Schließfächer
Vielleicht haben Sie ein Schließfach geerbt, von dem Sie nichts wissen. Bild: kali9, GettyImages

Mehrere Milliarden Euro liegen auf den Konten Verstorbener – und die Erben wissen nichts davon. Niemand ruft das Geld ab. Die Banken tun nichts, um die Erben zu finden. Wenn Sie also den Verdacht haben, dass von Ihrer Familie irgendwo noch Geld herumliegt, dann müssen Sie sich selbst darum kümmern.

Die Banken sprechen von „nachrichtenlosen Konten“. Schätzungen zufolge liegen in Deutschland 2 bis 9 Milliarden Euro auf solchen Konten. Meist sind die Besitzer tot, manchmal sind die Konten auch nur bei einem Umzug vergessen worden. Die Sparkasse Dortmund zum Beispiel führte 2019 knapp eine Viertelmillion nachrichtenloser Konten. Guthaben: 4,7 Millionen Euro.

Das Geld verfällt nicht. Es liegt so lange bei der Bank, bis sich Erben melden. Dann müssen die Institute auch noch Jahrzehnte nach der letzten Kontobewegung das Guthaben auszahlen. Allerdings ziehen sie in dieser Zeit weiter regelmäßig ihre Kontoführungsgebühren ab.

Nach 30 Jahren müssen sie das Geld ausbuchen und als Gewinn versteuern, so verlangen es die Finanzämter. Aber trotzdem müssten die Banken es immer noch auszahlen, falls Sie sich als Erbe melden und Ihre Berechtigung nachweisen können.

Während es in anderen Ländern wie der Schweiz oder Großbritannien zentrale Stellen gibt, über die jeder nach Konten suchen kann, fehlt in Deutschland bislang eine zentrale Lösung. Das heißt nicht, dass Sie herrenlose Konten nicht finden können, es ist aber mühsam. Deshalb hat der Verbraucher-Ratgeber Finanztip alle wichtigen Stellen zusammengetragen, bei denen Sie nachforschen können.

Wenn Sie also schon immer glaubten, dass irgendwo noch ein geerbtes Konto sein muss oder sogar ein mit dem Konto verbundenes Schließfach, dann lesen Sie die Anleitung von Finanztip.

Noch ein Tipp: Manche habe auch Geld im Ausland angelegt. Besonders häufig in der Schweiz oder Luxemburg. Auch dort gibt es Anlaufstellen.

Matthias Urbach
Autor

Stand:

Matthias Urbach war von 2014 bis 2022 stellvertretender Chefredakteur von Finanztip. Als Diplomphysiker und Absolvent der Henri-Nannen-Schule kombiniert er analytisches und redaktionelles Know-how. Zuvor war er unter anderem als Verlagsdirektor beim SpringerNature-Wissenschaftsverlag und als Leiter von taz.de tätig.

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