4202809 © Marcos Osorio / Stocksy United

Auf den ersten Blick kommen einem die Zahlen aus dem ETF-Retail-Marktreport 2022 von Extraetf seltsam vor: Einerseits ist die Anzahl der ETF-Sparpläne seit Jahresbeginn um 8,8% gestiegen, gleichzeitig ist die durchschnittliche Sparrate pro Monat um 5,1% gesunken. Wo Anleger bisher im Schnitt 183€ jeden Monat in ETFs angelegt haben, sind es im Juli nur noch 177€.

Das heißt: Es gibt mehr ETF-Sparpläne, aber die Anleger legen im Schnitt viel weniger Geld in ETFs an. Ein Sprecher der Comdirect hat uns bestätigt: Die Zahl der Neuabschlüsse von ETF-Sparplänen übertrifft aktuell noch die Löschungen, aber nicht mehr in dem sonst üblichen Ausmaß.

Ist der ETF-Trend vorbei?

Nein, ETFs sind nach wie vor beliebt. Allerdings ist das Leben 2022 einfach teurer geworden, nicht zuletzt wegen der Energiekrise. Vielleicht hast auch Du Dir schon überlegt, ob Du Deine aktuelle Sparplanrate so beibehalten kannst oder solltest. Manche steigen ganz aus ETFs aus, weil sie der Sinkflug der Börsen seit Jahresanfang nervös gemacht hat. 

Das kannst Du tun 

Lass Dich nicht aus der Ruhe bringen. Wenn Du bereits Geld in einem ETF hast, das Du auf absehbare Zeit nicht brauchst, kann es dort auch erstmal bleiben.

Wenn Du Deine Rücklagen auf dem Tagesgeld erhöhen willst, kannst Du Deinen ETF-Sparplan runtersetzen oder auch vorübergehend ganz aussetzen. Das geht praktisch jederzeit per Klick in Deinem Online-Depot. Du musst also nicht unbedingt ETF-Anteile verkaufen und sie können langfristig an Wert gewinnen, auch wenn Du den ETF nicht mehr besparst.

Wann Du Deine Sparrate unbedingt reduzieren solltest 

Denk einmal an die gestiegenen Energiekosten, die sich bis nächstes Jahr sogar noch vervielfachen könnten. Hast Du genug Geld auf der Seite, um die nächste Heizkostenabrechnung zu bezahlen? 

Falls nicht, ist es jetzt höchste Zeit, einen Notgroschen anzusparen. Das heißt: Lieber weniger Geld in den ETF stecken, dafür die Sparrate aufs Tagesgeldkonto erhöhen. Zumindest so lange, bis Du wieder ein gutes Polster aufgebaut hast. Wir empfehlen mindestens drei bis sechs Nettomonatsgehälter.

Mehr zum Thema ETF-Sparpläne kannst Du in unserem Ratgeber nachlesen.

Janna Wörner
Autor

Stand:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Was der Stern bedeutet:

Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, ihre Finanzen selber zu machen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate-Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).

Bei Finanztip handhaben wir Affiliate-Links aber anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.

Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.