GameStop-Filiale am Broadway
Bild: IMAGO / Levine Roberts

Verrückte Tage an der Börse: Die Aktie einer langweiligen Videospiel-Ladenkette namens Gamestop stieg innerhalb weniger Wochen von 15 Euro auf fast 420 Euro. Das war das Ergebnis eines beispiellosen Kampfs zwischen Kleinanlegern und Hedgefonds (wir berichteten). Doch die Frontlinie war nicht immer eindeutig. Mittlerweile liegt der Aktienkurs wieder bei 50 Euro.

Das Drama wurde durch Einschränkungen noch brisanter. Kunden unserer Empfehlung Trade Republic meldeten am 28. Januar immer wieder Aussetzer der App. Abends zog der Smartphone-Broker dann bei Gamestop und fünf anderen stark gefragten Aktien für fünfeinhalb Stunden den Stecker, ließ keine Käufe mehr zu. Man wolle die Kunden vor Risiken durch die starken Kursschwankungen schützen, hieß es. Frustrierte Nutzer beschwerten sich in Foren, über Twitter, bei der Aufsichtsbehörde Bafin – und auf unseren Seiten.

Dass dieser bemutternde Ton nicht gut ankam, bewegte Trade Republic am Mittwoch dann zu einer Entschuldigungsmail. Detailliert schildert der Broker seine technischen Probleme. Trade Republic habe die Entscheidung, den Kauf der sechs Aktien auszusetzen, „unabhängig und zur Systemstabilisierung“ getroffen. Die ursprüngliche Erklärung sei nicht gut gewesen.

Aus unserer Sicht war es am besten, das Spektakel mit etwas Popcorn zu beobachten – aber ohne eigenes Geld einzusetzen. Solche Kurskapriolen sind typisch für Spekulationsblasen. Wenn diese platzen, verlieren die letzten, die noch Aktien halten. Das werden bei Gamestop nicht nur Hedgefonds, sondern auch viele Kleinanleger sein.

[Ergänzung vom 8. Februar 2021: Die Aufsichtsbehörde Bafin hat mitgeteilt, dass sie „verschiedene Online-Broker“ zu möglichen Rechtsverstößen prüfen werde.]

 

Zum Ratgeber

Hendrik Buhrs
Autor

Stand:

Redakteur im Team Bank und Versicherung. Vor seiner Zeit bei Finanztip berichtete er für die Radioprogramme des Hessischen, später des Westdeutschen Rundfunks über Wirtschafts- und Verbraucherthemen. Hendrik hat in Münster und Exeter VWL studiert. Erste berufliche Erfahrungen sammelte er bei Radio Q und im Lokalfunk Recklinghausen. Gespartes Geld investiert er gern in Reisen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Was der Stern bedeutet:

Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, ihre Finanzen selber zu machen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate-Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).

Bei Finanztip handhaben wir Affiliate-Links aber anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.

Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.