Ärzte
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Eine falsche Diagnose, verwechselte Medikamente, ein Fehler bei der Operation – manchmal geht beim Arzt etwas gefährlich schief. Nicht immer ist das die Schuld der Mediziner. Doch in jedem vierten Verdachtsfall haben die Krankenkassen einer aktuellen Studie zufolge einen Behandlungsfehler festgestellt, rund 3.500 allein im vergangenen Jahr.

Vermuten auch Sie, dass Ihr Arzt Sie nicht sorgfältig behandelt hat, sollten Sie zuerst ein klärendes Gespräch mit ihm oder der Beschwerdestelle des Krankenhauses versuchen. Kann auch das Ihren Verdacht nicht ausräumen, dann sollten Sie sich an Ihre Krankenkasse wenden. Warten Sie nicht zu lange! Die Ansprüche aus Behandlungsfehlern sind nach drei Jahren verjährt.

Bei einem Verdacht auf Behandlungsfehler muss Ihnen die Krankenkasse kostenlos beistehen. Der übliche Ablauf ist so: Die Kasse fordert Ihre Behandlungsunterlagen an und bittet Sie um ein Gedächtnisprotokoll. Ergibt sich daraus für die Krankenkasse ein klarer Verdacht, dann beauftragt sie den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) mit einem Gutachten. (Hier ein Merkblatt dazu vom MDK.)

Falls der MDK eine fehlerhafte Behandlung feststellt, bekommen Sie das Gutachten. Damit können Sie dann Ansprüche gegen Ihren Arzt geltend machen. Unser Tipp: Lassen Sie sich dabei am besten von einem Fachanwalt für Medizinrecht unterstützen.

Alternativ zur Krankenkasse können Sie sich auch an die Schlichtungsstellen und Gutachterkommissionen der Ärzte- und Zahnärztekammern wenden. Ein Schlichtungsverfahren ist dort aber nur möglich, wenn auch der Arzt dem zustimmt.

Julia Rieder
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Stand:

Julia Rieder kümmert sich als Redakteurin um Versicherungsthemen. Während ihres Volontariats bei Finanztip sammelte sie Hörfunk-Erfahrung beim Inforadio. Vorher war sie in den Redaktionen von Frontal 21, der Berliner Zeitung und dem Online-Magazin politik-digital tätig. Ihr Studium der Politikwissenschaft hat Julia an der Freien Universität Berlin mit einem Master abgeschlossen.

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