22.11.2019, Baden-Württemberg, Göppingen: Einsatzkräfte der Feuerwehr löschen einen Brand in einem Hochhaus. Das zehnstöckige Haus musste vorübergehend geräumt werden. (zu dpa: «Katzen sterben bei Wohnungsbrand - Hochhaus geräumt») Foto: Alexander Woelfl/SDMG/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Seit Jahren geht die Zahl der Einbrüche drastisch zurück. Das freut auch die Hausratversicherer, denn Einbrüche sind ihr größter Einzelposten. Doch obwohl sie weniger Geld auszahlen müssen, erhöhen sie Jahr für Jahr die Beiträge für uns Kunden.

Das Resultat: Von 100 Euro, die die Verbraucher zahlten, mussten die Unternehmen zuletzt gerade einmal 41 Euro für Schäden zurückgeben. Bei Autoversicherungen zum Beispiel ist es mehr als doppelt so viel.

Aber bei der Hausrat sind die Deutschen nicht so wechselfreudig wie bei der Kfz-Versicherung. Und so fehlt vielen Konzernen der Anreiz, die Preise zu senken. Beleben Sie also die Konkurrenz! Schauen Sie nach einem besseren Tarif – Sie werden ganz sicher etwas finden.

Natürlich müssen auch die Bedingungen stimmen. Hier haben wir Ihnen die wichtigsten 10 Dinge zusammengestellt:

1. „Grob fahrlässig“ kann leicht passieren

Viele alte Verträge haben noch eine Klausel, dass bei grober Fahrlässigkeit die Auszahlung gekürzt werden kann – oder sogar ganz ausgeschlossen. Etwa, wenn Sie ein Fenster gekippt lassen und jemand einbricht. Oder unbeaufsichtigte Kerzen einen Brand auslösen. Achten Sie also darauf, dass „grobe Fahrlässigkeit“ eingeschlossen ist.

2. Achten Sie auf kompletten Brandschutz

Damit Sie bei einem Feuer in jedem Fall abgesichert sind, achten Sie darauf, dass auch Schäden durch Rauch und Ruß sowie Seng- und Schmorschäden abgedeckt sind. Außerdem sollten Überspannungsschäden versichert sein.

3. Mit Selbstbeteiligung fahren Sie besser

Neuverträge kann man oft mit einer kleinen Selbstbeteiligung von 150 Euro abschließen. Unterm Strich lohnt sich das meist. Es ist ohnehin nicht so sinnvoll, mit kleinen Schäden jedes Mal zur Versicherung zu laufen. Das könnte den Versicherer verleiten, den Vertrag zu kündigen.

4. Neue Verträge sind oft besser

Viele Versicherer zählen zum Hausrat nicht mehr nur Dinge in der Wohnung, auf dem Dachboden oder im Keller. Neuere Verträge greifen auch, wenn ins draußen geparkte Auto oder in Ihr Hotelzimmer eingebrochen wird. Gartenmöbel auf der Terrasse sind ebenso gegen Diebstahl versichert, wie der Kinderwagen im Treppenhaus. Das nennt sich Außenversicherung und ist oft sogar ohne Extrakosten zu haben.

5. Fahrräder extra regeln

Bei Fahrraddiebstahl zahlt die Hausrat in der Regel nur, wenn das Rad aus dem Keller oder der Wohnung geklaut wurde. Wer einen Aufschlag auf den Beitrag zahlt, kann Diebstahl auf der Straße oft günstig mitversichern. Bei teuren Rädern kann eine spezielle Fahrradversicherung die bessere Wahl sein.

6. Wertsachen klären

In der Versicherung gibt es stets einen Höchstbetrag für Wertsachen, meist 20 Prozent der Gesamtversicherungssumme. Klären Sie, dass das zu Ihrem Besitz passt.

7. Den ganzen Hausrat versichern

Die Versicherer schätzen den Wert Ihres Hausrates nach der Quadratmeterzahl der Wohnung. Die Summen sind überraschend hoch. Wenn Sie sich darauf einlassen, vermeiden Sie automatisch das Risiko der Unterversicherung. Denn wenn Sie Ihren Hausrat zu gering angeben, kann es passieren, dass der Versicherer nur einen Teil des Schadens begleicht. Wollen Sie den Wert Ihrer Sachen selbst schätzen, dann verwenden Sie unbedingt eine Wertermittlungstabelle.

8. Große Fluten

Schäden durch Hochwasser, ausgelöst zum Beispiel durch Starkregen, sind in der Regel nicht versichert. Dazu müssen Sie extra einen Schutz gegen sogenannte Elementarschäden abschließen. Das ist teuer und lohnt sich nicht für jeden.

9. Kleine Überschwemmungen

Wer ein Wasserbett oder ein großes Aquarium besitzt, sollte wissen, dass in der Regel ausschließlich Wasserschäden durch Wasser aus der Leitung abgedeckt sind. Andere Wasserschäden sind oft nur gegen Aufschlag abgesichert.

10. Glasversicherung lohnt sich selten

Kaputte Doppelfenster sind ärgerlich. In der Regel kosten sie aber keine Unsummen – und gehen auch nicht oft zu Bruch. Eine Erweiterung für Glasbruch ist tendenziell zu teuer.

Am einfachsten vergleichen und wechseln Sie Ihre Versicherung mit einem Vergleichsportal. Wir haben die besten untersucht und empfehlen Mr-Money*. Was Sie beachten müssen, um im Schadensfall gut aufgestellt zu sein, lesen Sie in unserem großen Ratgeber.

 

Finanztip-Serie „Verträge optimieren”:

1. Abspecken: Diese Versicherungen braucht kein Mensch
2. Die Grundlage: Ein praktisches und günstiges Girokonto
3. Strom: Raus aus der teuren Grundversorgung
4. Internet: Günstiger – und auch schneller
5. Handy: Tarif prüfen – und Smartphone getrennt kaufen
6. Gas: Billig wie selten – jetzt wechseln
7. Haftpflicht: Neue Verträge sind besser
8. Hausrat: Füttern Sie nicht den Versicherer
9. Autoversicherung: Mit diesen fünf Tricks kräftig sparen
10. Naturgewalten: So sichern Sie sich gegen Schäden

Matthias Urbach
Autor

Stand:

Als stellvertretender Chefredakteur ist Matthias Urbach für den Newsletter, Kooperationen und die redaktionellen Sonderprojekte von Finanztip verantwortlich. Als Diplomphysiker und Absolvent der Henri-Nannen-Schule kombiniert er analytisches und redaktionelles Know-how. Zuvor war er unter anderem als Verlagsdirektor beim SpringerNature-Wissenschaftsverlag und als Leiter von taz.de tätig.

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