Feilschen
Ruhig mal beim Anbieter nachhaken, ob es nicht auch ein wenig günstiger geht. Bild: MartinPrescott, iStock.com

Nur wenige Leute feilschen mit ihrem Internetanbieter, der Bank oder dem Pay-TV-Sender. Aber es lohnt sich – vor allem bei der Kfz-Versicherung, bei Mobilfunk- und Internetanbietern. Etwas zu holen gibt es auch bei Gas- und Stromversorgern. Bei Banken ist dagegen nicht so viel drin. Das ergab eine Umfrage bei Lesern des Verbraucher-Ratgebers Finanztip.

Ganz besonders erfolgreich waren die Finanztip-Leser offenbar beim Bezahlsender Sky: Zwei von Dreien gaben an, dort „viel Geld herausgeholt“ zu haben. Manchmal gab es freilich auch nur einen kleinen Trostpreis. Ganz ohne Erfolg blieb im Schnitt nur etwa einer von drei Versuchen, mit dem Anbieter zu feilschen.

Hier unsere goldenen Regeln für eine aussichtsreiche Verhandlung:

1. Starten Sie nicht mit einem schlechten Angebot

Wenn Sie als neuer Kunde teuer bei einem Anbieter einsteigen, kann es schwerer werden, später ein günstiges Rückholangebot zu bekommen. Steigen Sie also möglichst zu einem guten Angebotspreis ein. Wenn Sie einmal einen guten Preis haben, ist es leichter, den zu halten, als ihn weiter zu senken.

2. Kündigen Sie rechtzeitig

Solange Sie noch kein Kunde sind, lockt der Anbieter Sie großzügig: Anfangs sind die Monatsraten attraktiv, doch irgendwann nach 12 oder 24 Monaten steigen die Kosten deutlich. Sind Sie erst mal Kunde, setzt der Anbieter darauf, dass Sie ihn vergessen und die automatische Vertragsverlängerung und die höheren monatlichen Lastschriften gar nicht bemerken. Deshalb: Kündigen Sie rechtzeitig. Nichts spricht dagegen, das schon ein paar Wochen nach Abschluss zu tun.

3. Haben Sie Geduld

Jeder moderne Anbieter hat eine Verkaufsabteilung. Die wird Ihnen nach der Kündigung irgendwann ein besseres Angebot unterbreiten, meist als Brief, oft sogar telefonisch. Melden Sie sich keinesfalls zuerst. Behalten Sie die Nerven. Egal ob 1&1, O2 oder Sky, spätestens vier bis sechs Wochen vor Ablauf des Vertrags bekommen Sie in aller Regel ein gutes Angebot.

4. Nehmen Sie nicht das erstbeste Angebot

Oft rücken Anbieter nicht gleich mit dem besten Deal heraus. Warten Sie also weiter ab. Sky zum Beispiel ist bekannt für diese Strategie, wie sich in vielen Internet-Foren nachlesen lässt und es auch Finanztip-Mitarbeiter erlebt haben. Zwischen dem maximalen Preis für das Sky-Vollprogramm (80 Euro im Monat), dem aktuellen Startangebot (46,50 Euro) und dem besten Angebot (30 Euro zuletzt im April 2018) ist eine Menge Platz. Und so folgt auf das erste Angebot oft das zweite und dritte.

 

Wie Sie sich richtig aufs Feilschen vorbereiten und welche Fallen manche Anbieter stellen, lesen Sie in den goldenen Regeln 5 bis 11 auf finanztip.de.

Matthias Urbach
Autor

Stand:

Matthias Urbach war von 2014 bis 2022 stellvertretender Chefredakteur von Finanztip. Als Diplomphysiker und Absolvent der Henri-Nannen-Schule kombiniert er analytisches und redaktionelles Know-how. Zuvor war er unter anderem als Verlagsdirektor beim SpringerNature-Wissenschaftsverlag und als Leiter von taz.de tätig.

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