Vater und Sohn
Mehr Spaß mit schnellerem Internet. Bild: PeopleImages / GettyImages

Geht es ums Internet, ist der Treue stets der Dumme. Viele Internet-Verträge sind in den ersten ein oder zwei Jahren rabattiert, danach schnellt der Preis in die Höhe. Und während Neukunden immer günstigere Tarife bekommen, werden ältere Verträge nicht angepasst. Oft sind sie nicht nur teurer, auch das vereinbarte Surftempo ist nicht mehr zeitgemäß. Es gibt keinen Grund, sich damit abzufinden.

Viele Anbieter liefern weniger als versprochen: Nur jeder sechste Nutzer in Deutschland kann mit dem vereinbarten Maximaltempo surfen. Oft könnte der Anbieter das beheben. Andernfalls hast Du bei den meisten Verträgen einen ausreichenden Grund, um außerordentlich zu kündigen.

1. Überprüfe Preis und Leistung

Mehr als 30 Euro im Monat muss heutzutage ein Internetanschluss nicht mehr kosten. Dafür kriegst Du schon sehr schnelle Tarife, mit denen Du problemlos surfen und Filme streamen kannst. Surfgeschwindigkeiten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) gibt es für den Preis. Auch Normalsurfer sollten nicht unter 16 Mbit/s bleiben.

Zahlst Du deutlich mehr als 30 Euro für Deinen Anschluss, dann lohnt sich so oder so ein Wechsel. In der Regel haben diese Verträge eine Laufzeit von zwei Jahren zum Start und verlängern sich dann jeweils um ein weiteres Jahr, wenn man nicht drei Monate vor Ablauf kündigt.

2. Handle einen Rabatt aus

Manchmal musst Du gar nicht wechseln, um wieder gute Konditionen zu kriegen. Signalisiere einfach Deinem Anbieter, dass Du die aktuellen Preise kennst und dass Du wechseln wirst, wenn Du nicht zumindest wieder den Neukundenpreis für den Tarif Deiner Wahl bekommst. Dafür genügt es häufig, die Kundenhotline anzurufen. Sobald sie das Wort „kündigen“ hören, gehen viele Internetanbieter im Preis runter, um ihre Kunden zu halten. Mehr Tipps zum Feilschen findest Du hier.

3. Wechsle den Anbieter

Wenn das nicht klappt, bleibt nur der Wechsel. In unserem Ratgeber Internetanbieter empfehlen wir insgesamt acht Tarife im DSL- und Kabel-Netz: Vier für Normalnutzer sowie vier für Vielsurfer, Familien und WGs. Dort findest Du auch weitere Tipps für den Wechsel.

4. Miss Dein Tempo

Wenn Du Serien übers Internet schaust, zum Beispiel mit Netflix oder Sky Ticket, und das Bild häufiger stockt, dann kann das am Internetanschluss liegen. Du kannst das kontrollieren, ohne ein Computer-Crack zu sein: Nutze einfach den offiziellen Geschwindigkeitstest der Bundesnetzagentur.

5. Schließe andere Fehler aus

Falls der Test ein zu langsames Tempo ergibt, musst Du noch ausschließen, dass es an Deinem W-Lan liegt. Schließe dazu Deinen Computer per Netzwerkkabel direkt an den Router an und wiederhole den Test. Falls das Tempo immer noch sehr niedrig ist, liegt es nicht am W-Lan. Schließe als letztes aus, dass es am Computer liegt. Dazu wiederholst Du den Geschwindigkeitstest mit einer App auf Deinem Smartphone, während es im W-Lan ist.

Sollte Dein Computer das Problem sein, findest Du in unserem Ratgeber ein paar Tipps, woran es liegen kann.

6. Ruf den Störungsdienst an

Liegt es am Anbieter, dann ruf den Kundendienst an. Kann der nicht helfen, lass Dich nicht vertrösten. Fordere einen Preisnachlass ein, schriftlich und mit 14 Tagen Frist. Das hilft den meisten Anbietern auf die Sprünge.

7. Wechsle von einem System ins andere

Lässt sich das Problem nicht lösen, solltest Du den Anbieter wechseln. Noch besser: Wechsle den Weg, auf dem Du mit dem Internet verbunden bist. Also von Telefonleitung (DSL) auf TV-Kabel oder umgekehrt von Kabel auf DSL. Das löst meist die Probleme.

Zum Ratgeber

 

 

Finanztip-Serie „Verträge optimieren“:

1. Abspecken: Diese Versicherungen braucht kein Mensch
2. Die Grundlage: Ein praktisches und günstiges Girokonto
3.  Strom: Raus aus der teuren Grundversorgung
4.  Internet: Günstiger – und auch schneller
5.  Handy: Tarif prüfen – und Smartphone getrennt kaufen
6.  Gas: Billig wie selten – jetzt wechseln
7.  Haftpflicht: Neue Verträge sind besser
8.  Hausrat: Füttere nicht Deinen Versicherer
9.  Autoversicherung: Mit diesen fünf Tricks kräftig sparen
10. Naturgewalten: So versicherst Du Dich gegen Schäden
11. Heizstrom: Weniger für Heizstrom zahlen
12. Umschulden: Wie Du teure Kredite loswirst

 

Matthias Urbach
Autor

Stand:

Als stellvertretender Chefredakteur ist Matthias Urbach für den Newsletter, Kooperationen und die redaktionellen Sonderprojekte von Finanztip verantwortlich. Als Diplomphysiker und Absolvent der Henri-Nannen-Schule kombiniert er analytisches und redaktionelles Know-how. Zuvor war er unter anderem als Verlagsdirektor beim SpringerNature-Wissenschaftsverlag und als Leiter von taz.de tätig.

4 Kommentare

  1. „In der Regel“ laufen Internet-Verträge NICHT 24 Monate!! Wer heutzutage das noch nicht kapiert hat, ist echt blöd.
    „Monatlich kündbar“ heißt das Motto und vielleicht sollten sich die Verfasser mal diesem Thema INTENSIV widmen.
    Und bei einem ordentlichen und normalen Vertrag (ohne sinnlose „Kundengeschenke“, die nur der Rumtrickserei dienen und der Ablenkung der Kunden von den Nachteilen, die der jeweilige
    Anbieter „verstecken“ will) kostet ADSL16 nun mal rund 25 € und VDSL50 nun mal rund 35 €. „Unter 30 €“ gibt es das nicht, weil die Telekom (als einziger Vorleister auf dem Markt) diese Vorleistung dafür nicht günstig genug anbietet.

  2. Hallo,
    bei meinem Ambieter – Telecom – habe ich sowohl Festnetz wie auch Internet.
    Diese Koppelung fehlt mir in dem Artikel.
    Ich mag nicht bei einer Entkoppelung 2 verschieden Anbieter nutzen.

    MfG
    B. degethof

  3. von den Tipps und Kommentaren von Finanztip bin ich überzeugt. Da ich einige Artikel als Nachschlageoption als PDF Datei abspeicher möchte fehlen mir leider die Druck oder Speichermöglichkeiten. Vielleicht habe ich aber auch die Optionen übersehen, sodass ich mir die Artikel nicht herunterladen und abspeichern kann.

    Über einen Hinweis wäre ich Ihnen dankbar.

    Mit freundlichem Gruß
    Norbert Kuhn

    1. hallo norbert,
      lade dir einfach das kostenlose PDF-Programm „PDF24“ herunter und installiere es.
      Damit kannst du dann unter der Option „drucken“, dann „speichern als pdf“ deine Dateien als PDF-Datei auf deinem Rechner sichern.
      hoffe konnte helfen,
      gruß roland

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