Kein Internet
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Aktualisiert am 8. November 2019

Wenn das Internet zu Hause ausfällt oder sehr langsam ist, kann das schon mal den Abend ruinieren: Kein Fußball über Sky-Go, die Lieblingsserie bei Netflix ruckelt, und in vernetzten Haushalten kann es sogar dunkel bleiben, weil das Kommando „Alexa, Licht an“ ohne Antwort bleibt. Noch schlimmer ist das alles, wenn Sie zu Hause arbeiten müssen.

Jeder Dritte hat wiederholt Probleme mit der Internetverbindung, das ergab eine Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverbandes. Zum Glück müssen Sie das nicht hinnehmen. Kommt dauerhaft zu wenig Tempo an Ihrem DSL- oder Kabelanschluss an, sollten Sie das messen und reklamieren.

Und so gehen Sie vor:

1. Sie brauchen ein Netzwerkkabel

Ihr Internettempo messen Sie am besten mit einem Laptop, den Sie per Netzwerkkabel an Ihren Router anschließen. Wenn Sie kein Netzwerkkabel besitzen, bekommen Sie eins im Elektromarkt oder online ab rund 5 Euro. Vergleichen Sie den Wert ruhig einmal mit dem Tempo, das Sie per W-Lan messen. Ihr Anbieter kommt für eine schlechte W-Lan-Verbindung nur auf, sofern Sie den Router von ihm bekommen haben und er defekt ist. Ansonsten ist ausschließlich das Tempo am Netzwerkkabel entscheidend.

2. Die richtige Messmethode

Wenn Sie Ihr langsames Netz reklamieren wollen, dann sollten Sie das offizielle Tool der Bundesnetzagentur unter breitbandmessung.de nutzen. Kennen Sie den Namen Ihres Internettarifs, dann sagt Ihnen die Seite auch, wie viel Tempo Sie gebucht haben („maximal“), wie viel Sie erwarten können („normalerweise“) und unter welchen Wert die Geschwindigkeit nicht rutschen darf („minimal“).

Erhärtet sich nach ein, zwei Messungen Ihr Verdacht, laden Sie die Desktop-App herunter und starten Sie eine „Messkampagne“: Das sind je zehn Messungen an zwei Tagen. Laut Bundesnetzagentur liegt eine „nicht vertragskonforme Leistung“ vor, wenn eine der drei folgenden Bedingungen erfüllt ist: Wenn nicht an beiden Messtagen jeweils mindestens einmal 90 Prozent des vertraglich vereinbarten maximalen Tempos erreicht wird. Oder wenn die normalerweise zur Verfügung stehende Geschwindigkeit nicht in 90 Prozent der Messungen erreicht wird. Oder wenn das vertraglich vereinbarte minimale Tempo an beiden Messtagen einmal unterschritten wird.

Lan-Kabel
Bild: Motortion, iStock.com

3. Den Techniker rufen

Gehen Sie an der Störungshotline Ihres Internetanbieters die Schritte zur Problemlösung durch. Auch wenn Sie manche Sachen schon ausprobiert haben oder wissen, dass das nichts bringt, machen Sie es trotzdem. Die Hotline muss nämlich alle möglichen Probleme vor Ort ausschließen. Hilft das alles nicht weiter, schickt sie einen Techniker. Der überprüft die Verkabelung im Haus und gegebenenfalls den Anschluss an der Straße.

4. Was tun, wenn alles nichts hilft

Kriegt Ihr Anbieter das Problem auch nach mehreren Versuchen nicht gelöst, dürfen Sie Ihren Vertrag fristlos kündigen (außerordentliche Kündigung). Falls Ihr Anbieter das nicht akzeptiert, können Sie die Zahlungen einstellen, müssen aber damit rechnen, dass der Anbieter versucht, das Geld einzutreiben. Dann brauchen Sie womöglich einen Anwalt. Ein solcher Ärger ist nicht jedermanns Sache, hilfsweise kündigen Sie zum regulären Ende der Vertragslaufzeit.

Falls Sie den Anbieter wechseln müssen, sollten Sie nach Möglichkeit auch die Anschlusstechnik wechseln: Also von DSL auf Kabel – oder umgekehrt. Das erhöht Ihre Chancen auf ein Ende des Ärgers beträchtlich.

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Daniel Pöhler
Autor

Stand:

Daniel Pöhler war bis Ende 2020 Co-Pilot im Newsletter-Team und gelegentlich als Mobilitäts-Experte von Finanztip unterwegs. Daniel hat Betriebswirtschaft studiert und bei einem Fachmagazin für Telekommunikation volontiert. Seine ausgeprägte Leidenschaft für gute Sprache hatte ihm einen weiteren Job bei Finanztip eingebracht: den des stellvertretenden Textchefs.

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