Gaszähler
Gaszähler der EWAG. Bild: Daniel Karmann / dpa

Es lohnt sich eigentlich immer, über den Gasvertrag nachzudenken, weil es hier um viel Geld geht. Derzeit ganz besonders, denn die Beschaffungskosten für Erdgas sind niedrig. Diesen Preisvorteil geben Gasanbieter aber vor allem an neue Kunden weiter.

Willst Du also davon profitieren, dann musst Du den Anbieter wechseln – oder zumindest den Tarif. Verbraucht Deine Familie zum Beispiel 20.000 Kilowattstunden im Jahr (der deutsche Durchschnittsverbrauch), kannst Du gut und gerne 150 bis 300 Euro sparen.

1. Wechsle mindestens von der Grundversorgung in einen „Sondervertrag“

Hast Du Deinen Gasvertrag nicht bewusst abgeschlossen, solltest Du das nachholen! Du steckst dann in der sogenannten Grundversorgung und zahlst im Schnitt ein Drittel mehr als in einem anderen Vertrag.

Ruf einfach Deinen bisherigen Anbieter an und sag ihm, Du willst raus aus der Grundversorgung und in einen „Sondervertrag“ wechseln. Der Begriff klingt etwas komisch; damit sind aber die ganz normalen Gastarife gemeint. Du zahlst im Sondervertrag auf jeden Fall weniger als in der Grundversorgung. Schau Dir vor Deinem Anruf die Tarife auf der Internetseite Deines Anbieters an und such Dir einen aus.

2. Mit dem Finanztip-Rechner findest Du einen günstigen Gastarif

Willst Du richtig sparen, dann wechsle nicht nur den Tarif, sondern gleich den Anbieter. Vergleiche dazu die Preise mit dem Tarifrechner von Finanztip. Er fragt die Angebote von Verivox und Check24 gleichzeitig ab und filtert die Ergebnisse nach unseren verbraucherfreundlichen Kriterien. Die Ergebnislisten enthalten Werbelinks, über die Du Deinen Tarif direkt abschließen kannst. Du musst nur Deine Postleitzahl und Deinen Gasverbrauch eingeben. Deine Ersparnis erfährst Du, wenn Du noch angibst, wie viel Du aktuell für Gas bezahlst. Hier geht’s zum Rechner.

Achtung: Manche Versorger erhöhen die Preise zum zweiten Vertragsjahr. Dann hast Du ein Sonderkündigungsrecht, das Du auch nutzen solltest.

Ein Risiko haben auch Tarife mit Neukundenbonus. Denn wenn der Bonus im zweiten Jahr entfällt, wird der Tarif teurer, ohne dass Du ein Sonderkündigungsrecht hast. Deshalb blendet unser Vergleichsrechner Bonus-Tarife standardmäßig aus.

3. So kassierst Du den Bonus

Willst Du Dich trotzdem auf einen Bonus-Tarif einlassen, wähle im Finanztip-Rechner bei der Frage „Wie oft willst Du den Tarif wechseln?“ die Antwort „jedes Jahr“. Indem Du Jahr für Jahr den Gasversorger wechselst, vermeidest Du die teuren Preise im zweiten Vertragsjahr. Kündige am besten etwa drei Wochen nach Vertragsabschluss. Dann ist die Widerrufsfrist abgelaufen und Du bist sattelfest im Vertrag. Und Du kannst die Kündigung später nicht vergessen.

Nach Ablauf des Vertrags solltest Du prüfen, ob Du den Neukundenbonus auch wirklich bekommen hast. Falls nicht (kommt leider nicht so selten vor), fordere ihn schriftlich ein.

Zum Tarif-Rechner

 

 

Finanztip-Serie „Verträge optimieren“:

1. Abspecken: Diese Versicherungen braucht kein Mensch
2. Die Grundlage: Ein praktisches und günstiges Girokonto
3.  Strom: Raus aus der teuren Grundversorgung
4.  Internet: Günstiger – und auch schneller
5.  Handy: Tarif prüfen – und Smartphone getrennt kaufen
6.  Gas: Billig wie selten – jetzt wechseln
7.  Haftpflicht: Neue Verträge sind besser
8.  Hausrat: Füttere nicht Deinen Versicherer
9.  Autoversicherung: Mit diesen fünf Tricks kräftig sparen
10. Naturgewalten: So versicherst Du Dich gegen Schäden
11. Heizstrom: Weniger für Heizstrom zahlen
12. Umschulden: Wie Du teure Kredite loswirst

 

 

Ines Rutschmann
Autor

Stand:

Ines Rutschmann ist unsere Energie-Expertin und widmet sich allen Fragen, die sich Verbraucher rund um Strom und Heizen stellen. Über den Strommarkt berichtete sie erstmals 2005 für die Leipziger Volkszeitung. Danach war sie für den Deutschlandfunk und das Solarstrom-Magazin Photon tätig. Ines ist Diplom-Ingenieurin (FH) und hat einen Masterabschluss in Energiemanagement.

5 Kommentare

  1. Wenn mein Gasvertrag bis März 2021 läuft, macht es dann überhaupt Sinn, sich jetzt im August mit dem Thema „Anbieter wechseln“ zu beschäftigen? Ich habe mir das auf Wiedervorlage Anfang Januar 2021 gelegt, um den aktuellen Vertrag fristgerecht bis Mitte Januar zu kündigen und mich nach einem anderen Anbieter umzuschauen. Ist dieses Timing nicht sinnvoll, was könnte ich verbessern?
    Freundliche Grüße
    Alfons Hrdlicka

  2. Hallo,

    nein da haben Sie mich falsch verstanden bzw. meine Beobachtung nicht nachvollzogen. Es ändert sich tatsächlich der reine Arbeitspreis pro kWh bei höherem Jahresverbrauch in der Suche und das bei gleichbleibender Grundgebühr. Manch Anbieter hat ja gar keine Grundgebühr.
    Hier ein Beispiel: Gesucht hab ich nach Ökogastarifen. Als bester Tarif wird mir „MONTANA garant 12 klimaneutral“ angezeigt.

    Gasverbrauch: 20.000,00 kWh/Jahr
    Arbeitspreis: 3,65 ct/kWh
    Grundpreis :150,89 €/Jahr
    Kosten im 1. Jahr: 881,69 €/Jahr

    Gasverbrauch: 30.000,00 kWh/Jahr
    Arbeitspreis: 3,55 ct/kWh !!!
    Grundpreis: 150,89 €/Jahr
    Kosten im 1. Jahr: 1.215,77 €/Jahr
    Kosten wenn dann doch nur 20.000,00 kWh verbraucht werden: 860,89€ = 20€ gespart.

    Das habe ich bei verschiedenen Anbietern bemerkt. Es lässt sich aber nicht beliebig weit treiben, z.B. wäre es mit 50.000kWh wieder teurer.
    Und klar der monatliche Abschlag ist höher aber lieber zu viel bezahlt und was wieder bekommen als eine dicke Nachzahlung. Man kann seinen Verbrauch mitunter ja auch nur grob schätzen wenn man z.B. Umgezogen ist. Und am Ende spielt das Wetter ja auch noch eine große Rolle.
    Bleibt die Frage ob die Anbieter Geld nachfordern können weil der Verbrauch nicht erreicht wurde?

    1. Hallo Tommy,
      bei so hohen Verbräuchen unterscheiden sich häufig die Netzentgelte: Sie sinken tendenziell mit wachsendem Verbrauch. Manche Netzbetreiber ziehen eine Preisstufe bei 20.000 kWh, andere bei 25.000 kWh. Es ist nicht einheitlich. Dass Sie einen Tarif mit Preisen für einen Verbrauch von 30.000 kWh abschließen können, wenn Sie tatsächlich ein Drittel weniger verbrauchen, wage ich zu bezweifeln. Der Lieferant kann sich vom Netzbetreiber den letzten Jahresverbrauch des Kunden übermitteln lassen und wird das sicherlich auch tun. Da sich das Wetter nicht vorhersagen lässt, bleibt der bisherige Verbrauch der Maßstab (oder bei Umzug der Verbrauch des Kunden, der vorher dort wohnte). Nachfordern kann der Lieferant nichts, wenn ein Verbrauch wider Erwarten niedriger ausfällt und deswegen die Netzentgelte pro kWh höher sind. Es gelten die vertraglich vereinbarten Preise.
      Viele Grüße
      Ines Rutschmann

  3. Bei der Suche nach einem neuen Gastarif ist mir aufgefallen, dass die Tarife sehr dynamisch zu den eigenen Sucheingaben generiert werden.

    Suche ich mit Bonus tauchen Verträge mit hohen Bonus oben in der Liste auf die dann im 2. Jahr recht teuer sind.
    Suche ich ohne Bonus tauchen die selben Anbieter oben auf (ca.Top10-15), diesmal mit Verträgen die bessere Arbeitspreise haben dafür aber ohne Bonus sind. Ist auf lange Sicht natürlich schonmal besser.

    Wenn ich nun noch ein bisschen mit dem Verbrauch spiele ändert sich der Preis pro kWh teilweise deutlich. Nun frag ich mich ob das erlaubt ist. Darf ich bei Vertragsabschluss einen (zu) hohen Wert ansetzen um einen geringeren Arbeitspreis zu bekommen? Und wenn ja kann der Anbieter bei nicht erreichen einen höheren Preis abrechnen?

    1. Hallo tommy,
      dass der Preis pro Kilowattstunde mit steigendem Verbrauch in der Regel niedriger ist, liegt am verbrauchsunabhängigen Grundpreis: Dieser mittelt sich über einen höheren Verbrauch stärker. Abgerechnet wird aber am Ende Grundpreis und Verbrauchspreis je genutzten Kilowattstunden – insofern macht es auf der Abrechnung keinen Unterschied, welchen Verbrauch man bei Abschluss angegegen hat. Wenn Sie einen höheren Verbrauch bei Vertragsschluss angeben, müssen Sie damit rechnen, auch einen höheren monatlichen Abschlag zu zahlen – entsprechend des angegebenen Verbrauchs.
      Viele Grüße
      Ines Rutschmann

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