Reisende
Bild: Clara-Margais, iStock.com

[Die erste Fassung ist vom 27.9.2019, die letzte Aktualisierung vom 13.11.2019.]

Die Pleite von Thomas Cook hatte im September Hunderttausende Urlauber schockiert. Während die Fluggesellschaft Condor gerettet werden soll, haben die deutschen Thomas-Cook-Gesellschaften Insolvenz angemeldet. Der Geschäftsbetrieb ist eingestellt – das gilt für die Marken Thomas Cook Signature, Neckermann Reisen, Bucher Reisen, Öger Tours und Air Marin. (Nicht betroffen sind über Neckermann gebuchte Reisen von anderen Anbietern.)

Wir haben die Ereignisse im Finanztip-Blog begleitet. Uns erreichten viele Fragen von Lesern, die sich um ihren Urlaub und ihr Geld sorgen. Die Top 6 beantworten wir noch einmal hier:

 

1. Was passiert mit unserer gebuchten Reise?

Die Absagen erfolgten Stück für Stück: Zunächst hatte Thomas Cook alle Reisen bis zum 31. Oktober abgesagt. Mitte Oktober wurden dann alle Reisen, die bis zum 31. Dezember 2019 starten sollten, auch gestrichen sind. Mitte November folgte dann die finale Absagewelle: Auch alle Reisen im Jahr 2020 wurden abgeblasen.

Sie sollten umgehend Erstattung des Reisepreises oder Ihrer Anzahlungen verlangen – und zwar von der Zurich Versicherung. Legen Sie dafür die Buchungsbestätigung vor, den Sicherungsschein und den Nachweis, dass Sie bereits bezahlt haben. Thomas Cook weist darauf hin, dass betroffene Kunden ihre Ansprüche über den Dienstleister KAERA gelten machen sollen. Entweder über ein Online-Formular oder unter 06172 99761123, wobei einige unserer Leser berichten, dass sie telefonisch leider nicht durchgekommen sind.

 

2. Kann es sein, dass die Insolvenzversicherung nicht ausreicht?

Das ist leider sehr wahrscheinlich. Laut Sicherungsschein sind in einem Geschäftsjahr (1. November bis 30. Oktober) 110 Millionen Euro bei Zurich abgesichert.

Die Zurich muss eigentlich nach dem Gesetz zunächst unverzüglich in voller Höhe zahlen (§ 651r Abs. 3 BGB). Reicht die Haftungssumme nicht, darf der Versicherer von jedem Urlauber später einen Anteil zurückverlangen. So hat es der Gesetzgeber vorgesehen.

Doch daran hält sich die Zurich nicht. Sie lässt über den Dienstleister KAERA mitteilen, dass die Haftungssumme bei weitem nicht ausreichen wird, um die Ersatzansprüche aller Kunden der insolventen Thomas-Cook-Gesellschaften vollständig zu befriedigen. Zurich will erst die Gesamthöhe aller Ersatzansprüche bilden, bevor sie zahlt – und das kann dauern. Zurich hat inzwischen eine Information für Anfang Dezember angekündigt.

Bereits ausgegeben wurden 80 Millionen Euro, um die gestrandeten Urlauber zurückzuholen. Sollte dieser Betrag auf die Gesamthaftungssumme angerechnet werden, würde es wirklich eng. Die Bundesregierung hält eine Verrechnung allerdings für unzulässig. Eine effektive Absicherung von Pauschalreisenden bei Insolvenz sieht anders aus.

Zurich erklärte Anfang November, dass schon bis 1. November Forderungen von geschädigten Urlaubern in Höhe von 250 Millionen Euro aufgelaufen seien.

Flugzeug
Bild: Marcel Kusch, dpa

 

 

 

 

 

 

 

 

3. Geht Chargeback auch bei Pauschalreisen?

Bei der Insolvenz von Air Berlin oder Niki machten viele Verbraucher gute Erfahrungen mit dem sogenannten Chargeback. Sie konnten über das Kreditkartenunternehmen die Zahlungen für ausgefallene Flüge zurückbuchen lassen.

Bei Pauschalreisen geht das nicht ohne Weiteres. In den Bedingungen von Mastercard steht zum Beispiel, dass Chargeback nur funktioniert, wenn das Sicherungsunternehmen nicht zahlt oder nicht in voller Höhe erstattet (Mastercard, Seite 62 ff.; Visa-Regeln, Seite 676 ff.) Das bedeutet, Sie müssen sich zunächst an den Kundengeldabsicherer, also an die Zurich wenden und einen Erstattungsantrag stellen.

Eine erfolgreiche Zahlungsreklamation über Chargeback ist nur möglich, wenn entweder die Zurich eine Erstattung ganz oder teilweise ablehnt, oder eine Frist von mindestens 60 Tagen seit Einreichung der Erstattungsforderung verstrichen ist.

Loten sie am besten Ihre Chargeback-Möglichkeiten zusammen mit Ihrer Bank aus. Für die Banken stellt die Insolvenz von Thomas Cook auch eine neue Herausforderung dar. Sie stehen in engem Austausch mit Visa und Mastercard. Einige in der Branche schätzen das Chargeback-Risiko wegen der Thomas-Cook-Insolvenz für die Händlerbanken des Reiseveranstalters bei über 500 Millionen Euro ein.

 

4. Was, wenn ich nur ein Hotel über Thomas Cook gebucht habe?

Die Absicherung durch die Zurich Versicherung gilt nur für Pauschalreisen. Haben Sie über Thomas Cook nur ein Hotel gebucht, hilft sie nicht. Dennoch haben Sie gute Chancen, Ihr Geld zurückzubekommen. Wer mit Kreditkarte gezahlt hat, kann über das Chargeback-Verfahren des Kartenunternehmens womöglich Geld zurückholen. Chargeback greift, wenn eine Leistung nicht erbracht wurde, die mit Kreditkarte bezahlt wurde. Lassen Sie sich dafür vom Hotel bestätigen, dass es Sie als Gast nicht akzeptiert, und leiten Sie das an Ihre Bank weiter. Lassen Sie sich nicht abwimmeln! Viele unserer Leser haben nach den Pleiten der Fluglinien Air Berlin und Germania auf diesem Wege erfolgreich Geld zurückgeholt! Wer mit Paypal bezahlt hat, kann über den Käuferschutz von Paypal gehen.

 

5. Ich habe einen Flug mit Condor gebucht. Soll ich jetzt stornieren?

Die Bundesregierung und das Land Hessen haben Condor einen Überbrückungskredit in Höhe von 380 Millionen Euro für sechs Monate zugesagt. Die Fluggesellschaft sagt, damit kann der Flugbetrieb wie geplant weiterlaufen. Ob es gelingt, Condor langfristig finanziell auf solide Beine zu stellen, lässt sich schwer vorhersagen. Wenn Sie allerdings jetzt einen gebuchten Flug stornieren, aus Angst er könnte nicht stattfinden, haben Sie keinen Anspruch auf eine Rückzahlung von der Insolvenzversicherung. Wie bei jedem anderen stornierten Flug können Sie aber unter Umständen Teile des Ticketpreises zurückfordern. Wie das funktioniert, lesen Sie in unserem Ratgeber Flugstornierung.

 

6. Bleiben Reisegutscheine von Thomas Cook gültig?

Reisebüros von Thomas Cook haben Gutscheine ausgestellt. Die Büros gehören zur Thomas Cook Vertriebs GmbH. Die hat bisher zwar noch keinen Insolvenzantrag gestellt, aber damit ist ebenfalls zu rechnen. Mit dem Gutschein haben Sie einen Anspruch gegen das Unternehmen. Falls das Unternehmen kein Geld mehr hat, dann können Sie die Gutscheine nicht mehr einlösen. Im Fall der Insolvenz können Sie Ihre Ansprüche beim Insolvenzverwalter anmelden.

46 KOMMENTARE

  1. Ist es nicht denkbar das man die BRD über eine Musterfeststellungsklage zB von der Verbraucherzentrale verklagt?
    Weil der deutsche Gesetzgeber damit die europäische Richtlinie zur Kundengeldabsicherung mangelhaft umgesetzt hat, sind im Gegenzug notfalls sogar Ansprüche gegen den Staat (Staatshaftung) denkbar. In einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH, 10.07.2019 – C-163/18, Rn. 43) wurde sogar bereits auf eine solche Möglichkeit hingewiesen. Hintergrund ist, dass die EU-Pauschalreiserichtlinie dem nationalen Gesetzgeber vorschreibt, für eine ausreichende (!) Kundengeldabsicherung zu sorgen. Wenn die Deckelung auf 110 Millionen Euro aber nicht ausreicht, ist die Bundesregierung der europäischen Vorgabe nicht nachgekommen.

    • Das ist eine spannende Frage. Ich gehe allerdings davon aus, dass der Gesetzgeber deckeln durfte. Außerdem gilt die Grenze von 110 Mio ja nur für ein Geschäftsjahr. Das endet am 31.10.2019. Ein neues beginnt am 1. November. Auch im nächsten Geschäftsjahr muss die Summe von 110 Mio abgesichert sein.
      Sollte die Frage allerdings vor den EuGH kommen, kann es sein, dass das Gericht die Deckelung für europarechtswidrig hält. Und in der Tat, dann steht zumindest die Staatshaftung im Raum.

      • Ehrlich gesagt finde ich es mehr als fragwürdig, dass er der EuGH darüber entscheiden muss. Immerhin halten Betroffene wie ich das „Unternehmen BRD“ mit ihren Steuerzahlungen „am Kacken“ und werden um ihren verdienten Jahresurlaub „betrogen“.
        So habe ich ja für meine ausgefallenen Reise, für die ich über 6.000,- € bezahlt habe und im guten Glauben war, dass es in Deutschland durch die verpflichtenden Sicherungsscheine gar nicht möglich ist sein Geld bei einer Buchung zu verlieren schon über 4.000,- € Steuern zahlen müssen. Also ist es fast schon eine Frechheit, dass der Staat nicht schon längst die Erklärung abgegeben hat, dass alle gebuchten Reisen zu 100% erstattet werden.
        Die 110 Mio werden hinten und vorne nicht reichen und das ist seit Jahren bekannt. Für mich ist das ähnlich als wenn ich auf meinen PKW ein Mofa-Kennzeichen schraube.

      • Guten Tag Frau Schön,
        ihre „Pro-BRD“ mäßige Aussage im ersten Teil ihrer Aussage verstehe ich nicht ganz.
        Warum sieht sich das EuGH bemüßigt eine Entscheidung gegen die BRD zu fällen, wenn nicht aus dem Grunde das die BRD die EU Verordnung nicht ausreichend umsetzt.
        Ich denke die haben genug zu tun ohne aus Spaß an der Freude Entscheidungen/Urteile zu fällen, die nicht notwendig sind.
        Ich gehe davon aus das unser Staat da zur Rechenschaft gezogen werden kann.
        Frage ist nun – Wer legt Beschwerde beim EuGH ein? Verbraucherzentrale Bund? Wie können wir als einzelne Betroffene vorgehen?
        Frage ist auch, ob der Insolvenzverwalter nicht Geld von mir zurück fordern kann, falls ich meine Lastschrift bzw. Kreditkartenzahlung „zurück buchen“ lasse.
        Wie sieht es da rechtlich aus? Kann ich mein so zurück erhaltenes Geld behalten oder kann ein Insolvenzverwalter dies zurück fordern?

    • Lt. Medienberichten hat Thomas Cook im letzten Jahr 2,1 Milliarden € erwirtschaftet und die Bosse von Thomas Cook haben Bonuszahlungen in Millionenhöhe bekommen. Wenn die Versicherung nicht reicht,um allen ihr Geld zurückzuzahlen, müssen eben diese Bonuszahlungen zurückgezahlt werden.
      Wir sollen an die Versicherung Geld zurückzahlen, wenn wir zuviel bekommen haben und es nicht für alle reicht. Aber wie immer wird wieder der Kleine zur Kasse gebeten, der das ganze Jahr für seinen Urlaub gespart hat. Die, die schon genug haben, brauchen nichts abgeben.
      Ich hoffe nur, das ich mein Geld komplett zurückbekomme, ansonsten werde ich meinen Urlaub nur noch in Deutschland machen und zwar dort wo keine Anzahlung verlangt wird und ich meinen Urlaub erst bezahlen muss, wenn ich abreise. Nach dem Motto : Erst die Ware dann das Geld….!!!

    • Klaus hat Recht. Ich habe in meiner Not auch die Bundestagsabgeordneten meines Wahlkreises angeschrieben. Die überraschende Antwort der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen: Bereist am 19.3.2019 wurde von der Fraktion eine Gesetzentwurf zu diesem Thema eingebracht, um für eine ausreichende Deckungssumme zu sorgen (Drucksache 19/8565, einfach googeln). Hier die Originalantwort:

      „Leider sind Verbraucherinnen und Verbraucher, die eine Pauschalreise buchen, in Deutschland für den Fall einer Insolvenz des Reiseveranstalters nur unzureichend abgesichert. Unsere Kollegen der GRÜNEN Bundestagsfraktion haben bereits im März im Bundestag eine Debatte dazu angestoßen, um Verbraucherinnen und Verbraucher zukünftig besser vor Insolvenzen der Anbieter zu schützen. Anbei übersende ich Ihnen diesen Antrag z.K., dieser wurde aber leider von der Großen Koalition abgelehnt. Somit hat die Bundesregierung Situationen wie diese fahrlässig in Kauf genommen.

      Wir Grüne streiten schon seit Jahren für einen effektiveren Verbraucherschutz. Gerade im Bereich der Pauschalreisen werden individuelle Verluste seit Jahren fahrlässig in Kauf genommen. Zwar müssen Reiseanbieter sich für den Fall einer Insolvenz absichern, die von Deutschland festgelegte Höchstfestsumme von 110 Mio EUR reicht aber nicht aus. Für Ihren konkreten Fall bleibt mir leider nichts anderes übrig, als Ihnen zu raten, sich an eine Rechtsberatung zu wenden. Die Verbraucherzentrale NRW ist in dieser Angelegenheit ein verlässlicher und unabhängiger Partner, der Ihnen sicherlich die für Ihren Fall zu klärenden Fragen beantworten kann.“

      Von dieser Fahrlässigkeit, weiteren gesetzlichen Hintergründen und einem wiederholten Einknicken der GroKo vor den Lobbyisten der Reiseveranstalter berichtet passend die Chiemgau-Zeitung am 1.10.2019: https://www.ovb-heimatzeitungen.de/wirtschaft/2019/10/01/warum-thomas-cook-kunden-draufzahlen.ovb

      Die Verbraucherzentrale NRW hat sich bis heute nicht zu einer Musterfeststellung geäußert, obwohl die VBZ schon selbst einen höhere Versicherungssumme gefordert hatte. Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen sammelt derzeit private Anfragen/Beschwerden. Fachlich zuständig ist das Büro des Bundestagsabgeordneten Markus Tressel: https://www.markus-tressel.de.

      Es bleibt zu hoffen, dass soviel Geschädigte wie möglich auf allen Kanälen Druck machen, um doch noch eine volle Entschädigung zu erreichen. Eine Sammelklage ist aus meiner Sicht unumgänglich, da es sich nach der Anzahl der Betroffenen und Schadenssumme aktuell um den größten Betrugsfall neben dem Diesel-Skandal handelt.

      Dazu passt die abschließende Feststellung: Von den am 27.9.2019 angeschriebenen MdL und MdB meines Wahlkreises meldeten sich bis heute keine Vertreter der CDU und SPD zurück…

    • Hier die ernüchternden Antwort der VBZ Dülmen auf die Frage nach einen Sammelklage gegen die Regierung:

      Guten Tag Herr Brakweh,

      Nach den uns vorliegenden Informationen und Rücksprache mit der Rechtsabteilung der Geschäftsstelle der Verbraucherzentrale NRW, ist mit dem Instrument der Musterfeststellungsklagen eine Klage gegen den Bund, wegen der zu geringen Insolvenzabsicherung, nicht möglich. Die Musterfeststellungsklage ist nur gegen ein gewerbliches Unternehmen möglich.
      Weitere Infos zum Thema finden Sie auch auf der Website der Verbraucherzentrale NRW:
      https://www.verbraucherzentrale.nrw/aktuelle-meldungen/reise-mobilitaet/thomas-cook-ist-insolvent-was-sollten-reisende-jetzt-tun-40192

      Mit freundlichen Grüßen
      i.A. Ulrich Mensing
      Beratungsstelle Dülmen

      Falls dies stimmt, was ist der Ausweg? Klage vor dem Bundesverfassungsgericht, der EU…?

      • Tja der Staat ist nicht dumm – Musterfeststellungsklagen gegen die BRD sind nicht möglich – die Info ist richtig.
        Klage vorm EuGH. Es gibt ein Beschluss aus diesem Jahr:
        (EuGH, 10.07.2019– C-163/18, Rn. 43) Der deutsche Gesetzgeber hat demnach die europäische Richtlinie zur Kundengeldabsicherung mangelhaft umgesetzt.
        Frage ist, wer da Klage einreicht? Ich denke dafür ist der Reiseverband (der müsste Interesse daran haben, da jetzt vorerst Zigtausende keine Pauschalreisen mehr buchen werden) oder die Verbraucherzentrale Bund da?!
        Das ganze geht natürlich erst, wenn klar ist was die Zurich zahlt.
        Wir müssen da alle Druck aufbauen um nicht auf Kosten sitzen zu bleiben.

  2. Wir haben über Bucher Reise in den Herbtferien eine Pauschalreise gebucht und diese mit Kreditkarte (Visa) bezahlt. Die Restzahlung erfolgte erst am 30.08.19. Besteht nicht die Möglichkeit, zumindest diesen Betrag zurückzuholen? Oder sogar den vollen Reisepreis?
    Kann man nicht innerhalb 8 Wochen einen Chargeback ohne Angabe von Gründen machen?

    • In den Charge-Back-Bedingungen von Visa und Mastercard ist vorgesehen, dass Chargeback erst dann möglich ist, wenn der Karteninhaber zunächst versucht hat, sein Geld von dem im Reiseschein genannten Insolvenzabsicherer zu bekommen. Erst wenn das scheitert, ist Chargeback möglich. Wenden Sie sich so schnell es geht an KAERA.

  3. Ich habe nur ein Hotel bei Thomas cook gebucht! Ich hatte eine terminierte Überweisung zum 1.10 in Auftrag gegeben, diese storniert, aber aufgrund eines fehlers meinerseits Wohl doch durchgegangen. Desweiteren hab ich meine Buchung bereits am 25.9 storniert. Mir wurde seitens Thomas cook gesagt, dass Stornierungen wahrend Insolvenz nicht möglich sind! Das kanndich nicht sein! Muss ich zahlen obwohl klar ist dass mein Urlaub nicht stattfinden wird?

    • Wenn die Reise noch nicht stattfand, müssen sie auch nicht zahlen. Sollten sie aber ihrerseits storniert haben und nicht Thomas Cook, gelten die normalen im Vertrag vereinbarten Stornoregeln. Ergeben sich daraus Stornogebühren, müssen sie diese auch zahlen.

      • Dass ich die Stornogebühren zahlen muss ist klar. Mir wurde aber gesagt, dass ich nicht stornieren darf und den vollen Preis zahlen muss!

  4. Wir haben eine Anzahlung und eine Restzahlung über das Reisebüro Thomas Cook (Neckermannreisen) bezahlt. Unsere Reise sollte vom 02.10. bis 16.10.2019 stattfinden, nun leider nicht mehr. Wir haben auch bei der Zurich einen Antrag auf Rückerstattung gestellt. Jetzt lesen wir, dass wir das auch bei der Bank zurückholen können. Weir verhalten wir uns jetzt.
    Wie lange rückwirkend können wir das Geld bei der Bank zurückholen?

    • Sie haben alles richtig gemacht. Nach den Bedingungen der Kreditkarten-Firmen müssen Sie im Fall der Insolvenz eines Pauschalreiseveranstalters zunächst die Zahlung von der Insolvenzversicherung verlangen. Sollte das nicht klappen, kommt ein Charge-Back in Betracht. Anders ist es, wenn Sie keine Pauschalreise, sondern nur zum Beispiel ein Hotel gebucht haben.

  5. Ich habe im Septmeber einen Reisegutschein über 400 Euro gekauft, aber nicht in einem Reisebüro, sondern Online was nicht die Thomas Cook Vertriebs GmbH ist. Was kann ich in dem Fall machen?

  6. Wir haben eine Reise ab 26.11.2019 gebucht, die noch nicht abgesagt ist.
    Bisher haben wir nur eine Anzahlung bezahlt.
    Müssen wir jetzt für die Anzahlung „vorsorglich“ auch die Anzahlung zur Erstattung anmelden?
    Und wenn die Reise auch abgesagt wird (wovon wir ausgehen), zählt das schon zu der Erstattungshöchstsumme von nächsten Geschäftsjahr (ab 01.11.)?

  7. Grenze von 110 Mio ja nur für ein Geschäftsjahr. Das endet am 31.10.2019. Ein neues beginnt am 1. November. Auch im nächsten Geschäftsjahr muss die Summe von 110 Mio abgesichert

  8. Wir haben vom 8.11 bis 22.11 gebucht.
    Man hängt schon in der Luft. Wir haben angezahl, dürfen weder stornieren noch sonstiges. Wie wahrscheinlich ist es das der Insolvenzverwalter es schafft, das die reisen ab dem 1.11 stattfinden können. Oder sollte man vorsorglich lieber was anderes buchen. Die sollten schon zeitnahe wenigstens was bekannt geben. Und nicht erst am 30.10

  9. Wir haben bei Bucher gebucht , sollte stattfinden vom 15.11. bis 29.11.
    Bis 14.10. soll die Restzahlung erfolgen, bisher kann keiner sagen wie es weitergeht. Wie lange lange lässt man Menschen, die lange auf einen Urlaub gespart haben im Unklaren ? Das völlig indiskutabel ! Zumal einem die Chance auf eine Neubuchung genommen wird und man ggfs. auch noch Stornogebühren zu zahlen hat . Für was ?

    • Jetzt ist es für alle Betroffenen klar, deren Reise nach dem 31.10.2019 stattfinden sollte. Alle Reisen bis zum Jahresende sind abgesagt. Dies gilt für die Veranstaltermarken Thomas Cook Signature, Thomas Cook Signature Finest Selection, Neckermann Reisen, ÖGER TOURS, Bucher Reisen und Air Marin – sowie für über Thomas Cook International gebuchte Leistungen.
      Melden Sie Ihre Ansprüche bei dem Dienstleister Kaera an. https://schadenanzeige.kaera-ag.de/schadenanzeige/

  10. Wir haben vom 19.12.19 bis 2.12.20 eine Pauschalreise gebucht aber bereits im Oktober voll bezahlt. Welches Versicherungsjahr ist dann zuständig, das bis 31.10.19 oder das ab 01.11.19?

    • Nach meinem Verständnis kommt es für die Zuordnung Ihrer Ansprüche zum Geschäftsjahr nicht darauf an, wann die Reise hätte stattfinden sollen, sondern darauf, wann Pauschalreisenden die Erstattung bekommen. Das bedeutet: Zahlt Ihnen die Zurich noch vor dem 31.10.2019 den Reisepreis zurück, zählt es in das Geschäftsjahr bis zum 31.10.2019; bekommen Sie erst später die Erstattung, fällt es in das Geschäftsjahr bis zum 31.10.2020.

      • Diese Antwort erscheint mir vor dem Wortlaut des Sicherungsscheines unlogisch: laut Sicherungsschein erfolgt die Erstattung nach Ablauf des Versicherungsjahres.

  11. Das heißt im Klartext, das die Zürich versuchen wird so viel wie möglich bis zum 31.10.19 zu zahlen, um Geld zu sparen. Bei einer Rückerstattung von 10% oder 20% da ja die 110 Millionen schnell verbraucht sind. Und alle möglichst bedient werden sollen. Das ist eine Frechheit falls es so kommt. Da kann man sich ja schön geld sparen was für das Geschäftsjahr 2020 als Absicherung vorgesehen wäre. Da die Urlauber die nach dem 31.10 gebucht haben ja ins neue Geschäftsjahr fallen, und damit ja eigentlich volle Rückerstattung bekommen würden. Da die neue Versicherungssumme von 110 ja locker dafür reichen würde. Oder sehe ich das falsch?? Falls es so kommt ist es eine riesige Sauerei.

  12. Ich habe für meine Hotelbuchung bei Thomas Cook eine Anzahlung gemacht, die ich nun per ChargeBack von der Kreditkartenfirma zurückfordere.

    Meine Frage:

    Muss ich befürchten, dass die insolvente Thomas Cook auch die Anfang November fällige Restzahlung von meiner Kreditkarte abbucht?

  13. Unsere Pauschalreise soll am 8. Januar 2020 beginnen (Neckermann).
    Muss ich abwarten, ob die Reise stattfindet?
    Wie lange müßte ich warten?
    Kann ich jetzt schon von der Reise zurücktreten und die Anzahlung zurückfordern?
    Die Restzahlung müßte im Dezember geleistet werden. Was, wenn ich bis dahin keine Bestätigung habe, dass die reise stattfindet?
    Vielen Dank

  14. Wir haben in einem deutschen Reisebüro eine Pauschalreise bei Neckermann Reisen Schweiz gebucht. Die Reise ist storniert, aber voll bezahlt. Beim deutschen Dienstleister Kaera kann zurzeit keine Forderung eingereicht werden, da für die Schweiz noch kein Formular bereitgestellt wird. Unser Reisebüro kann momentan auch nicht helfen. Wer weiß mehr?

  15. Man sollte auch gleich diese hinterlistige Versicherung verklagen.
    Auf meinem Sicherungsschein steht nur Öger und Bucher Reisen und nicht alle Reiseunternehmen in DE!!!
    Wäre das so zu lesen gewesen, hätte ich mich vielleicht noch extra abgesichert. Nun habe ich 7300€ verloren und meine drei Kinder sind mega enttäuscht.
    Manche Menschen würden für dieses Geld Amok laufen.
    Und wie kann es sein, dass der Staat Condor als gesundes Unternehmen aus der Insolvenzmasse nimmt? Auch da fliegt mein Geld nun munter weiter durch den Himmel.

    Ich hab sooo einen Hals auf diesen Drecksstaat!! Nach den Insolvenzen der letzten Jahrzehnte ist nix passiert.

  16. Petition für Insolvenz-Geschädigte

    Allen Geschädigten der Insolvenz möchte ich das Unterschreiben der Petition über OPENPETITION „Kostenübernahme und Haftung der Bundesregierung für Thomas Cook GmbH und Tochterges-Geschädigte“ und über AVAAZ „Thomas Cook Pleite: Die Politik hat geschlafen – ich verlange, dass der Bund bezahlt!“ empfehlen.

  17. Hallo zusammen,
    heute ist mir mein Antrag vom 30.09.19 auf Rückerstattung der Reisekosten von Kaera bestätigt worden.

    Kaera will erst auszahlen,wenn die Quote feststeht. Die Kürzung soll dann alle betreffen.
    Ausserdem sind dort laut Kaera alle Kosten(Rückholer,Erstattungsansprüche Gestrandeter,alle Ersatzansprüche) aus dem Topf zu begleichen.

    Dieses steht doch im grassem Gegensatz zu den Themen,die hier behandelt werden.
    Sollte die Zahlung erst im November erfolgen, wird dies doch ein Fall für die Gerichte.

    Die Frage ist doch,was man tun kann in dieser Situation.Wir werden doch allein gelassen
    Gesetze werden einfach nicht befolgt.Verbraucherzentralen aüßern sich nicht zu Thomas
    Cook. Wir können im Moment nur abwarten.Wir sollten uns aber als Gruppe gegen alle
    Widerstände zusammentun und uns wehren

  18. Mein Reisesicherungsschein ist auf Bucher und Ögir-Reisen ausgestellt, nicht auf Thomas Cook. Dem Augenschein nach für einen Laien sind damit Bucher und Ögir-Reisen unabhängig von Thomas Cook versichert. Damit sollte für diese Reisegesellschaften ein eigener 110 Millionen Deckel gelten

    • Zu diesem Thema würde mich eine juristische Expertise interessieren. In meinem Sicherungsschein steht das dieser für den Reiseveranstalter Bucher Reisen und Öger Tours GmbH gilt und gemäß BGB auf 110 Mio. Euro gedeckelt ist. Darin steht nirgends, dass die 110 Mio für die ganze Thomas Cook Group sich bezieht. Ich würde auch sagen, die 110 Mio Euro sind nur für Pauschalreisen des Reiseveranstalter Bucher Reisen und Öger Tours GmbH gegen zu rechnen und nicht mit allen Pauschalreisenden der anderen Cook Gesellschaften wie Thomas Cook Touristik GmbH etc.

  19. Also das hier nur der Zeitpunkt des Insolvenzantrag als zugehöriges Geschäftsjahr zählen soll, ist mir auch unverständlich! Wenn dann wieder die Rede davon ist: „Die Thomas-Cook-Unternehmen haben darüber hinaus mitgeteilt, dass sie ab 1.12.2019 wieder operativ tätig sein“ Also gibt es noch ein weiteres Geschäftsjahr und somit auch nochmal Geld oder? Ich warte jedenjalls noch bis zum 01.11 mit meinem Antrag auf Erstattung. Wir wären eh erst am 17.12 geflogen und somit ist der „Verlust“ ja eigentlich auch noch gar nicht entstanden. Meine Anzahlung ist weg – übrigends meine Reise läuft immer noch online bei weg.de und bei Neckermann: Ihre Fuerteventura Reise beginnt in 55 Tagen!! Kann man die eigentlich auf Vortäuschen falscher Tatsachen verklagen? Immerhin wurden uns mal 161 Tage Vorfreude versprochen!

  20. wo für hat man eine Reise Versicherung ohne eigen Beteiligung abgeschlossen wenn doch nichts erstattet wird? Hauptsache man bezahlt bei jeder Reise eine Menge Geld an die Versicherung und wenn es drauf ankommt ist man der dumme. Das ist doch alles Mist. Dann kann man sich dem nächst die Versicherung doch sparen. Ich glaube nicht das alle eine abschließen das weiß ich aus meinen anderen Urlauben. Wenn man sich mit Leuten unterhält sind es vielleicht 30% die dieses tun. Also was ist das Ende vom Lied am besten man schließt keine Versicherung ab!

  21. Hallo, zum Thema Chargeback folgende Info.
    Ich habe dieses über meine Degussa Mastercard Firmenkarte angemeldet (noch nicht durchgeführt da nicht alle Bedingungen = Ablehnungs-/Zahlungsbescheid Kaera fehlt).
    Es gilt jetzt folgendes zu beachten. Entweder die Zurich bezahlt teilweise – dann kann man den Rest des Reisepreises zurück buchen lassen. Achtung: Denkt dran, wenn ihr, wie ich schon komplett gezahlt habt, auch die Anzahlung mit einberechnen zu lassen! Zahlt die Zurich nicht innerhalb von 60 Tagen ab Datum der Bestätigung das ihr den Reisepreis über Sicherungsschein angefordert habt (Mail von Kaera), kann man komplett zurück buchen lassen! Bei mir allerdings nur die 80% Restzahlung, da die Buchung der Anzahlung zu lange her ist (6 Wochen Frist).
    Das heißt das man im Gegensatz zu mancher Meinung hier, so schnell wie möglich Ansprüche bei Kaera anmelden sollte, was auch gesetzlich so vorgesehen ist.
    Noch eins. Laut Gesetz soll der Versicherer zeitnah den kompletten Reisepreis erstatten. Anschließend kann der Versicherer evt. Beträge zurück fordern, wenn die 110 Mio überschritten wurden – für mich als Kreditkartenzahler ist es nur gut das Zurich das nicht tut, da dann kein Chargeback mehr möglich wäre (Frist verstrichen, wenn Zurich Monate später Geld zurück fordern würde!).

  22. 4. Was, wenn ich nur ein Hotel über Thomas Cook gebucht habe?

    Das zu diesem Punkt Gesagte, ist genau bei uns der Fall!

    Wir haben daraufhin unserer Bank das notwendige Formular, die schriftliche Stornierungsmeldung von Neckermann sowie die Info mitgegeben, dass es uns nicht mehr möglich war, die Angelegenheit mit Neckermann zu klären. Dem ersten Schreiben unserer Hausbank (Postbank) mussten wir ein zweites Schreiben folgen lassen, aber dann wurde uns, unter Vorbehalt, das Geld zurückgebucht.

    Und Heute?
    Da schreibt uns die Postbank:

    „leider hat es im laufenden Insolvenzverfahren „Thomas Cook“ eine Änderung gegeben. Wir benötigen, um unser Chargeback-Recht weiterhin wahrnehmen zu können:…“
    Den Nachweis eines Klärungsversuchs (Mail, Schreiben etc.) mit dem Insovenzverwalter.

    Das ist so ähnlich, wie die Aufforderung Nachts die Sonne zu fotografieren! Das man für eine Hotelübernachtung beim Insolvenzverwalter nichts zu erwarten hat, hat sich ja mittlerweile herumgesprochen!
    Auf welcher Rechtsgrundlage werden hier eigentlich nachträglich die Bedingungen derart verändert, dass wir als die Geschädigten, diese nicht mehr erfüllen können?

  23. Was ich an der ganzen Sache nicht verstehe ist das nur 110 Mio zur verfügung stehen sollen. Auf unserem Reisesicherungsschein stand als Veranstalter „Bucher-Reisen und Öger-Tours“. Ich vermute bei Neckermann, Air Marin usw. stehen auch immer die einzelnen Marken/Töchter auf dem Sicherungsschein. Aus meiner Sicht müssten für jede Tochter 110Mio zur Verfügung stehen und die Zurich versucht möglichst billig aus dem Versicherungsfall rauszukommen…….

    • Für die Höchstgrenze ist nicht der jeweilige Veranstalter entscheidend, sondern der Versicherer. Laut § 651r Abs. 3 Satz 3 BGB kann der Versicherer (also die Zurich) seine Haftung für die von ihm in einem Geschäftsjahr insgesamt nach diesem Gesetz zu erstattenden Beträge auf 110 Mio Euro begrenzen. Es geht also um eine absolute Summe pro Geschäftsjahr, auf die die Zurich ihre Haftung beschränken durfte. Es stehen nicht für jede Tochtergesellschaft die 110 Mio zur Verfügung.

  24. Ich habe im September Reisegutscheine über 200 Euro gekauft, aber nicht in einem Reisebüro, sondern Online was nicht die Thomas Cook Vertriebs GmbH ist. Was kann ich in dem Fall machen?

    • Der vorläufige Insolvenzverwalter hat auf seiner Website mitgeteilt, dass sie derzeit noch rechtlich prüfen, wie sie mit den Gutscheinen verfahren wollten. Sie hoffen immerhin, kurzfristig eine Lösung herbei führen zu können. Was das allerdings bedeutet, ist unklar.

  25. Ich glaube dass fünf Reiseveranstalter dürfe n nicht mit einem Versicherungsschein auskommen, wenn ich fünf Autos habe dañ sind alle versichert und nicht die erste versichert und anderen fahren so mit. Jeder Veranstalter sollte auf 110 Mio versichert sein oder nach Eu Recht Pauschalreisen müssen 100% abgesichert sein PLUS Entschädigung für entgangene Urlaubsfreude. Zürich Versicherung kassiert von jedem Reisenden aber auszahlen wollen die nicht. Und die jenigen die bereits im Urlaub sind sollen auch in die Quote teilnehmen.

  26. TourVital auch insolvent! Die Meldung darüber erhalte ich nicht von Tschibo über die wir gebucht haben, sondern von TourVital.
    Und natürlich nach Ablauf der 6-Wochenfrist, um eine Anzahlung nicht mehr rückbuchen lassen zu können. Ein Schelm, wer böses dabei denkt! Da werden Mitte September noch Zahlungen von TourVital angefordert, obschon sie sicherlich wussten, dass Ende September der Insolvenzantrag gestellt wird…. ätzend sowas!

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