Garant für den Aufstieg? Mittelstürmer Lasogga müht sich gegen Greuther Fürth.
Garant für den Aufstieg? Mittelstürmer Lasogga müht sich gegen Greuther Fürth. Bild: Axel Heimken / dpa

„Ihren HSV unterstützen – 6 % Zinsen sichern“, eine Mail mit diesem Betreff lag diese Woche im Postfach von Mitgliedern des Hamburger Sportvereins (HSV), sowie bei Kunden des HSV-Onlineshops. Die Mail spricht das Fan-Gefühl an: „Wir haben [gegen Fürth] kein gutes Spiel gemacht und dürfen uns solche Auftritte nicht häufiger erlauben“ – um dann darum zu bitten, den Klub durch den Kauf einer Anleihe zu unterstützen. Das Angebot scheint attraktiv: Sieben Jahre lang soll die Anleihe mit jährlich 6 Prozent verzinst werden.

Dann ist in der Mail noch die Rede davon, dass man sich die Anleihe auch als Schmuck an die Wand hängen kann. Wovon keine Rede ist: Falls es schlecht läuft und der Verein nicht so schnell wieder aufsteigt, oder sich sonst irgendwie verspekuliert, droht der Totalverlust des eingesetzten Geldes. Auch auf der Anleihe-Website haben wir nach längerem Suchen keinen Hinweis darauf gefunden.

Erst in den Downloads fanden wir das Wort „Totalverlust“, im 144-seitigen Wertpapierprospekt zum ersten Mal auf Seite 16. Auf Nachfrage erklärte der HSV, wer die Anleihe zeichnen wolle, müsse vorher per Klick bestätigen, dass er Wertpapierprospekt und weitere Dokumente heruntergeladen und gelesen habe.

Um es klar zu sagen: Als Geldanlage ist so etwas keine Empfehlung, auch nicht für Fans. Der versprochene Zins von 6 Prozent ist ein Zeichen dafür, wie real die Risiken sind. Wer das kauft, hilft dem Verein. Läuft es gut, gibt’s Rendite. Läuft es schlecht, war es praktisch eine Spende. Wollen Sie Ihr Geld gut anlegen, sollten Sie anders vorgehen. In unserem Ratgeber Geldanlage erklären wir wie.

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