Frau zwischen Büchern
Bild: IMAGO / Westend61

Nach fast zwei Jahren Pandemie möchten viele im neuen Jahr etwas für sich tun: eine neue Fertigkeit lernen, sich besser gegen die Alltagshektik wappnen oder einfach den Horizont erweitern. Das ist leichter, als Du vielleicht denkst, denn Angestellte dürfen dafür fünf Tage bezahlten Urlaub nehmen. Nur wenn Du in Sachsen oder Bayern arbeitest, hast Du keinen gesetzlichen Anspruch. Du kannst Deinen Chef aber fragen, ob er Dir freiwillig diese Weiterbildung anbietet.

Das Angebot ist riesig

Bislang machen nur sehr wenige Angestellte Bildungsurlaub. In Hessen zum Beispiel nimmt nicht mal einer von hundert Angestellten das Angebot wahr. Dabei bringt es viel, sich für ein paar Tage nur um sich selbst zu kümmern. Du kannst aus vielen unterschiedlichen Angeboten wählen: Von „English Business Classic“ über Yoga-Kurse auf Norderney bis zu „Souverän kommunizieren in Beruf und Alltag“ ist alles möglich.

Einzige Voraussetzung: Das Angebot bringt Dich beruflich oder politisch weiter. Du kannst sogar im Ausland Kurse besuchen. Brauchst Du eine Extra-Qualifikation, um ein Ehrenamt auszuüben, kannst Du auch diese im Bildungsurlaub erwerben. In den meisten Bundesländern gibt es Listen anerkannter Seminare – zum Beispiel in Hamburg, Berlin und Hessen.

Anspruch, Dauer, Kosten

Bildungsurlaub kannst Du in der Regel nehmen, sobald Du sechs oder zwölf Monate beim aktuellen Arbeitgeber angestellt bist. In den meisten Bundesländern stehen Dir fünf Tage pro Jahr zu. Hast Du in einem Jahr keinen Bildungsurlaub genommen, kannst Du die Tage in vielen Bundesländern ins folgende Jahr mitnehmen. In einigen Bundesländern gilt von vornherein: Du hast zehn Tage in zwei Jahren. Den Kurs musst Du zwar selbst zahlen, kannst ihn unter Umständen aber als Werbungskosten von der Steuer absetzen – etwa wenn er in engem Zusammenhang mit Deiner beruflichen Tätigkeit steht.

Bildungsurlaub trotz Pandemie buchen

Beantragen musst Du den Bildungsurlaub in der Regel erst sechs bis acht Wochen vor Beginn. Du hast also genug Zeit, Dir einen Überblick über das Angebot für dieses Jahr zu verschaffen. Trotzdem solltest Du Deine Chefin möglichst früh ansprechen, denn bei vielen ist Bildungsurlaub eher unbeliebt. Achte auch darauf, mit welcher Frist Du den Kurs stornieren kannst, falls sich die Corona-Lage verschlechtert. Diese Information findest Du in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des jeweiligen Anbieters.

Möchtest Du einen Präsenz-Kurs buchen, solltest Du bedenken, dass es wahrscheinlich mindestens bis in den April hinein Corona-Einschränkungen geben wird. Interessiert Dich ein Online-Kurs, kannst Du ihn derzeit etwa in Niedersachsen und Schleswig-Holstein trotzdem als Bildungsurlaub anrechnen lassen. Auch andere Bundesländer haben wegen der Pandemie Sonderregeln erlassen.

Mehr zu den Regelungen in Deinem Bundesland sowie Musterschreiben zum Bildungsurlaub liest Du in unserem Ratgeber und hörst Du in unserem Podcast „Auf Geldreise“.

Zum Ratgeber

Nicolas Heronymus
Autor

Stand:

Nicolas Heronymus war bis Sommer 2022 Redakteur im Newsletter-Team von Finanztip und schrieb über die wichtigsten aktuellen Geldthemen. Nicolas hat bei Finanztip volontiert und dabei auch bei Zeit Online hospitiert. Vor Finanztip sammelte er erste Erfahrungen in der Finanz- und Versicherungswelt. Er hat Politikwissenschaft in Lüneburg, Berlin und Rom studiert.

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