Elementarschäden
Überflutung in einem Dorf in Deutschkand. Bild: Bodo Schakow / dpa

Bist Du gegen Unwetter versichert? Das ist gar keine so einfache Frage. Denn es hängt sehr wahrscheinlich auch von der Art des Unwetters ab. Und von Deiner Versicherung natürlich. Bevor das nächste Mal Starkregen übers Land zieht und Hochwasser bringt, solltest Du Dich also einmal fragen: Genügt der Schutz? Und stimmt der Preis? Oder brauchst Du die teure Extra-Police am Ende vielleicht gar nicht?

Gegen besondere Naturgewalten wie Hochwasser schützt die Elementarschaden-Versicherung. Diese gibt es nur im Paket: Sie ist als Zusatz zu haben, als Ergänzung einer Wohngebäude- oder Hausratversicherung.

Wenn Du ein Haus besitzt, ist eine Wohngebäudeversicherung sehr wichtig, vor allem zum Schutz vor Feuerschäden. Während – wie bei der Hausratversicherung – auch Schäden durch Blitze, Hagel und Sturm mitversichert sind, gilt der Schutz nicht für sogenannte Elementarschäden.

 

1. Welche Schäden die normale Versicherung nicht abdeckt

Wenn die Erde ins Rutschen kommt oder sich absenkt bei Überschwemmungen, Lawinen und Schneelast, hilft nur die Elementarschaden-Versicherung. Sie zahlt auch bei Erdbeben oder Vulkanausbrüchen. Entscheidend ist, dass die Natur der Auslöser ist: Also bei einem Erdrutsch oder Beben, nicht aber, wenn zum Beispiel eine Kohlegrube einstürzt.

 

2. Wie groß das Risiko für Naturschäden bei Dir ist

Der Versicherungsverband GDV bietet eine interaktive Karte, auf der Du sehen kannst, wie groß das Risiko für Elementarschäden bei Dir ist. Gib dazu Deine Adresse ein. Allerdings stehen die Daten derzeit nur für fünf Bundesländer bereit, nämlich Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin und Thüringen.

Hochwasser war in der Vergangenheit das größte Risiko, das die Elementarschadenversicherung abdeckt. Doch bei etwa neun von zehn Gebäuden ist eine Überschwemmung sehr unwahrscheinlich (Gefahrenklasse 1).

 

3. Wie groß der Schaden ist, falls was passiert

Weniger als ein Viertel aller Haushalte schützen sich in der Hausratversicherung gegen Elementarschäden. Das ist logisch, denn wer im zweiten Stock wohnt, dem können Überschwemmungen ziemlich egal sein. Solange jedenfalls im Keller nicht besonders wertvolle Sachen lagern.

Jenseits vom Starkregen lassen sich die Risiken oft selbst ganz gut abschätzen. Liegt das Haus in einer Mulde? Fließt ein stark kanalisierter Bach in der Nähe? Gab es schon Hochwasser? Wie groß ist das Risiko durch Schneelast auf dem Dach und durch Lawinen? Klar ist: Das Risiko von Erdbeben und Vulkanausbrüchen ist in Deutschland selbst in der Eifel sehr überschaubar.

 

4. Mal wieder den Preis des Vertrags abklopfen

Wenn Du Dein Risiko abwägst, gibt es natürlich keine absolute Sicherheit. Sobald Du Dich aber gegen Elementarschäden absicherst, wird die Gebäudeversicherung oder die Hausrat spürbar teurer.

Ob mit oder ohne Elementarschaden, vergleiche unbedingt. Denn die Preisunterschiede zwischen den Anbietern können einige Hundert Prozent betragen. Wir empfehlen für Hausrat das Portal Mr-Money*. Für die Wohngebäudeversicherung findest Du gute Angebote sowohl bei Mr-Money* als auch bei Verivox*.

Auch wenn Du schon versichert bist: Prüfe ruhig mal, wie teuer Dein Vertrag ist. Was es sonst noch zu beachten gibt, liest Du in unseren Ratgebern zur Hausrat– und Wohngebäudeversicherung.

 

5. Den versicherten Wert richtig einschätzen

Wenn Du Angebote einholst für einen Elementarschaden-Vertrag, musst Du sowohl für die Hausrat- als auch für die Gebäudeversicherung den Wert Deines Besitzes richtig einschätzen. Wenn dabei rauskommt, dass Du bislang zu wenig versichert hast, dann solltest Du Deinen Vertrag unbedingt anpassen: Vielleicht ist ein Anbau dazugekommen oder Du hast einen Faible für Antiquitäten entwickelt.

Alles, was Du konkret für die Überprüfung wissen musst, findest Du im Ratgeber Elementarschäden.

 

 

Finanztip-Serie „Verträge optimieren“:

1. Abspecken: Diese Versicherungen braucht kein Mensch
2. Die Grundlage: Ein praktisches und günstiges Girokonto
3.  Strom: Raus aus der teuren Grundversorgung
4.  Internet: Günstiger – und auch schneller
5.  Handy: Tarif prüfen – und Smartphone getrennt kaufen
6.  Gas: Billig wie selten – jetzt wechseln
7.  Haftpflicht: Neue Verträge sind besser
8.  Hausrat: Füttere nicht Deinen Versicherer
9.  Autoversicherung: Mit diesen fünf Tricks kräftig sparen
10. Naturgewalten: So versicherst Du Dich gegen Schäden
11. Heizstrom: Weniger für Heizstrom zahlen
12. Umschulden: Wie Du teure Kredite loswirst

 

Matthias Urbach
Autor

Stand:

Als stellvertretender Chefredakteur ist Matthias Urbach für den Newsletter, Kooperationen und die redaktionellen Sonderprojekte von Finanztip verantwortlich. Als Diplomphysiker und Absolvent der Henri-Nannen-Schule kombiniert er analytisches und redaktionelles Know-how. Zuvor war er unter anderem als Verlagsdirektor beim SpringerNature-Wissenschaftsverlag und als Leiter von taz.de tätig.

3 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Urbach,

    Es ist sehr schön das Sie auf Überschwemmungen, Erdrutsch usw. eingehen.

    Aber wie sieht es mit Sturm aus ab wann benötige ich eine Elementar Versicherung?

    Kommt die normale Wohngebäude Versicherung auch für einen Tornado auf?

  2. Sehr geehrter Herr Urbach,
    der Link zur interaktiven Karte von Kompass Naturgefahren ist sehr interessant – nur leider nicht für das Bundesland, in dem ich wohne. Bitte fügen Sie in Ihren lesenswerten Artikel die Information des Betreibers der Website ein, damit Ratsuchende für ihr Bundesland gleich sehen, ob sie diesen Link öffnen sollten oder nicht.
    „Diesen Service gibt es derzeit für Sachsen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Berlin.“
    Vielen Dank und freundliche Grüße
    Birgit Röcklebe

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