Ehepaar beim Abschließen einer Lebensversicherung
Bild: Shapecharge/GettyImages

Lebensversicherungen werden ab 2022 noch unattraktiver. Die Bundesregierung plant, den Höchstrechnungszins für neue Verträge zu senken: von 0,9 Prozent auf 0,25 Prozent. Damit lohnen sich solche Lebensversicherungen nur noch in seltenen Fällen. Trotzdem solltest Du jetzt nicht allein deswegen noch schnell eine abschließen.

Der Höchstrechnungszins, auch Garantiezins genannt, bestimmt indirekt, wie viel Geld Dein Versicherer Dir zum Ende einer Lebens- oder Rentenversicherung garantiert. Wer besonders risikoarm Geld anlegt, setzt häufig auf eine Beitragsgarantie von 100 Prozent. Zum Beispiel mit klassischen Lebens- und Rentenversicherungen. Diese Verträge rechnen sich schon jetzt kaum noch.

Für die Versicherungsbranche ist die Änderung eine Erleichterung: Schon jetzt können sie den aktuellen Rechnungszins von 0,9 Prozent in der Niedrigzinsphase kaum noch erwirtschaften. Daher erlaubt der Entwurf des Finanzministeriums, dass Versicherer ihren Garantiezins bereits vor dem Jahreswechsel senken dürfen. Dies betrifft ebenfalls nur Neuverträge.

Klassische Lebens- oder Rentenversicherung lohnen sich also nur noch in Ausnahmefällen: zum Beispiel, wenn Du besonders hohe Zuschüsse bekommst, entweder vom Staat (Riester) oder vom Arbeitgeber (betriebliche Altersvorsorge). Wahrscheinlich ist es ohnehin sinnvoller abzuwarten, bis das deutsche Altersvorsorgesystem endlich reformiert wird. Das hatte die Große Koalition eigentlich schon in dieser Wahlperiode vorgehabt – bis Corona kam.

 

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Martin Klotz
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Martin Klotz ist bei Finanztip für die Themenbereiche Altersvorsorge und Einkommenssicherung verantwortlich. Schon in seiner Zeit als selbstständiger Finanzplaner schaute er den Versicherern genau auf die Finger und kennt die Stolperfallen von Verträgen. Neben Wirtschaftsthemen brennt Martin vor allem für Sport. In diesem Ressort startete er 2007 auch seine Laufbahn im Radio, parallel zum Studium der Wirtschaftswissenschaften und Journalistik.

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