Stromzähler
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„Grüner Strom zu einem günstigen Preis und freundliche Kundenbetreuung – für immergrün! selbstverständlich.“ So wirbt der Stromanbieter 365 AG, der hinter der Marke „immergrün!“ steht, um neue Kunden. Günstig war sein Tarif aber nur im ersten Jahr, musste ein Leser von Finanztip erfahren. Nachdem er zunächst 23,5 Cent pro Kilowattstunde gezahlt hatte, kletterten seine Kosten im zweiten Vertragsjahr auf unverschämte 38,4 Cent.

Eine Chance, der Preiserhöhung zu entgehen, hatte unser Leser nicht. Er erfuhr erst nachträglich davon – aus seiner Abrechnung. Immergrün hatte ihm die Vertragsänderung weder per Brief noch per E-Mail vorab mitgeteilt. Einen Login zum Kundenportal im Internet hatte sich unser Leser nicht eingerichtet.

Ein Stromversorger ist gesetzlich verpflichtet, über eine Preiserhöhung zu informieren, bevor sie greift. Und er muss auf das Sonderkündigungsrecht hinweisen. Denn bei jeder Änderung des Stromvertrags haben Sie das Recht, diesen sofort zu kündigen.

Hält ein Strom- oder auch Gasanbieter diese Regeln nicht ein, ist die Preiserhöhung unwirksam. Widersprechen Sie dann der Abrechnung und fordern Sie eine Neuberechnung auf Basis der alten Preise. Finanztip hat die Geschäftsführung der 365 AG um Stellungnahme zu dem Fall gebeten. Bis Redaktionsschluss haben wir keine Antwort erhalten.

Nachtrag vom 9. Januar 2019:

Im neuen Jahr erhielt unser Leser gute Nachrichten von Immergrün: Der Versorger reagierte am 7. Januar 2019 auf seine Beschwerde und bot ihm an, alle drei vergangenen Preiserhöhungen zurückzunehmen und eine neue Abrechnung über den gesamten Belieferungszeitraum zu den ursprünglich geltenden, niedrigeren Preisen zu erstellen. Zudem räumte Immergrün dem Kunden ein Sonderkündigungsrecht zum 31. Januar 2019 ein. Unser Leser hat das Angebot angenommen.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Immergrün oder der 365 AG gemacht? Teilen Sie Ihre Erlebnisse in der Community.

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