U10-Untersuchung
Bild: Jovanmandic / Getty Images

Mussten Sie Ihre Grippeimpfung selbst zahlen? Das ist normal, wenn Sie keiner Risikogruppe angehören. Einige Krankenkassen zahlen sie aber doch. Als sogenannte Zusatzleistung. Andere zahlen die Zahnreinigung, Extra-Vorsorge für Kinder oder viele Reiseimpfungen. Aber eben nicht alle Kassen.

Wenn Ihnen bestimmte Kassenleistungen wichtig sind und Sie bei der dazu passende Krankenkasse versichert sind, haben Sie am Ende des Jahres ein paar Scheine mehr im Portemonnaie. Also überlegen Sie mal: Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Kasse? Wenn alles passt – super. Falls nicht, keine Angst vor einem Wechsel.

Zum Jahreswechsel stellen sich die Krankenkasse traditionell neu auf, nehmen neue Leistungen ins Programm oder streichen die ein oder andere. Wir haben deshalb wie in jedem Januar das Angebot leistungsstarker, bundesweit geöffneter Krankenkassen verglichen. Dazu haben wir 26 Kriterien aus den Bereichen Service, Familie, Vorsorge und alternative Heilmethoden bewertet, von der Zahl der Geschäftsstellen über digitale Serviceangebote bis hin zu Leistungen für Schwangere, Krebsvorsorge und Gesundheitskursen.

Am besten abgeschnitten hat in diesem Jahr die IKK Classic. Sie konnte vor allem im Bereich Familie punkten sowie bei Gesundheitskursen, Zahnreinigung und anderen Vorsorgeleistungen. Der Spitzenreiter der vergangenen Jahre, die HEK, landete knapp auf dem zweiten Platz. Sie war besonders stark bei Impfungen und Krebsfrüherkennung sowie Vorsorge für Kinder. Beide Kassen verlangen 15,6 Prozent Beitrag – was leicht unter dem Durchschnitt liegt.

Wir empfehlen die IKK Classic und HEK*, weil sie in unserem Vergleich insgesamt ein starkes Leistungsangebot zeigten. Während die HEK auch schon im vergangenen Jahr zu den beiden besten Kassen gehörte, ist die Vorjahreszweite, die TK, etwas abgerutscht – aber mit Platz 5 immer noch eine der besseren Krankenkassen.

Wichtig für Ihre Auswahl: In einzelnen Bereichen schneiden in unserer jüngsten Untersuchung auch andere Kassen ähnlich gut ab oder sogar besser. Ist Ihnen eine Leistung besonders wichtig, können Sie mit der Sortierfunktion unserer Ergebnistabelle herausfinden, welche Kasse darin besonders gut abgeschnitten hat.

Zusatzleistungen lohnen sich natürlich nur, wenn Sie die auch wirklich nutzen. Kommt es Ihnen eher auf einen niedrigen Beitrag an, haben wir Ihnen eine Übersicht der günstigsten Kassen je Bundesland zusammengestellt. Die HKK ist übrigens immer noch die günstigste bundesweite Kasse und landete in unserem Leistungsvergleich auch weit vorne – sie bietet damit ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Wie gut eine Krankenkasse tatsächlich ist, zeigt sich leider oft erst im Ernstfall. Bekommen Sie kompetente Auskünfte? Wird Ihnen eine Reha schnell bewilligt oder müssen Sie lange kämpfen? Teilen Sie in unserer Community deshalb bitte gute und schlechte Erfahrungen zu unseren Empfehlungen IKK Classic und HEK. Sie können uns natürlich auch schreiben.

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Julia Rieder
Autor

Stand:

Julia Rieder kümmert sich als Redakteurin um Versicherungsthemen. Während ihres Volontariats bei Finanztip sammelte sie Hörfunk-Erfahrung beim Inforadio. Vorher war sie in den Redaktionen von Frontal 21, der Berliner Zeitung und dem Online-Magazin politik-digital tätig. Ihr Studium der Politikwissenschaft hat Julia an der Freien Universität Berlin mit einem Master abgeschlossen.

5 Kommentare

  1. Vielen Dank für den umfassenden Artikel! Ich bin selbst gerade dabei zu überlegen, ob ich nicht die Krankenkasse wechseln sollte. Ich finde es traurig, dass nicht alle Kassen die gleichen Leistungen übernehmen. Warum werden bestimmte Therapien nicht von jeder Kasse anerkannt? Z.B. das Cyberknife in der Tumorbehandlung? Es ist schwer, sich bei den unterschiedlichen Inhalten selbst zurecht zu finden. Deshalb freue ich mich sehr über diesen Bericht!
    LG, Bettina

  2. Ich bin bei der DAK Gesundheit versichert. Leider hat sie es nicht in die Vorauswahl geschafft. Könnten sie kurz beschreiben, an welchem Kriterium es lag?

    1. Hallo Tommy,

      wir haben nur Krankenkassen näher untersucht, die bereits im vergangenen Jahr besonders umfangreiche Zusatzleistungen boten. Die Wahl der Testkandidaten unseres Vergleichs beruht auf der Leistungsübersicht der Zeitschrift „Finanztest“ (Ausgabe 8/2019). In die engere Auswahl kamen alle bundesweit geöffneten Kassen, die in der Untersuchung von „Finanztest“ mindestens 14 der untersuchten Leistungsmerkmale vollumfänglich erfüllten. Bei Kassen mit mindestens 13 voll erfüllten Merkmalen haben wir die Einschränkungen bei den anderen Leistungsmerkmalen geprüft.

      Die DAK gehört nicht zu den Kassen die wir untersucht haben, weil sie nur 11 der Leistungsmerkmale vollumfänglich erfüllte. Damit scheiterte sie an der Hürde für unsere Vorauswahl. Weitere Zusatzleistungen, u.a. für Osteopathie, Hautkrebsfrüherkennung und sportmedizinische Untersuchung, werden bei der DAK aus einem Gesamtbudget von maximal 180 Euro im Jahr bezuschusst.

      Wie wir bei unserem Vergleich vorgegangen sind, haben wir auch ganz detailliert hier aufgeschrieben: https://www.finanztip.de/gkv/gkv-test/

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