Frau kellnert im Biergarten
Frau kellnert im Biergarten. Bild: Marc Müller / dpa

An manchen Tagen im Februar und März hätte man denken können, es sei schon Sommer, so warm war es. Falls Sie als Service- oder Aushilfskraft in der Gastronomie tätig sind, kennen Sie das sicher: Der Chef ruft spontan an und fragt, ob Sie nicht schnell einspringen können, weil gerade jede Menge Durstige in den Biergarten strömen. Im Juristendeutsch nennt man das „Arbeit auf Abruf“ – und dafür gelten seit Jahreswechsel neue Regeln.

Falls in Ihrem Arbeitsvertrag keine feste Stundenzahl steht, wurden bislang pauschal zehn Stunden pro Woche angenommen. Damit blieben Aushilfen meist unter der Grenze von 450 Euro im Monat, die für einen Minijob gilt. Seit Anfang des Jahres werden allerdings 20 Stunden pro Woche angenommen, falls nichts anderes vertraglich geregelt ist (§ 12 TzBfG). Selbst wenn Sie nur den Mindestlohn von 9,19 Euro pro Stunde verdienen, sprengt das die Minijob-Grenze. Konsequenz: Die Tätigkeit wird sozialversicherungspflichtig. Das wollen in der Regel weder Arbeitnehmer noch Arbeitgeber.

Unser Tipp: Sprechen Sie Chef oder Chefin darauf an. Lassen Sie die Stunden arbeitsvertraglich festlegen. Dann fällt es Ihnen auch leichter, auf die Einhaltung des Gesetzes zu pochen: Ihr Arbeitgeber muss mindestens 80 Prozent der vereinbarten Stunden bezahlen – auch in regnerischen Monaten. Andererseits darf Sie der Arbeitgeber nicht mehr als 25 Prozent Extrastunden schieben lassen. Na ja, und eigentlich muss Sie Ihr Chef mindestens vier Tage im Voraus einplanen. Das ist aber zugegebenermaßen schwierig.

Die Regeln gelten übrigens für sämtliche Minijobs, bei denen der Arbeitgeber die Arbeitszeit spontan festlegt.

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