berlin führt Fahrverbote ein:
Nach dem Urteil des Berliner Verwaltungsgericht vom 9. Oktober 2018 müssen in Berlin vermutlich 12 Streckenabschnitte in acht Straßen für Diesel-Fahrzeuge gesperrt werden: Und zwar an der Leipziger Straße, Reinhardtstraße, Brückenstraße,  Friedrichstraße, Kapweg, Alt Moabit, Stromstraße und Leonorenstraße. Der Senat muss außerdem weitere 120 Streckenabschnitte (insgesamt 15 Kilometer Strecke) auf die Notwendigkeit von Fahrverboten prüfen. Bis März muss das Land Berlin seinen neuen Luftreinhalteplan mit Maßnahmen beschließen. Bis Juni 2019 müssen diese eingeführt werden. Bislang hatte Berlin lediglich auf einzelnen Straßen Tempo 30 verhängt, um zu testen, ob das die Stickoxid-Belastung senkt. Mehr dazu hier.

Auch in Frankfurt, in Aachen und München deutet einiges auf baldige Fahrverbote hin.

Angesichts der anhaltenden Überschreitung der Grenzwerte in vielen Städten und Ballungsräumen werden das wohl nicht die letzten Ankündigungen sein.

Ausdrücklich lässt das Leipziger Bundesverwaltungsgericht sowohl Fahrverbote auf einzelnen Strecken als auch in ganzen Zonen zu. Für einzelne Strecken verlangt es auch keine Übergangsfristen. Damit gibt es keine grundsätzlichen rechtlichen Hürden mehr für Fahrverbote.

Bislang verhindert die Große Koalition die Einführung einer Blauen Plakette für die bestehenden Umweltzonen, die nach Meinung vieler Experten der einfachste Weg wäre, ältere Diesel aus den Innenstädten herauszuhalten.

Maßnahmen aus dem „Diesel-Gipfel“ wirken noch nicht
Die beim ersten „Diesel-Gipfel“ im August 2017 angekündigten Maßnahmen genügen bislang nicht, um Fahrverbote zu verhindern. Zwar wurde ein Kommunalfonds über eine Milliarde Euro von der Bundesregierung aufgelegt, um Verbesserungen zu finanzieren wie Elektrobusse, neue Radwege oder Parkleitsysteme. Doch es dauert sehr lange, bis diese Maßnahmen greifen. Bis Ende November 2017 hatte noch keine Kommune Geld aus dem Fonds abgerufen, wie sich beim dritten „Diesel-Gipfel“ von Bund und Kommunen im November herausstellte – auch wegen bürokratischer Hürden. Erst in ihrem dritten Diesel-Gipfel Anfang Oktober 2018 konkretisierte die Große Koalition ihre Förderpläne – ohne das schon alle technischen Grundlagen gewährleistet waren.

Sogar die EU-Kommission hat inzwischen ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland angestrengt, weil die Stickoxid-Grenzwerte in so vielen Städten nicht eingehalten werden.

 

In welchen Städten drohen weitere Fahrverbote?

Ausgangspunkt für das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts waren Klagen der Deutsche Umwelthilfe (DUH), die in den vergangenen Jahren die Grenzwerte für Stickoxide vor allem an den Straßen in der Innenstadt regelmäßig überschritten haben. Der DUH hat die Zahl der Klagen kontinuierlich ausgeweitet. Bis Anfang Oktober waren es bereits 28 Städte und Gemeinden: Aachen, Backnang, Berlin, Bonn, Bochum, Darmstadt, Dortmund, Düren, Düsseldorf, Essen, Esslingen, Frankfurt, Gelsenkirchen, Halle, Hannover, Heilbronn, Kiel, Köln, Limburg, Ludwigsburg, Mainz, Marbach, München, Offenbach, Paderborn, Reutlingen, Stuttgart und Wiesbaden. (Hier ein PDF mit der DUH-Übersicht.) , Acht weitere Klagen waren Anfang Oktober in Vorbereitung.

Unter anderem in Aachen, Berlin, Frankfurt, München und Stuttgart gibt es inzwischen konkrete Gerichtsurteile, in denen die Richter die jeweiligen Bundesländer verdonnert haben, Fahrverbote zu verhängen.

Nach den Zahlen des Umweltbundesamts (Uba) wurden die Grenzwerte für Stickoxide in 64 Städten sowohl 2016 als auch 2017 überschritten.

Sicher ist: Je höher die Überschreitung der Grenzwerte, desto wahrscheinlicher sind Fahrverbote. In folgenden 25 Städten lag der gemessene Stickoxid-Wert an mindestens einer Mess-Station in einem der vergangenen beiden Jahre um mehr als ein Viertel über dem zulässigen Grenzwert. Der liegt bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Atemluft (µg/m³).

Städte mit besonders hoher Stickoxid-Belastung

Städte mit den höchsten Belastungen
(2016 oder 2017 mehr als ein Viertel über Grenzwert)
Jahres-mittelwert 2016
(in µg/m³)
Jahres-mittelwert 2017
(in µg/m³)
Klage der DUH
Stuttgart 82 73 x
München 80 78 x
Reutlingen 66 60 x
Kiel 65 56 x
Köln 63 62 x
Hamburg 62 58 x
Düren 60 58 x
Düsseldorf 58 56 x
Heilbronn 57 55 x
Backnang 56 53 x
Darmstadt 55 52 x
Marbach am Neckar 55 keine Daten x
Esslingen am Neckar 54 48 x
Ludwigsburg 53 51 x
Wiesbaden 53 50 x
Mainz 53 48 x
Berlin 52 49 x
Frankfurt am Main 52 47 x
Dortmund 51 50 x
Hagen 51 48
Limburg an der Lahn 51 45 x
Offenbach am Main 51 48 x
Oldenburg 50 49
Bochum 50 51
Paderborn 50 46 x

Quelle: Umweltbundesamt, Stand Mai 2018

In den Städten mit geringerer Überschreitung der Grenzwerte sind Fahrverbote weniger wahrscheinlich.

Um zu sehen, ob auch Ihre Stadt von zu hoher Stickoxid-Belastung betroffen ist, finden Sie im Folgenden eine Liste aller 64 Städte und Gemeinden in alphabetischer Reihenfolge, die die Grenzwerte in den vergangenen beiden Jahren überschritten haben.

 

Alle 64 Städte, wo der Grenzwert 2016 und 2017 überschritten wurde

Stadt Jahresmittelwert 2016
(in µg/m³)
Jahresmittelwert 2017
(in µg/m³)
Aachen 49 46
Augsburg 46 44
Backnang 56 53
Bensheim 43 41
Berlin 52 49
Bielefeld 49 47
Bochum 50 51
Bonn 49 48
Darmstadt 55 52
Dinslaken 43 41
Dortmund 51 50
Düren 60 58
Düsseldorf 58 56
Essen 45 41
Esslingen am Neckar 54 48
Frankfurt am Main 52 47
Freiburg im Breisgau 41 49
Gelsenkirchen 48 46
Gießen 44 42
Hagen 51 48
Halle 46 43
Hamburg 62 58
Hameln 43 39
Hannover 48 44
Heidenheim an der Brenz 44 41
Heilbronn 57 55
Herne 45 43
Herrenberg 49 47
Hildesheim 44 42
Hürth 47 44
Kiel 65 56
Köln 63 62
Leinfelden-Echterdingen 47 41
Leonberg 47 43
Leverkusen 45 46
Limburg an der Lahn 51 45
Ludwigsburg 53 51
Ludwigshafen 46 44
Mainz 53 48
Mannheim 46 45
Marbach am Neckar 55 keine Daten
Mönchengladbach 44 42
Mühlacker 49 47
Mülheim an der Ruhr 45 43
München 80 78
Neuss 45 45
Nürnberg 46 43
Oberhausen 48 49
Offenbach am Main 51 48
Oldenburg 50 49
Osnabrück 47 44
Paderborn 50 46
Pleidelsheim 47 44
Ravensburg 49 keine Daten
Regensburg 42 41
Reutlingen 66 60
Schwäbisch Gmünd 43 40
Schwerte 44 46
Siegen 48 46
Solingen (neu) keine Daten 41
Stuttgart 82 73
Tübingen 48 48
Wiesbaden 53 50
Witten 45 43
Wuppertal 49 49

Quelle: Umweltbundesamt, Stand Mai 2018.

Das Uba spricht davon, dass bisherige Maßnahmen offenbar greifen, hält allerdings immer noch weitergehende Maßnahmen für nötig, um die Stadtbevölkerung angemessen zu schützen. Vor allem auch „Hardware-Maßnahmen“ an Dieselautos, also bessere Abgasfilter.

 

Sind Fahrverbote eigentlich durchsetzbar?

Die Kommunen forderten bislang die Einführung einer bundeseinheitlichen Regel: Eine Blaue Plakette auf der Windschutzscheibe soll anzeigen, dass ein Diesel sauber genug ist. Diesen Wunsch ist die Große Koalition im Bund nicht gefolgt. Sie beschloss Anfang Oktober 2018 stattdessen, den Kommunen einen Abgleich über die Nummernschilder mit dem Zentralen Verkehrsregister zu ermöglichen. Das erspart zumindest den mühsamen Abgleich über die Fahrzeugpapiere, ist nach Ansicht kommunaler Experten aber immer noch zu umständlich.

Zurzeit kostet die Fahrt durch eine Umweltzone mit einem dafür nicht zugelassenen Auto, also ohne Grüne Plakette, 80 Euro. Bei einem bewussten Verstoß können es sogar 160 Euro werden.

 

Welche Autos wären von Fahrverboten betroffen?

Das hängt am Ende von den Kalkulationen in den Luftreinhalteplänen der Kommunen ab. Der von den Gerichten geprüfte Luftreinhalteplan aus Stuttgart gibt aber klare Anhaltspunkte: Dort wird ein Fahrverbot für alle Diesel-Fahrzeuge erwogen, die nicht die Euro-6-Norm erfüllen. Dies haben die Gerichte als sinnvollste Maßnahme erachtet. Stuttgart ist neben München am stärksten von Stickoxiden aus Dieselmotoren belastet.

Fahrverbote könnten aber durchaus auch Euro-6-Diesel treffen. Denn im Realbetrieb sind deren Schadstoffwerte nicht so viel besser als die von Euro-4- und Euro-5-Dieseln. In Berlin lässt die Landesregierung bereits Fahrverbote für Euro-6-Diesel prüfen. Die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger, fordert Fahrverbote für Euro-6-Diesel und nachgerüstete Euro-5-Diesel vorzubereiten. Das sei aber nur für „hochbelastete Städte nötig“ wie zum Beispiel München. Ansonsten genügten die Fahrverbote für Euro 4 und Euro 5. Derzeit sieht es aber trotzdem so aus, als würden sich die Fahrverbote auf Diesel bis Euro 5 beschränken.

Damit Fahrverbote verhältnismäßig sind, muss es Ausnahmeregeln für Anwohner und Handwerker, sowie für Polizei, Feuerwehr und Krankenwagen geben. Außerdem verlangt das Bundesverwaltungsgericht, dass gegen Euro-5-Diesel erst ab 1. September 2019 eine Fahrverbot verhängt werden darf. Für Euro 4 und drunter ist das schon früher zulässig. Wie hoch die jeweilgen Grenzwerte und der tatsächliche Ausstoß der verschiedenen Dieselfahrzeuge ist, lesen Sie unter der Frage: Wieviel Stickoxide stößt mein Diesel aus?

Definitiv sicher vor Fahrverboten sind ganz neue Diesel-Typen, die die Schadstoffklasse Euro 6d erfüllen.

Es ist theoretisch möglich, durch eine technische Nachrüstung auch Fahrzeuge der Euro 5-Norm auf den Euro-6-Standard zu bringen. Die Nachrüstung mit einem verbesserten Katalysator (SCR-Kat) mit der Abgasreinigungsflüssigkeit „Adblue“ würde je nach Modell ab etwa 1.500 Euro kosten.

Der neue SCR-Katalysator spritzt das Adblue nicht mehr flüssig ein, sondern gasfömig. Dadurch kann er schon bei niedrigeren Temperaturen arbeiten und ist auch sonst effektiver. Dieses sogenannte BNOx-SCR-System kann auch das Problem vieler Euro-6-Fahrzeuge beheben, die einen Kat haben, der im realen Fahrbetrieb zu wenig Stickoxide herausfiltert. Mehr zum neuen Kat der Firma Twintec lesen Sie hier. Allerdings hat der Kat noch keine offizielle Zulassung für die wichtigsten betroffenen Dieseltypen.

 

Was ist eine Blaue Plakette?

In vielen Städten gibt es Umweltzonen, in die schon jetzt Autos nicht einfahren dürfen, wenn sie keine Grüne Plakette haben. Diese Plakette bekommen nur Autos (Benziner wie Diesel), die mindestens die Schadstoffnorm Euro 3 erfüllen. Diese erfüllen alle seit 2001 zugelassenen Neuwagen. Analog möchten diverse Kommunen, die derzeit wegen Überschreitung der Stickoxid-Grenzwerte verklagt werden, mit einer zu vergebenen Blauen Plakette auch alte Diesel aus ihren Innenstädten fernhalten können. Auch der Deutschen Städtetages hat sich inzwischen hinter diese Forderung gestellt.

Eine Idee ist, erst Dieseln ab Euro 6 so eine Blaue Plakette zu geben. Die DUH verlangt ein Fahrverbot auch für Euro-6-Diesel, solange diese nicht nachweislich den Laborgrenzwert auch auf der Straße einhalten. Tatsächlich sind Euro-6-Diesel im Praxisbetrieb nicht so viel besser als Euro-4-Diesel. Hier ein Vergleich der konkreten Laborgrenzwert für die Dieselmotoren mit den tatsächlichem Ausstoß an Stickoxiden.

Deshalb schlug die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger, Anfang März 2018 vor, gleich zwei Varianten der Blauen Plakete einzuführen. Eine hellblaue für nachgerüstete Euro-5-Diesel sowie für Euro-6-Diesel und eine dunkelblaue, die nur die ganz neuen Euro-6d-Diesel bekommen sollen. Eine Möglichkeit zum Fahrverbot auch für normale Euro-6-Diesel sei nötig, um auch in „hochbelastete Städten“ wie zum Beispiel München die Grenzwerte einhalten zu können. Doch die Große Koalition weigert sich hartnäckig eine Blaue Plakette einzuführen. Stattdessen kündigte sie in ihrem Konzept von Anfang Oktober 2018 an, Fahrverbote sollten über die Nummernschilder kontrolliert werden. Dazu soll den Verkehrsüberwachungen vor Ort ein Abgleich mit dem Zentralen Fahrzeugregister ermöglicht werden.

 

Muss ich mit einem Wertverlust rechnen?

Die Debatte seit Bekanntwerden der Abgasmanipulation durch VW hat bereits dazu geführt, dass deutlich weniger Diesel zugelassen werden. Im April 2017 kauften laut CAR-Institut so wenige Privatkunden einen Neuwagen mit Dieselmotor wie seit 2009 nicht mehr. Inzwischen ist nur noch jeder dritte neu zugelassene Wagen ein Diesel. Auf dem Höchststand im Jahr 2012 war es noch fast jeder zweite Wagen.

Auf dem Markt für Gebrauchtwagen dagegegen gibt es dank der Diesel-starken Jahre jetzt einen deutlichen Überhang an Fahrzeugen. Bei gleichzeitig niedrigerer Nachfrage werden Diesel zu Ladenhütern, was ihren Preis unter Druck setzt. Anfang 2017 war zum Beispiel der Wiederverkaufswert eines drei Jahre alten um die 50.000 Kilometer gefahrenen Diesels noch 56 Prozent vom Neupreis. Ein Benziner erzielte mit 56,4 Prozent kaum mehr. Anfang 2018 nun war ein solcher Diesel nur noch 53,7 Prozent vom Neupreis wert, ein Benziner dagegen 58 Prozent. Der Wertunterschied beträgt damit über 7 Prozent. Dies ergab eine Marktanalyse des Dieselbarometers der Deutschen Automobil-Treuhand (DAT).

Da nach dem Dieselurteil des Bundesverwaltungsgerichts Fahrverbote in einzelnen Städten sehr wahrscheinlich geworden sind, wird das weiter den Wert betroffener Autos mindern. Auch der Gebrauchtwagenanalytiker Schwacke erwartet nach dem Urteil weiter sinkende Preise: Denn einerseits mustern Mietwagenfirmen und Unternehmen ihre in den vergangenen Jahren gekauften Dieselflotten im alten Rhythmus weiter aus, andererseits bricht die Nachfrage ein. Dazu kommen nun auch noch verunsicherte Dieselbesitzer, die auf Benziner umsteigen wollen.

Auch die Umweltprämie wird den Gebrauchtwagenmarkt für Diesel unter Druck setzen. Denn dadurch werden Besitzer älterer Fahrzeuge, also eher Gebrauchtwagenkäufer, dazu verleitet, Neuwagen zu kaufen. Das ist es, was die Hersteller dazu bewegt, überhaupt so hohe Prämien auszuloben. Dadurch sinkt aber die Nachfrage nach gebrauchten Dieseln zusätzlich. Und damit der Wert von Dieselautos insgesamt.

Inzwischen gibt es dazu die ersten Schätzungen: Anfang März erklärte der Präsident des Kraftfahrzeuggewerbes in Baden-Württemberg, er rechne mit einem dauerhaften Wertverlust von bis zu 15 Prozent. Auch Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut an der Universität Duisburg-Essen spricht inzwischen von einem 15-prozentigen Preiseinbruch. In der „Zeit“ machte er folgende Rechnung auf: Ohne Fahrverbote und Diesel-Krise wäre ein typischer gebrauchter Diesel im Schnitt 13.500 Euro wert. 15 Prozent davon machen einen Verlust von rund 2.000 Euro pro Dieselauto aus.

Sollte die Autoindustrie doch noch den Schadstoffausstoß der Dieselflotte deutlich nachbessern, könnte das den Verkaufswert der Diesel wieder stabilisieren. Allerdings geht das in vielen Fällen nicht ohne eine Änderung am Abgassystem selbst. Die Nachrüstung kostet mindestens um die 1.500 Euro pro Fahrzeug, einige Autohersteller sprechen je nach Modell von Beträgen bis zu 7.000 oder gar 10.000 Euro. Bislang wollen die Autohersteller deshalb in der Regel nur die Software der Motorsteuerung aktualisieren.

 

Umtauschprämie und Umweltprämie:

 

Wie hoch ist die neue Umtauschprämie der Autohersteller?

Die Große Koalition hat mit der Autoindustrie neue Prämien vereinbart. Diese sollen im Umkreis der 14 besonders belasteten Städte angeboten werden – und zwar unter dem Namen „Umtauschprämie“ oder „Umstiegsprämie“.

Einige Hersteller lassen derweil ihre alten „Umweltprämien“ für alle Diesel-Besitzer weiterlaufen, teilweise jetzt auch unter dem Namen „Umtauschprämie“, wie das zum Beispiel Renault macht. (Und direkt im Anschluss an den den Beschluss der Großen Koalition laut verkundete. Aber Vorsicht: Renault ist bekannt dafür, dass die Umweltprämie stark mit anderen Rabatten verrechnet wird.)

Entscheidender Vorteil gegenüber der normalen Umweltprämien: Die Umtauschprämie ist in der Regel höher und auch für Euro-5-Diesel gültig und berücksichtigt den Zeitwert des Fahrzeuges. Außerdem können für die Prämie auch Gebrauchtwagen gekauft werden. Dabei handelt es sich aber nur um sehr junge Gebrauchte, wie Jahreswagen.

Nicht alle Hersteller bieten die Umstiegsprämie für alle Diesel an. BMW zum Bespiel nur für Euro-4- und Euro-5-Diesel.

Diesel-Umtauschprämie einiger Autohersteller für besonders belastete Städte

Marke Umtauschprämie
Aktionszeitraum
Audi angekündigt, noch unklar noch offen
BMW / Mini

(„Umweltprämie+“)

6.000 € für Neuwagen, 4.500 € für junge Gebrauchte (für Euro-4- und Euro-5-Diesel – plus Inzahlungnahme nur von BMW und Mini) 1.10. bis 31.12. 2019
Mercedes 3.000 € bis 10.000 € für Neuwagen und 3.000 € bis 5.000 €
junge Gebrauchte
(„Umtauschprämie“ plus Wertausgleich für Euro-4- und Euro-5-Diesel, also keine Verschrottung)
Seit 8.10. , Ende offen.
Volkswagen „Umstiegsprämie“ angekündigt: von im Schnitt 4.000 € für Euro 1-4 und 5.000 € für Euro 5 – plus Inzahlungnahme Zeitraum und Details der Prämie sind noch offen

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 10.10.2018)

 

Wie hoch ist die alte Umweltprämie – und wer bietet sie noch an?

Achtung: Laut dem Diesel-Konzept der Großen Koalition von Anfang Oktober wollen mehrere Hersteller so genannte „Umstiegs- oder Umtauschprämien“ in besonders belasteten Städten anbieten. Siehe das Kapitel oben.

Derweil führen mindestens noch vier Hersteller ihre alte Umweltprämie für alle Dieselfahrer in ganz Deutschland weiter. Allerdings zu sehr unterschiedlichen Bedingungen und unter verschiedenen Namen, siehe die Tabelle unten. Das sind Mercedes, BMW, Renault, Ford – und beschränkt auf den Kauf eines Hybridautos auch Toyota. Andere haben die Prämie auch schon eingestellt: Seit dem 30. Juni 2018 etwa der VW-Konzern (siehe Tabelle unten). Etwas über 200.000 Fahrzeuge sollen mit dem Anreiz einer Umweltprämie bislang verkauft worden sein.

Die Idee der Umweltprämie: Mehrere 1.000 Euro Nachlass erhalten Autokäufer, die einen alten Euro-1- bis Euro-4-Diesel zum Verschrotten abgeben und einen Neuwagen kaufen. Bei Mercedes sind es zwar nur 1.000 bis 2.000 Euro, aber zusätzlich zur Umweltprämie (dort „Umtauschprämie“) gibt es noch einen Wertersatz für den Zeitwert das alten Fahrzeugs. Bei BMW wird die Umweltprämie auch bei Euro-5-Altfahrzeugen gezahlt (inkl. Inzahlungnahme).

Für Elektro- und Hybridfahrzeuge zahlt der Staat eine staatliche Förderprämie in Höhe von bis zu 4.000 Euro obendrauf.

Zur Umweltprämie dazu kommen generell sehr hohe Rabatte auf Neuwagen. Im Dezember 2017 lagen diese auf einem Rekordstand, den höchsten seit Beginn der regelmäßigen Rabatt-Studien durch das CAR Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen. Im Schnitt lagen die Rabatte auf die 30 meistverkauften Modelle bei 20 Prozent. Diese hohen Grundrabatte kombiniert mit den Umweltprämien führten auch im März 2018 wieder zu Angeboten von einzelnen Neuwagen mit bis zu 48 Prozent Nachlass.

Diesel-Abwrack-Programme der Autohersteller

Marke Umweltprämie (in €) Aktion bis …
Alfa Romeo 2.000 – 6.000
(„Tauschprämie“)
beendet
Audi 3.000 – 10.000 beim Kauf eines Diesels beendet
BMW 2.000 für Neuwagen, 1.500 für Junge Gebrauchte (Verschrottung oder Inzahlungnahme bis Euro-5-Diesel) bis 31.12.2018, wenn der Neuwagen weniger als 130g CO2 pro km ausstößt.
Citroën 2.000 – 5.000 beendet
Fiat 2.560 – 6.500 beendet
Ford 2.000 – 8.000 (bis Euro 5, aber nur Verschrottung) auf Widerruf (Anfang Okt. 2018 noch beworben)
Hyundai 2.500 – 10.000 beendet
Jeep 2.000 – 8.000 beendet
Lexus 3.000 – 6.000 beendet
Mazda 3.200 – 7.500 („Skyactiv Wechselprämie“) beim Kauf eines Skyactiv-Motors beendet
Mercedes 1.000 – 2.000
(„Umtauschprämie“ plus Wertausgleich bei Verschrottung (Euro 1-3) oder Inzahlungnahme ab Euro 4)
31. Dezember 2018
Opel 1.750 – 7.000 beendet
Peugeot 1.500 – 6.000 beendet
Porsche 5.000 beendet
Renault 2.000 – 10.000
(„Umtauschprämie“, Euro 1 bis Euro 5)
verlängert bis 30. November 2018 und auf bis zu 10.000 Euro erhöht
Seat 1.750 – 8000 beim Kauf eines Diesels beendet
Skoda 1.000 – 5.000 beim Kauf eines Diesels beendet
Toyota 2.800 – 5.000
(„Eintauschbonus“ nur für Kauf von Hybriden, aber Euro 1 bis 6 und Inzahlungnahme)
bis 31. Dezember 2018
Volkswagen 2.000 – 10.000 beim Kauf eines Diesels beendet

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 10.10.2018)

Soll ich die Umweltprämie in Anspruch nehmen?

Falls Sie einen alten Euro-1- bis Euro-3-Diesel besitzen, lohnt es sich, die Umweltprämie in Anspruch zu nehmen. Bei Euro-4-Modellen ist es möglich, dass der Restwert so hoch ist, dass er den Rabatt überwiegt. Bei einigen Herstellern, zum Beispiel Mercedes und BMW, wird aber die Umweltprämie auf den Inzahlungnahmepreis oben drauf gelegt, dann lohnt sie sich in aller Regel.

Sie können den Preisnachlass der Umweltprämien mit den üblichen Rabatten kombinieren. Wie uns Leser berichten, kommt es vor, dass Händler behaupten, das ginge nicht. Das ist aber nur eine Schutzbehauptung als Teil der Preisverhandlung. Auf Neuwagenportalen bekommt man einen guten Überblick, welche Rabatte möglich sind. Wir empfehlen, den Wagen dort zu kaufen – oder den Händler Ihres Vertrauens mit den dort erzielten Preisen zu konfrontieren. Insbesondere bei den Marken des VW-Konzern waren nach Erfahrungen aus dem Spätsommer 2017 offenbar sehr hohe Gesamtrabatte zu erzielen.

Falls Sie wieder einen Diesel kaufen wollen, sollten Sie eher auf ein Fahrzeug der Norm Euro 6d warten, wenn möglich. Ansonsten hat das CAR-Institut alle Studien zum Stickoxidausstoß der aktuellen Generation der Dieselautos zusammengefasst: Demnach produzieren BMW und der VW-Konzern (abgesehen von Porsche) derzeit tendenziell die vergleichsweise saubersten Euro-6-Diesel. Nachzulesen hier auf sz.de. Bedenken Sie aber, dass der aktuelle Skandal dem Image des Diesels stark zu gesetzt. Das könnte sich dauerhaft als nachteilig für den Wiederverkaufswert herausstellen.

Anfang Oktober 2018 einigte sich die Große Koalition mit Teilen der Autoindustrie auf eine Neuauflage der Umweltprämie unter dem Begriff „Umtauschprämie“ oder „Umstiegsprämie“. Sie soll vor allem im Umkreis der 14 besonders belasteten Städte angeboten werden.

 

Wird die Umweltprämie mit anderen Rabatten verrechnet?

Wenn Sie einen alten Diesel zu verschrotten haben, können Sie jetzt einmalig günstige Preise erzielen. Manche Vertragshändler geben die Umweltprämie auf die nomalen Rabatte obendrauf. Das zeigen Auswertungen des Neuwagenvermittlers meinauto.de und des Center Automotive Research (CAR) der Uni Duisburg-Essen.

Meinauto.de registrierte einen sprunghaften Anstieg des durchschnittlichen Rabatts im August auf 27 Prozent. Das sind satte 5 Prozentpunkte mehr als in den Vormonaten. Die Uni Duisburg-Essen analysierte mehrere Portale und Angebote und fand Rabatte von bis zu 46 Prozent. Ein Überblick gibt die folgende Tabelle von Höchstrabatten, die auf Neuwagen-Portalen im Internet zu finden oder bei guter Verhandlung mit Ihrem Vertragshändler zu erzielen sind. Die Preise beziehen sich jeweils auf die Basisversion. Die Tabelle ist sortiert nach dem Gesamtrabatt.

Zu erzielende Höchst-Rabatte mit Umweltprämie

Modell Listenpreis (in €) Händlerpreis mit Prämie (in €) Ausgelobte Prämie (in €) Mehrrabatt durch Prämie (in €) Gesamter Rabatt
Skoda Octavia 17.450 9.386 5.000 4.175 46 %
VW Passat Trendline 26.750 14.486 8.000 7.468 46 %
VW Golf Trendline 17.850 9.998 5.000 4.563 44 %
Seat Leon Reference 18.320 10.416 5.000 3.229 43 %
Ford Fiesta Trend 12.950 7.662 4.000 2.474 41 %
Skoda Fabia Active 12.150 7.154 3.000 1.434 41 %
Audi A4 Avant 33.700 20.382 8.500 8.365 40 %
Ford Kuga Trend 120 PS 23.300 14.144 6.500 3.133 39 %
Opel Astra Selection 17.260 10.514 5.000 3.028 39 %
Opel Corsa 3T Selection 11.995 7.303 3.500 1.897 39 %
VW Polo Trendline 12.975 7.894 3.000 3.197 39 %
Ford Focus Ambiente 18.900 11.736 5.000 1.718 38 %
Opel Insignia GS Selection 25.940 16.195 7.000 4.277 38 %
Opel Mokka X Selection 18.990 11.713 5.500 3.710 38 %
Audi A3 Sportback 24.650 15.773 5.000 5.001 36 %
Seat Ibiza Reference 14.240 9.125 3.000 2.193 36 %
VW Tiguan Trendline 26.575 17.372 5.000 5.345 35 %
VW up! Take Up 9.975 6.436 2.000 1.474 35 %
Audi A1 16.250 10.867 3.000 2.927 33 %
Audi Q3 28.700 19.449 5.000 4.885 32 %
Hyundai I20 Classic 13.950 9.777 3.800 292 30 %
Mazda 3 Prime Line 18.190 12.753 4.500 962 30 %
Renault Clio Start 11.990 8.537 2.500 238 29 %
Renault Capture Life 15.890 11.473 3.500 395 28 %
BMW 116i 24.700 18.020 2.000 1.454 27 %
BMW X1 31.700 24.089 2.000 1.983 24 %
Hyundai Tucson Classic 22.740 17.359 5.000 808 24 %
Mazda CX-5 Prime Line 24.990 19.927 4.500 877 20 %

Quelle: CAR Center Automotive Research – Universität Duisburg-Essen, Stand August 2017

Aus der Tabelle ergibt sich, dass manche Autohersteller die normalen Rabatte eher mit der Umweltprämie verrechnen als andere: Während VW- und Audi-Händler eher kundenfreundlich verhandeln, blieb zum Beispiel bei Renault und Hyundai in der CAR-Stichprobe unterm Strich kaum etwas von der Umweltprämie übrig.

Vergleichen Sie in jedem Fall die Händler-Preise – am besten bei einem der Neuwagen-Vermittler.

 

Betroffene Modelle:

Ist mein Diesel vom Abgasskandal betroffen?

Falls auch Ihr Fahrzeug manipuliert wurde, dann bekommen Sie Post vom Hersteller. Auch wenn Sie den Wagen gebraucht gekauft haben, da die Hersteller mit der Zulassungsbehörde zusammenarbeiten.

Vom Abgasskandal betroffen sind ursprünglich Fahrzeuge von VW, Audi, Skoda und Seat mit dem EA189-Motor (zusammen gut 2,4 Millionen Fahrzeuge in Deutschland). Unter folgenden Links können Sie nachsehen, ob Ihr Auto dabei ist: VW, Audi, Skoda, Seat. Weitere 33.000 Audi Dreiliter-Euro-6-Motoren kamen im Juni 2018 dazu.

Außerdem betroffen sind Fahrzeuge von Porsche (circa 26.000 Fahrzeuge in Deutschland) – und inzwischen auch von BMW (ca. 5.000 Fahrzeuge in Deutschland). Neben dem VW-Konern ist inzwischen auch Daimler tief in den Abgasskandal verwickelt. Das Bundesverkehrsministerium ordnete im Juni 2018 den Rückruf von insgesamt 238.000 Fahrzeugen in Deutschland an.

Bei Opel wurde noch keine Betrugssoftware entdeckt, trotzdem haben die Autobauer freiwillige „Nachrüstungen“ in Form eines Updates der Motor-Software angekündigt. Auch Daimler hat für 3 Millionen Mercedes-Fahrzeuge europaweit ein freiwilliges Update angekündigt. Im Mai 2018 rief das Kraftfahtbundesamt dann erstmals auch Mercedes Modelle wegen einer Betrugssoftware zurück. Daimler wehrt sich gegen die Vorwüfe der Behörde, die trotzdem weitere Modelle untersucht. Gegen Daimler ermittelt außerdem die Stuttgarter Staatsanwaltschaft. Es kann also sein, dass es weitere offizielle Rückrufe geben wird. Auch BMW hat über die Fahrzeuge mit Abschalteinrichtung hinaus Softwareupdates angekündigt.

Gegen Opel läuft hingegen offenbar keine Ermittlung. Was BMW anbelangt, hatte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) anfang Dezember eine Untersuchung durch das Bundesverkehrsministerium ausgelöst, weil in Messungen im Auftrag der Umwelthilfe ein BMW 320d aus dem Jahr 2016 sehr auffällige Abgaswerte zeigte, die auf „das Vorhandensein einer Abschaltvorrichtung“ hindeuteten, wie der DUH erklärte. BMW wehrte sich gegen die Vorwürfe und sprach davon, dass die DUH-Messung während „untypischer Fahrweisen im Randbereich“ gemacht worden seien. Allerdings rief das Kraftfahrtbundesamt im April dann doch einige BMW-Modelle wegen „unzulässiger Abschalteinrichtungen“ zurück.

 

Welche Audi-, VW- und sonstigen Volkswagen-Modelle sind betroffen?

Volkswagen hat seinen Dieselmotor EA189 mit 1,2 Liter, 1,6 und 2 Liter zurückgerufen. Im Anschluss gab es zudem einen offiziellen Rückruf des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) von insgesamt 2,4 Mllionen Autos mit dem EA189 – und damit alle Euro-5-Modelle. Der Motor steckt im VW Golf VI, Passat VII, im Audi A4 und A6 und in diversen weiteren VW- und Audi-Modellen – sowie in Autos von Skoda und Seat. Die betroffenen Fahrzeuge bekommen ein Software-Update der Motorsteuerung. Beim 1,6-Liter-Motor wird zusätzlich ein kleines Plastikrohr verbaut, ein sogenannter Strömungsgleichrichter. Viele Besitzer haben schon nachgerüstet. Der EA189 ist der Motor, mit dem der Abgasskandal begann, der erstmals am 18. September 2015 publik wurde. Das ist der Dieselmotor, den der VW-Konzern zwischen 2008 und 2015 im Wesentlichen in seinen Fahrezugtypen der verschiedenen Marken verbaut hat.

Außerdem wurde im Dezember 2017 der VW Touareg 3.0 Liter Euro-6-Diesel vom KBA zurückgerufen. Bei den 25.800 Fahrzeugen allein in Deutschland wurde eine schadstoffmindernde Aufwärmstrategie entdeckt, die sonst aus ist. Zudemwird der Kat in seiner Wirkung eingeschränkt.

Auch der Audi Q7 könnte betroffen sein, da dieser auf derselben Plattform beruht und mit denselben 3.0-Liter-Dieselmotor unterwegs ist, der im bereits in den offiziell zurückgerufenen Porsche Cayenne und VW Touareg arbeitet. Außerdem sind große Audi-Motoren des A7 und A8 betroffen.

Am 8. Mai wurde außerdem der Verdacht öffentlich, dass auch Audi A6- und A7-Modelle mit einem aktuellen Euro-6-Motor betroffen sind. Dabei handelt es sich offenbar um 33.000 Fahrzeuge, die das Kraftfahrtbundesamt untersuchen ließ. Im Juni folgte dann der offizielle Rückruf. Die Fahrzeuge haben einen Dreilitermotor, den V6-TDI Evo Gen2 mit 272 PS (200kW).

 

Welche Porsche-Modelle sind vom Diesel-Abgasskandal betroffen?

Porsche muss auf Anweisung des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) die Software für die Motorsteuerung seines Cayenne 3.0 TDI austauschen. Denn die enthält ein Betrugsprogramm, das erkennt, ob das Fahrzeug auf dem Prüfstand steht. Bis das KBA eine neue Steuerungssoftware genehmigt hat, darf Porsche das Auto nicht mehr verkaufen. Die Halter werden angeschrieben, sobald die Nachrüstung möglich ist. Der sehr ähnlich konstruierte VW Touareg wurde ebenfalls mit gleich zwei Software-Betrügereien im Dezember offiziell zurückgerufen. Im Mai kamen die Modelle Porsche Cayenne 4,2 Liter V8 TDI und Porsche Macan 3,0 Liter V6 TDI hinzu, beides Euro-6-Modelle. Auch diese 19.000 in Deutschland verkauften Autos wurden vom KBA zurückgerufen (plus 40.000 Autos weltweit).

 

Welche BMW-Diesel sind betroffen?

Anfang April hat das Kraftfahrtbundesamt den Rückruf von mehreren BMW-Modellen angeordnet: Nämlich die 750xd (3.0 Diesel) und die M550xd (Limousine und Touring mit 3.0 Diesel). Sie alle haben Schadstoffklasse Euro 6. Davon seien weltweit etwa 11.700 Fahrzeuge betroffen, in Deutschland etwa 5.000. Betroffene Halter werden von BMW informiert. Eine unserer Empfehlungen nimmt inzwischen auch im großen Stil Fälle gegen BMW an. Der Konzern hat inzwischen auch eine fehlerhafte Abgasreinigung zugegeben, dabei handele es sich aber nicht um Absicht, sondern um Schlamperei. Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge soll sich BMW nun mit der Staatsanwaltschaft auf eine Strafzahlung von 10 Millionen Euro geeinigt haben.

 

Welche Mercedes-Diesel sind betroffen?

Seit dem 11. Juni 2018 steckt auch Daimler tief drin im Abgasskandal: An diesem Tag ordnete Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) den Rückruf von 238.000 Mercedes-Fahrzeugen allein in Deutschland an. Europaweit kommen noch einmal 536.000 Fahrzeuge hinzu. Betroffen sind offenbar die Massenmodelle GLC 220d und C 220d. Der offizielle Rückruf soll etwas später folgen durch das Kraftfahrtbundesamt. Insgesamt 774.000 Mercedes sind eine Dimension, die an die Betrugsfälle im VW-Konzern erinnert.

Das hatte sich angekündigt: Ende Mai rief das KBA erstmals ein Mercedes-Modell offiziell zurück. Es geht um den Kleintransporter Vito mit einem 1,6-Liter-Motor. Dabei handelt es sich um einen Euro-6-Diesel – in Deutschland sind etwa 1.400 Fahrzeuge, weltweit weitere knapp 5.000 Fahrzeuge betroffen. Der Motor stammt dem Vernehmen nach von Renault. Das KBA begann, weitere Mercedes-Modelle mit vergleichbaren Motoren zu untersuchen. Offenbar mit Erfolg.

Mercedes erklärte, man werde der Forderung nach einem Software-Update nachkommen, zusätzlich aber gegen die Begründung des Rückrufs Einspruch einlegen. Die Funktionen seien „Teil eines komplexen Abgasreinigungssystems, das eine robuste Abgasreinigung bei unterschiedlichen Fahrbedingungen und über die Nutzungsdauer eines Fahrzeugs sicherstellen“ soll. Bislang war dem Konzern keine Abgasmanipulation nachgewiesen worden, allerdings ermittelt die Staatsanwaltschaft Stuttgart schon länger gegen den Konzern.

Schon im Sommer 2017 hatte Dainler seine Mercedes-Motormodelle OM 642 und OM 651 zurückgerufen. Das betraf zum Großteil Diesel der Schadstoffklassen Euro 5 oder Euro 6. Es handelte sich um Turbodiesel mit sechs Zylindern und 3,0 Liter Hubraum sowie vier Zylindern und 1,8 oder 2,1 Liter Hubraum. Die Motoren sind mehr oder weniger in der gesamten Mercedes-Modellpallette verbaut worden. Die Fahrzeuge sollen ein Software-Update der Motorsteuerung bekommen. Anders als der im Juni angeordnete Rückruf sind diese Updates aber nicht verpflichtend, denn sie wurden nicht vom KBA angeordnet. Es handelt sich um eine freiwillige Service-Maßnahme.

Mehr zu den Klagemöglichkeiten gegen Mercedes und über geeigente Anwälte lesen Sie in unserem neuen Daimler-Ratgeber.

 

Ihr Recht:

Welche rechtlichen Möglichkeiten habe ich?

Es gibt grundsätzlich drei Wege, wie betroffene Diesel-Fahrer sich vor einem Wertverlust schützen können: Sie können Ansprüche aus Kaufrecht, aus sogenannten deliktischen Schadensersatzansprüchen geltend machen. Und Sie können den Kreditvertrag widerrufen, falls Sie Ihr Auto so finanziert haben.

Bei den ersten beiden Varianten geht es im Ergebnis um dasselbe. Sie geben den manipulierten Diesel zurück und bekommen im Gegenzug den Kaufpreis erstattet – abzüglich eines Nutzungsersatzes.

Diese Möglichkeit gibt es ganz sicher nur für die Fahrzeuge, deren Abgasverhalten nachweislich manipuliert wurde, also vor allem VW-Diesel mit dem EA189-Motor bei den Marken Skoda, VW, Audi und Seat sowie der 3.0-Liter-Cayenne von Porsche.

Besitzer eines EA189-Diesels können sich auch der Musterfeststellungsklage anschließen.

Es sind bereits weitere Marken hinzugekommen: Die Daimler-Zentrale wurde bereits wegen des Verdachts auf Manipulation durchsucht. Gegen den Kleintransporter Vito gab es den ersten Rückruf. Auch BMW musste manipulierte Fahrzeuge eingestehen. Auch gegen diese Hersteller gibt es schon eine Reihe von Klagen.

Kaufrechtliche Ansprüche richten sich immer gegen den Verkäufer, Schadensersatzansprüche wegen vorsätzlicher Verbrauchertäuschung oder wegen Verstoßes gegen gesetzliche Vorschriften richten sich gegen den Hersteller. Lassen Sie sich von juristischen Experten beraten, die mit Ihnen individuell alle rechtlichen Möglichkeiten besprechen. Hier geht’s zu unserem Ratgeber.

Bei der dritten Möglichkeit spricht man auch vom sogenannten Widerrufsjoker: Wer sein Auto über die Bank des Herstellers finanziert hat, kann die Widerrufsbelehrung im Darlehensvertrag prüfen lassen. Die ist eventuell fehlerhaft und ermöglicht dadurch eine Rückabwicklung des Kaufvertrags. Das ist finanziell unter Umständen noch viel besser als eine einfache Rückgabe. Außerdem können Sie gegen diesen Vertragsfehler bei jeder Automarke vorgehen, ganz egal ob sich ein Verstoß gegen Abgaswerte oder versprochene Spritverbräuche konkret nachweisen lässt. Wie Sie den Widerrufsjoker nutzen können, haben wir im Ratgeber Autokredit widerrufen beschrieben.

 

Bis wann muss ich klagen?

Vom Kaufvertrag zurücktreten kann der Diesel-Käufer innerhalb von zwei Jahren nach Übergabe des Fahrzeugs, bei Gebrauchtwagen häufig nur ein Jahr, nachdem der Verkäufer die Schlüssel übergeben hat. Volkswagen hat erklärt, der Konzern werde sich bis zum Jahresende 2017 nicht auf Verjährung berufen, selbst wenn die einzelnen Ansprüche eigentlich bereits abgelaufen wären. Allerdings hat VW diese Frist nicht verlängert. Diese Ansprüche sind also in der Regel verjährt.

Schadensersatzansprüche können etwas länger geltend gemacht werden, nämlich bis zu drei Jahre nach Bekanntwerden des Mangels. Diese verjähren für viele Modelle aus dem Volkswagenkonzern am 31. Dezember 2018 (praktisch alle klassischen Betrugsfälle mit denen der Skandal losging, also Fahrzeuge mit dem Motor EA189). Auch wer den Widerrufsjoker bei einer Kreditfinanzierung nutzt, hat länger Zeit für eine Klage.

Die beiden von Finanztip empfohlenen Rechtsdienstleister für Volkswagen-Kunden ohne Rechtsschutzversicherung nehmen wahrscheinlich noch mindestens bis Ende August Ende Juni 2018 neue Kläger an, die einen Fahrzeug aus dem Volkswagenkonzern mit dem Motor EA189 besitzen.

Bei anderen Marken haben die Halter noch etwas länger Zeit: Dann bei einigen Modellen zum Beispiel der VW-Tochter Porsche, aber auch bei Mercedes und BMW wurden erst 2017 und 2018 Abgasmanipulationen bekannt. (Hier gibt es derzeit unseres Wissens auch noch keinen Prozessfinanzierer, der Ihnen das Risiko einer Klage abnimmt.)

 

Wie kann ich mich einer Musterklage anschließen?

Um ihre Rechte durchzusetzen, mussten Betroffene in Deutschland bislang einzeln vor Gericht ziehen, da es in Deutschland außer im Kapitalrecht noch keine Verbraucher-Sammelklagen gab. Inzwischen ist das Gesetz zur Musterfeststellungsklage verabschiedet und tritt am 1. November 2018 in Kraft.

Der Verbraucherverband VZBV kündigte am 12. September an, Anfang November eine Musterfeststellungsklage gegen Volkswagen einzureichen – unterstützt vom ADAC. Darin geht es um den häufigsten Betrugsmotor, den EA189, der von Volkswagen in Dieseln aller VW-Marken verbaut wurde. Die Verbraucherschützer wollen dabei feststellen lassen, „dass Volkswagen betroffenen Käufern Schadensersatz schuldet“. Dieser Klage können Sie sich kostenlos anschließen. Wie das geht, werden wir in unserem Ratgeber rechtzeitig nachliefern. Unsere Empfehlung vw-verhandlung.de* bietet allen Betroffenen an, die Registrierung zum Musterverfahren ohne Extrakosten zu übernehmen.

Wenn Sie sich – mit oder ohne Anwalt – bis Ende des Jahres im Klageregister der Klage anschließen, wird die Verjährung Ihrer Ansprüche verhindert. Alle anderen Betroffenen des Abgasskandals können von dieser Musterklage allerdings nicht profitieren.

Nicht nur Diesel-Besitzer sind geschädigt, auch VW-Aktionäre. In dieser Sache begann am 10. September der Musterprozess gegen den VW-Konzern. Sie können Sich dieser Klage nicht mehr anschließen. Es ist nur noch möglich, mit hohem Aufwand auf eigene Faust zu klagen – Ende des Jahres 2018 läuft allerdings die Frist dazu ab.

 

Was kostet mich eine Klage?

Wenn Sie sich an der Musterklage beteiligen, dann entstehten zunächst keine Kosten. Sie müssen aber nach einer erfolgreichen Musterklage Ihren Einzelfall immer noch vor Gericht bringen. Das wird Geld kosten, hat aber kein großes Risiko, da die Rechtsfrage ja im Prinzip bereits geklärt ist.

Ansonsten sind Sie natürlich mit einer Rechtsschutzversicherung auf der sicheren Seite. Die meisten Versicherungen übernehmen mittlerweile anstandslos die Kosten.

Wer nicht rechtsschutzversichert ist, dem empfiehlt Finanztip schon länger die Anwaltskooperation vw-verhandlung.de* sowie den Rechtsdienstleister Myright*. Deren Modell ist, das Kostenrisiko über einen Prozessfinanzierer abzudecken. Dafür würden Sie im Erfolgsfall einen Teil des erstrittenen Gelder als Provision einbehalten. Durch die Möglichkeit der Musterfesstellungsklage hat sich die Situation inzwischen verändert und vw-verhandlung übernimmt im Moment keine Prozessfinanzierung mehr für neuen Fälle. Allerdings haben Betroffene die Möglichkeit, sich kostenlos bei der Anmeldung zu Muterklage helfen zu lassen.

Wichtig zu wissen: Die beiden Rechtsdienstleister hatten die Prozessfinanzierung schon immer an ein paar weitere Bedingungen geknüpft. Dazu gehört unter anderem, dass der Kläger seinen VW mindestens seit September 2015 besitzen muss, dem Zeitpunkt des Bekanntwerdens des Abgasbetruges von VW. Betrugsfälle von Fahrzeugen mit anderen Motoren, etwa die vom KBA zurückgerufenen 3-Liter-Modelle der VW-Tochter Porsche, können Sie auch weiterhin nur mit Rechtschutzversicherung beziehungsweise auf eigenes Kostenrisiko vor Gericht bringen.

Mehr zu den beiden Anbietern lesen Sie in unserem Ratgeber zum VW-Abgasskandal. VW-Verhandlung.de nimmt inzwischen auch Klagen von Mercedes- und BMW-Fahrern an, doch bislang ist hierfür nur die Ersteinschätzungen kostenlos. Mehr zu den Klagemöglichkeiten und Anwälten gegen Mercedes lesen Sie in unserem neuen Ratgeber zu Daimler.

 

Muss ich etwas zahlen, wenn ich mein Auto zurückgebe?

Wer sein Fahrzeug zurückgibt, dem wird in aller Regel etwas dafür berechnet, dass er mit dem Auto eine ganze Weile gefahren ist. Die Höhe des „Gebrauchsvorteils“ richtet sich nach dem Kaufpreis und dem aktuellen Kilometerstand im Verhältnis zur erwarteten Gesamtlaufzeit des Fahrzeugs. Bei Autos mit Dieselmotor gehen die Gerichte meist von einer Lebensdauer bis 250.000 Kilometern aus.

Verbraucher können ihr Fahrzeug aber unter Umständen eintauschen, ohne die gefahrenen Kilometer in Abzug zu bringen. So hat es das Landgericht Offenburg entschieden (Urteil vom 21. März 2017, Az. 3 O 77/16).

Auch wenn ein Gericht die gefahrenen Kilometer anrechnet, lohnt es sich, da dies meistens günstiger kommt als der allgemeine Wertverlust des Fahrzeugs. Schließlich verlieren Autos schon unter normalen Umständen in den ersten vier Jahren die Hälfte ihres Wiederverkaufswertes. Außerdem haben Sie dann nicht mehr das Problem, Ihren Wagen in ein paar Jahren auf eigene Faust verkaufen zu müssen.

 

 

Nachrüstung und Software-Update:

Wann kommen die freiwilligen Software-Updates?

Auf dem „Diesel-Gipfel“ im August 2017 hatte die deutsche Autoindustrie zugesagt, freiwillig bis Ende 2018 auf weiteren 2,8 Millionen Fahrzeugen ein Software-Update der Motorsteuerung einzuspielen. Zuvor war der VW-Konzern bereits verpflichtet worden, Software-Updates einzuspielen auf allen rund 2,5 Millionen Dieselfahrzeugen, die die Abgasreinigung während der Fahrt in betrügerischer Absicht abschalten (Motor EA 189). Während die Pflichtupdates im März 2018 schon zu wesentlichen Teilen fertig sind, kommen die freiwilligen Software-Updates nicht richtig voran.

Freiwillige Updates hatten neben dem VW-Konzern auch Mercedes, Opel und BMW zugesagt. Die Maßnahme betrifft Wagen der Normen Euro 5 und 6 und soll für die Motoren unbedenklich sein. Das Update soll den Ausstoß an giftigen Stickoxiden um gut ein Viertel verringern. Nach Recherchen des Bayrischen Rundfunks (BR) von Anfang März hatte BMW die Updates noch nicht fertigprogrammiert, Audi wartete noch auf das Okay des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA). VW braucht darüber hinaus offenbar auch noch konkrete Anforderungen des KBA. Daimler will die wesentlichen Updates dem BR zufolge erst bis Ende des Jahres fertigentwickelt haben. Bis die dann in den Autos aufgespielt seien, werde es „aber eine Zeit dauern“.

 

Soll ich das Software-Update aufspielen lassen?

Sie sollten die von den Herstellern angebotene „Nachrüstung“, also das Software-Update, machen lassen. Im Rahmen des Diesel-Gipfels haben sich die deutschen Autohersteller verpflichtet, dass durch die geplanten Updates der Motorsteuerung Fahrverhalten, Lebensdauer und Verbrauch nicht beeinträchtigt werden. Allein mit einem höheren Adblue-Verbrauch müssen Sie rechnen, falls Ihr Auto überhaupt einen SCR-Katalysator mit Adblue hat.

Es gibt zwei große Vorbehalte gegen ein Software-Update. Erstens kann es eine mögliche Klage beeinträchtigen, zweitens gibt es keine Garantie auf das Update seitens VW.

Zur Klage: Wenn Sie gegen VW vorgehen wollen und keine Rechtschutzversicherung haben, dann übernehmen unsere Empfehlungen möglicherweise die volle Prozessfinanzierung nur dann, wenn Sie das Update noch nicht aufgespielt haben. Sprechen Sie also vor einem Update besser mit dem Rechtsdienstleister. Das heißt nicht, dass ein Update eine Klage unmöglich macht. Im Gegenteil. Es gibt viele Urteile zugunsten der Kläger für Fahrzeuge, bei denen ein Softwareupdate aufspielt wurde. Etwa vom Landgericht Darmstadt (18. Mai 2018, Az. 28 O 250/17).

Zur Garantie: Eine uneingeschränkte Garantie auf die Updates gibt es leider nicht. Die Hersteller müssen aber die Unbedenklichkeit der Nachrüstung gegenüber dem KBA nachweisen. Auch müssen die Autobauer laut Gipfel-Vereinbarung eine Gewährleistung für „die Bauteile übernehmen, die durch die Maßnahme beansprucht werden“.

Zur Nachrüstung von Volkswagen gibt es bereits erste Erfahrungen. Es gab zwar Institute, die bei einzelnen Umrüstungen Probleme festgestellt haben. Der ADAC hingegen hat alle drei Hubraum-Varianten 1,2 Liter, 1,6 Liter und 2,0 Liter des EA-189-Motors vor und nach der Umrüstung getestet. Er fand keine Auffälligkeiten und tatsächlich deutlich verbesserte Abgaswerte. Der Autobauer hat gegenüber dem Verbraucherzentrale-Bundesverband (VZBV) nochmals erklärt, dass seine Nachrüstungen weder Verbrauch noch Haltbarkeit beeinträchtigen.

Beim VW-Motor EA189 handelt es sich um einen offiziellen Rückruf. Nachrüstungsverweigerer müssen zwar nicht mit Strafen rechnen, es könnte aber sein, dass der Tüv nach Ablauf der Rückruffrist die Plakette verweigert. Auch bei einem Weiterverkauf dürfte es Problemen geben: Denn ohne aktuelle Software könnte sich die Zulassungsstelle querstellen.

Auch im Fall von Mercedes ist es aus denselben Gründen sinnvoll, die Nachrüstung mitzumachen. Diese beruht allerdings – anders als bei Volkswagen – nicht auf einem offiziellen Rückruf. Es handelt sich um eine freiwillige Maßnahme.

Im Fall von Porsche haben Sie keine Wahl: Der Cayenne 3.0 TDI hat nach einer Übergangsfrist ohne Update keine Betriebsgenehmigung mehr.

 

Was passiert bei der offiziellen Nachrüstung?

Bei den Nachrüstungen vom Volkswagen-Konzern (VW, Audi, Skoda, Seat und Porsche) und von Mercedes handelt es sich um Updates der Software der Motorsteuerung. Dabei werden im Wesentlichen je nach Modell Abschaltvorrichtungen für die Abgasreinigung deaktiviert und/oder der Bereich der Außentemperatur oder der Fahrsituationen vergrößert, in dem die Abgasreinigung aktiv ist. Beim 1,6-Liter-Motor vom Volkswagen-Konzern wird zusätzlich ein Plastikrohr eingebaut, ein sogenannter Strömungsgleichrichter.

 

Wie sähe eine wirksame Nachrüstung aus?

Ein reines Software-Update bringt eine relativ kleine Verbesserung der Abgasreinigung. Allein bei den Dieseln mit SCR-Katalysator (etwa die Hälfte der Euro 6-Fahrzeuge) könnte der Effekt größer sein. Eine Optimierung würde hier in jedem Fall mit einem gewissen Mehrverbrauch an Adblue einhergehen.

Es ist möglich, durch eine technische Nachrüstung auch Fahrzeuge der Euro 5-Norm auf den Euro 6-Standard zu bringen sowie Euro 6-Fahrzeuge ohne Kat auf ein wirklich sauberes Niveau: Durch die Nachrüstung mit einem sogenannten BNOx-SCR-Katalysator. Der Kat von der Firma Twintec heizt den Harnstoff, also Adblue, auf und verdampft ihn, bevor er in den Abgasstrang eingeleitet wird. Dadurch ist er viel effektiver als herkömmliche SCR-Kats und arbeitet auch in einem deutlich größeren Temperaturbereich. Er kann bei allen Euro 5-Fahrzeugen nachgerüstet werden. Kostenpunkt: um die 1.500 Euro plus Einbau. Mehr zum neuen Kat der Firma Twintec lesen Sie online bei der Autozeitung.

 

Werden die alten Euro-4- und Euro-5-Diesel nachgerüstet?

Schon länger ringt die Große Koalition in Berlin um die Frage, ob die betroffenen Diesel technisch an der Abgasreinigung beziehungsweise mit neuer Katalysatortechnik nachgerüstet werden sollen. Es wäre die ideale Lösung für geschädigte Diesel-Besitzer: Fahrverbote wären dann kein Thema mehr. Und auch der Wertverluste würde sich vermutlich in Grenzen halten.

Während die SPD-Umweltministerin Svenja Schulze schon länger Hardwarenachrüstungen an der Abgasreinigung fordert, war CSU-Verkehrsminister Andreas Scheuer lange dagegen, das sei zu teuer und eine Verschwendung von Steuergeldern. Mit dem neuen  „Konzept für saubere Luft“ einigte sich die Bundesregierung schließlich Anfang Oktober 2018 auf einen gemeinsamen Kurs.

Aber der Beschluss zur Nachrüstung blieb auffallend vage: Zwar unterstützt nun der Verkehrsminister offiziell auch die Nachrüstung, doch weder gibt es einen Fahrplan für die technische Zulassung dieser Nachrüstungen, noch Zusagen der Autoindustrie, diese auch komplett zu bezahlen. Allein VW erklärte, 80 Prozent der Kosten übernehmen zu wollen, aber nur wenn auch andere Hersteller mitzögen.

Außerdem sollen nach den Koalitionsplänen auch nicht alle Diesel in Deutschland nachgerüstet werden, sondern nur die von Besitzern, die in den 14 meist belasteten Städten wohnen oder arbeiten. Dazu gehören aber nicht mal Städte wie Berlin, obwohl dort inzwischen auch Fahrverbote gerichtlich angeordnet wurden.

Nach unserer Einschätzung müssten die meisten Diesel für 1.500 bis 3.000 Euro wirkungsvoll nachgerüstet werden können.

 

Wie finde ich heraus, welche Schadstoffklasse mein Diesel hat?

Das steht in Ihrem Fahrzeugschein, auch „Zulassungsbescheinigung Teil I“ genannt. Sie finden die Angabe unten auf der mittleren Seite in Feld 14.

 

Was haben die „Diesel-Gipfel“ 2017 beschlossen?

In Deutschland sind 15 Millionen Diesel zugelassen. Für 2,5 Millionen Fahrzeuge hat Volkswagen bereits die Nachrüstung laufen (Motor EA189). Für weitere 2,8 Millionen Diesel von Mercedes, Opel und BMW sowie weitere Modelle des VW-Konzerns wurden auf dem Diesel-Gipfel Anfang August 2017 ebenfalls Software-Updates zugesagt. Die Kosten von um die 100 Euro pro Fahrzeug übernimmt die Autoindustrie aus der Portokasse. Die Maßnahme betrifft ausschließlich Wagen der Norm Euro 5 und Euro 6.

Die Hersteller versprachen, dass die Fahrzeuge nach dem Update etwa 25 bis 30 Prozent weniger giftige Stickoxide ausstoßen. Fahrverhalten, Lebensdauer und Verbrauch sollen nicht beeinträchtigt werden. Eine Garantie dafür gibt es nicht. Die Hersteller haben sich aber verpflichtet, die Unbedenklichkeit des Updates gegenüber den Behörden nachzuweisen. Auch müssen sie eine Gewährleistung für „die Bauteile übernehmen, die durch die Maßnahme beansprucht werden“. Das Update ist für Autobesitzer freiwillig.

Überhaupt nichts angeboten haben bislang Ford und alle Diesel-Hersteller aus dem Ausland wie Renault, Citroën, Fiat oder Volvo.

Einige Autobauer, wie BMW, Ford, Daimler und Toyota haben als Ergebnis des Gipfels für Autos mit Euro 4 und niedriger Abwrackprämien angeboten beim Umstieg auf einen modernen Verbrenner oder gleich ein E-Auto. Eine Übersicht über diese sogenannten „Umweltprämien“ finden Sie hier. Solche Prämien kommen aber nicht immer komplett beim Kunden an, weil der Neuwagenpreis ohnehin Verhandlungssache ist. Deshalb sollten Kunden nun gut verhandeln.

Die auf dem ersten Diesel-Gipfel beschlossenen Maßnahmen werden nicht ausreichen, um Fahrverbote sicher zu verhindern. Das sah schon direkt auf dem Gipfel Winfried Kretschmann so, der Ministerpräsident Baden-Württembergs (Grüne): „Das wird aber leider nicht reichen, um die Grenzwerte in den belasteten Städten unter die gesetzlichen Vorgaben zu bringen.“ Daran ändern auch die angekündigten Maßnahmen zur Förderung von Bus, Bahn und Fahrrad nicht viel.

Trotzdem hat die Bundesregierung auch auf dem Nachfolge-Gipfel mit Städten und Kommunen am 4. September nichts unternommen, um den Kommunen Fahrverbote als letzten Ausweg gegen eine weitere Überschreitung der Stickoxid-Grenzwerte zu ermöglichen. Und das trotz entsprechender Forderungen mehrerer Kommunen nach der Einführung einer sogenannten Blauen Plakette.

Es gibt lediglich einen Kommunalfonds über 1 Milliarde Euro aus dem Maßnahmen der Kommunen für bessere Luft gefördert werden sollen. Auf dem dritten Dieselgipfel am 28. November stellte sich raus, dass die Kommunen noch kein Geld aus dem Fonds abgerufen hatten. Trotzdem kündigte die Kanzlerin an, im Jahr 2018 noch einmal einen ähnlichen Betrag in den Fonds einzahlen zu wollen.

 

Stickoxide, Grenzwerte und die Gesundheit:

Warum sind Diesel-Autos überhaupt ein Problem?

Stickoxide kosten zehntausenden Menschen Jahr für Jahr vorzeitig das Leben. Stickoxid ist ein Reizgas, das vor allem Menschen mit Allergien und Atemwegsinfekten zu schaffen macht. Bei hohen Belastungen nehmen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und damit die Sterblichkeit zu. Einer Studie zufolge ist pro Jahr allein in Europa von 30.000 vorzeitigen Todesfällen durch Stickoxide aus Diesel-Motoren auszugehen. Diesel-Fahrzeuge sind die größte einzelne Quelle für diese Schadstoffe. An Hauptverkehrsstraßen in Ballungsräumen sind Diesel-Pkw zu gut 70 Prozent für die Stickoxid-Belastung verantwortlich.

Nach Einschätzung der Europäischen Umweltagentur, einer offiziellen EU-Behörde, starben 2012 in Europa sogar 72.000 Menschen vorzeitig, wenn man außer dem Dieselauto auch alle anderen Stickoxid-Quellen berücksichtigt.

Im März 2018 veröffentlichte das Umweltbundesamt (Uba) eine aktualisierte Abschätzung: Demnach waren die Stickoxide im Jahr 2014 nach vorsichtigen Schätzungen für etwa 6.000 vorzeitige Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich. (Also alle Stickoxide, nicht nur die aus Dieselautos.) Dabei wurde nur die Wirkung der allgemeinen Hintergrundbelastung abgeschätzt, nicht die Spitzenbelastungen an Hauptverkehrstraßen. Die käme noch obendrauf.

Die Angabe „vorzeitige Todesfälle“ sagt aber nichts darüber aus, um wie viel früher die Menschen wegen Stickoxide sterben. Das veranschaulicht besser die Angabe der verlorenen Lebensjahre (YLL – Years Life Lost). Das waren 2014 laut der Studie (PDF) knapp 50.000 Lebensjahre. Das heißt, jeder der rund 6.000 Verstorbenen hat im Schnitt 8 Jahre und 4 Monate verloren.

Außerdem stehen Stickoxide laut Uba im Zusammenhang mit Krankheiten wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Schlaganfall und Asthma. Auch dafür machte die Studie Abschätzungen für das Jahr 2014: Bei der Diabetes mellitus sollen etwa 437.000 Krankheitsfälle auf Stickoxide zurückzuführen gewesen sein (etwa 8 Prozent aller Fälle). Bei Asthmaerkrankungen etwa 439.000 Krankheitsfälle (14 Prozent).

Laut den offiziellen Messungen durch das Umweltbundesamt liegt die Stickoxid-Belastung in 64 deutschen Städten immer noch über den Grenzwerten.

Wie viel Stickoxid stößt mein Diesel aus?

Kurioserweise sind zwar die Grenzwerte für den Stickoxid-Ausstoß in den vergangenen Jahren immer strenger geworden: Sie sanken von 500 Milligramm Stickoxid pro Kilometer (Euro 3) auf nur noch 80 (Euro 6). Trotzdem hat sich der reale Ausstoß nicht entsprechend verbessert. Das liegt daran, dass die Grenzwerte im Labor gemessen, im Realbetrieb dagegen diese Werte praktisch nie erreicht werden. Das liegt auch daran, dass unter bestimmten Fahrbedingungen die Abgasreinigung runtergeregelt oder sogar ganz abgeschaltet wird.

Das Umweltbundesamt hat den tatsächlichen Ausstoß messen lassen. Dabei stellte sich heraus, dass Euro-5-Diesel im normalen Fahrbetrieb 906 Milligramm Stickoxide pro Kilometer ausstoßen – das ist fünfmal mehr, als der Labor-Grenzwert (180) vorgibt. Und obwohl der Euro-5-Grenzwert deutlich strenger ist als der für Euro 4, produzieren die Euro-5-Diesel im Normalbetrieb deutlich mehr Stickoxid als Euro-4-Diesel.

Die Euro-6-Diesel stoßen zwar im Normalbetrieb am wenigsten aus, sind aber am weitesten vom eigentlichen Grenzwert entfernt. Mit 507 Milligramm liegen die Euro-6-Diesel im Schnitt sechsmal über dem Grenzwert, wie folgende Grafik zeigt:

Grafik: Finanztip

In Deutschland gibt es derzeit rund 15 Millionen Diesel-Pkw. Davon erfüllen:

Schadstoffklasse Zahl der Pkw
Euro 6 2,7 Mio.
Euro 5 5,9 Mio.
Euro 4 3,5 Mio.
Euro 3 1,2 Mio.
sonstige 1,7 Mio.

Quelle: Kraftfahrtbundesamt, Zahlen von 2017.

 

 

 

55 KOMMENTARE

  1. Hallo, Herr Matthias Urbach!

    Es stellt sich folgende Frage:

    Warum ist bei diesem Skandal nur von den Deutschen Herstellern die Rede?

    Was ist zum Beispiel mit Peugeot:

    Peugeot hält sich auf Anfrage bedeckt
    und tut so,
    als ob Peugeot mit diesen Dingen überhaupt keine Probleme hat!

    ================================================
    Peugeot 2008 Allure BlueHDi 120 STOP & START
    Kleinwagen
    Modell: Peugeot 2008
    UVP: 23.550€
    Benzinverbrauch: 3,7 l/100km kombiniert (4,3 Stadtverkehr, 3,3 Autobahn)
    Motorleistung: 88 kW bei 3.500 U/min
    Motorisierung: 1,6 l 4-Zylinder Diesel
    Tankinhalt: 45 l
    Getriebe: 6-Gang Schaltgetriebe
    Höchstgeschwindigkeit: 192 km/h
    =============================================

    Wir haben im November 2015 unseren Peugeot-2008-Diesel gekauft
    und sind davon ausgegangen,
    daß es sich hier zweifelsfrei um ein fehlerfreies Fahrzeug handelt,
    wo sich die Verbrauchs- und Abgasangaben
    mit den gesetzlichen Bestimmungen
    und den Angaben im Verkaufsprospekt decken!

    Der Kraftstoffverbrauch deckt sich zum Beispiel in der Praxis auf gar keinen Fall
    mit den ausgewiesenen Daten im Prospekt und liegt wesentlich höher!
    Unser Durchschnittsverbrauch sollte laut Prospekt
    3,7 l/100km kombiniert betragen!
    In der Praxis werden aber laut elektronischer Anzeige ca. 5,2 l/100 km verbraucht!

    Wo und wie kann man also rechtzeitig und zuverlässig in Erfahrung bringen,
    wie es um die ausländischen Hersteller bestellt ist!

    Es fällt einfach auf,
    daß immer nur auf den Deutschen Herstellern herumgehackt wird
    und die ausländischen Hersteller bleiben außen vor!

    Beste Grüße
    Konrad

    • Sehr geehrter Herr Huber,

      wir teilen Ihren Eindruck: Die deutschen Hersteller sind besonders unter Beobachtung. Da haben diese aber auch einiges für getan – oder besser gesagt: versäumt. Wie es um Ihren Wagen bestellt ist, können wir nicht sagen: Bislang liegen dazu unseres Wissens keine offiziellen und öffentlichen Messungen vor.

      Mit besten Grüßen
      Matthias Urbach

      • Aber selbst wenn ausländische Hersteller sauber sein sollten, erfahren ihre Dieselautos trotzdem einen übermäßigen Wertverlust, da bei vielen Leuten das Vertrauen in Diesel nachhaltig gestört ist, so dass viele keinen Diesel mehr kaufen würden, egal von welchem Hersteller. Das finde ich das perfide daran. Ein paar Hersteller haben einer ganzen Branche und den Kunden aller Hersteller geschadet…

    • Lieber Konrad Huber,

      heute wurde eine Studie veröffentlicht, die die bisherigen Messungen an Euro 6-Dieseln zusammengetragen hat. Ergebnis: VW, Audi und BMW haben bei den neueren Fahrzeugen die vergleichsweise geringsten Überschreitungen der Grenzwert im Praxisbetrieb, nämlich um einen Faktor 2 bis 2,4.

      Viel schlechter schneidenn ausländische Firmen ab, wie Renault/Dacia (Faktor 11), Fiat (Faktor 8,6), Peugeot/Citroen (Faktor 4,6) oder Mazda (4,4).

      Nur Opel und Porsche fallen schlecht auf mit Faktoren um die 6.

      http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/dieselkrise-sauber-volkswagen-1.3650943

      Mit besten Grüßen
      Matthias Urbach

    • Ich suche seit Monaten Hinweise darauf, wie mein PEUGEOT 407, erste Zulassung 25.07.2005, Nachrüstung auf PM 5 am 1.8.2005, beurteilt wird und was ich wann veranlassen sollte. Die Anfrage bei Peugeot brachte nichts.

  2. Ich fahre seit 2010 einen Peugeot Diesel 407 und habe an meine Werkstatt geschrieben, wie sie es mit dem Abgasproblem halten. Die Antwort war absolut nichtssagend.
    Allerdings bekamen wir vom „Service de délivrance des Certificats Qualité de l’Air“ die Aufforderung, von Ihnen einen gelben Aufkleber zu bestellen gegen 4.80 € mit der Aufschrift „Crit Air 2“ und Republique Francaise, und diesen an der Windschutzscheibe zu
    kleben. Was immer das zu bedeuten hat??

    • in Frankreich werden auch verstärkt Umweltzonen eingerichtet. Das ist quasi das franz. Gegenstück zu unserer EURO-Plakette.

  3. Vielen Dank für den sehr informativen Artikel, der doch viele gute Hinweise enthält, wie man sich als Dieselbesitzer verhalten soll. Mich interessiert einmal die Frage, wie kommen Sie zu den Zahlen der Todesfälle in Deutschland und Europa? Wie werden sie erstellt und ermittelt, über Ärzte, Krankenhäuser etc.? Sind es Erwachsene, Kinder, leben sie in besonderen von Abgasen gefährdeten Gebieten? Was gibt es für Statistiken darüber?

  4. Bin von Skoda angeschrieben worden. Im Schreiben keinerlei Hinweise das es durch das Update keine Schäden und Beinträchtigungen bzw.Nachteile für mich gibt. Auf méine Nachfrage wurde mir per Schreiben erklärt: Das Kraftfahrtbundesamt hat geprüft und festgstellt das es keine Beeintächtigungen gibt, ABER eine Garantierklärung könnte man seitens Skoda nicht abgeben!!
    Was soll das? Bei einem eventuellen Schaden am Motor o.ä müsste ich nachweisen das es nicht von meiner Fahrweise oder km Leistung kommt sondern vom Umbau. Woe soll ich das machen?
    Muss nicht rechtlich der Hersteller beim gefordertem Umbau eine Garanti geben!!!?? Wieder Sonderrechte Autoindustrie! Gibts doch rechtlich sonst nirgendwo das´eine Änderung eine Garanti oder Gewährleistung ausschließt.
    Siegfried Lienig

      • Leider haben die Autohersteller doch diese „Sonderrechte“, wie Sie es nennen. Sie müssen keine Gewährleistung auf die Softwareupdates geben, die sich auf die Lebensdauer der Fahrzeuge erstrecken.

        Allerdings haben die Hersteller gegenüber der Zulassungsbehörde versichert, dass die Updates sicher sind. Sollte es also zu Problemen bei den Fahrzeugen kommen, müssten die sich häufen, weil die Updates ja massenhaft aufgespielt wurden. Man kann hoffen, dass es dann zu einer offiziellen Untersuchung kommt. Mit der Betonung auf „hoffen“.

      • Auf gebrauchte Fahrzeuge haben Sie generell nur ein Jahr lang die Möglichkeit, Gewährleistung geltend zu machen. Der VW-Konzern verzichtet allerdings bis Jahresende auf die Verjährung.

        Was die Updates betrifft: Auch Zweitbesitzer werden über das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA), also von der Zulassungsbehörde, per Brief zum Update aufgerufen.

  5. Die Aussagen von Finanztipp sind leider sehr oberflächlich und pauschal. Es gibt zwischen den Herstellern große Unterschiede. Bei Ford und BMW wurde von mehreren US Behörden und deutschen Behörden festgestellt, dass keine Schummelei vorliegt. Von den ausländischen Herstellern ( England, Schwedeb, Italien usw.) wird gar nichts erwähnt.

    Ebenso wird tot geschwiegen, dass 2/3 der Schadstoffe in den Städten nicht vom Verkehr kommen.

    Weiterhin wird ausgeblendet, dass der Bus- und LKW Verkehr insbesondere auch der der Komunen und anderer staatlicher Institutionen (Müllabfuhr, Feuerwehr, Sanka, usw.)ebenfalls massiv die Luft verunreinigt. Wieso werden diese Fahrzeuge nicht angesprochen. Es wird nur auf die Fahrzeuge der Bürger eingetroschen. Da hätte ich mir wenigstens von Finanztipp mehr Umsicht und Rücksicht erwartet.

    • Hallo Günter,

      wir konzentrieren uns auf die Fahrzeuge der Bürger, weil wir von Finanztip vor allem die Verbraucher unterstützen wollen, nicht unbedingt die Unternehmen oder staatlichen Institutionen. VW, Daimler und Co. haben die Autokäufer hinters Licht geführt. Wir sind auf ihrer Seite und zeigen alle Möglichkeiten auf, einen dreckigen Diesel zurückzugeben oder wirklich sauber zu bekommen.

      Viele Grüße
      Daniel Pöhler

  6. Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich fahre einen Toyota Corola Diesel,Euronorm 4,Zulassung Aug 2005. Ich habe eine Rechtsschutzversicherung, aber rechtliche Schritte erscheinen mir beim heutigen Stand der Diskussion noch nicht erfolgreich zu sein. Deshalb warte ich ab!
    Mit freundlichen Grüßen
    L.Schöttle

  7. habe am 1.9.16 Jahreswagen mercedes e220cdi adblue gekauft. habe ich Chance auf wandlung????
    d.h.ich habe noch 1 Woche garantie!!!!!
    würde mich über antwort freuen.

    mfg

    Manfred wesch

  8. Ich habe einen Seat Ibiza im Juli 2015 als 2 Jahreswagen gekauft, der schon das Softwareupdate bekommen hat Anfang diesen Jahres! Normalerweise nehme ich hier heraus, dass ich keine Chance habe wegen Verjährung, aber wie sieht es aus mit dem Kaufvertrag? Welche Anwälte sind darauf spezialisiert? Eine Rechtsschutzversicherung ist vorhanden!“

  9. Also, offen gesagt, gehen mir die ganzen Diskussionen zum Thema „Diesel verschrotten“ ganz schön ‚auf den Keks‘, um es mal etwas umgangsprachlich auszudrücken:

    Als betroffenes VW-Schummelsoftware-Opfer (Golf 2.0TDI -EA 189) gab ich selbigen im Frühjahr letzten Jahres, auch getragen von der maßlosen VW-Arroganz, nach bekannt werden des Diesel-Skandales, gegen einen Audi Q3 2.0 TDI mit SCR-Katalysator (AdBlue) in Zahlung.

    Ein weiterer Mitgrund für die Trennung von meinem Golf, war auch die Km-Leistung mit knapp unter 100.000, sowie einsetzende Probleme mit dem AGR-Ventil, wobei ich von diesem Problem später auch von bereits Software-nachgebesserten VW-Fahrzeugen erfuhr.

    Ich bilde mir ein, nun mit meinem Audi Q3 und dem SCR-Kat einen sauberen Diesel (Euro 6) zu fahren. Und warum soll ich mich da mit dem m. M. nach künstlich, emotional, hochgebauschten Thema einer „Diesel-Verschrottung“ auseinander setzen und so eine Art ‚Torschusspanik‘ bekommen?

    Überstürzt ein Prämien-behaftetes, überteuertes, und noch unausgereiftes Elektro- oder Hyprid-Fahrzeug kaufen?

    Nein, ich lasse mich da nicht ‚Jeck mache‘ wie der Köllsche gelassen sagt!

    Ich erfreue mich an den soliden Fahreigenschaften meines Q3 TDI, kippe ab und zu einige Liter Harnstoff in den Zusatztank und denke für mich: ‚wait and see’…

    Denn sind wir doch mal ganz ehrlich: das ganze ‚Affentheater‘ um den Diesel ist doch mal wieder typisch deutsch.

    Ich halte mich beruflich sehr oft in Frankreich auf, auch in Paris zu Hauptverkehrszeiten. Und dort sind dann nicht gerade wenige Diesel unterwegs, welche die Stickoxid-Grenzwerte auch um ein Vielfaches überschreiten.

    Und, kümmert’s den Franzosen?

    ….mit Sicherheit nicht, denn der denkt bei einem Rouge: ‚typique Allemand‘ ;-))

  10. Ein wichtiger Unterschied ist im „Diesel-Gate“ der VW Gruppe, der nachgewiesene Tatbestand das vorsätzlich betrogen wurde, und zwar bei der Einhaltung der US Werte für NOx.
    Die aktuelle „Medien“- Diskussion hat sich das Sommerloch zunutze gemacht und eine Riesenwelle losgetreten, das die schon seit Jahren bzw. fast seit Jahrzehnten bekannten Überschreitungen nun doch öffentlich diskutiert werden und in Wahlkampfzeiten dieses auf den Tisch bringen und die AutomobilLobbyisten nicht mehr (wie bisher) verhindern konnten. Die Bundesregierungen, das VerkehrsMinisterium und die Herstellen paktieren seit Jahrzehnten – H. Wissmann wurde nach seiner Zeit als Verkehrsminister Präsident des VDA ( Verband der Automobilindustrie e.V.)
    Es ist eigentlich nicht viel Neues hinzugekommen…außer eben der Betrug.

    Nun hat aber die BUH einen „Kantersieg“ erreicht, um den sie auch schon seit vielen Jahren (zu Recht) kämpft; mit Rückenwind durch die EU Verordnung zur Luftreinheit in Städten (Deutschland wurde bereits verklagt, da kontinuierlich die Grenzwerte seit Jahren überschritten werden). —Es ist dringend Zeit solide, zukunftweisende Politik mit der nötigen technischer Umsetzung zu machen. Es wurden auch oft die falschen Anreize geschaffen.

    Technisch bedeutet das aber durchaus komplexe Zusammenhänge und Abhängigkeiten auszugleichen / zu filtern:
    CO2 wird gesenkt durch weniger Verbrauch -> geschieht erfolgreich durch Downsizing und Turbotechnik, bringt aber höhere Abgastemperaturen, welches wieder größeren NOx Ausstoß mit sich bringt.
    Diesen höheren NOx Ausstoß zu minieren (zur Einhaltung der Grenzwerte im Realbetrieb) benötigt es die Harnstoffhinzuführung (AdBlue ist übrigens der geschützte Produktname des VDA, es ist rund 2-3x so teuer wie das gleiche Produkt „DEF-Diesel Exhaust Fluid“ in den USA; ein Schelm der sich dabei etwas Böses denkt).
    Die wirkungsvolle Reduzierung des NOx erreicht man mit 2-3 Liter/ pro 1000km. Da man den Nutzern kein Zwischentanken zwischen den Wartungsintervallen zumuten möchte und es auch keinen Platz für 60-90l große Harnstofftanks (wie bei den LKW) schaffen wollte / konnte, sowie nicht bereit war die zusätzlichen Kosten aufzuwenden (möglicherweise zu Lasten der Marge), wurden „andere Lösungen“ gefunden – sei es Betrug, Abschalten der Reinigung, oder andere Methoden die im Fahrbetrieb die Grenzwerte überschreiten lassen. Die Einhaltung der Werte bei der NEFZ Laborprüfung ist insofern leicht erklärbar, weil dort eben viele spezielle, „synthetische“ Regelungen gelten dürfen.

    Das dritte große Thema, derzeit etwas in den Hintergrund geraten, ist die Feinstaubbelastung die besonders bei aufgeladenen Downsizingmotoren stark zunimmt und einen Filter erfordert (für Diesel ja schon vorgeschrieben, für Benziner dringend erforderlich).
    Seit 01.09.17 gilt nun EURO 6c bzw. 6d für die Zulassung neuer Modelle…..da wird es dann noch aufwändiger die passende Technik unterzukriegen….
    …allerdings ist Feinstaub auch durch viele andere Verursacher ein umfängliches Problem.

    Das Thema ist nicht speziell ein Deutsches, allerdings ist hier der Tatendrang zur Vertuschung durch jahrlange Kumpanei auch wieder deshalb so groß, da zuvor das „Saubermann Image“ und „Fortschritt durch Technik“ Marketing den Käufern ein „Brain-Value“ eingeredet hat, ohne tatsächlich Dieses technisch geleistet zu haben.

  11. Sehr geehrter Herr Urbach,

    wie ich in den anderen Kommentaren oben lese, frage nicht nur ich mich, was mit meinem Nicht-VW, Nicht-Porsche, Nicht-Skoda und Nicht-Mercedes – Fahrzeug passiert.

    In meinem Fall: ein Hyundai i40. Dieses Fahrzeug weist gem. einer Studie des Umweltbundesamts eine 8,55-fache Überschreitung des Grenzwerts für NOx auf, vgl.
    https://www.msn.com/de-de/auto/nachrichten/euro-6-diesel-stoßen-6-mal-mehr-nox-aus-studie-des-umweltbundesamtes/ar-BBAnd3V?li=AA8sb5#image=BBAnkZI|13

    Gibt es eine Sammelklage gegen Hyundai? Was sollte ich tun?

    • Lieber Herr Ziegon,

      eine Sammelklage gegen Hyundai gibt es nicht. Die von uns empfohlenen Anwälte prüfen auch Klagen gegen weitere Hersteller: Vor allem bei Mercedes gibt es wohl große Aussichten auf Erfolg wegen der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen Daimler.

      Bei anderen Herstellern sind die Aussichten dagegen eher gering und werden – zumindest Stand jetzt – nicht durch die beiden von uns empfohlenen Rechtsdienstleister unterstützt. Uns sind im Moment auch keine weiteren vergleichbaren Sammelklagen bekannt.

      Mit besten Grüßen
      Matthias Urbach

  12. Hallo,
    ich als selbständiger Gebrauchtwagenhändler bekomme das Diesel-Wirwar voll und ganz zu spüren.
    Es ist ja nicht nur so, dass nur die deutschen Kunden verunsichert sin…auch Händler aus Ländern die bekannt dafür waren vorzugsweise oder gar ausschließlich Dieselfahrzeuge zu kaufen wie z.B. Polen sind von heute auf morgen Dieselverfechter un d kaufen zu 95% nur noch Benziner.
    Ich bin gespannt wohin die Reise geht, allerdings mit einem eher mulmigen Gefühl.
    mfg

  13. Ich frage mich was der scheiß soll. Die kleinen werden belogen und betrogen. Die Händler müssen sich rumärgern weil die Kunden unzufrieden sind. Und die großen lachen sich eins ins Fäustchen. So wie es immer ist. Wenn will der Staat was dagegen machen und mal auf der Seite der kleinen stehen? Ich habe vor ein halben Jahr ein Jeep Grand Cherokee gekauft und dieser ist auch betroffen. Nur hat man das noch nicht so groß an der Glocke gehangen. Was ist da mit der Verjährung?
    Und kann man den zurück geben?

    mfg

    • Am aussichtsreichsten sind nach wie vor Klagen bei Fahrzeugen des VW-Konzerns. Laut vw-verhandlung.de können sich auch Besitzer von Autos von Mercedes, BMW und vielleicht auch von anderen Marken noch Hoffnung machen. Siehe diese Meldung von uns hier.

  14. Hallo,
    war heut in mein Autohaus und habe da wegen den Diesel-Skandal nachgefragt ob mein Auto auch betroffen ist? Die Antwort war, es eine nicht die Deutschen Autos betroffen. Was ist daran wahr? Was ist wenn doch und das Autohaus sagt nicht die Wahrheit? Bleibe ich dann auf mein Auto sitzen?

  15. Um einen Jeep Grand Cherokee Baujahr 2016. Diesen habe ich 07.2017 gekauft und der macht jetzt schon mit der Elektronik probleme. Einiges habe zb. hier gelesen http://www.focus.de/auto/news/abgas-skandal/us-behoerde-spricht-von-betrug-um-diesen-motor-geht-es-fiat-chrysler-schliddert-in-den-diesel-skandal_id_6487680.html
    Im Autohaus wurde gesagt das dieses auto nicht betroffen sei, im gleichen moment sagt man es sei eine neue Software aufgespielt worden???? Wird man in den Autohaus für blöd verkauft weil ich eine Frau bin? Ich habe auch keinen Nachweis über die angebliche aufgespielte Software erhalte.
    Keine Ahnung was ich davon halten soll?

    MfG. Müller

    • Was das Update betrifft, so kann es schon sein, dass Sie ein Update kriegen, das sinnvoll ist. Auch ohne dass ein Betrug vorliegt. Die Grenze zwischen Erlaubtem und Manipulation ist nämlich fließend: Es ist erlaubt, die Abgasreinigung auf ein sogenanntes Thermofenster zu beschränken, um den Motor zu schützen. Per Softwareupdate vergrößern derzeit mehrere Hersteller dieses Fenster um ein paar Grad, so dass unternm Strich weniger Abgas ausgestoßen wird.

      VW und einige andere waren noch dreister: Sie haben elektronisch erkannt, wann das Auto im Testbetrieb ist, und die Abgase stärker gereinigt als im Normalbetrieb. Ob das auch bei Ihrem Jeep geschehen ist, dazu liegen mir keine Informationen vor.

  16. Ich fahre Mercedes C220CdiT Baujahr 2008-EURO 4-ein Superfahrzeug mit jetzt 115.000 Kilometern Fahrleistung.
    Außer Verschleiß hatte ich bisher keine Reparaturen.
    Wenn ich mit diesem Auto Fahrbeschränkungen erleiden muß, dann suche ich mir Einkaufsmöglichkeiten auf dem Lande bzw. auf „der grünen Wiese“ und gehe zukünftig nicht mehr wählen und kaufe mir ein ausländisches Fahrzeug.

  17. Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich für meinen Teil find es abstoßend und abschreckend wie sich die deutschen Automobilhersteller versucht haben an der Umwelt zu bereichern.

    Hat jemand schon darüber nachgedacht Klage wegen seines Dieselfahrzeugs einzureichen?

    LG, Müller

  18. Also ich werde meinen alten Diesel versuchen loszuwerden über eine Klage.
    Hab mir das auf der Website von wvr-law.de ausrechnen lassen (also was ich mir erhoffen kann), dann dort angerufen und die übernehmen das für mich. Zeit dauert zwar etwas, aber wenn ich wirklich über 7900€ bekomme für meine alte Kiste dann wäre das ein Traum.

  19. Wenn ich die ganzen Diskussionen rund um den Dieselskandal einmal richtig bewerte, komme ich zu folgendem Ergebnis:
    1.
    Der deutsche Bürger muss sich einmal mehr den EU-RICHTLINIEN unterwerfen. Als eine der führenden Industrienationen dürfen wir ganz Europa finanziell unterstützen, müssen uns dabei aber stets und ausschließlich den Vorgaben aus Brüssel unterwerfen. Getreu dem Motto: „Haltet das Bruttosozialprodukt weiter hoch und baut es aus, schränkt euch aber mit der Nutzung der Technik nach unseren Vorgaben komplett ein.“
    Was heute (oder morgen) einzelne Städte betrifft, die Fahrverbote aussprechen, dehnt sich vielleicht schon bald auf weitere Bereiche (Landstraßen/BAB etc.) aus. Wenn ich dann z.B. mit meinem Diesel von Flensburg nach München fahren will, werde ich vielleicht genötigt, Umwege über Landstraßen etc. in Kauf zu nehmen, wodurch mir ein zeitlicher und finanzieller Schaden entsteht!
    2.
    Was geschieht mit meiner im Grundgesetz verbrieften Bewegungsfreiheit? Gestern durfte ich in Deutschland mit meinem PKW noch überall hin und morgen darf ich das mit demselben PKW nicht mehr?
    3.
    Seit wann gilt in Deutschland wieder die Zwangsenteignung? Ich dachte, dass wir die ’45er- und DDR-Zeiten hinter uns haben!

    Welche Möglichkeiten gibt es nun für Dieselfahrer, ohne Einschränkungen bzw. Verkauf des PKW, im Rahmen einer Sammelklage – nicht gegen VW und Co, sondern gegen die Institutionen, die die von mir angeführten Punkte zu verantworten haben – durchzuführen?

    • Ich stimme allem, was sie schreiben, voll und ganz zu. Nur dürfen sie von der Stiftung Warentest (die hinter finanztip.de steht) oder gar den Verbraucherzentralen keine Hilfe erwarten. Die werden selbst (zumindes teilweise) vom Staat finanziert. Wes Brot ich ess, des Lied ich sing…

      Letztlich bleibt zum einen die Verfassungsklage. Die wird es auch geben. Der Ausgang ist wie immer ungewiss.

      Zum anderen bleibt die wohlüberlegte Wahl. Gesetze macht der Bundestag (und der Bundesrat). Setzen sie also ihr Kreuzchen wohl überlegt.

  20. Also ich verstehe nicht wieso die Leute noch versuchen ihr Auto zu retten. Wir haben jetzt bei Audi Klage eingereicht und bis jetzt steht alles super. Bei den Anwälten Werdermann / von Rüden konnten wir das kostenlos ausrechnen lassen und haben die Klage dort dann auch abgewickelt.

    Sollten manche vielleicht auch mal in Betracht ziehen, scheint mir die bessere Alternative zu sein, als auf einem Auto rumsitzen mit dem man nicht fahren kann.

  21. Ihr Artikel vom 02.März 18 ist das Beste, was ich zu diesem Problem-Thema bisher gelesen habe.
    Danke dafür.
    Als Diesel Euro 5 -Fahrer setze ich allerdings darauf, dass sich der Hersteller bis zum Herbst 2019 – womöglich dank des übergroßen Drucks oder vielleicht entdeckt er doch so einen Rest von Moral – dazu durchringt, die Nachrüstung meines Q 3 zu finanzieren.

  22. Sie schreiben Zitat:
    „Beim VW-Motor EA 189 handelt es sich um einen offiziellen Rückruf. Nachrüstungsverweigerer müssen zwar nicht mit Strafen rechnen, es könnte aber sein, dass der Tüv nach Ablauf der Rückruffrist die Plakette verweigert.“

    Dies ist nicht richtig. Mein Passat wird jetzt von der Zulassungsbehörde amtlich stillgelegt, weil ich mich geweigert habe, das Update einspielen zu lassen.
    Natürlich ist meine Klage gegen VW bereits gestartet, aber jetzt habe ich zusätzlichen Ärger durch die Behörden, die auf der Seite der Autohersteller stehen und Maßnahmen gegen die Bürger und für die Autoindustrie ergreifen.

  23. Hier ein Punkt über den ich bei allen Beiträgen bisher nichts gelesen habe. Als es mit der Dieseldiskussion anfing, habe ich mein EURO 5 Fahrzeug abgestossen und einen EURO 6 Audi Q5 im März 2016 mit SCR Kat gekauft. Im Glauben jetzt umwelttechnisch auf der sicheren Seite zu sein. Nun muss ich feststellen, dass es bei EURO 6 SCR erhebliche Unterschiede gibt. Nach allen Informationen, welche mir vorliegen, habe ich einen EURO 6b, der im normalen Fahrbetrieb die NOx Grenzwerte nicht einhält. Mein Fahrzeug hat noch über ein Jahr Garantie. Kann ich das Fahrzeug zurückgeben?

  24. Haben Sie von Finanztip sich schon mal Gedanken darüber gemacht, dass Sie zwar auf Seiten der Verbraucher gegenüber den Herstellern sind, jedoch dennoch sachlich argumentieren sollten und gerade v i e l e n Verbrauchern schaden mit Ihrer extremen Argumentation, welche ältere Dieselfahrzeuge besitzen.
    Wie meine ich Das:
    Es z.Zt. weder bewiesen noch in Zukunft klar beweisbar, wo die genannten Todesfälle durch Stickoxide t a t s ä c h l i c h Ihre Ursache haben. Das zu viel Stickoxid in der Luft ist steht außer Zweifel, aber dumm und auch nicht wirklich umweltfreundlich wäre es doch, wenn man jetzt den kleinen Leuten Ihre Diesel Pkw madig macht …. um dann in ein paar Jahren festzustellen, dass die Belastung durch Heizungen, Lkw-Verkehr, Schiffsverkehr, Kraftwerke, industrielle Anlagen etc. eben dieses Werte nahezu gleich hoch halten, weil es dort noch vielfach keine Alternativen gibt. Außerdem ist auch die Produktion neuer Fahrzeuge und die ganze Distribution umwelbelastend. Nicht zuletzt ist die vielzitierte DHU kein objektiver Verein, sondern scheint eine Lobby-Initiative zu sein …. die den Verbrauchern auch schadet.
    Es wird ein enormer Druck aufgebaut, speziell in Deutschland. Im Ausland lacht die Welt vielfach darüber… und freut sich, dass schicke junge deutsche Diesel Pkw so billig sind wie nie. Die werden dort noch jahrelang durch die Gegend sausen und die Umwelt verpesten… und wir leben nun mal in e i n e r Welt.

  25. Eine Frage zur Umweltprämie: Verlangen die Hersteller eine Mindestdauer, die ein damit rabattiert gekaufte Fahrzeug auf den Käufer zugelassen sein muss?

    Hintergrund: Ich möchte meinen alten Euro 4-Diesel ganz abstoßen und künftig gar kein Auto mehr haben. Ein Verkauf würde vermutlich kaum noch etwas bringen. Nun überlege ich, einen mit der Prämie stark vergünstigten Neuwagen (z.B. Ford Focus) zu kaufen und diesen so bald wie möglich wieder zu verkaufen – wovon ich mir natürlich einen Gewinn erhoffe.

    • So eine Mindesthaltezeit ist mir nicht bekannt. Allerdings verliert ein Auto nie wieder so stark an Wert wie direkt mit der ersten Zulassung.

  26. Bin sehr froh kein deutsches Betrüger -Auto zu fahren. Mercedes, VW, Audi etc. sind nun entlarft. Ihre Stinker verunreinigen die Umwelt und sind somit schädlich für die Natur. Ein umfangreiches Fahrverbot ist in Arbeit und wird allemal diesem Umweltfrevel ein Ende bereiten.

  27. „Des Deutschen liebstes Kind“
    Sehr geehrter Herr Urbach,
    ungeachtet der unvorhersagbaren interstellaren Ereignisse der Zukunft haben wir Erdlinge seit Menschengedenken eine geistesschlichte Begabung, auf unserem Globus mannigfaltige Katastrophen in naturwissenschaftlicher, sozialer und philosophischer Hinsicht trotz Absehbarkeit auszulösen, die wenig lebensbejahend oder -erhaltend sind.
    Das in dieser Perspektive klitzekleine, dennoch per se fundierte Dieseldilemma mit komplettem Fahrverbot ab Euro 4 abwärts empfinden Betroffene als über das Knie gebrochenen Aktionismus – hier stimmt wieder einmal die Reihenfolge nicht: Erst verbieten, dann nach Lösungen suchen. (Müssen in 10 Jahren alle Autos mit Verbrennungsmotoren weg? – ich frage sicherheitshalber jetzt schon mal, falls man demnächst unfreiwillig stolzer Besitzer eines Benziners sein sollte – und dann nur noch Elektroautos erlaubt sein werden …).
    Immerhin kann konsequent die Welt der Banken in derartigen Situationen profitieren.
    Ad hoc wird die Bewegungsfreiheit und somit die Lebensqualität der betroffenen Bürger eingeschränkt. Haben alle diese Menschen die finanziellen Mittel, sich zeitnah ein adäquates Fahrzeug anzuschaffen? Wer kümmert sich um diese Frage? Wieso können andere EU-Staaten viel mildere Diesel-Einschränkungen und weitaus größere Zeitfenster generieren, hä? Ich hoffe sehr, dass sich nun endlich einmal alle deutschen Bürger auf die Hinterfüsse stellen, laut und aktiv werden – wir sind nicht auf die Welt gekommen, um zu sein, was „andere“ von uns erwarten.
    Epikrise: Frei atmen sollten wir alle können.

  28. VW-Aktionäre die gegen VW klagen sind lustige Vögel! Die klagen nämlich tatsächlich gegen sich selbst, denn eine Schadensersatz von den Vorständen zu erhoffen, dürfte im unwahrscheinlichen Erfolgsfall der Klage – dazu später – aussichtslos sein, denn deren hohe Gehälter bewegen sich trotzdem im Promillebereich des erhofften Schadensersatzes. Aber der Schaden ist ja doch das Problem: was ist der Schaden? Herr RA Tilp setzt bereits 2012 mit der Berechnung an – nun dann müssten die Klagen allemal scheitern, denn von 2012 bis 2017 legte die VW-Aktie eine Verdreifachung hin! Und wer nach dem steilen Abstieg verkaufte anstatt nachzukaufen, handelte nicht gemäß § 254 BGB(Schadenminderungspflicht) und mithin grob fahrlässig da blöde! Und falls das Gericht zu der schon jetzt als falsch zu bewertenden Entschädigung kommt, wer zahlt dann eigentlich an wenn: Aktionäre an Aktionäre, denn sie sind die Eigentümer von NW!!! 🙂

  29. Hallo Expertenteam,

    wir haben zwei Diesel-BMW (2 Liter Motoren) und laut BMW-Partner und Ihrer Einschätzung nach unter einem erheblichen Wertverlust zu leiden.
    Gibt es hier eine Klagemöglichkeit um diesen Wertverlust einzufordern? BMW wird sich sicher sträuben, weil der 2,0L Motor nicht betroffen ist, VW als Initiator der Dieselkrise wird sich auch sträuben, weil wir keine VWs fahren; wir sind zwar ohne Schuld geschädigt und sehen keinen Schädiger, den man hier vor Gericht zur Verantwortung ziehen kann…
    Sehen Sie Möglichkeiten?

    Viele Grüße

    Marcus

    • Bislang nicht. Und das ist sehr ärgerlich.

      Möglicherweise kann es sich für Sie lohnen, eine Umtauschprämie in Anspruch zu nehmen, wie sie jetzt geplant ist – und Ihren Wagen gegen ein anderen vergleichbaren Benziner von BMW zu tauschen – oder einen neueren Diesel. Das müssten Sie dann selbst abschätzen, sobald die Angebote konkret vorliegen.

  30. Sehr geehrter Herr Urbach,

    wie sieht es eigentlich für Urlauber aus Schweden, Dänemark oder Norwegen aus die in den betroffenen Städten zb Hamburg Urlaub machen oder sogar für ein paar Monate beruflich mit ihrem Dieselfahrzeug in der Stadt sind?
    Ich bekomme jedes Jahr Besuch für 2 Monate aus dem Ausland und deren Auto verfügt über keine Plakette.. gilt für die dann Einreiseverbot in die Stadt?

    • In Hamburg betrifft es ja nur zwei Straßenzüge. Da sollte es für Besucher kein Problem sein. Man kann ja in Städten auch ohne Auto mobil sein.
      Ansonsten gibt es ja keine bundeseinheitlichen Vorgaben. Da sich die Kommunen aber an die Regeln für die Umweltzonen anlehnen, würde ich vermuten, dass diese Fahrzeuge nicht einfahren dürften. Allerdings könnten das die Kommunen anhand der Daten im Zentralen Verkehrsregister nicht überprüfen, und das ist ja der Weg, den nun die Bundesregierung vorgeschlagen hat.

  31. Mich würde ja mal in der Statistik der Vergleich zu Rauchern interessieren und die statistischen Folgen (Krankheiten, Todesfälle usw.) dazu.
    Es wird hier über schlechte Luft geredet. Wie viele Anti-Diesel-Vertreter sind denn Raucher und beschweren sich über schlechte Luft? Und wie viele Menschen sind ungewollte Passivraucher?
    Ein Rauchverbot und allg. Tabakverkaufsverbot, das wäre mal was.

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