Ölpipeline
Bild: Mlenny / Getty Images

[Stand: 18. März 2020, ursprünglich veröffentlicht am 13. März 2020. Alle Texte zum Coronavirus finden Sie hier.]

Der Ölpreis hat sich seit Neujahr mehr als halbiert. Seit dieser Woche befindet er sich auf dem tiefsten Stand der vergangenen zehn Jahre. Auch Heizöl ist günstiger geworden, wenn auch nicht in gleichem Maße wie Rohöl. Kostete ein Liter Heizöl im Januar noch bis zu 68 Cent (bei 3.000 Litern Abnahme), sind es nun im Schnitt rund 54 Cent.

Am Heizöl verdienen nicht nur die Ölproduzenten, sondern auch Raffinerien und Händler. Die heimischen Firmen geben die geringeren Kosten nicht eins zu eins weiter – zumal die Nachfrage im März geradezu explodiert ist. Wo besonders viel bestellt wird, sind die Heizölpreise weniger stark gefallen: In Bayern und Baden-Württemberg ging es seit Januar um 6 bis 9 Prozent runter – es sind die beiden Bundesländer mit den meisten Ölheizungen. In Niedersachsen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern purzelten die Heizölpreise dagegen um 30 Prozent. Die Schere zwischen den Preisen im Norden und im Süden öffnet sich dabei immer weiter.

Haben Sie Platz im Tank, können Sie die günstigen Preise jetzt ausnutzen. Die Lieferung erhalten Sie allerdings frühestens in fünf Wochen.

Sie können auch auf weiter sinkende Preise spekulieren, sobald die Nachfrage wieder abebbt. Denn von seinem letzten Tiefstand ist der Brennstoff noch weit entfernt: Im Januar 2016 kostete ein Liter Heizöl weniger als 40 Cent. Damals war der Rohölpreis so niedrig wie jetzt.

Haben Sie Anfang März Heizöl zu einem deutlich höheren Preis bestellt, aber noch nicht geliefert bekommen? Dann können Sie innerhalb von 14 Tagen die Bestellung widerrufen. Dies gilt auch für Heizöl, stellte der Bundesgerichtshof 2015 (Az. VIII ZR 249/14) klar. Bedenken Sie aber: Je mehr Kunden widerrufen, desto stärker sichern sich Händler dagegen ab – und geben sinkende Kosten nicht so stark weiter.

 

 

 

 

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Ines Rutschmann
Autor

Stand:

Ines Rutschmann ist unsere Energie-Expertin und widmet sich allen Fragen, die sich Verbraucher rund um Strom und Heizen stellen. Über den Strommarkt berichtete sie erstmals 2005 für die Leipziger Volkszeitung. Danach war sie für den Deutschlandfunk und das Solarstrom-Magazin Photon tätig. Ines ist Diplom-Ingenieurin (FH) und hat einen Masterabschluss in Energiemanagement.

6 Kommentare

  1. Ich habe gar nicht mitbekommen, dass sich der Ölpreis um mehr als halbiert hat. Demnach könnte es sich lohnen das Heizöl jetzt, wo es so günstig ist, auf Vorrat kaufen. So könnte man einiges sparen.

    1. Liebe Lisbeth,
      bitte beachten Sie: Dieser Artikel ist von März 2020, als sich der Ölpreis auf einem langjährigen Tiefstand befand. Im April 2021 kostet Rohöl mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Zudem fällt auf Heizöl seit Jahresbeginn der CO2-Preis an.
      Mit freundlichen Grüßen,
      Ines Rutschmann

  2. Es ist wirklich immer wieder erstaunlich, wie sehr die Preise schwanken. Mir war gar nicht bewusst, dass im Frühjahr so ein rapider Fall der Ölpreise gewesen ist. Da hat sich der Kauf des Heizöls wirklich gelohnt. Meine Mutter heizt mit Öl, ich werde sie gleich mal fragen, ob sie den Preissturz auch genutzt hat und ob sie weiterhin die Preise verfolgt.

  3. Danke für den Tipp, den Tank aufzufüllen, wenn er auch noch nicht leer ist. Bei Kraftstoffen sollte man immer die Marktpreise im Blick haben. Unser Betrieb in Heidelberg hat nun extra eine Einkäuferin für alles, was wir benötigen, eingestellt. Das spart am Ende Zeit und Geld.

    1. Sehr geehrter Herr Ehler,
      bundesweit können Sie Kredite beantragen, um die Krise zu überstehen. Bayern gibt als erstes Bundesland Zuschüsse. Nähere Informationen und Links zu den Programmen finden Sie in unseren Beitrag hier. Er wird aktuell gehalten.
      Viele Grüße
      Ines Rutschmann

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