Mehrere Rettungsringe
Bild: mevans / iStock.com

Es gibt eigentlich nur eine Situation, in der es Sinn ergibt, die Lebensversicherung zu kündigen: Ihr Vertrag ist erst einige Jahre alt, viel zu teuer – und Sie möchten kein weiteres Geld verbrennen. In allen anderen Fällen gibt es gleich mehrere Alternativen, die allesamt besser sind als die Kündigung.

Das Problem: Kündigen Sie Ihr Vertragsverhältnis mit der Versicherung auf, zahlen Sie eigentlich immer drauf: Abschlusskosten sind verloren, Sie verzichten auf künftige Überschüsse und den Bonus zum Laufzeitende, bei Verträgen aus den 1990ern fällt eine gute Sparverzinsung weg – bei Verträgen ab 2008 kommt obendrauf noch eine Stornogebühr.

Wir haben für Sie wichtige Beweggründe angeschaut, warum Sparer ihre Lebensversicherung kündigen – und zeigen Ihnen, wie es günstiger geht.

1. Verkaufen: Sie benötigen dringend und langfristig Geld

Vielleicht haben sich Ihre Lebensumstände geändert, vielleicht möchten Sie einen Kredit tilgen, bei dem Sie hohe Zinsen an die Bank zahlen müssen. In diesen Fällen sollten Sie Ihre Lebensversicherung verkaufen. Spezielle Policen-Ankäufer bieten ein paar Prozentpunkte mehr für Ihren Vertrag als die Versicherung – allerdings nur für ältere Verträge mit gutem Garantiezins.

Der Grund: Die Ankäufer zahlen Sie nur aus, führen Ihren Vertrag aber bis zum Ende weiter, samt aller Zinsen und dem Schlussbonus.

Wir empfehlen die Ankäufer Cumerius (CFI Fairpay)*, Partner in Life*, Policen Direkt*, Winninger* und Cashlife*. Holen Sie sich Angebote von mehreren ein. Mehr dazu im Ratgeber Lebensversicherung verkaufen.

2. Beleihen: Sie müssen einen finanziellen Engpass überbrücken

Müssen Sie jetzt Geld investieren, haben später aber wieder mehr finanziellen Spielraum? Dann wäre es schade, wenn Sie eine Lebensversicherung aus den 1990er oder den frühen 2000er Jahren kündigen oder verkaufen. Die Garantiezinsen sind zu gut, die Auszahlung gibt es häufig steuerfrei.

Besser, Sie beleihen Ihren Vertrag. Das bedeutet, eine Bank gewährt Ihnen ein Darlehen in der Höhe des Werts Ihrer Lebensversicherung. Das lohnt sich immer dann, wenn Sie ohne viel Mühe an das Darlehen kommen und den Betrag am Ende einer vereinbarten Zeit auf einmal zurückzahlen können. Sie können weiterhin in die Versicherung ansparen.

Wir empfehlen das Policendarlehen der Volksbank Weschnitztal über LV-Kredit* und das Darlehen der SWK Bank.

Die Zinsen für ein solches Darlehen sind gegebenenfalls höher als bei einem Ratenkredit. Prüfen Sie daher auch diese Alternative. Mehr dazu im Ratgeber Lebensversicherung beleihen.

3. Beitragsfrei stellen: Sie wollen Beiträge einsparen

Vielleicht haben Sie gerade einen Engpass und können oder wollen die monatlichen Zahlungen in die Lebensversicherung nicht leisten. Dann pausieren Sie einfach! Dies ist für eine gewisse Zeit in der Regel problemlos möglich. Alternativ können Sie Ihre Beiträge manchmal auch aus Überschüssen begleichen.

Verträge lassen sich ansonsten auch dauerhaft beitragsfrei stellen: Sie setzen die Zahlungen also ein für alle Mal aus und warten auf die Auszahlung, bis Sie in Rente gehen. Das lohnt sich immer, wenn Sie Ihren Vertrag schon vor 2005 abgeschlossen haben – er hat dann eine gute Sparverzinsung und Sie bekommen die Auszahlung steuerfrei. Bei jüngeren Verträgen prüfen Sie, ob Sie den Vertrag verkaufen können. Mehr dazu im Ratgeber Beitragsfreistellung.

4. Ihr Vertrag scheint Ihnen zu teuer

Überprüfen Sie zuerst mithilfe unseres Rechners, ob Ihr Vertrag wirklich unrentabel ist. Zuvor sollten Sie alle wichtigen Daten vom Versicherer abfragen. Stellt sich heraus, dass Ihr Vertrag tatsächlich zu teuer ist, versuchen Sie zunächst, ihn zu verkaufen.

Vor allem dann, wenn Sie Ihren Vertrag erst in den vergangenen zwei, drei Jahren abgeschlossen haben, findet sich dafür meist keinen Ankäufer. Stellt sich der Vertrag als unrentabel heraus, müssen Sie in den sauren Apfel beißen und tatsächlich kündigen.

Prüfen Sie dann mithilfe des Ratgebers zur Altersvorsorge, ob statt einer Lebensversicherung, ein Riester-Vertrag oder ein flexibler Aktien-Sparplan infrage kommt.

Diskutieren Sie dieses Thema gerne auch mit anderen Lesern in der Finanztip-Community.

Zum Ratgeber

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT