Immer höhere Zinsen: Wie viel Haus kann ich mir noch leisten? 

Seit Anfang des Jahres 2022 sind die Bauzinsen sprunghaft gestiegen. Für eine Standardfinanzierung ging es rauf von etwa 1% auf etwa 3%. Standardfinanzierung bedeutet, dass Du 80% des Kaufpreises finanzierst, die restlichen 20% des Kaufpreises und die Nebenkosten wie Makler und Steuern selbst aufbringst. Die Zinsen schreibst Du für 10 Jahre fest. 

1% oder 3% – klingt nach wenig. Bei den riesigen Summen beim Bau oder Kauf macht das über die lange Laufzeit aber eine Menge aus. 

Ausgerechnet: So viel kann Dich der Zinssprung kosten 

Ein Beispiel: Lisa und Bernd überlegen sich im Januar 2022, ein Eigenheim zu kaufen. 400.000 Euro soll es kosten, 320.000 Euro kommen von der Bank. Die Zinsen setzen sie mit 1% an, nach 25 Jahren sollte der Kredit zurückbezahlt sein. Monatliche Belastung: 1.206 Euro. 

Lisa und Bernd finden aber bis Juli 2022 kein passendes Haus. Dann die Überraschung: Plötzlich steht beim Zinssatz eine “3” vor dem Komma. Monatliche Rate: 1.517 Euro, also Monat für Monat 300 Euro mehr. 

Dein Bauprojekt – plötzlich zehntausende Euro teurer 

Der große Schock kommt aber beim Blick ganz unten auf den Finanzierungsvorschlag, beim Gesamtaufwand: 362.000 Euro hätten Kredit und Zinsen insgesamt im Januar noch gekostet (vorausgesetzt, sie hätten auch die Anschlussfinanzierung so günstig bekommen). Dieser Betrag ist auf 455.000 Euro gestiegen. Das Projekt hat sich um mehr als 90.000 Euro verteuert! 

Um wieder auf die alten Werte bei Rate und Gesamtaufwand zu kommen, müssten Lisa und Bernd deutliche Abstriche machen. Mit der alten Rate von 1.206 Euro und 25 Jahren Laufzeit ist beim aktuellen Zinsniveau nur noch ein Kredit von 254.000 Euro drin. Zusammen mit dem Eigenkapital von 80.000 Euro ergibt sich daraus ein deutlich niedriger Kaufpreis von nur noch etwa 340.000 Euro (statt der bisherigen 400.000 Euro). Um ein Objekt zu diesem Preis zu finden, müssten sie ins Umland ihrer Stadt ausweichen. 

Jetzt schnell kaufen oder abwarten? 

Und so wie Lisa und Bernd geht es momentan vielen Kaufinteressenten in Deutschland, die Kauf oder Bau dann erstmal zurückstellen. Durch die sinkende Nachfrage könnten damit immerhin die Immobilienpreise zurückgehen oder zumindest nicht mehr steigen. Abwarten wäre dann eine gute Strategie. Andererseits geht die allgemeine Zinsprognose eher von weiter steigenden Zinsen aus. Baufinanzierungen dürften sich insgesamt also weiter verteuern. 

Als Käuferin oder zukünftiger Bauherr stehst Du also vor der schwierigen Frage: Weiter abwarten oder jetzt noch schnell zuschlagen? Unser Rat: Beobachte den für Dich interessanten Immobilienmarkt und informiere Dich bei einem der großen Kreditvermittler über Deine finanziellen Spielräume. Wir empfehlen Interhyp*, Dr. Klein* und PlanetHome*. 

Guter Zeitpunkt zum Verkaufen 

Überlegst Du dagegen, ob Du Deine Immobilie verkaufen solltest, ist die Entscheidung einfach: Jetzt ist ein guter Zeitpunkt. Unsere Empfehlungen beim Verkauf von Wohnung oder Haus sind Homeday* und McMakler*. Mehr dazu in unserem Ratgeber.

 

Dirk Eilinghoff
Autor

Stand:

Dirk Eilinghoff ist Stellv. Chefredakteur in der Finanztip-Redaktion und zusätzlich als Experte für die Themen Geldanlage und Baufinanzierung zuständig.

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